22. Juli 2015

MeMadeMittwoch im Keith-Haring-Ufo

Fotos diesmal von der Kollegin und nicht Herrn Galoppo


Nicht heute am MeMadeMittwoch, sondern gestern schon trug ich eines meiner neuen Kleider. Ja, richtig gelesen: Kleider. Plural! Mit dem Bloggen komme ich einfach nicht hinterher. Zumal mein Fotograf fast 9 Tage nicht da war und ich meine zweite Anna und auch das Odeeh-Designerschnitt-Ensemble ganz besonders schön in Szene setzen möchte...

Wenn ich mein Outfit von gestern so betrachte, stelle ich fest, dass es sich doch lohnt, ein UFO* irgendwann fertig zu nähen. Das Kleid, dass ich heute trage, war das letzte Sommerkleid, der Saison 2014, das ich vor dem Provence-Urlaub b.o. (b.o. = before overlock)  in der ersten Septemberhälfte nicht mehr fertig stellen konnte und danach war es mir das Wetter einfach schon zu herbstlich. Oberkleid und Futterkleid waren beide genäht, blieben aber erst mal unverstürzt. Auch die Ärmel waren schon fast fertig. Und so hing es da über Herbst, Winter und das komplette Frühjahr, da ich glaubte, es würde mir eh nicht mehr passen (räusper). Es hing nicht mal mehr an der Puppe sondern sehr stiefmütterlich auf einem Bügel an der Tür. Und dann zog ich es vor etwa vier Wochen noch mal an und siehe da:  Passt und gefällt wieder ausgesprochen gut. Fertig genäht war es dann in zwei knapp Stunden. Und jetzt heimse ich Komplimente ohne Ende ein. So geht Nähnerdglück!



Es handelt sich bei dem Kleid um ein so genanntes Frankenpattern. An das Oberteil von Kleid 110 aus Burda Style 3/2013 habe ich das Unterteil von Kleid 126 aus 5/2013 gebastelt. Letzteres war Liebe auf den ersten Blick - schade nur, dass es keine Ärmel hat. Das ist dann bei mir leider das totale No-Go. Ärmel rulen aber sowas von! Beim nächsten Mal würde ich aber zugunsten der Falten im Oberteil mal schauen, dass ich da irgendwie Ärmel drangebastelt bekomme oder versuchen, die Falten (statt Abnäher) ins Oberteil zu kriegen. Aber wie gesagt, ich bin auch so sehr glücklich mit dem Kleid. Die Falten im Rockteil gehen im Muster leider ziemlich unter. Aber die tulpige Form hat es mir wirklich angetan.


Passt außerdem prima zu meinen heißgeliebten Schuhen in Fuchsia!


Der Stoff ist ein stretchiger und etwas festerer Baumwollstoff, den ich im April 2014 als Coupon auf dem holländischen Stoffmarkt gekauft hatte. Waren etwas um die 2m und es reichte sogar, um die Ärmel noch ein zweites Mal zuzuschneiden.



Da das mein erstes Mal mit Musterstoff war, dachte ich, ich mache es mir etwas einfacher, wenn ich in der hinteren Mitte einen schwarzen Streifen anbaue und den dann aus Design-Gründen am Rocksaum wieder aufgreife. Wenn ich mir die Seitennähte so anschaue, stelle ich fest, dass ich mir um das Muster gar keinen Kopf hätte machen müssen. Aber so finde ich die schwarze Saumblende einfach sehr schick und bin froh, dass ich mir die Mühe gemacht habe.

Pinkes Futter mit schwarzem Rollsaum - dank Overlock inzwischen super sauber gearbeitet!


Und da mich das Muster und die Farbkomposition ein wenig an die Schwarz-Weiß-Motive von Keith Haring erinnern, ist es für mich das Keith-Haring-Kleid. Jedes Kind braucht einen Namen!



Gebt ihr euren Kleidern eigentlich Namen?


(für Herrn Galoppo und alle Nicht-Nähnerd-Leser: UFO = Unfertiges Objekt)

24. Juni 2015

Vive la culotte - vive la révolution!



Ich kann mir ja nicht helfen, aber bei "Culotte", dem neudeutschen Wort für Hosenrock, muss ich immer an die Sansculotten der französischen Revolution denken. Und jetzt habe ich auch endlich welche. Vom Kleinbürger zum Culotte-Träger - gehöre ich damit jetzt zum Establishment?!

So oder so oder so, wie Bosse sagen würde, ich habe jetzt endlich eine Culotte. Und ich liebe sie! Sie lässt sich nur leider nicht so gut fotografieren. Die Fotos werden ihr jedenfalls nicht gerecht...



Genäht habe ich Modell 120 aus Burda 5/2014.

Ein paar Modifikationen habe ich aber vorgenommen. So habe ich die Faltenböden in die entgegengesetzte Richtung, d. h. in Richtung Seitennaht, gelegt. Die Nahttaschen hatte ich eingenäht, musste aber feststellen, dass sie unschön auftrugen - verstärkt sicherlich noch durch die Falte, die da eigentlich nicht hingehört. ich sollte doch dabei bleiben, die Taschenbeutel aus Futterstoff zuzuschneiden. So habe sie schweren Herzens wieder rausgetrennt und hatte dann keine Lust mehr auf Taschen...

Auch auf die Aufschläge unten habe ich verzichtet. Dafür war der Stoff dann zu steif und das Hosenbein stand einfach blöd ab.

Der Schnitt geht ursprünglich nur bis Größe 44. Ich hatte ausgehend von meinen Hüftmaßen auf eine 46 gradiert, um schlussendlich an den Seitennähten wieder gute 2,5 cm abzunähen. Womit ich wieder bei 42 gelandet bin. Versteh' das mal einer...

Der Stoff ist ein Anzugstoff, eine  Wolle-Baumwollmischung, die es bei K*rstadt im Sale für sagenhafte 4,50 Euro pro Meter gab. Nachdem ich den Stoff angetestet hatte, musste ich spontan noch die letzten 3 Meter hamstern. 2 Meter sind noch da und jetzt überlege ich, was ich daraus besonderes nähen könnte...  Er ist sehr schön leicht, fällt aber schwer, ist leicht stretchig und hat einen unheimlich tollen, edlen Glanz. Eigentlich ist er prädestiniert für einen Blazer oder eine Anzughose. But this is another story for another time...



Die Culotte erinnert mich sehr an die Bermuda, die Julia Roberts in Pretty Woman gegen Ende kurz vor'm Verlassen von Edward's Penthouse trägt.* Pretty Woman war aber bekleidungstechnisch eh ganz groß!

Ich liiiiiiebe dieses Outfit! Kennt ihr das? Ihr näht ein Kleidungsstück und habt schon ganz bestimmte Kombi-Partner im Kopf? (In diesem Fall die blau-weiße Tupfenbluse). Und dann zieht ihr das Teil zum ersten Mal an und beim Blick in den Kleiderschrank springt euch ein ganz anderes Kleidungsstück entgegen, das ihr so überhaupt nicht auf dem Radar hattet? I love when that happens! :)

Herr Galoppo meinte beim Fotografieren, dass das ja das perfekte Outfit für die Kieler Woche sei, die gerade gestartet ist. So werde ich also definitiv im August - so dass Wetter mitspielt - auf der Sail in Bremerhaven auflaufen. Mit Bluse und Pumps darf sie aber nächstes Wochenende erst mal mit zum Businesstermin. Ein echtes Multitalent!



Und so reagiere ich, wenn Herr Galoppo bei den Foto-Outtakes das Lachen anfängt. Mich zu ärgern und aufzuziehen ist eines seiner liebsten Hobbies, glaube ich...




Ich guck' heute Abend in Ruhe mal durch, in welchen hinreißenden Outfits die anderen Teilnehmerinnen beim MeMadeMittwoch den Alltag bestreiten. Frau Nahtzugabe zeigt dort heute unter anderem einen Rock, dessen Stoff bei mir gerade akute Haben-Will-Gefühle auslöst.

Und ihr so? :)

* Die Szene, wo der schmierige Stuckey sich an sie ranmacht und wie aus dem Nichts ein Bein im Bild auftaucht und Edward ihn ordentlich vermöbelt. Meine Ma, meine Schwester und ich haben diese Einstellung früher besonders geliebt...

21. Juni 2015

"Frauenname mit vier Buchstaben"




Wer in seinem Leben - wie ich - schon einmal (oder auch zweimal oder dreimal) auf einem BAP-Konzert war, weiß, dass damit Herr W. N. aus K. damit immer sehr oft ein bestimmtes Lied ankündigt:


Anna.



Und so kam es, dass ich genau jenes BAP-Lied als Ohrwurm hatte, während ich mein erstes Anna-Dress von By Hand London nähte.  Im Wikipedia-Artikel zum Album steht übrigens, dass es die Vielschichtigkeit der Frauen besingt. Naja. Klingt für mich eigentlich eher so, als sei dem männlichen Protagonisten die besagte Anna zu anstrengend und kompliziert. Veröffentlicht wurde die Platte übrigens 1980 - da war ich zwar schon nicht mehr flüssig aber auf der Welt war ich auch noch nicht. Aber da meine Ma früher ganz großer BAP-Fan war (inzwischen ist die Liebe nur noch so lauwarm), lief meine halbe Kindheit über genau diese Musik - meistens auch noch sehr laut - im Hintergrund. (Aber von irgendwo muss ich die Vorliebe für laute Rockmusik ja haben...) Und wie das so ist im Leben: Man liebt was man kennt. Wenn ich BAP als Kind ganz furchtbar fand, inzwischen mag ich zumindest die Sachen aus den 80ern sehr gerne...

Accessoirewechsel...


Anders als die besungene Anna ist das Kleid von By Hand London überhaupt nicht kompliziert. Zumindest war es für mich mal eine sehr positive Überraschung, dass die Rückenweite auf Anhieb passte und ich nicht wie üblich verschmälern musste. Noch nicht mal die standardmäßige Hohlkreuzanpassung war notwendig. Yay! \0/ Wobei: Wenn ich mir die Bilder so ansehe, könnte ein bisschen was an Länge doch noch weg. So 1-1,5 cm am rückwärtigen Oberteil.

Oben muss noch Haken & Öse rein...

Für eine bessere Passform im Armbereich habe ich ein Forward-Should-Adjustment gemacht, was bei den angeschnittenen Ärmeln mit ein wenig Trial-and-Error verbunden war. Ansonsten habe ich etwa 7 cm unterhalb der Taillennaht auf die nächste Größe gradiert. Und siehe da: Wäre noch nicht mal notwendig gewesen. Zumindest nicht in Bauchnabelhöhe. Das werde ich bei der nächsten Version (die es definitiv geben wird!) noch korrigieren.

Da mein Brustpunkt üblicherweise 2 cm tiefer liegt, habe ich die Falten am Oberteil einfach nicht ganz 2 cm kürzer genäht. An der Rocklänge habe ich etwa 7 cm ab Saum gekürzt. Ich bin übrigens 1,72 groß. Nur mal so als Anhaltspunkt.



Ich liebe dieses Kleid! Und obwohl es schwarz ist, ist es für mich ein typisches, wenn nicht gar DAS ULTIMATIVE Sommerkleid. Das liegt vermutlich aber auch daran, dass ich mit 17, 18 ein schwarzes bodenlanges Kleid mit Spaghettiträgern hatte, dass ich zwei Sommer lang heiß und innig liebte. Süße Jugend, du. Nostalgie pur. Naja gut, es hatte den Nachteil der Spaghetti-Träger und da ich meine Arme noch nie leiden konnte, trug ich immer eine schwarze Bluse drüber. Deshalb: Ein Hoch auf das Selbernähen und allseits bedeckte Oberarme! :D Und wenn es abends abkühlt passt auch das Chloé-Jäckchen sehr gut dazu...




Fehlt jetzt ja eigentlich nur noch der passende Sommer dazu...der ist anders als Anna dann doch ein wenig kompliziert und zickig. glücklicherweise war es pünktlich zum Weinfest bei uns im Ort fertig und die Temperaturen auch gleich so heiß, dass Anna und ich ein Date bei Riesling und guter Gesellschaft hatten.


More to come. Stoff ist da:








16. Juni 2015

Spring Style Along - Finale? Gedanken einer Borg-Königin...

Tja, Finale verpasst.  Bis letzten Sonntag war die Verlinkung beim Finale des Spring Style Along noch möglich. Und wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist es für viele noch lange nicht zu Ende. Sei es, weil die Zeit nicht gereicht hat oder die Idee so gefiel, dass man weiter konkrete Pläne fasst.

Ich habe lange überlegt, was ich zu meinem persönlichen Finale schreiben soll und welches Fazit ich daraus ziehen kann - zu lange offensichtlich. Ich habe auf jeden Fall einige Erkenntnisse über mich, meine Art zu Ticken und meinen Körper gesammelt...wobei ich manches zu meinem Wesen ja auch schon vorher wusste. Manchmal braucht man wohl sowas, wie einen kleinen Reminder...

  • Ich bin einfach kein Along-Typ. Feste Termine, an denen ich Bloggen muss - zumal wöchentlich - da setze ich mich selbst unnötig unter Druck. Wenn ich nichts zu zeigen oder sagen habe, sollte ich es einfach bleiben lassen.
  • Ich empfand meine Hosen-Odyssee als öffentliches Scheitern. Und das mag ich nicht. Ich zeige lieber die Dinge, die mir richtig gut gelungen sind.
  • Ich nähe, weil ich die perfekte Passform suche. Mit den Hosen habe ich mich da ein wenig vergaloppiert, bei anderen Körperteilen gelingt es mir wesentlich besser. Jüngste Erkenntnis: Ich brauche ein Forward-Shoulder-Adjustment.
  • Ich bin halt ein typischer Wassermann. Ich brauche meine Freiheit und feste Pläne sind dazu da, um sie über den Haufen zu werfen. Da bin ich beim Nähen einfach sehr impulsgesteuert. Aber beim Kochen gehe ich auch nur bedingt nach Rezept vor. Ich spiele mit den Zutaten, kombiniere wild einzelne Komponenten verschiedener Rezepte und entscheide situativ, was gerade das beste ist. Und so halte ich es auch meist mit meinen Nähplänen. Und das ist auch gut so. 

Ich weiß eigentlich intuitiv, welches Key-Piece meiner Garderobe gerade fehlt und setze es spontan um. Gerade deshalb nähe ich - weil ich so unabhängig vom Angebot der Modeindustrie bin.

Ich würde außerdem so weit gehen zu behaupten, dass DAS mein Stil ist: Ich bin immer gut angezogen, sehe jeden Tag anders aus, und das nicht zuletzt, weil ich mich jeden Tag unterschiedlich schminke. Pfauen-Feder-Smokey-Eyes in irisierend Grün-Blau ins Büro? Am nächsten Tag 'nude eyes and bright lipstick'? Why not! Wenn's ein Tag ist, wo ich lieber die Decke über den Kopf ziehen will, dann eben das 100% Fail-proof Outfit, mit dem ich garantiert nicht auffalle. An starken Tagen gerne experimentierfreudig mit Krawatte oder Fliege. Ich bin in meiner Persönlichkeit mehr als eine und meine Kleidung bringt das eben auch zum Ausdruck. Wie fragte Alex zu ihren Gedanke zum eigenen Stil  gestern auf Twitter so schön: Wer bin ich, und wenn ja: Wie viele? Für mich weiß ich: "Ich bin die eine, die viele ist." Wenn auch nicht gleich die Borg-Königin...(Wobei: hätte was! So ein Kollektiv Drohnen um einen rum, die alles machen, was ich nur DENKE?! :D)

Und so sind zu guter Letzt noch zwei schnelle, kleine, leichte Blusen entstanden. Der Bedarf nach luftigen Oberteilen bei den ganz heißen Temperaturen ist erst mal gedeckt. Jetzt können wir wieder mit mehr Spaß an die Sache gehen.



Und das geht grad ab im Nähzimmer:

  • Ich bin fast fertig mit der Culotte. Lediglich Bund, Gürtelschlaufen und Saum fehlen noch. Mir gefällt sie sehr, wenn auch ungewohnt. 
  • Ich habe ein bodenlanges Anna-Dress in sommerlichem Schwarz genäht und bin schwer verliebt. Dazu aber demnächst mehr. Es fehlen noch Tragefotos. Und eines in bunt soll auch noch folgen...
  • Die beige Bluse hängt immer noch auf der Puppe. Es wird ganz bestimmt eine tolle Bluse. Aber dieses Haben-Muss-Mein-Schaaaatzzz-Gefühl fehlt gerade noch. 
  • Ich habe eine angefangenes Sommerkleid vom letzten Jahr wieder entdeckt, dass eigentlich in 1-2 Stunden fertig gestellt sein sollte. Es passt sogar noch und gefällt mir wider Erwarten echt gut. (Sonst hätte es ja nicht so lange bis zur Fertigstellung gebraucht...)
  • Vorher brauche ich aber noch zwei Oberteile für einen Business-Wochenende. Eine Bluse (allerdings mit Ärmeln) und ein Jersey-Shirt, beides in Off-White. Stoffe sind da.

Hey. Ho. Let's go!





2. Juni 2015

Selbst ist die Frau...Text ohne Bild.

Alles klar. Vergesst alles, was ich bislang zum Thema Hosen geschrieben habe. Ich. Habe. Keine. Ahnung.

Keine der Änderungen, die sich im Probeteil gut anließen, war dann beim richtigen Stoff von Erfolg gekrönt. Um die Ausgangssituation mal etwas zu vereinfachen, habe ich mich entschlossen, einen Hosengrundschnitt selbst zu konstruieren. Und dann schauen wir weiter. Ich melde mich voraussichtlich diese Woche noch bei der Hessischen Landesbibliothek an und leihe über die Fernleihe ein paar Bücher (Hofenbitzer, Müller & Sohn) zum Thema Schnittkonstruktion aus. So!

Ach ja, ich habe am Wochenende interessehalber mal einen Ottobre-Schnitt genäht. So schlecht saß mit Abstand wirklich noch keine Hose! Eine Knip-Hose werde ich noch ausprobieren. Und ich habe einen Burda-Plusschnitt in 46 getestet. Die ist halt insgesamt eher weit geraten, vor allem an Bauch und Taille (immerhin etwas!). Birne halt. Aber mir der Korrektur von Sewing Galaxy (also dem Auslassen der hinteren Mitte und dem Aufrechtstellen der Mittelnaht) eigentlich recht annehmbar.

Ich nähe jetzt erst mal todesmutig eine Culotte. Und halte erst mal die Klappe, wenn's um richtige Hosen geht. Solange, bis ich mal wirklich was vorzuweisen habe.

Und ein paar Sommerblusen muss ich in der Zwischenzeit auch noch nähen. Diesen Schnitt habe ich heute Morgen vor der Arbeit noch abgepaust. Und die Afternoon-Blouse (muss ja schnell gehen! Soll ja diese Woche noch heiß werden...stöhn!) könnte ich eigentlich auch noch mal probieren. Diesmal aber nicht aus rutschigstem Crêpe und vor allem nicht in einer Farbe, die mich wie OP-Personal aussehen lässt...

Bei Yuki habe ich gestern übrigens die letzten Maschen abgekettet und angefangen die Fäden zu vernähen. Vielleicht wird das ja noch was bis Sonntag zum SSA-Finale...?! Was für ein Glück habe ich inzwischen keine (Motivations-) Probleme mehr mit dem Zusammennähen von Strickteilen...



28. Mai 2015

Spring Style Along: Being on the Needle III

Also ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das Sinn macht hier noch weiter am SSA teilzunehmen, denn wirklich viel vorzuweisen habe ich bislang nicht:
  • 3 schlecht sitzende Hosen
  • eine halb-schlecht sitzende Hose
  • 1 Bluse
Fehlen also "nur" noch
  • 1 Culotte
  • 1 navy-blaue Hause in 7/8-Länge
  • 1 cremefarbene Bluse
Das Klassenziel also nur zu 25 % erreicht. Na super. Außerdem habe ich festgestellt, dass mich so ein Sew- oder diesem Fall Style-Along einfach mental nur stresst. Motiviert bin ich eigentlich immer, das muss ein Sew-Along also gar nicht leisten. Und bei meinen Passformproblemen konnte/kann mir ja letztlich auch keiner helfen.  Ich schaffe es nur am Wochenende zu nähen und wenn ich meine Pläne nicht erreiche, bin ich gefrustet. Massiv. Das braucht kein Mensch und der liebe Herr Galoppo am Allerwenigsten. Weshalb ich mich erst mal auf absehbare Zeit von der Teilnahme an 'Alongs' jeglicher Art fernhalten werde... 

Ach ja: Etwas kann ich dann aber doch vorweisen:  Den Durchbruch beim Hosen anpassen!

Echt jetzt. Letzte Woche hatte ich immerhin schon mal sehr richtig festgestellt, dass es ein Ungleichgewicht zwischen der hinteren Mitte und der Seitenlänge beim hinteren Hosenbein gibt. Die hintere Mitte ist zu lang. Oder aber die Seitennaht zu kurz, wie man's nimmt. Mein Versuch, das durch eine Anpassung der hohen Hüfte auszugleichen, d.h. die Seitennaht im Bereich ca. 10 cm unterhalb des Bundansatzes durch einen keilförmigen Einschub zu verlängern, brachte keinen Erfolg.

Stattdessen habe ich noch einen weiteren Mangel entdeckt, nämlich dass die Seitennaht meiner Hosen - gekaufte wie genähte - im Bereich der Wade nach hinten gezogen werden. Auch das noch!

Folgende Mängel gilt/galt es also auszugleichen:
  • die Schrittkurve sitzt zu weit oben, vorne aber fast zu weit unten (= 'baggyness in the front crotch')
  • Falten direkt unterhalb des Pos, die durch eine 'Flat  Seat Adjustment' nicht behoben werden können (rot eingekreist)
  • Seitennaht im Verhältnis zur hinteren Mitte zu kurz, daraus ergeben sich diagonale Falten von der Seitennaht nach innen oberhalb und ich Richtung des Schritts (markiert in Pink)
  • 'large inner thighs' und nach innen einknickende Knie, die zu diagonal nach außen verlaufenden Zugfalten von der Innenbeinnaht ab dem Kniebereich führen (markiert in rot)
  • an der vorderen Hose zu viel Stoff unterhalb des Schritts
  • Anpassung für die Wade 




(Notiz an mich: andere Slips kaufen...)

Tolle Bilanz. Führte dann auch erst mal zu doppelt mieser Laune, da ich ja offensichtlich nur schief gebaut bin. Nennt mich Quasimodo! -.-

Die Innenseite der Oberschenkel und die leichten X-Beine konnte ich durch das Verschieben des Beins um 1,5 cm nach Innen ab Kniehöhe nur teilweise beheben. Passenderweise traf genau danach meine Ausgabe von "Hosen die gut sitzen" ein, und da stand, dass das Bein um bis zu 4 cm nach innen geschoben werden kann. 3 cm waren dann ein guter Wert und immerhin diese Falten schon mal weg. Hooray!

Die Falten unterhalb des Popos und die Schrägzüge oberhalb waren aber immer noch da.
Bei einer Schnittbesprechung von Mad for Mod zur Colette-Clover hatte ich absolut zufällig einen Link von Julia (Sewing Galaxy) gefunden. Ich kann kein Russisch, die Google-Übersetzung nur Bahnhof-Umsteigen, und um ihr eine E-Mail zu schreiben war ich einfach zu faul. )Immerhin ist der Beitrag von 2012 - keine Ahnung ob das jetzt noch die Empfehlung der ersten Wahl ist.) In totaler Verzweiflung habe ich einfach Pi mal Daumen ca. 7 cm unterhalb des Schritts eingeschnitten und oben ca. 10 cm unterhalb der Hüfte geendet. An Vorder- und Hinterteil habe ich dich Schnittkanten ca. 1,2 cm übereinander geschoben und so keilförmig verlaufend die Länge reduziert. 

Das Ergebnis war dann endlich der Durchbruch:
  • die Falten unterm Po signifikant reduziert
  • die Schrittkurve sitzt deutlich tiefer und endlich fast da wo sie hingehört
  • die diagonalen Falten sind weg
  • gerade nach unten verlaufende Seitennaht
  • die Bügelfalte vorn fällt gerade über das Knie zum Knöchel
  • aber: an der vorderen Hose zeigt sich jetzt ein leichter Katzenbart...
Hinten habe ich das Gefühl kann ich durchaus mehr wegnehmen als vorne. Das heißt hinten würde ich jetzt noch mal 1 cm weiter überlappen und dafür am vorderen Hosenteil wieder 0,3 cm zugeben.

Dann müsste es eigentlich soweit passen. Captain Krummbein, aye! Segel setzen, hart Steuerbord Richtung Ultimately Fitting Pant Island...

20. Mai 2015

MMM am 20. Mai 2015 - Look at my fucking red trousers!

Look at my fucking red trousers! :D

Heute bin ich endlich mal wieder beim MeMadeMittwoch dabei. Wie schaffen das andere nur, jeden Tag für den MeMadeMay ein Foto zustande zu bringen?! Mit Stativ und Fotofernbedienung wäre es vielleicht auch bei mir machbar. Aber irgendwie bin ich auch sehr foto-unlustig in den letzten Monaten. Am Sonntag sind allerdings ganz brauchbare entstanden, als wir uns gegen Abend noch mal auf den Weg in Richtung Schwarzes Häuschen gemacht haben.

Ausgeführt habe ich meine neue Hose und meine neue Bluse, die im Rahmen des Spring Style Alongs - organisiert von Mamamachtsachen und Marja Katz - entstanden sind.

Die Schuhe passen nur suboptimal aber auf Weinbergswegen geht Bequemlichkeit vor Schönheit


Die Bluse ist Burda 130 aus Ausgabe 5/2014. Sie trägt sich wirklich angenehm und man muss erstaunlich wenig dran rumzuppeln. Hier noch ein paar Detailaufnahmen, a.k.a. "pattern matching porn". Dafür habe ich aber auch jedes Teil einzeln zugeschnitten:



Die Hose ist Burda 109 aus Ausgabe 9/2014:




Die sehr gelungenen Einsätze, in denen sich die Abnäher verstecken, sieht man leider nicht. Mehr zu Entstehungs- und Anpassungsgeschichte der Hose findet ihr hier. Mit Taschenbeuteln aus Blumenstoff <3:



Der Stoff ist ein leicht elastischer Baumwollköper, den ich mal als Stoffcoupon bei K*rstadt migenommen hatte. Er wirkte eher unscheinbar aber jetzt verarbeitet stelle ich fest, dass er eine ganz tolle Haptik und Stabilität hat. Da muss ich wohl noch mal nach anderen Farben Ausschau halten.

Das Schwarze Häuschen ist ürbigens ein Weinprobierstand auf dem Gelände des hessischen Staatsweinguts in der Nähe von Kloster Eberbach. Neben Wein der Staatsdomäne gibt's da auch Kleinigkeiten zum Essen. Wir wollten aber einfach nur ein Weinchen trinken und die herrliche Aussicht über den Rheingau genießen:




Praktischerweise sind wir von unserer Wohnung aus in einer knappen halben Stunde dort hin spaziert...Leben, wo andere Urlaub machen - herrlich! (Und da muss erst ein Bremer auftauchen, um mir das alles zu zeigen...was war ich nur für eine Banausin...;)