2. September 2015

Bigamie

Ups, ein ganzer Monat ohne Post. Dabei hatte ich doch einiges an Futter. Zumindest hätte ich einige nette Projekte zum Präsentieren gehabt, aber irgendwie fehlte die rechte Lust Bilder zu machen...

Was ich unter anderem unbedingt noch zeigen wollte, ist die zweite Anna, die ich Anfang Juli anlässlich des Sektfests - dem schönsten Weinfest im ganzen Rheingau - an einem freien Freitag zugeschnitten und genäht habe. Quick and dirty clean - so mag ich das!

Und dann war es eigentlich auch im Dauereinsatz. Und es ist so schön und die Liebe so groß und so sollten eigentlich auch die Fotos gebührend inszeniert sein. Aber bevor ich es gar nicht mehr zeigen kann - der Sommer ist ja jetzt so gut wie vorbei - hier noch ein einziges Foto:



Ich auf dem Weg mit Captain Riesling zur Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden. By the way: Auch ein sehr schönes Weinfest, das die Möglichkeit bietet, an einem Abend Weine der unterschiedlichsten Weingüter des ganzen Rheingaus durchzutesten. Hicks!

Der Stoff ist ein 100 %iges-Polyestertierchen, dass sich nur mit Weichspüler bändigen lässt. Benutze ich normalerweise kategorisch nie, aber um zu verhindern, dass Anna sich statisch auflädt und an mir klebt, darf das dann schon mal sein. Der Stoff ist nämlich herrlich leicht und trägt sich wie ein Hauch von nichts. Perfekt für Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke. Nach oben, natürlich.

Anna ist wirklich die ganz große Liebe und ich freue mich schon auf den nächsten Sommer mit ihr. Nach Neu England zum beginnenden Indian Summer wird sie mich sicherheitshalber begleiten. Ob beim MMM heute wohl schon die ersten Herbst-Teile zu sehen sein werden?! Frau Bunte Kleider begeistert mich dort massiv mit einem Leo-Kleid. Ich hab' nämlich unlängst 3 (drei!) Stoffe mit Leo-Prints gekauft,( u. a. für eine kurze Anna mit V-Ausschnitt). Wittere ich da wohle einen neuen Trend? Der neue geile Scheiß? Ich bin gespannt...

1. September 2015

+++ Eilmeldung: Namensänderung für Flexo Galoppo +++

Also irgendwie finde ich den Namen ja schon länger doof. Und eigentlich war der Name ja auch eine ziemlich Schnapsidee, die mein Lieblingsmensch an einem Sonntagmorgen beim Lesen der FAZ hatte. Und da ich ja die Königin in meinem eigenen Reich bin, heißt Flexo Galoppo jetzt zukünftig einfach wieder Captain Riesling. Aus Raider wird Twix, sonst ändert sich nix!



29. Juli 2015

MMM am 29. Juli - Ich packe meinen Koffer...

Heute ist der letzte MMM vor der Sommerpause und traditionell zeigen wir dann unsere Urlaubsgarderobe. Wiebke zeigt heute dort heute auch ihren neuen Jumpsuit...ob mich mein Jumpsuit begleiten wird? Aber ganz bestimmt!


Wobei wir ja nicht den klassischen Sommerurlaub machen, sondern meist im September/Oktober wegfahren. Meistens irgendwo ins Warme zum Wandern. Madeira, La Palma und Südfrankreich waren da bislang unsere Reiseziele. Auch mal nach Südtirol, aber da riskiert man ja immer schon einen Wintereinbruch im Oktober.

Dieses Jahr fahren wir im September für zwei Wochen nach USA bzw. Kanada und machen eine kleinen Roadtrip von Boston aus rund um Neuengland bis hoch nach Montreal. Zwischenstopps machen wir in zwei Nationalparks, wo wir dann auch wandern gehen. Von den Temperaturen sollte mein Jumpsuit eigentlich genau passen und da er bequem und schick zugleich ist, passt er eigentlich perfekt. In Boston war ich auch schon mal und ich freu' mich gerade wie bekloppt!

Die Idee, einen Jumpsuit zu nähen, hatte ich irgendwann im Mai. Ich war zu Recherchezwecken beim rot-weißen Klamotten-Schweden und habe einen Jumpsuit und ein Maxikleid anprobiert und beides gefiel mir ausgenommen gut. Außer, dass beide ärmellos waren und der Jumpsuit im Schritt natürlich nicht gut saß.

Fehlte nur noch der richtige Stoff. Schön fließend sollte er sein. Bei einer Stoffbestellung bei Stoffe.de stieß ich im Sale-Bereich auf ein Stöffchen, das ich auf gut Glück und ohne konkrete Vorstellung einfach mal mitbestellt hatte. Bei 3 Euro pro Meter ist das durchaus möglich und so habe ich die letzten 3,3 m kurzerhand mitbestellt. Und als er ankam, war sofort klar, dass das ein Jumpsuit wird...

Der Stoff ist soo toll! Herrlich fließend, ganz weich und leicht changierend,  eine herrliche Un-Farbe, die sich sehr wandelbar zeigt und mit vielen Farben kombinierbar ist und: 100 % Viskose. Nach Lucy's Beitrag zur Verarbeitung von Viskose hatte ich ja schon ordentlich Bammel, aber die Angst war zum Glück völlig unbegründet: meine Viskose ist sehr formstabil und ließ sich verarbeiten wie Butter!

Genäht habe ich Modell 130 aus Burda 9/2011. Nach dem ersten Probemodell war klar, dass ich das Oberteil kürzen muss. Stolze 4,5 cm habe ich rausgenommen. Da ich auch normalerweise immer den Rücken noch verschmälern muss, habe ich den gleich eine Nummer kleiner zugeschnitten. Und im oberen Rücken noch 1,5 Zentimeter Länge für den runden Rücken zugefügt. Das habe ich so gemacht, wie im Burda-Buch beschrieben und zwei Abnäher im Schulterbereich in die rückwertige Passe eingebaut, da ich ja keine Mittelnaht habe und es sonst Probleme mit der mittleren Falte im Rückenteil gegeben hätte. Mit der Anleitung hatte ich keinerlei Probleme, die fand ich eigentlich sehr verständlich. Auf Aufschläge an Beinen und Ärmeln habe ich verzichtet, denn der Krempel-Look gefällt mir bei meinem Stoff viel besser.



Der Schnitt geht übrigens nur bis 42. Innere Beinnähte und die hintere Mitte habe ich auf 46 vergrößert, die äußeren Nähte liegen - wie bei der Culotte - irgendwo zwischen 42 und 44. Könnte das womöglich der Schlüssel zum Hosen-Erfolg sein...?

Als ich den Jumpsuit das erste Mal probehalber vor dem Einnähen des RV angezogen habe, fing Herr Galoppo an zu lachen und fragte, was ich denn da für einen lustigen Schlafanzug anhabe. Kaum hatte ich Pumps dazu an, sah es gleich ganz anders aus. Ein Jumpsuit steht und fällt mit den Accessoires. Eine Einschätzung, die Minerva's auf Twitter gleich teilte.

Auf die richtigen Accessoires kommt es an...sonst wird aus Jumpsuit schnell Strampelsuit

Durch den Bund auf Hüfthöhe kann ich bei meinem Modell übrigens keinen Gürtel dazu tragen. Finde ich zumindest. Der müsste nämlich auf der Hüfte sitzen, was bei mir einfach nicht gut aussieht. Und ein Gürtel in der Taille sieht einfach bescheiden aus, wenn es einen Hüftbund gibt...

Mit pinkem Nagellack...

Ich war ja ein wenig zwiegespalten, ob es denn tatsächlich so gut zu mir passt. Schließlich gibt es Kleidungsstücke, die einen - nun ja - wesentlich schlankeren Fuß machen. Und dann begegnete ich einer Kollegin auf der Toilette, die sich vor lauter Begeisterung kaum noch eingekriegt hat. Dazu sei gesagt, dass sie selbst immer unheimlich toll angezogen ist und normalerweise eher von der zurückhaltenden Art...


Und wie trägt sich so ein Jumpsuit jetzt?
  • So vom reinen Tragen: unheimlich bequem! Da engt nichts ein oder muss dauernd zurecht gezuppelt werden. Der Schlafanzug für die Arbeit und offizielle Anlässe
  • Wenn man auf Toilette muss, dann sollte man nicht warten, bis zur allerletzten Minute. Man muss sich zumindest bei diesem Modell schon ein bisschen raus- und reinschlängeln.
  • Ich muss ja aufgrund des tiefen und offenen Ausschnitts ja zwingend was drunterziehen. Also dieses total-nackig-Gefühl auf der Toilette habe ich jetzt nicht. Aber: Auf der dreckigen Bahnhofstoilette wollte ich den jetzt nicht ausziehen. Das hängt ja dann alles so halb auf dem Boden rum. Ich stelle es mir auf jeden Fall sehr schwer vor, das oben zu halten, wenn man gleichzeitig in der Hocke...ich denke, ihr versteht was ich meine....uaaah! *schauder*
  • Wenn es stürmisch wird draußen, dann hat man ganz schnell Probleme, vorwärts zu kommen. Aber ist ja auch kein Wunder, ein Jumpsuit soll ja auch möglichst viel Luftwiderstand erzeugen. Und man steht sehr schnell, sehr freizügig dar, wenn der Ausschnitt aufgeweht wird.
  • Ich habe die 80er Jahre ja im Kindesalter erlebt, fühle mich aber ein bisschen Retro.
Das nenn' ich geräumig...


"Das sieht ja aus, wie David Bowie!" War zumindest Herr Galoppos spontaner Ausruf bei dieser Pose. Und in der Tat, eine gewisse Ähnlichkeit zu seinem Auftritt in 'Dancing in the streets' ist nicht von der Hand zu weisen... Leider mag ich das Lied nicht sonderlich. Das liegt aber ausschließlich an Mick Jagger, den finde ich nämlich echt ätzend. *nochmalschauder* Guckt euch mal das Video ohne Ton an. Abspacken deluxe. David Bowie mag ich aber sehr, sehr gern!

3 + 2 = 5. Ich kann nicht nur dämliche Grimassen schneiden, sondern auch rechnen! :)

Also nach Neu-England wird er mich sicherlich begleiten. Also der Jumpsuit, nicht David Bowie. Ich stelle mir schon vor, wie ich ihn zum Abendessen in Boston im Elephant Walk trage. Mit kleiner Clutch... mmmhhh... Vorher muss ich aber eine Wanderhose nähen. Stoffproben von Extremtextil sind schon da und Stoff wird in den nächsten Tagen bestellt...wünscht mir Glück - und gute Nerven!
 

22. Juli 2015

MeMadeMittwoch im Keith-Haring-Ufo

Fotos diesmal von der Kollegin und nicht Herrn Galoppo


Nicht heute am MeMadeMittwoch, sondern gestern schon trug ich eines meiner neuen Kleider. Ja, richtig gelesen: Kleider. Plural! Mit dem Bloggen komme ich einfach nicht hinterher. Zumal mein Fotograf fast 9 Tage nicht da war und ich meine zweite Anna und auch das Odeeh-Designerschnitt-Ensemble ganz besonders schön in Szene setzen möchte...

Wenn ich mein Outfit von gestern so betrachte, stelle ich fest, dass es sich doch lohnt, ein UFO* irgendwann fertig zu nähen. Das Kleid, dass ich heute trage, war das letzte Sommerkleid, der Saison 2014, das ich vor dem Provence-Urlaub b.o. (b.o. = before overlock)  in der ersten Septemberhälfte nicht mehr fertig stellen konnte und danach war es mir das Wetter einfach schon zu herbstlich. Oberkleid und Futterkleid waren beide genäht, blieben aber erst mal unverstürzt. Auch die Ärmel waren schon fast fertig. Und so hing es da über Herbst, Winter und das komplette Frühjahr, da ich glaubte, es würde mir eh nicht mehr passen (räusper). Es hing nicht mal mehr an der Puppe sondern sehr stiefmütterlich auf einem Bügel an der Tür. Und dann zog ich es vor etwa vier Wochen noch mal an und siehe da:  Passt und gefällt wieder ausgesprochen gut. Fertig genäht war es dann in zwei knapp Stunden. Und jetzt heimse ich Komplimente ohne Ende ein. So geht Nähnerdglück!



Es handelt sich bei dem Kleid um ein so genanntes Frankenpattern. An das Oberteil von Kleid 110 aus Burda Style 3/2013 habe ich das Unterteil von Kleid 126 aus 5/2013 gebastelt. Letzteres war Liebe auf den ersten Blick - schade nur, dass es keine Ärmel hat. Das ist dann bei mir leider das totale No-Go. Ärmel rulen aber sowas von! Beim nächsten Mal würde ich aber zugunsten der Falten im Oberteil mal schauen, dass ich da irgendwie Ärmel drangebastelt bekomme oder versuchen, die Falten (statt Abnäher) ins Oberteil zu kriegen. Aber wie gesagt, ich bin auch so sehr glücklich mit dem Kleid. Die Falten im Rockteil gehen im Muster leider ziemlich unter. Aber die tulpige Form hat es mir wirklich angetan.


Passt außerdem prima zu meinen heißgeliebten Schuhen in Fuchsia!


Der Stoff ist ein stretchiger und etwas festerer Baumwollstoff, den ich im April 2014 als Coupon auf dem holländischen Stoffmarkt gekauft hatte. Waren etwas um die 2m und es reichte sogar, um die Ärmel noch ein zweites Mal zuzuschneiden.



Da das mein erstes Mal mit Musterstoff war, dachte ich, ich mache es mir etwas einfacher, wenn ich in der hinteren Mitte einen schwarzen Streifen anbaue und den dann aus Design-Gründen am Rocksaum wieder aufgreife. Wenn ich mir die Seitennähte so anschaue, stelle ich fest, dass ich mir um das Muster gar keinen Kopf hätte machen müssen. Aber so finde ich die schwarze Saumblende einfach sehr schick und bin froh, dass ich mir die Mühe gemacht habe.

Pinkes Futter mit schwarzem Rollsaum - dank Overlock inzwischen super sauber gearbeitet!


Und da mich das Muster und die Farbkomposition ein wenig an die Schwarz-Weiß-Motive von Keith Haring erinnern, ist es für mich das Keith-Haring-Kleid. Jedes Kind braucht einen Namen!



Gebt ihr euren Kleidern eigentlich Namen?


(für Herrn Galoppo und alle Nicht-Nähnerd-Leser: UFO = Unfertiges Objekt)

24. Juni 2015

Vive la culotte - vive la révolution!



Ich kann mir ja nicht helfen, aber bei "Culotte", dem neudeutschen Wort für Hosenrock, muss ich immer an die Sansculotten der französischen Revolution denken. Und jetzt habe ich auch endlich welche. Vom Kleinbürger zum Culotte-Träger - gehöre ich damit jetzt zum Establishment?!

So oder so oder so, wie Bosse sagen würde, ich habe jetzt endlich eine Culotte. Und ich liebe sie! Sie lässt sich nur leider nicht so gut fotografieren. Die Fotos werden ihr jedenfalls nicht gerecht...



Genäht habe ich Modell 120 aus Burda 5/2014.

Ein paar Modifikationen habe ich aber vorgenommen. So habe ich die Faltenböden in die entgegengesetzte Richtung, d. h. in Richtung Seitennaht, gelegt. Die Nahttaschen hatte ich eingenäht, musste aber feststellen, dass sie unschön auftrugen - verstärkt sicherlich noch durch die Falte, die da eigentlich nicht hingehört. ich sollte doch dabei bleiben, die Taschenbeutel aus Futterstoff zuzuschneiden. So habe sie schweren Herzens wieder rausgetrennt und hatte dann keine Lust mehr auf Taschen...

Auch auf die Aufschläge unten habe ich verzichtet. Dafür war der Stoff dann zu steif und das Hosenbein stand einfach blöd ab.

Der Schnitt geht ursprünglich nur bis Größe 44. Ich hatte ausgehend von meinen Hüftmaßen auf eine 46 gradiert, um schlussendlich an den Seitennähten wieder gute 2,5 cm abzunähen. Womit ich wieder bei 42 gelandet bin. Versteh' das mal einer...

Der Stoff ist ein Anzugstoff, eine  Wolle-Baumwollmischung, die es bei K*rstadt im Sale für sagenhafte 4,50 Euro pro Meter gab. Nachdem ich den Stoff angetestet hatte, musste ich spontan noch die letzten 3 Meter hamstern. 2 Meter sind noch da und jetzt überlege ich, was ich daraus besonderes nähen könnte...  Er ist sehr schön leicht, fällt aber schwer, ist leicht stretchig und hat einen unheimlich tollen, edlen Glanz. Eigentlich ist er prädestiniert für einen Blazer oder eine Anzughose. But this is another story for another time...



Die Culotte erinnert mich sehr an die Bermuda, die Julia Roberts in Pretty Woman gegen Ende kurz vor'm Verlassen von Edward's Penthouse trägt.* Pretty Woman war aber bekleidungstechnisch eh ganz groß!

Ich liiiiiiebe dieses Outfit! Kennt ihr das? Ihr näht ein Kleidungsstück und habt schon ganz bestimmte Kombi-Partner im Kopf? (In diesem Fall die blau-weiße Tupfenbluse). Und dann zieht ihr das Teil zum ersten Mal an und beim Blick in den Kleiderschrank springt euch ein ganz anderes Kleidungsstück entgegen, das ihr so überhaupt nicht auf dem Radar hattet? I love when that happens! :)

Herr Galoppo meinte beim Fotografieren, dass das ja das perfekte Outfit für die Kieler Woche sei, die gerade gestartet ist. So werde ich also definitiv im August - so dass Wetter mitspielt - auf der Sail in Bremerhaven auflaufen. Mit Bluse und Pumps darf sie aber nächstes Wochenende erst mal mit zum Businesstermin. Ein echtes Multitalent!



Und so reagiere ich, wenn Herr Galoppo bei den Foto-Outtakes das Lachen anfängt. Mich zu ärgern und aufzuziehen ist eines seiner liebsten Hobbies, glaube ich...




Ich guck' heute Abend in Ruhe mal durch, in welchen hinreißenden Outfits die anderen Teilnehmerinnen beim MeMadeMittwoch den Alltag bestreiten. Frau Nahtzugabe zeigt dort heute unter anderem einen Rock, dessen Stoff bei mir gerade akute Haben-Will-Gefühle auslöst.

Und ihr so? :)

* Die Szene, wo der schmierige Stuckey sich an sie ranmacht und wie aus dem Nichts ein Bein im Bild auftaucht und Edward ihn ordentlich vermöbelt. Meine Ma, meine Schwester und ich haben diese Einstellung früher besonders geliebt...

21. Juni 2015

"Frauenname mit vier Buchstaben"




Wer in seinem Leben - wie ich - schon einmal (oder auch zweimal oder dreimal) auf einem BAP-Konzert war, weiß, dass damit Herr W. N. aus K. damit immer sehr oft ein bestimmtes Lied ankündigt:


Anna.



Und so kam es, dass ich genau jenes BAP-Lied als Ohrwurm hatte, während ich mein erstes Anna-Dress von By Hand London nähte.  Im Wikipedia-Artikel zum Album steht übrigens, dass es die Vielschichtigkeit der Frauen besingt. Naja. Klingt für mich eigentlich eher so, als sei dem männlichen Protagonisten die besagte Anna zu anstrengend und kompliziert. Veröffentlicht wurde die Platte übrigens 1980 - da war ich zwar schon nicht mehr flüssig aber auf der Welt war ich auch noch nicht. Aber da meine Ma früher ganz großer BAP-Fan war (inzwischen ist die Liebe nur noch so lauwarm), lief meine halbe Kindheit über genau diese Musik - meistens auch noch sehr laut - im Hintergrund. (Aber von irgendwo muss ich die Vorliebe für laute Rockmusik ja haben...) Und wie das so ist im Leben: Man liebt was man kennt. Wenn ich BAP als Kind ganz furchtbar fand, inzwischen mag ich zumindest die Sachen aus den 80ern sehr gerne...

Accessoirewechsel...


Anders als die besungene Anna ist das Kleid von By Hand London überhaupt nicht kompliziert. Zumindest war es für mich mal eine sehr positive Überraschung, dass die Rückenweite auf Anhieb passte und ich nicht wie üblich verschmälern musste. Noch nicht mal die standardmäßige Hohlkreuzanpassung war notwendig. Yay! \0/ Wobei: Wenn ich mir die Bilder so ansehe, könnte ein bisschen was an Länge doch noch weg. So 1-1,5 cm am rückwärtigen Oberteil.

Oben muss noch Haken & Öse rein...

Für eine bessere Passform im Armbereich habe ich ein Forward-Should-Adjustment gemacht, was bei den angeschnittenen Ärmeln mit ein wenig Trial-and-Error verbunden war. Ansonsten habe ich etwa 7 cm unterhalb der Taillennaht auf die nächste Größe gradiert. Und siehe da: Wäre noch nicht mal notwendig gewesen. Zumindest nicht in Bauchnabelhöhe. Das werde ich bei der nächsten Version (die es definitiv geben wird!) noch korrigieren.

Da mein Brustpunkt üblicherweise 2 cm tiefer liegt, habe ich die Falten am Oberteil einfach nicht ganz 2 cm kürzer genäht. An der Rocklänge habe ich etwa 7 cm ab Saum gekürzt. Ich bin übrigens 1,72 groß. Nur mal so als Anhaltspunkt.



Ich liebe dieses Kleid! Und obwohl es schwarz ist, ist es für mich ein typisches, wenn nicht gar DAS ULTIMATIVE Sommerkleid. Das liegt vermutlich aber auch daran, dass ich mit 17, 18 ein schwarzes bodenlanges Kleid mit Spaghettiträgern hatte, dass ich zwei Sommer lang heiß und innig liebte. Süße Jugend, du. Nostalgie pur. Naja gut, es hatte den Nachteil der Spaghetti-Träger und da ich meine Arme noch nie leiden konnte, trug ich immer eine schwarze Bluse drüber. Deshalb: Ein Hoch auf das Selbernähen und allseits bedeckte Oberarme! :D Und wenn es abends abkühlt passt auch das Chloé-Jäckchen sehr gut dazu...




Fehlt jetzt ja eigentlich nur noch der passende Sommer dazu...der ist anders als Anna dann doch ein wenig kompliziert und zickig. glücklicherweise war es pünktlich zum Weinfest bei uns im Ort fertig und die Temperaturen auch gleich so heiß, dass Anna und ich ein Date bei Riesling und guter Gesellschaft hatten.


More to come. Stoff ist da:








16. Juni 2015

Spring Style Along - Finale? Gedanken einer Borg-Königin...

Tja, Finale verpasst.  Bis letzten Sonntag war die Verlinkung beim Finale des Spring Style Along noch möglich. Und wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist es für viele noch lange nicht zu Ende. Sei es, weil die Zeit nicht gereicht hat oder die Idee so gefiel, dass man weiter konkrete Pläne fasst.

Ich habe lange überlegt, was ich zu meinem persönlichen Finale schreiben soll und welches Fazit ich daraus ziehen kann - zu lange offensichtlich. Ich habe auf jeden Fall einige Erkenntnisse über mich, meine Art zu Ticken und meinen Körper gesammelt...wobei ich manches zu meinem Wesen ja auch schon vorher wusste. Manchmal braucht man wohl sowas, wie einen kleinen Reminder...

  • Ich bin einfach kein Along-Typ. Feste Termine, an denen ich Bloggen muss - zumal wöchentlich - da setze ich mich selbst unnötig unter Druck. Wenn ich nichts zu zeigen oder sagen habe, sollte ich es einfach bleiben lassen.
  • Ich empfand meine Hosen-Odyssee als öffentliches Scheitern. Und das mag ich nicht. Ich zeige lieber die Dinge, die mir richtig gut gelungen sind.
  • Ich nähe, weil ich die perfekte Passform suche. Mit den Hosen habe ich mich da ein wenig vergaloppiert, bei anderen Körperteilen gelingt es mir wesentlich besser. Jüngste Erkenntnis: Ich brauche ein Forward-Shoulder-Adjustment.
  • Ich bin halt ein typischer Wassermann. Ich brauche meine Freiheit und feste Pläne sind dazu da, um sie über den Haufen zu werfen. Da bin ich beim Nähen einfach sehr impulsgesteuert. Aber beim Kochen gehe ich auch nur bedingt nach Rezept vor. Ich spiele mit den Zutaten, kombiniere wild einzelne Komponenten verschiedener Rezepte und entscheide situativ, was gerade das beste ist. Und so halte ich es auch meist mit meinen Nähplänen. Und das ist auch gut so. 

Ich weiß eigentlich intuitiv, welches Key-Piece meiner Garderobe gerade fehlt und setze es spontan um. Gerade deshalb nähe ich - weil ich so unabhängig vom Angebot der Modeindustrie bin.

Ich würde außerdem so weit gehen zu behaupten, dass DAS mein Stil ist: Ich bin immer gut angezogen, sehe jeden Tag anders aus, und das nicht zuletzt, weil ich mich jeden Tag unterschiedlich schminke. Pfauen-Feder-Smokey-Eyes in irisierend Grün-Blau ins Büro? Am nächsten Tag 'nude eyes and bright lipstick'? Why not! Wenn's ein Tag ist, wo ich lieber die Decke über den Kopf ziehen will, dann eben das 100% Fail-proof Outfit, mit dem ich garantiert nicht auffalle. An starken Tagen gerne experimentierfreudig mit Krawatte oder Fliege. Ich bin in meiner Persönlichkeit mehr als eine und meine Kleidung bringt das eben auch zum Ausdruck. Wie fragte Alex zu ihren Gedanke zum eigenen Stil  gestern auf Twitter so schön: Wer bin ich, und wenn ja: Wie viele? Für mich weiß ich: "Ich bin die eine, die viele ist." Wenn auch nicht gleich die Borg-Königin...(Wobei: hätte was! So ein Kollektiv Drohnen um einen rum, die alles machen, was ich nur DENKE?! :D)

Und so sind zu guter Letzt noch zwei schnelle, kleine, leichte Blusen entstanden. Der Bedarf nach luftigen Oberteilen bei den ganz heißen Temperaturen ist erst mal gedeckt. Jetzt können wir wieder mit mehr Spaß an die Sache gehen.



Und das geht grad ab im Nähzimmer:

  • Ich bin fast fertig mit der Culotte. Lediglich Bund, Gürtelschlaufen und Saum fehlen noch. Mir gefällt sie sehr, wenn auch ungewohnt. 
  • Ich habe ein bodenlanges Anna-Dress in sommerlichem Schwarz genäht und bin schwer verliebt. Dazu aber demnächst mehr. Es fehlen noch Tragefotos. Und eines in bunt soll auch noch folgen...
  • Die beige Bluse hängt immer noch auf der Puppe. Es wird ganz bestimmt eine tolle Bluse. Aber dieses Haben-Muss-Mein-Schaaaatzzz-Gefühl fehlt gerade noch. 
  • Ich habe eine angefangenes Sommerkleid vom letzten Jahr wieder entdeckt, dass eigentlich in 1-2 Stunden fertig gestellt sein sollte. Es passt sogar noch und gefällt mir wider Erwarten echt gut. (Sonst hätte es ja nicht so lange bis zur Fertigstellung gebraucht...)
  • Vorher brauche ich aber noch zwei Oberteile für einen Business-Wochenende. Eine Bluse (allerdings mit Ärmeln) und ein Jersey-Shirt, beides in Off-White. Stoffe sind da.

Hey. Ho. Let's go!