31. Januar 2016

Schminken für Newbies Teil 3: Contouring, Highlighting, Rouge

Heute geht es mit dem dritten Teil der Schmink-Serie weiter. Ich wünschte, es ginge schneller, aber Fotos kann ich tageslichtabhängig nur am Wochenende machen. Und das Zusammentragen und Sortieren meiner Gedanken nimmt doch mehr Zeit in Anspruch als erwartet...

Aber jetzt: Wo waren wir stehen geblieben?


Nach der Grundierung ist unser Gesicht bereit für den nächsten Schritt: Contouring, Rouge und Highlighting. Im Grunde genommen handelt es sich um das Spiel mit Licht und Schatten, das unserem Gesicht die Dreidimensionalität zurück gibt, die wir ihm durch die Grundierung etwas genommen haben. Dabei arbeiten wir mit einer etwas dunkleren Farbe, mit der wir einzelne Bereiche etwas zurücktreten lassen können und einem helleren Ton oder Schimmerpuder, das Areale unseres Gesicht optisch hervorhebt. Rouge gibt Frische und Farbe, sofern unser eigenes Wangenrot nicht durch die Foundation hindurch scheint.

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was der Profi beim Konturieren und Highlighten des Gesichts, z. B. für Fotoshootings oder Filmaufnahmen, macht könnt ihr euch mal dieses Video ansehen. Ich habe das in der Form noch nie die Tage mal ausprobiert. Für den Alltag ist das viel, viel, viel zu aufwändig. Aber  es  veranschaulicht das Prinzip dahinter  recht gut. Und wenn es nicht das Gesamtpaket ist, so kann eine vielleicht doch einzelne Elemente in die tägliche Schminkroutine einbauen. Die Dame ist von Natur aus sehr hübsch, da kann ich jetzt ehrlich gesagt auch keine Partien erkennen, die der Optimierung bedürfen. Aber das empfindet ja auch jede für sich anders. Die eine hardert mit der großen Nase und reduziert sich auf diesen einen Punkt und jeder andere findet die Nase normal. Und dann gibt es ja noch die besonderen Ereignisse im Leben, wo ein aufwändigeres Make-up durchaus gewünscht ist...

 

1. Contouring


Welche Produkte gibt es ?

Produkte für das Contouring - machmal auch Sculpting genannt - gibt es in pudriger Form oder auf cremiger Basis im Pfännchen oder als Stick. Cremige Produkte sind in der Haltbarkeit immer ein bisschen besser, dafür sind sie anspruchsvoller in der Verarbeitung. Sie lassen sich sehr präzise und punktuell auftragen, dafür muss eine wirklich sehr sauber verblenden, um ein natürliches Ergebnis zu erzielen. Das funktioniert mit dem Schminkei, das ich neulich noch recht ratlos erwähne, tatsächlich erstaunlich gut. Newbies würde ich eher erst mal zu pudrigen Konsistenzen raten.

Bei Douglas-Online findet ihr in der Kategorie Contouring schon eine recht breite Auswahl. Bei den Contouring-Produkten kann ich ehrlich gesagt nicht viel zu den unterschiedlichen Marken sagen, da ich mit genau einem Produkt angefangen habe und bei diesem quasi hängen geblieben bin. Viele der Brauntöne waren damals viel zu warm-ockerig getönt für einen kühlen Typen wie mich, deshalb war ich gleich sehr angefixt, als es bei den Beautybloggern hieß, dass es mit dem NYX-Rouge in der Farbe 'Taupe' endlich ein durch und durch kühles Braun zum Konturieren gibt.

NYX Powderblush in "Taupe"


Nachdem ich mich mit dem Thema beaschäftigt und erfolgreich angefixt hatte, habe ich mich auch im Drogerie-Segment umgesehen und auch dort haben die Hersteller nachgelegt und inzwischen erstaunlich viel zu bieten.




Die Catrice-Paletten sind erstaunlich gut pigmentiert. Ich habe bei der Pudervariante jetzt nur den dunklen Ton verwendet. Bei Highlightern (also dem hellen Ton) gibt es generell besseres. Bei der cremigen Palette hinten im Bild ist der Highlighter für mich selbst nicht hell genug, als dass es sich von meiner Grundierung abheben würde und einer der Brauntöne ist zu warm. Das ist einer der großen Nachteile von Paletten generell: Häufig verwendet man einoder zwei Farben, die sich irgendwann aufgebraucht sind und der Rest wandert unbenutzt in die Tonne. Von daher würde ich immer den Mono-Produkten den Vorzug geben. Für was ihr euch genau entscheidet, hängt natürlich auch von der Verfügbarkeit in eurere näheren Umgebung ab, denn die Entscheidung für die richtige Contouring-Farbe kann nicht am Bildschirm getroffen werden. Newbies und sehr hellhäutige Typen könnten auch zunächst mit einem dunklen Puder testen, ob das was für sie sein könnte. 


Wie und wo wird konturiert?  

Grundsätzlich gilt, dass Puder auf Puder folgt und Cremiges auf Cremiges aufgetragen wird. Konkret bedeutet es, dass wir cremige Konsistenzen noch vor dem Abpudern direkt auf die Foundation auftragen (mit Ausnahme von Puderfoundations), ein Contouring-Puder oder Puder-Rouge aber erst danach.

Wo ihr konturiert, das ist so individuell wie euer Gesicht und natürlich auch eine Frage, was ihr damit bewirken möchtet. Hier ist mal eine erste Hilfestellung, wo man bei unterschiedlichen Gesichtsformen ansetzen kann.

Ich zeige euch mal, was ich mache:

Mit Foundation, Concealer, Puder und Dreck auf dem Kameraobjektiv...

Ich möchte, dass mein Gesicht ein bisschen schmaler wirkt und die Wangenknochen optisch ein wenig akzentuieren. Dazu trage ich die Contouring-Farbe unterhalb des Wangenknochens auf. Wo genau, da orientiere ich mich an dem kleinen Schatten, der bei bestimmten Lichtverhältnissen zu sehen ist. Viele von uns haben aber auch eine kleine Kuhle an der Stelle, die auch ohne besondere Lichtverhältnisse zu sehen ist.




Zum Auftragen benutze ich am liebsten den MAC 168 Large Angled Contour Brush. Ähm ja. Meiner ist inszwischen 7 Jahre alt und hat ein wenig gelitten. Ich hatte ihn mal eine ganze Zeit lang mit einem Cremerouge im Gebrauch - was eigentlich laut MAC möglich sein sollte - trotzdem scheint sich das auf lange Sicht gerächt zu haben, denn die längsten Haare der Schrägung sind abgebrochen.  Aber ich habe ja bald Geburtstag und vielleicht liest der Captain ja hier mit.... Der 168 ist recht klein und abgeschrägt geschnitten, wodurch sich der Bereich, wo Farbe aufgetragen wird, recht gut dosieren lässt. Außerdem passt sich die Form natürlich sehr schön der Kontur des Wangenknochens an. (Die Schrägung ist auch bei meinem Exemplar immer noch vorhanden, das sieht man auf diesem Bild nur leider nicht.)

Kleine Pinselparade

Auf das Thema Pinsel wollte ich separat noch mal eingehen aber so viel an dieser Stelle schon mal: Der Preis vom 168er ist natürlich üppig, aber - wie ich finde - jeden Cent wert. Es gibt sicherlich günstigere Pinselmarken, die auch qualitativ gute Alternativen aber nicht 1:1 austauschbar sind - auch wenn man öfters mal Gegenteiliges liest. Hier seht ihr MAC 168 im Vergleich zum vermeintlichen Dupe von Zoeva.

Der Zoeva-Pinsel ist ziemlich groß und fluffig, die Haare bestehen nicht aus reinen Naturborsten sondern einem Natur-Synthetik-Mix und er ist recht locker gebunden. Er nimmt nicht gerade viel Produkt auf und der Auftrag ist wirklich zart und fast wie geairbrusht, durch die Größe des Pinselkopfes von der Fläche her aber weniger exakt zu dosieren. Pros und Contras, die jede für sich abwägen sollte.

Im Profi-Pinselsortiment kenne ich mich nicht soooo gut aus. Preislich dürften die ähnlich ausfallen. Der große Vorteil bei MAC gegenüber den reinen Profitools ist, dass sie inzwischen in sehr vielen Douglasfilialen erhältlich sind und man sie sich vor dem Kauf mal anschauen kann. Wobei ich auch bei den Visagisten, die mich bislang geschminkt hatten, immer recht viel MAC in der Pinselmappe zu finden war.)

Ich setze den 168er etwa auf Ohrhöhe an und ziehe dann Richtung Wangenmitte. Das wiederhole ich ein paar Mal, bis die Intensität der Farbe passt. Ich achte darauf, nur in eine Richtung streichen und nicht hin oder her, um einen schönen Verlauf zu erzielen und einen harten Balken zu vermeiden.

Und so sieht es dann aus:

Von vorn...

...und im Halbprofil. Den überschüsigen Puder auf der Nase ignorieren wir.

Ich habe außerdem noch ein recht ausgeprägtes Kinn - der Captain nennt es liebevoll das 'Königskinn', denn irgendwie haben alle meine Geschwister und ich eine auseprägte Kinnpartie, wenn auch auf unterschiedliche Art. Das könnte ich optisch noch ein wenig wegmogeln, aber: Das ist mein Kinn, das gehört zu mir und so darf es bleiben wie es ist.

Wer eine breite Nase optisch schmaler wirken lassen will, der kann die seitliche Nasenpartien leicht dunkler als die Foundation tönen und den Nasenrücken mit einem Highlighter heller erscheinen lassen.

Contouring ist auf jeden Falls Übungssache und es empfiehlt sich, mit wenig Produkt anzufangen und die Farbe ohne Druck nach und nach aufzubauen. Oder wie Bob Ross sagen würde: "No pressure, some highlights - and God bless! :D

 

2. Rouge


Ich bin extrem blass und sehr hell - auch ohne Make-up. Ich hege eine profunde Abneigung gegen das Sonnenbaden oder Selbstbräuner. Deshalb ist für mich Rouge - oder Neudeutsch: Blush - für einen gesünder aussehenden Teint schlicht essenziell.


Wie und wo wird es aufgetragen?

Rouge sollte meiner Meinung nach nur auf den Wangen aufgetragen werden. Es sei denn, eine will auf eine 80er-Mottoparty gehen, dann kann man Rouge natürlich auch auf die Schläfen oder seitlich auf der Stirn auftragen. Das Modellieren der Gesichtszüge übernimmt schließlich an seiner statt das farblich wesentlich besser passende Contouring.

Will ich meine Wangenknochen betonen, trage ich das Rouge mit dem Pinsel in zarten, kleinen, kreisenden Bewegungen schräg auf dem Wangenknochen bis zu den Schläfen auf. Es bildet so eine parallel Linie zur vorher unterhalb des Wangenknochens aufgetragenen Contouringfarbe.



Manchmal ist mir aber auch nach einem etwas lieblicheren Eindruck und male mir Apfelbäckchen. Um den richtigen Punkt zu finden, lächle ich und trage das Rouge kreisförmig etwa mittig unterhalb der Augen auf. Apfelbäckchen lassen das Gesicht flächiger und fülliger erscheinen. Wer eh schon ein rundes oder breites Gesicht hat und das nicht zusätzlich betonen möchte, verzichtet dann lieber darauf.

Mit dem, was am Ende noch auf dem Pinsel drauf ist, fahre ich ganz zum Schluss noch mal über meine Nasenspitze. Das hat bislang noch jede Visagistin, die mich bislang geschminkt hat, gemacht und ich sehe danach gleich noch ein bisschen frischer aus.

Bei der Wahl des Pinsels greife ich mal zum MAC 168, mal zum MAC 109 - mit beiden bekomme ich ein gutes Ergebnis. Wichtig ist die richtige Dosis: A little goes a long way! Aber dazu hatte ich mich beim Contouring schon ausgelassen.


Cremerouge, Puderrouge oder flüssig?

Auch Rouge gibt es in unterschiedlichen Formulierungen und auch hier gilt die Regel: Cremig auf cremig, Puder auf Puder, funk to funky. (Seufz! He will be missed!)

Cremerouge hält länger als Puderrouge, da es durch das nachfolgende Puder fixiert wird und nicht oben auf liegt wie Puder. Dafür ist es aber auch etwas anspruchsvoller im Auftrag. Cremerouge ist aber auch dann eine gute Wahl, wenn eine - wie z. B. meine Mutter - gar keine Foundation trägt und das Rouge pur auf der nur eingecremten Haut auftragen möchte.

Neben Cremerouge und Puderrouge gibt es außerdem auch Rouge in flüssiger Form. Regulär erhältlich ist Flüssigrouge z. B. von Benefit, Üssel (Yves Saint Laurent) oder The Balm. Gelegentlich habe ich Nachahmerprodukte bei der einen oder anderen Drogeriemarke als Limited Edition gesehen, die sind aber natürlich nicht dauerhaft im Sortiment. Diese flüssigen Rouges sind sehr sheer und sorgen für eine ganz leichte, natürlich schöne Frische. Für mich war das bislang irgendwie nix, ich könnte aber noch nicht mal sagen, wieso.

Meine liebsten Rouges - wie könnte es anders sein - sind von MAC, genauer: die getönten Mineralize Skinfinishes. Warum die auf der MAC-Seite unter Puder aufgeführt sind, verstehe ich nicht, denn mit Puder hat das wirklich nichts zu tun. Die Schimmern und das nicht zu knapp. Früher waren sie fast immer aus limitierten Editionen erhältlich aber ein paar Nuancen sind jetzt auch dauerhaft im Sortiment. Von Bobbie Brown gibt es etwas sehr ähnliches, die so genannten "Shimmerbricks".

Das Standard-Rouge-Sortiment von MAC beinhaltete nahezu jede nur denkbare Nuance und unterschiedliche Finishes. Auf der Wange ist das Finish wie ich finde aber nur wirklich nur minimal zu erkennen.



3. Highlighter


Wirklich aufwändiges Contouring finde ich optional aber auf Highlighter - manchmal auch als "Strobing" bezeichnet - würde ich nicht verzichten wollen. Highlighter sind Schimmerprodukte, die unserer Haut einen mehr oder weniger dezenten Schimmer verleihen sollen. Unsere Haut soll "glowen", wir versuchen damit den leichten Glanz zu imitieren, den unsere ungeschminkte Haut von Natur aus hat.

Das trägt natürlich dazu bei, dass unser grundiertes und abgepudertes Gesicht gleich etwas weniger matt, maskenhaft und unnatürlich wirkt. Die so betonten Partien wirken durch die Brechung des Lichts optisch auch ein wenig fülliger.


Was für Produkte gibt es?

Die Bandbreite ist unheimlich groß. Es gibt cremige Formulierungen, Highlighter in Puderform oder auf flüssige Produkte, die auf die Foundation aufgetupft oder direkt in die Foundation untergemischt werden können. Auch hier sind natürlich die Puderprodukte besser zu kontrollieren als die cremigen Highlighter. Wichtig bei der Auswahl ist, dass der Schimmer wirklich sehr dezent ist und das Produkt keine gröberen Glitzerpartikel enthält, sonst sehen wir schnell aus wie 'ne Diskokugel.Es sei denn, ihr wollte zum Rave, dann go for it! :)

Ich habe zwei Produkte abwechselnd in Verwendung und liebe beide heiß und innig. Das MAC Mineralize Skinfinish 'Lightscapade' von MAC und das Pigment in der Farbe "Vanilla", ebenfalls von MAC.





Der Lightscapade MSF kam ursprünglich (also irgendwann um 2007 rum) mal als limitierte Edition raus. Lange wurden wenige Exemplare für sehr teures Geld auf Ebay gehandelt. Nur sehr selten zu finden war er sowas wie das gehypte Einhorn unter den Highlightern. Inzwischen ist er zum Glück ins reguläre Sortiment gewandert. Es ist silbrig-kühl und von feinen, grün-bläulich-rosanen Adern durchzogen. Der Schimmer ist wirklich sehr dezent und natürlich. Große Liebe!




Das Vanilla-Pigment schimmert etwas stärker und ist auch eher ein sehr silbriger, kühler Goldton. Ich benutze ihn immer dann gerne, wenn ich mich tendenziell etwas wärmeren Farben schminke. Das Pigment kann aber nicht nur als Highlighter verwendet werden, sondern kann auch als Lidschatten getragen werden oder unter die Bodylotion gemixt werden. Was ich nie mache, ich bin ja schon für Bodylotion meistens zu faul. Aber wer mal zum leichten Sommerkleid an einem lauschigen Sommerabend ein wenig Schimmer für's Dekolletée oder die Arme - so halt. Ich habe seit ein paar Monaten die Reisegröße für 10 Euro im Gebrauch und staune immer wieder, wie viel in ein so kleines Röhrchen passt und wie lange ich damit auskomme. Ich fülle es in ein separates Döschen um, aus dem ich das Pigment leichter entnehmen kann.

Und hier mal beide nebeneinander auf dem Unterarm aufgetragen:





Wie und wo trage ich Highlighter auf ?

Ich trage Highlighter auf den so genannten Sonnenterrassen auf, also den Partien des Gesichts, die etwas hervorstehen und am frühesten Bräunen: Die Mitte der Stirn, der Nasenrücken, am oberen Rand  des Wangenknochens.

MAC MSF Lightscape im Einsatz



Wie bereits erwähnt füllen Highlighter die Bereiche, wo sie aufgetragen werden, optisch etwas auf. Wer sein Gesicht zu kantig oder die Wangen zu hohl findet, der kann mit verblendetem Highlighter etwas entgegenwirken.

Für einen zarten Auftrag am besten mit dem Pinsel arbeiten. Ich benutze den zuvor schon erwähnten 109er von MAC. Der Kopf ist eher klein und ich kann den Auftrag besser dosieren als mit einem großen fluffigen Puderpinsel. 

Bei cremigen Produkten kenne ich mich aus Gründen zu wenig aus, als dass ich hierzu groß Empfehlungen abgeben könnte. Wichtig ist jedoch, dass sie vor dem Puder direkt auf der Foundation aufgetragen werden, weil es sonst fleckig und mitunter auch bröselig wird.

Jetzt noch schnell die Augenbrauen nachziehen, Lidschatten und Mascara - und die Haare in Form bringen.

Et voilà: 


Ich muss unbedint das Objekt der Kamera sauber machen...


Das war's eigentlich von meiner Seite zum Thema Contouring, Rouge und Highlighting. Ich hoffe, es hat euch weitergeholfen und wenn ihr Fragen habt, dann stellt sie bitte! :) Ich für meinen Teil hab' mich jetzt gerade ein bisschen selbst angefixt und werde mich mal intensiver mit Contouring-Produkten auseinander setzen... :D


Next up: Lidschatten. Endlich! *händereib*

Dieses Bild wurde nur zugeschnitten und nicht anderweitig nachbearbeitet.


27. Januar 2016

MMM am 27. Januar 2016

Letzte Woche war ja ausnahmsweise mal Winter und ich konnte auch mal die etwa dichter gestrickten Alpaca-Pullis aus dem Schrank holen und ein älteres Schätzchen mit einer noch recht neuen Hose kombinieren.





Wie stellte ich auf Twitter schon fest: Andere haben Katzen, ich habe Alpaca-Pullis. Gegen den ständigen Flusen-Befall habe ich im Büro in meiner Schreibtischschublade inzwischen sogar schon eine Fussel-Rolle....

Die Hose hatte ich hier schon mal erwähnt. Es ist Burda Burda 8087, die ich ab der Kniemarkierung noch zu beiden Seiten  ausgestellt habe, am Saum waren das dann zu beiden Seiten je 2 cm mehr. Im Hüftbereich habe ich sie noch mal um eine Größe enger genäht, was die eh schon engen Tascheneingriffe so gut wie unbrauchbar gemacht hat. Beim nächsten Mal werde ich das noch modifizieren müssen. Vielleicht mache ich auch einfach Paspeltaschen, wie bei der Smogging-Hose und ihrer grauen Nachfolgerin.



Oh Mann! Hosenfotos sind doch echt die Pest. Da sieht die Hose tatsächlich von hinten gut aus und zeigt von vorne die blödesten Haltungsfalten.

Gleichmäßige Bügelfalten wären ja auch nicht schlecht...


Der Pulli ist der Bremen-Südafrika-Pulli. Angeschlagen um Weihnachten 2013 in Bremen beim Familienbesuch habe ich den Großteil während unseres Südafrika-Urlaubs im Januar 2014 gestrickt. Captain Riesling war Geburtstagsflüchtling und wollte an seinem runden Geburtstag nicht im Land sein...

Mit eigentlich gar nicht so widerspenstigem Klappkragen...


Das Modell habe ich nach der Vorlage einer alten H/W-Verena von 2005 oder 2006 aus Drops Alpaca in der Farbe 'Jeans' gestrickt. Voller Erinnerungen an Kapstadt und die Garden Route... ♥

Ein hübscher Rücken kann auch entzücken...

Und wie ihr seht: Meine Friseurin war erfolgreich und hat nach einigem Zögern und Überlegen ("Aschig wird grün auf blondierten Haaren!") nahezu meine Naturhaarfarbe wieder hingekriegt. Wir mussten zwar alles nach 5 Minuten wieder auswaschen und konnten so immer nur in Etappen färben aber so hat's dann geklappt und ich bin sehr glücklich. Auch mit meinem neuen alten Pixie-Cut, den hatte ich nämlich schon sehr oft und sehr lange und gerade frage ich mich, warum ich seiner jemals überdrüssig war...nur hätte ich mal besser noch mal in den Spiegel gesehen, denn nach dem Überziehen des Pullis sind sie auf dem Foto doch etwas derangiert. Einfach kein guter Tag um Fotos zu machen!

Damit geht's heute mal wieder zum MeMadeMittwoch. Ich bin gespannt, wie viel #brotundbutternähen heute schon dabei ist!

Habt einen tollen Mittwoch ! :D

Liebe Grüße
Julia

22. Januar 2016

Farbe?

Bevor wir im nächsten Beitrag tatsächlich zum ersten Mal zu Farbe greifen, wollte ich gerne noch einen Beitrag dazwischen schieben. Also eigentlich. So ganz, wie ich mir das dachte, funktioniert es einfach nicht. Mich hat es ehrlich gesagt gewundert, dass bisher keine danach gefragt hatte, woher sie weiß, welche Farben ihr stehen. Das war tatsächlich etwas, was mir früher große Probleme bereitet hat.

Ich hab beim Thema Farbberatung nur sehr, sehr, sehr rudimentäre Kenntnisse und - nun ja -  kann die Frage für mich beantworten, aber nicht für andere. Das habe ich nach dem Durchlesen von Michous wirklich sehr umfassende Artikeln gemerkt und  ich kann sie euch wirklich nur sehr ans Herz legen - wer sie nicht schon längst kennt! Und sie hat wohl Recht, wenn sie sagt, dass sie damit die Quintessenz zusammengefasst hat: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5

Was mir vor einigen Jahren wirklich sehr weitergeholfen hat, war die Erkenntnis, dass es kühle Farben und warme Farben gibt, und auch wir Menschen teilen ins auf in kühl oder warm getönt. Mischtypen gibt es nicht.

Den nachfolgenden Absatz habe ich bei Michou geklaut, er fasst es wie ich finde perfekt zusammen:

"Die Farb­be­ratung beruht auf der Erkenntnis, dass unsere eigenen Farben gene­tisch fest­gelegt sind und sich zwar ver­ändern können, das aber nur innerhalb eines bestimmten Bereiches. Es gibt zwei Farb­pig­mente im Menschen, von denen jeder nur eine Sorte in sich trägt. Es handelt sich dabei um Melanine, das sind farb­ge­bende Horn­stoffe und Horn ist überall dort in großen Mengen zu Hause, wo der Körper mit kör­per­fremden Stoffen in Berührung gerät — sämt­liche Schleim­häute, aber für uns inter­essant vor allem in Haar, Haut und Nägel.

Die Melanine sind zum Einen das Phaeo­me­lanin, das gelblich-orange-braun ist und das Eume­lanin, das gräulich-braun ist. Ihr seht schon: Ersteres ist ein soge­nannter warmer Farbton — also mit einem deut­lichen Gelbstich — während das Andere dem kühlen Farb­be­reich — also bläulich — zuzu­ordnen ist. Und nur eines von beiden tragt ihr in euch. Damit ist fest­gelegt, ob euch warme oder kühle Farben besser stehen.

Nun lassen sich Haut und Haar noch weiter unter­scheiden: abhängig von der Anzahl der Pigmente ergibt sich ein sehr zarter Hautton, hell­blaue Augen und sehr hell­blonde Haare (kaum Pigmente vor­handen) bis hin zu sehr dunkler Haut, schwarzen Augen und Haaren (sehr viel Pigment vor­handen). Auch das ist gene­tisch vor­ge­geben und ändert sich nur minimal durch Son­nen­bräune oder Alter (wenn die Pro­duktion der Farb­stoffe nach­lässt). Aber immer noch sind die vor­han­denen Pigmente an ihr Farb­schema warm oder kalt gebunden. Auch die Stärke der Durch­blutung, die Dicke der Haare und Haut spielt bei der Farb­gebung eine Rolle und auch diese ist wei­test­gehend fest­gelegt. Diese Faktoren bestimmen nun die Stärke oder Trans­parenz der eigenen Farbe und deren Leucht­kraft: so können die eigenen Farben leuchten oder eher dezent durch­scheinend sein.

Somit kann ich unsere natür­lichen Farben in vier Gruppen ein­teilen: die warm-leuchtenden oder warm-gedämpften Töne und die kühl-gedämpften oder kalt-leuchtenden Farben. Damit habe ich schon die Vierer-Gruppierung, wie wir sie von der Farb­be­ratung her kennen."

Ich bin ja der festen Überzeugung, dass die Natur erst mal alles richtig macht und die individuelle Kombination aus Haaren, Hauttönung und Augenfarbe, die uns genetisch gegeben sind, perfekt zueinander passen. (Weshalb ich am Samstag einen Friseurtermin habe und inständig hoffe, dass mir die Friseurin einen so wunderbaren Aschton aufs Haupt zaubern kann, wie ich den normalerweise hätte. Blöder Fehler, blöd!)

Bei Make-up-Farben ist es - wie ich finde - ein ganz klitzekleines bisschen anders. Natürlich sehe ich als Sommertyp in kühlen Farben besser aus und grauer Lidschatten lässt meine Augen richtiggehend leuchten. Aber auch warme Farben kann ich bis zu einem gewissen Grad gut tragen, sofern sie aufeinander abgestimmt sind. Wichtig ist, dass im Gesicht kühle und warme Nuancen nicht miteinander gemischt werden. Also kein kühles Rosa auf den Lippen zu einem korallig-warmen Rouge. Wenn kühler Lippenstift und kühles Rouge, dann auch kein warmes goldig-schimmerndes Braun auf den Augen.

Michou: In der Tat kann man bei den Augen eine Ausnahme machen, wenn der Lidschatten oder der Kajal nicht zu großflächig aufgekleistert wird: hier kann man nämlich wunderbar mit den Komplementärfarben spielen, um die Augenfarbe durch den Kontrast zu betonen. Aber auch Naturtöne wie sand, beige, taupe lassen sich zu fast allen anderen Farben kombinieren, wenn sie als Schatten verwendet werden - also um Konturen zu geben oder zu verschleiern und ein Make up ungeschminkt erscheinen zu lassen

Julia: Für Anfänger dürften YxBB-Farben am besten geeignet sein. Ich nenn' es jetzt mal so. Die ursprüngliche Bezeichnung ist YLBB - 'Your lips but better'. Das bezog sich auf Lippenstifte, die dem natürlichen Lippenrot sehr nahe kommen, sie einfach nur noch ein bisschen besser aussehen lassen. (Mein persönliche YLBB-Lippenstift ist übrigens 'Creme in your coffee' von MAC.)

Das gleiche Konzept lässt sich aber auch auf andere Bereiche, wie z. B. die Wangen übertragen. In welchem zart-rosa oder vielleicht doch eher koralligem Ton strahlen meine Wangen nach einem langen Winterspaziergang? Mit dieser Tönung machen wir eigentlich nichts falsch und sehen - vor allem, wenn man so ein Blasshäutchen ist wie ich - sehr viel gesünder und erholter aus. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich früher - vor allem noch zu Schulzeiten und auch noch in der Oberstufe - gefragt wurde, ob ich krank sei oder ob's mir schlecht gehe. (Gut, im ziemlich öden Kunstunterricht war das sogar ganz nützlich, da konnte ich problemlos mit einer Freundin frische Luft schnappen gehen...ist das vielleicht der Grund, warum ich das mit den Farben erst so spät kapiert habe?! Aber nein, damals haben wir nur gemalt und getöpfert oder Speckstein bearbeitet.) Bei Rouge oder Neu-Deutsch 'Blush' finde ich die Pastell Compact Blushes von Max Factor sehr schön und anfängertauglich.

Bei Lippenstiften würde ich absoluten Newbies raten, erst mal die leicht getönten und nicht ganz so krass deckenden Lippenstifte zu verwenden. Im Drogeriesegment wurde ich z. B. bei Catrice fündig und habe einen der 'Luminous Lips" auch in Benutzung. Sehr leicht pigmentiert, sehr cremig. Trägt sich gut. (Catrice finde ich im Drogeriesegment überhaupt recht gut. Die Ausnahme bilden die Lidschatten.)

Bei MAC (sorry, ich bin da absolutes Fangirl!) gibt es Lippenstifte mit so genanntem "Lustre"-Finish. Die sind leicht durchscheinend und können prima ohne Konturenstift getragen werden. Konturenstifte mag ich selbst nämlich gar nicht, das empfinde ich an mir als sehr fremd und viel zu hart, selbst wenn ich versuche, sie etwas abzusoften. Wer Konturenstift verwenden möchte, der sollte zwingend Ton in Ton sein. Dunkle Lippenkontur und heller Lippenstift sind sowas von Früh-Neunziger und geht einfach gar nicht!

Michou: Konturenstift wird dann dein Freund, wenn die eigenen Konturen sich immer mehr verwaschen und der Lippenstift im Laufe des Tages in die Fältchen um den Mund herum verschwinden will...


Julia: Genauso wenig wie mit Konturenstift kann ich mich mit den ganz matten Lippenstiften anfreunden. Die finde ich häufig nicht nur optisch nicht-schön sondern auch vom Tragegefühl eher mau weil austrocknen. (Gleiches gilt für mich übrigens auch für Lipgloss. Glitzert und glänzt viel zu sehr, fühlt sich klebrig und künstlich an, verschmiert.)

Irgendwo zwischen matt und cremig liegen die Mega Last Lippenstifte von wet'n'wild. Die Farben sind natürlich SEHR knallig, aber das Tragegefühl ist gut und die Haltbarkeit wirklich enorm. Einziger Wehrmutstropfen: Die unintelligente Verpackung. Die obersten 2 cm sind nämlich nicht zum Einziehen und man kommt beim Verschließen leicht mit dem Deckel dran.

Bei MAC und Bobbi Brown - und ich schätze auch mal bei den anderen "besetzten" Countern im Parfümerie-Segment, kann man sich Rouge oder Lippenstift vor dem Kaufen erst mal auftragen lassen. Ich hab' das bislang nur mit Lippenstiften bei MAC gemacht, da läuft's so ab: Lippenstifte werden mit Alkohol desinfiziert und die oberste Schicht mit einem Kleenex vom Lippenstift abgestreift.

Noch ein Tipp: Schaut euch Farben auch mal bei Tageslicht an. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich Farben bei Kunstlicht wirken. 

 Die Tage war ich zu Recherchezwecken im Douglas und am NYX-Aufsteller hat sich eine Dame mittleren Alters (also jetzt kein Teenager mehr) einen Tester aus dem Regal gezogen und dann munter angefangen sich die Lippen zu schminken. Ich hab' mich sooooooo geekelt. Ich finde das in der Drogerie ja schon immer zum Davonlaufen und dachte eigentlich, im Douglas sei das nicht der Fall. Uaaah. Ich war auch wirklich kurz davor ihr sie zu fragen, ob sie eigentlich wisse, dass das saueklig sei - aber dann hab' ich's mir doch verkniffen... Mein letzter Rat an euch für heute lautet also: Wenn's in der Drogerie keine einzeln versiegelten Exemplare gibt, dann greift euch die hintersten aus dem Aufsteller raus und guckt vorher mal rein, ob den schon jemand benutzt hat.

Michou: Ist eigentlich auch verboten, genauso wie das Aufdrehen von Verkaufsware - aber es ist unglaublich, wie schnell manche Kundinnen dabei sind. Meist die, die dann noch ohne Hallo und Auf Wiedersehen probegeiern :-D

Julia: Zu Lidschattenfarben und Paletten wollte ich später beim Thema Lidschatten etwas ausführlicher schreiben. Long story short: Ich liebe MAC. Aber ich liebe MAC bei nahezu allem, was mit Farbe zu tun hat. Nur Foundations und Mascaras können sie echt nicht. Aber zum Thema Lidschatten ein andermal mehr. Erst mal komme ich auf Rouge und Contouring zu sprechen und ich hoffe, dass ich das zeitnah fertig kriege.

Und wenn ihr noch Fragen habt: Los her damit! :)

16. Januar 2016

Schminken für Newbies: Foundation, Puder und Co.

Hallo zusammen! Das ist dann also der erste Beitrag für die "Schminken für Newbies"-Serie. Heute soll es - wie der Titel schon verrät - um die Grundlagen des Make-ups gehen. Da ich ja selbst kein Profi bin, habe ich mir ein bisschen Unterstützung vom Profi geholt und Michou mal imVorfeld reviewen lassen. Eigentlich wollte ich ein bisschen zum Thema Camouflage und Abdeckung von Pigmentflecken wissen.  Nachdem sie dann - wie sie fand - ganz viel angemerkt hatte, fühlte sie sich ganz schlecht. Muss sie ja gar nicht! Ich freu' mich, dass sie sich die Zeit genommen hat und finde das überhaupt nicht dramatisch, denn a) lerne ich ja gerne noch dazu und b) habt ihr die kommentierte Werkausgabe gleich in einem Aufwasch! :D Danke, liebe Michou!

Aber: Bevor es los geht, möchte ich eines noch vorweg nehmen: Ich mach' ja mir durchaus Gedanken, zu dem, was ich auf meine Haut lasse. Informationsseiten und Apps wie Codecheck halte ich für sinnvolle Tools, mit denen man mal hinter die Packung und Werbeversprechen gucken kann. Aber ich halte aus persönlicher Erfahrung auch nicht alles, was Oekotest für gut bewertet, automatisch für super. Und ich mag auch gelegentlich ein bisschen Silikon in der Hautpflege oder Foundations. Es ist gut und wichtig, sich zu informieren aber die Entscheidung, welche Inhaltsstoffe an Haut und Haare darf, die möge bitte jede für sich selbst treffen. Das, was ich hier an Produkten vorstelle, sind meine persönlichen Erfahrungen, die für mich aus bestimmten Gründen funktionieren oder auch nicht. Wenn es von den Inhaltsstoffen her nix für euch ist, dann ist es halt so. Ich hoffe einfach, ihr habt dafür Verständnis! :)

Aber jetzt: Hey! Ho! Let's go!

 Ich dachte, ich zeig' euch einfach mal ein bisschen an mir selbst, wie die morgendliche Transformation so abläuft. Die Fotos sind mit der Handy-Cam gemacht, das Licht wechselte immer mal ein bisschen (Sonnenaufgang und so...) und das Licht bei uns im Bad ist halt auch nicht perfekt ausgeleuchtet. Und ich diesem Leben werde ich echt kein Selfie-Künstler mehr... Aber mal abgesehen davon, dass sie stellenweise etwas zu blaustichig sind, erkennt man trotzdem, worauf ich hinaus will.  Hoffe ich...

This is the naked truth...


...and this is the lie...name that song!

Das Nachher-Bild musste ich jetzt einfach schon mal vorweg nehmen. Bin halt eitel...und eine Vorschau kann nicht schaden, eher im Gegenteil.

1. Die Grundlage

Julia: Der erste Schritt meiner Schminkroutine ist eigentlich die Foundation. Aber tatsächlich müssen wir noch einen Schritt zurück gehen. Wie die Foundation aussieht und sich im Tagesverlauf verhält, hängt auch davon ab, wie unser ungeschminktes Hautbild aussieht und welche Pflege wir vor der Foundation auftragen. Trockene, schuppige Haut wird durch Foundation und Puder noch zusätzlich betont, statt kaschiert. Eine zu reichhaltige Creme auf fettiger Hautzieht nicht ein und liegt auf der Haut auf - und so wird auch die Foundation im Laufe des Tages eher zum Verschmieren neigen, da sie nicht richtig auf der Haut haftet. Sprich: Die richtige Hautpflege ist als vorbereitender Schritt enorm wichtig. Leider bin ich keine Expertin auf dem Gebiet, kann euch das aber nur ans Herz legen, euch auch damit auseinander zu setzen. Ich habe bis vor kurzem - und zum Glück auch nicht so lange, vielleicht 2 Monate - eine mattierende Creme von Paula's Choice - genauer: die "Youth extending daily mattifying fluid" - verwendet. Der Sonnenschutz wird durch Zinkoxid, einem mineralischen (und somit nicht hormonell wirksamen) UV-Filter erreicht. Zinkoxid wirkt aber auch entzündungshemmend und mattierend. Bei meiner Haut leider ein bisschen viel zu viel und die Haut wird im Tagesverlauf knittrig und beginnt zu spannen.

Michou: Wenn man wirklich eine sehr trockene Haut hat, die sogar schuppt, dann produziert diese Haut so gut wie kein Fett - das kommt sehr häufig vor, viel häufiger als Haut mit zuviel Fett. Sie schuppt nur dann, wenn die Pflege nicht passt, also zu stark ausgetrocknet wird beim Reinigen, und die Pflege viel zu leicht ist. Diese Haut braucht Fett und sogar Öl zusätzlich - und das wird aufgenommen und zwar flott. Danach kannst du normal schminken, am besten natürlich auch mit einer reichhaltigen Foundation. Leider alles immer schwieriger zu finden. Das Make-up hält dann genauso gut oder schlecht wie bei anderen Häuten auch und lässt die Haut sogar eher frischer aussehen, zumal es die Haut noch intensiver davor schützt, noch mehr an Feuchtigkeit zu verlieren.
Was die mattierenden Tagespflegen anbelangt: Gift. Ich habe in all den Jahren eine einzige Haut erlebt, die wirklich von Natur aus so viel fettet, dass sie Hilfe bräuchte. Problem ist: Je mehr du einer fettenden Haut Fett entziehst, umso intensiver wird sie nachfetten - gleichzeitig aber immer feuchtigkeitsärmer werden. Wenn du sagst, deine Haut wird knittrig, dann ist das ein Zeichen für verminderten Turgor - also Wassermangel - und wenn sie spannt, dann liegt das an Wasser- UND Fettmangel. Keine Creme sollte das tun. Und ich kenne keine Pflege, die in der Lage wäre, gleichzeitig etwas wegzusaugen und etwas zu geben - jede mattierende Pflege geht immer auch an den Wassergehalt. Denn wo Fett entfernt wird, kann Wasser nicht in der Haut bleiben und verdunstet.

2. Primer ?!

Julia: In den Kommentaren zum Neujahrsposting wurde die Frage nach Primern gestellt und welche sich vorfür eignen - und ob sowas überhaupt notwendig ist. Hmmm. Also ich habe, ehrlich gesagt, nicht viel Erfahrung mit Primern. Was ja fast den Schluss zulässt, dass Primer gar nicht notwendig sind....

Viele der Formulierungen, die ich mir im Laufe der letzten Tage mal auf dem Etikett angesehen habe, beinhalten vor allem eines: Silikone oder Filmbildner anderen Ursprungs. Sie sollen die kleinen Unebenheiten der Haut, wie z. B. vergrößerte Poren und kleine Fältchen auffüllen und optisch so für ein möglichstes glattes Ergebnis sorgen. Getestet habe ich aufgrund des günstigen Preises den Prime & Fine Primer von Catrice. Joah. Der tut bei mir halt echt gar nichts. Meine Haut sieht dadurch nicht glatter aus und die Haltbarkeit ist auch nicht besser. Es gibt natürlich noch jede Menge andere Primer. MAC hat da beispielsweise so einiges an Primern, mit denen ich mich bis dato aber NULL auseinander gesetzt habe.

Hin und wieder sieht man auch farbige Primer. Diese wollen sich die Komplementärkontrast-Wirkung des Farbkreises zu Nutze machen, um bestimmte Tönungen der Haut zu neutralisieren.

Grün = neutralisiert Rötungen
Gelb =  neutralisiert violette Verfärbungen, wie z. B. Augenringe oder frische Wunden
Lila = soll einen fahlen Tein ausgleichen
Orange* = soll für einen frischeren Teint sorgen

So viel zur Theorie. In der Praxis befürchte ich, das es so ist, wie mit Concealer: Vor der Foundation aufgetragen, wird alles beim Auftrag eben jener wieder weggewischt. Die Primer von L'Oréal habe ich mir im DM mal angesehen. In der Tube farbig, wechseln sie den Farbton beim Kontakt mit der Haut und werden intensiv beige. Und wirklich viel zu dunkel für die durchschnittliche Mitteleuropäerin. Mein persönliches Fazit: Primer sind überflüssig.

Michou: Beim Thema Primer kommt es auf die Haut an und auf die Kombination Creme-Primer-Make-up. Und da wird es wirklich schwierig, weil fast immer einer der drei Teile nicht passt. Primer überziehen die Haut in der Tat mit einem Film und da sie, wie du sagst, auf Silikonbasis beruhen, sind sie relativ wischfest. Leider neigen die meisten Make-ups dann dazu, sich nicht mehr schön verteilen zu lassen und Schlieren und Streifen zu zeigen. Wenn die Kombination stimmt, kann Make-up in der Tat länger halten und mit weniger Deckkraft dennoch ein gutes Ergebnis bringen. Perfekt sind sie, wenn Make-up sich nicht in hell finden lässt, dann kann man mit weißen und roséfarbenen Primern gut spielen.

Bei wirklich unerfahrenen Schminkerinnen würde ich gleich sagen: erst mal Finger weg, denn die allermeisten haben anfangs große Schwierigkeiten, Foundations überhaupt richtig aufzutragen.


3. Foundation

 
Das Ausgangsmaterial

Julia: Die Foundation, oder auch Grundierung, ist für mich die Basis jeden Make-ups. Mit ihr lassen sich Unregelmäßigkeiten im Hautbild - die irgendwie so gut wie jede hat -, Rötungen und natürlich auch Hautunreinheiten kaschieren. Oft liest man, dass eine vor dem Auftragen der Foundation erst mal Augenringe und Unreinheiten mit einem Concealer abdecken soll. Für mich hat das noch nie funktioniert. Ich decke ab und verblende mühevollst und wenn ich mit der Foundation drüber gehe, hole ich alles wieder runter. Also lautet meine Routine: Erst grundieren, dann einzelne Stellen mit Concealer nachbearbeiten.

Foundations gibt es in flüssiger Form, als Cremefoundations, die aussehen wie gepresste Puder, sowie als so genannte Mineralfoundations in loser Puderform. Auf letztere komme ich dann später noch mal separat zu sprechen.

Alle enthalten in mehr oder weniger starker Konzentration Farbpigmente. Oft sind das Pigmente mineralischen Ursprungs wie Titandioxid (das übrigens auch in weißer Wandfarbe verwendet wird...) sowie Eisenoxide in Braun, Rot und Gelbtönen. Aber auch Pigmente chemischen Ursprungs in blau und rot sind anzutreffen. Außerdem enthalten die meisten Produkte auch Silikon oder andere Filmbildner, die für ein möglichst glattes Erscheinungsbild  der Hautbeschaffenheit sorgt.

Cremefoundations sind für gewöhnlich deckender als Flüssigfoundations. Bei den flüssigen ist von sehr leichter bis starker Deckkraft eigentlich alles vertreten. Grundsätzlich gilt: Je deckender, desto weniger scheint die eigene Haut durch, desto unnatürlicher und maskenhafter. Aber wenn das Hautbild zu unruhig/unrein/fleckig, dann geht es manchmal einfach nicht anders... Was man dem Maskenhaften etwas entgegensteuern kann, dazu später noch mehr...

Michou: Ein Jein von mir. Cremefoundations sind eher für die trockene Haut gedacht und enthalten mehr Öl als Wasser - damit kann ich die Deckkraft nicht mehr steuern, denn es lässt sich nicht in mehreren Schichten auftragen, was ich bei Flüssigmake-up in der Regel kann - es sei denn, es sind wischfeste, die ruckzuck aufgetragen werden müssen, weil sie sehr schnell antrocknen. Bei den flüssigen gibt es von ganz zart zu richig deckend alles. Außerdem gibt es noch Pudermake-ups...

Julia: ... zu denen ich ehrlich gesagt nicht viel beisteuern kann und sie deshalb auch gar nicht auf dem Radar hatte. Eine schnelle Recherche ergab, dass das eher Produkte für fettige Haut sind. Was ich am Counter bislang begutachtet habe, schien mir die Deckkraft eher leicht zu sein.


Wie findet eine jetzt die richtige Foundation und die richtige Farbe?

Julia: Ausprobieren! Am einfachsten ist es, die Farbe auf der Innenseite des Unterarms zu testen. Die Hauttönung ist dort bei mir allerdings noch etwas heller als im Gesicht. Aber: Was dort passt, ist im Gesicht auch nicht zu dunkel. Und das Angebot wirklich heller Foundation ist nicht gerade breit gesät. Blasshäuten kann ich Drogerie-Segment das 'Soft Resistant Make-up' in 001 von Max Factor. Etwas höherpreisiger - aber mein absoluter persönlicher Liebling - ist die Naked Skin Foundation von Urban Decay. Farbe 0.5 ist für mich sogar noch einen Hauch zu hell. Die Naked ist sehr flüssig und  auf der Haut wirklich nahezu nicht zu spüren. Die Nude Skin von Dior hatte ich auch mal. Das ist aber auch schon zwei Jahre her. Die Deckkraft fand ich nicht ganz so gut wie bei der Urban Decay Foundation und die Ergiebigkeit ließ dadurch etwas zu wünschen übrig. Die Naked benutze ich seit Mitte September täglich und es ist immer noch etwa 1/5 drin. Die Dior ist meiner Meinung nach deshalb ihren Preis nicht wert. Eine weitere Drogerie-Empfehlung mit mittlerer Deckkraft ist die Catrice Even Skin Tone. Die habe ich damals gekauft, weil sie bei einem ZDF- (oder ARD?) Verbrauchercheck zum Thema Kosmetik bei den Profis gut abgeschnitten hatte. Sie ist jetzt kein heiliger Gral, aber taugt durchaus und wird deshalb in der Sporttasche aufgebraucht. (Naja, besser "aufbewahrt", so selten, wie ich da in den letzten Monaten war....). Eine wirklich sehr stark deckende Flüssigfoundation ist die Dermablend von Vichy. Aber die stinkt beim Auftragen echt extrem chemisch...

Von links nach rechts: Mac Factor Soft Resistant 001, Catrice Even Skin Tone 010, Vichy Dermablend 15 Opal, Urban Decay Naked Skin 0.5




Zu bedenken ist auch, dass eine Foundation je nach natürlicher Hautchemie nach dem Auftragen noch nachdunkeln kann. Es empfiehlt sich also, eine passende Foundation erst mal ein wenig "einwirken" zu lassen und zu sehen, wie sie sich verhält. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der kann sich die Foundation höherpreisiger Marken an den Kosmetik-Countern der Parfümerien auch direkt im Gesicht auftragen lassen. Nur keine Scheu, die beißen nicht! :) Und außerdem wollen die alle euer Geld. Die müssen nett zu euch sein! Und wenn nicht, dann den Mund aufmachen, das erleichtert übrigens generell so einiges im Leben. Ich selbst habe zum Glück noch nie arrogante Parfümerie-Angestellte erlebt, aber was ich schon gehört habe...da hilft nur, sich klar machen, dass die an euch Geld verdienen wollen und selbstbewusst auftreten. (Und wenn die euch was ins Gesicht malen wollen, was euch nicht gefällt (insbesondere Dougletten haben da einen schlechten Ruf!), dann auch protestieren. Keine muss wie ein Clown rumlaufen, wenn sie das nicht will!


Ich habe die richtige Foundation - wie trage ich sie auf?

Julia: Frei nach Shakespeare würde ich sagen: Wie es euch gefällt! Flüssigfoundations kann man mit Pinseln, den Fingern oder einem Schwämmchen auftragen. Ich benutze bei meinen Flüggfoundations den Zoeva 102 Silk Finish. Cremefoundations haben meist schon einen Applikator dabei. Für beide Varianten eignen sich auch spezielle Schmink-Eier, deren Zusatznutzen erschließt sich mir aber nicht so ganz. Ich habe sie noch nie benutzt, kann natürlich sein, dass das genau die Innovation ist, auf die die Menschheit gewartet hat.

In diversen Anleitungen habe ich gelesen, dass eine die Foundation von innen nach außen auftragen soll. Ich hielt mich da aber - bislang - nicht dran und schminke erst die rechte Wange, dann Nase und Kinn, dann linke Wange und anschließend die Stirn. Außerdem ist es eine Mischung aus Tupfen und kreisförmig einarbeiten. Nach Michous Kommentar hab' ich mich noch mal genauer beobachtet: Es ist tatsächlich doch eher ein Streichen von oben nach unten mit wenig Produkt auf dem Pinsel an den "behaarteren" Stellen, wie z. B. der Oberlippe.  An der Kinnlinie am Übergang zur ungeschminkten Haut zum Hals hin gut verblenden und in der Nähe von Haaren (Haaransatz und Augenbrauen) gegebenenfalls mit einem Kosmetiktuch dort gelandete überschüssige Foundation in den Härchen leicht abtupfen.

Michou: Wenn du den besten Rat haben willst: außer Puder- und Kompakt-Make-up sollte man jedes Make-up mit den Fingern auftragen und zwar mit einem einzigen, den man abwechselnd mit der Spizte und der Längsseite verwendet. Damit sparst du am meisten an Foundation und arbeitest am gründlichsten und schönsten. Bei Pinseln und Schwämmchen bleibt unglaublich viel hängen und das Ergebnis ist weniger gut zu steuern. Sieht natürlich vor allem in Videos super geil und professionell aus, aber keine einzige Profivisagistin, deren Kurse ich erlebt habe, hat sowas gemacht. Und in der Tat sollte man die Grundierung in der Mitte zuerst auftragen, ich beginne an der Nasenwurzel und verteile von da aus mit der Fingerlängsseite seitlich nach oben. Das verhindert, dass zuviel Farbe in den Härchen an der Wange und am Kinn oder gar im Haaransatz hängen bleibt - etwas, was ich immer wieder sehe. Als nächstes über den Nasenrücken seitlich zu den Wangen. Dann von den Wangen nach unten, von der Kinnmitte zu den Seiten und mit einem Minirest besonders sorgfältig die Naseflügel und die Partie zwischen Nase und Mund - auch hier sind viele Härchen und mit einem Finger voll Farbe sieht das hinterher nach Bärtchen aus.

Grundierung sollte immer im Gesicht bleiben und nicht über die Kinnlinie, bis an die Ohren oder den Haaransatz gehen - hier wird ausgeblendet, nicht erst am Hals, gibt nämlich eine Riesensauerei. Und da die Farbe am Innenarm getestet wird, ist das auch nicht nötig - die Farbe hier entspricht in der Regel dem Hautton unter Kinn und am Hals und so gibt es eigentlich keinen farblichen übergang, den man verwischen muss. Allerdings ist das eine sehr amerikanische Methode, wo Make-ups deutlich deckender und künstlicher gemalt werden. Ich bevorzuge da ja den französischen Ansatz, der deutlich mehr auf Natürlichkeit, Gepflegtheit und Wohlbefinden ausgerichtet ist. :-) Achja, und nie kreisen, das wird oft zu Schlieren führen. Make-up soll nicht eingearbeitet werden, sondern einen zarten Film bilden, da sind glatte, gerade Striche zum Verteilen am besten geeignet. Ausnahme sind die leichten Creme-Make-ups, die man wirklich wie getönte Tagescreme auftragen kann - perfekte Anfängerprodukte, bei denen man nichts falsch machen kann.


Julia: Also das habe ich natürlich gleich testen müssen und in der Tat: Beim ersten Mal habe ich etwa ein Drittel Foundation gespart, dafür erschien mir die Foundation aber sehr viel weniger deckend. Beim zweiten Mal habe ich die übliche Menge komplett verwendet, aber so ganz berauscht war ich jetzt. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die richtige Technik hingekriegt habe. Ich glaube, dass übe ich ein bisschen... 

Und so sehe ich dann mit Foundation aus (ich bin dann doch noch mal mit dem Pinsel drüber) :




Ach ja: Mineral Foundations sind im Prinzip eine ganz tolle Sache, denn sie enhalten im Idealfall nichts anderes als die mineralischen Farbpigmente, die auch in herkömmlicher Foundation enthalten sind. Und so fallen bei richtiger MF jede Menge Inhaltsstoffe, die unserer Haut potenziell vielleicht nicht bekommen könnten, weg. Es fehlen aber auch die Filmbildner und Silikone, sodass Poren und Fältchen mitunter gut sichtbar sind.

Vor ein paar Jahren gab es einen regelrechten MF-Hype, sodass auch viele Drogeriemarken mindestens eine Mineral Foundation ins Sortiment aufnahmen. Die waren aber meistens randvoll mit fragwürdigen Zusatzstoffen und wurden ihrem Namen eigentlich in keinster Weise gerecht. Aus den Drogerien sind sie inzwischen weitestgehend wieder verschwunden. Aber es gibt sie natürlich noch. Bare Minerals macht von den Inhaltsstoffen einen guten Eindruck. Bei Douglas sind sie online, erhältlich sowie in ausgewählten Filialen.

MFs sehen im Pott meist sehr viel dunkler aus als aufgetragen, weshalb es unerlässlich ist, sich die richtige Farbe in echt am Counter mal anzuschauen. Wenn meine Naked Skin Foundation zur Neige geht, werde ich mal ins Main-Taunus-Zentrum öktern und die mir mal näher ansehen. Bei Andrea Biedermann kann man Samples der eigenen MF-Linie für kleines Geld zum Vorab-Testen ordern.


MF kann man kostengünstig auch selbst mischen. Mehr als die mineralischen Pigmente (z.B. von Behawe), einen Mörser und ein Döschen zum Lagern der fertigen MF braucht es nicht. Ich habe das auch tatsächlich 2, 3 Jahre gemacht, irgendwann wurde ich da aber zu bequem, da es trotz Feinwaage echt mühselig war, da immer wieder die richtige Farbe zu treffen. Wer's probieren will: Durch Googlen lässt sich noch einiges zum Thema finden, z. B. bei den Beautyjunkies.

4. Concealer

It's concealer-time! Nach der Foundation decken wir jetzt die Stellen ab, die von der Foundation nicht ausreichend gecovert wurden, sowie die Partie unter den Augen, die ja doch bei den meisten zumindest etwas dunkler nuanciert ist. Ich hatte jetzt lange Zeit den Pro Longwear Concealer von MAC in Gebrauch. Der ist eher dickflüssig, deckt dadurch intensiv ab, aber er wirkt nicht ganz so natürlich. In der Beauty-Blogger-Szene scheint der Naked Skin Concealer von Urban Decay sehr gehypt zu werden. Der NYX HD Concealer wird aber auch vielfach gelobt. Die beiden schaue ich mir dann genauer an, wenn mein aktueller Concealer aufgebraucht ist.

Im Drogerie-Segment finde ich übrigens den Instand Anti-Age Effekt  gar nicht mal so schlecht und auch die Farbe ist in Ordnung. Minimal heller als meine Foundation dürfte er für Newbies vielleicht weniger fremd wirken (siehe Anmerkung von Michou weiter unten.)


Was gibt es bei der Farbwahl zu beachten?

Der Concealer darf auf gar keinen Fall auch nur einen Hauch dunkler sein als eure Foundation. Spätestens wenn wir zum Fixieren Puder auftragen wird das fleckig und sieht einfach shaize aus. Ein etwas hellerer Concealer ist wirklich empfehlenswert, da die leichte Aufhellung unter dem Auge uns auch etwas wacher erscheinen lässt. *gähn* :D

Michou: Der Conealer muss immer einen Ton heller, um Ausgleich zu schaffen - wenn das Make up aber schon deckend ist, würde ich das sogar weglassen - gerade für Newbies, die das ja häufig aus Gründen sind, wird das Ergebnis zu massiv fremd sein. Wichtig als Tipp wäre dann vielleicht, Farbe (Kajal, Mascara) nur oben aufzutragen, um den Blick zu öffnen und von den Schatten abzulenken. Das ist immer noch einer der häufigsten Fehler, das heftige Anmalen des Unterlides.


Update Julia: Stimmt. DAS kann ich wirklich nur unterstreichen. Das wollte ich eigentlich erst beim Thema Lidschatten thematisieren, aber man kann es eigentlich nicht oft genug sagen: Kajalstrich und Lidschatten am unteren Augenlid machen einen auf einen Schlag 10 Jahre älter. Klar, bei den ganzen jungen youTuberinnen macht das noch nicht so viel aus. Und wir kennen das Phänomen ja von den jungen Mädchen, die gern reifer aussehen wollen (Wieso fühle ich mich da eigentlich ertappt !? Ja, ja, lang ist's her... ;) Ich glaube, das ist so der beste Tipp, den eine beherzigen kann, wenn es um das leichte Tagesmake-up ab 30 geht: Keine Farbe auf dem vom Unterlid! Smokey-Eyes am Abend bilden da für mich eine Ausnahme...

Auftrag

Ich tupfe den Concealer mit einem Pinsel auf und klopfe ihn mit der Spitze des Ringfingers ein. Anschließen drücke ich ganz sanft ein Kleenex auf die Partie unterhalb der Augen, um den cremigen Anteil ein wenig abzunehmen. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. So ähnlich, wie man das nach dem Auftragen von Lippenstift macht, damit er nicht ganz so rutschig auf den Lippen ist.

Et voilà:

Krümel im Gesicht...ich sollte mal die Handy-Cam abwischen...


Pigmentflecken - Was kann eine da machen? Camouflage?

Michou: Camouflage, wenn es wirklich großflächig abdecken soll - bei Chloasmen oder Feuermalen - muss richtig gelernt und geübt werden. Da müssen mehrere Farben miteinander gemischt, über einr speziellen Creme aufgetragen und mit einem besonderen Puder abgebürstet werden. Ist sehr aufwendig, sieht natürlich sehr maskenhaft aus, aber ist dafür dann auch wasserfest und wenn eine Hälfte des Gesichts andersfarbig ist, eine echte Erlösung. Was sich unter dem Namen Camouflage im Make up-Regal findet, ist meist nichts anderes als ein sehr kompaktes Make up mit hoher Deckkraft, aber selten sehr lange haltbar.

Nun gehöre ich aber auch zu denen, die ein komplett abdeckendes Make up nicht erstrebenswert finden: Pigmentflecken dürfen etwas durchlinsen, rote Bäckchen auch, weil es einfach auch zur Person dazu gehört. Sie komplett zu verdecken macht weder jünger noch hübscher :-) Daher denke ich: ein zartes Make up mit mittlerer Deckkraft reicht da aus - für Anfänger erst recht!

5. Puder

Julia: Jetzt ist alles schön abgedeckt und wir wollen, dass das auch noch ein bisschen so bleibt. Deshalb tragen wir Puder auf, denn der sorgt dafür, dass die cremigen Komponenten fixiert werden. Die Farbe sollte natürlich auch zur Foundation und zum Concealer passen. Auch hier tendenziell lieber zu hell als zu dunkel.

Ob gepresstes oder loses Puder: Das ist eurem persönlichen Gusto überlassen. Gepresste Puder, finde ich, sind für den Anfang etwas leichter aufzutragen, weil sie nicht so sehr stauben und rumsauen, wie die losen Puder. Lose Puder haben aber den großen Vorteil, dass es sich auch komplett farblos gibt, in der Drogerie z. B. von P2. Die haben den Vorteil, dass sie sich farblich jeder Foundation anpassen.

Bislang habe ich Puder am liebsten mit einem Pinsel aufgetragen, da ich das Puder so feiner dosieren kann als mit der Quaste. Zu viel Puder und eine sieht schnell aus, wie eine frisch mehlierte Kalkleiste. Außerdem sollte der Auftrag von oben nach unten erfolgen, da dies der Wuchsrichtung unserer Gesichtsbehaarung (naja, eher Flaum) entspricht. Arbeiten wir gegen den Strich ist das - wie ich finde - einfach sichtbarer - sowohl die Härchen wie auch das Puder. Ein bisschen kennen wir das ja auch von Stoff mit Richtung, n'est-ce pas?

Michou: Ich würde immer dem losen Puder den Vorzug geben und dazu immer den farblosen wählen. Pinsel machen zwar Spaß, der Puder bleibt dann aber eher liegen. Im Gegensatz zur Grundierung soll der Puder nämlich ins Make up hinein und nicht aufliegen. Daher ist der absolute Profitipp: Wattepads. Etwas auf das Pad, erst mit vier oder fünf Tupfern auf Stirn, Kinn, Nase, Wangen verteilen und dann pattern - ganz leicht, ohne Druck mit Klopfbewegungen verteilen. Wenn überall Puder ist, überall mit dem Pad eindrücken. Wenn später Rouge aufgetragen wurde, bietet sich der dicke Puderpinsel an: jetzt überall, über Lidschatten, Rouge, Glanzpuder oder was immer drauf ist, hinwegstreichen, um harte Konturen zu vermeiden und Überschüsse abzunehmen.

Update Julia: Die Foundation mit einem Finger aufzutragen hat zwar erst mal nicht so gut geklappt, aber das mit dem Puder funktioniert wirklich richtig gut und sieht auch gar nicht so übermäßig matt und mehliert aus. Und die Foundation hält wirklich noch viel besser!

(Ein wenig Ernüchterung kann ich an dieser Stelle nicht ersparen: Eine Grundierung, die am Abend noch aussieht wie frisch aufgetragen, gibt es leider leider nicht. Wer durchgehend makellos geschminkt sein will, der muss zwischendurch nachpudern, da auch trockene Haut nachfettet, was sich - je nach Ausprägung - natürlich etwas nachteilig auf die Haltbarkeit auswirkt. Ich finde so ein bisschen Nachfetten sogar recht attraktiv. Natürlicher Glow, und so. Aber wenn's wirklich haltbar sein soll, dann muss nachgepudert werden. Ich bin da ja ehrlich gesagt meistens zu faul dafür...)




That's it: Unser Gesicht ist jetzt abgedeckt und Makel im Idealfall unsichtbar gemacht. Und sieht erst mal...ein bisschen maskenhaft aus. Wenn wir ordentlich gearbeitet haben vielleicht weniger als befürchtet, dennoch ist die Farbe der Haut jetzt sehr einheitlich und das sieht nun mal etwas unnatürlich aus. Es fehlen die natürlichen Schatten und Tiefen, die unserem Gesicht Lebendigkeit und Frische verleihen. Mit dezentem Contouring, ein wenig Highlighting und natürlich wirkendem Rouge können wir unserem Gesicht etwas davon zurückgeben. Aber das erzähle ich ich euch in der nächsten Maus! :)

Ich hoffe, das war jetzt alles soweit verständlich. Wenn ihr's denn überhaupt so lange durchgehalten habt... :D




*Erinnert ihr euch noch, dass in den 90ern öfters mal in Zeitschriften der Katalog der Club des Créateurs de Beauté beilag? Mit einer Gratisprobe des Agnès B. "Embelliseur Abricot"? Ein kleiner Klecks davon im Gesicht und man hätte sofort die Rolle der Nscho-tschi in Bad Segeberg übernehmen können....*schauder*)

14. Januar 2016

Projekt Brot und Butter Teil 1

Mit ihrem #projektbrotundbutter trifft Siebenhundertsachen gerade ziemlich den Nerv vieler Hobbynäherinnen. Ich hatte in meinem Sylvesterposting ja schon anklingen lassen, dass ich 2016 verstärkt auf Basis-Schnitte zurück greifen möchte und die dann soweit anpassen, damit ich einfach nur noch in Serienproduktion gehen muss. Das passt natürlich prima zum Projekt Brot & Butter und ich sehe es auch ehrlich gesagt weniger als Sew Along denn als jahresbegleitende Maßnahme.

Und praktischerweise bin ich schon mittendrin. Wohoo! \0/


Beim Nähen habe ich das Problem der fehlenden Alltagskleidung eher weniger, schließlich greife ich beruflich und privat auf den gleichen Klamotten-Pool zu. Beim Stricken hapert es irgendwie doch am meisten. Ich suche mir ja gerne neue Herausforderungen, will heißen, immer neue Strickmuster oder stricke freestyle nach eigenem Design, und oft sind meine fertigen Strickjacken zu eng, zu kurz, zu weit, sie passen erst wie angegossen und nach dem Blocken habe ich einen weiten Sack, die Ärmel sind zu kurz, die Ärmel sind zu lang. Und so weiter und so fort...irgendwas ist immer! Und ja, ich mache eine Maschenprobe, die auch gewaschen und geblockt wird. Aber der vertraue ich dann meist doch nicht. Plöt!

Für den Winter möchte ich aus Drops Alpaca noch mindestens zwei Low-Budget-Pullover stricken. Die beiden, die ich habe (grün-türkis und perlgrau), werden in Dauerschleife getragen. Ich brauche mindestens noch eine Variante in schwarz - die ist gerade auf den Nadeln - und eine in Blau. Wolle ist da. Außerdem möchte ich aus diversen Alpaca-Restknäueln in Bordeaux, Perlgrau, Anthrazit und Blau einen MarlOn-Cardigan stricken. In Nadelstärke 4,5 bekomme ich die richtige Maschenprobe raus und so weich und locker mag ich die Alpaca auch am liebsten. Die ist dann auch nicht so bolle-warm und kann auch bei milderen Temperaturen getragen werden.

Für Frühling/Sommer muss ich mich dann mal auf die Suche nach einer guten Anleitung für ein passendes Jäckchen machen, das für meine Drops Baby Merino Maschenprobe passt. Ich bräuchte eines in schwarz und vielleicht noch eines in cremefarben. Vitamin D in cremefarbeneer Baby Alpaca Silk wär' vielleicht auch was... Das Wolllager ist auch gut befüllt, bestellen müsste ich - eigentlich - nix... (Haha, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich gerade bestellt habe...und naja, spätestens im Mai...ich sag' nur Drops Sale...)

Beim Nähen habe ich schon zwei Burda-Schnittmuster auserkoren, die ich gerne als Grundschnitt benutzen und immer wieder neu abwandeln möchte.

Als Bluse: Burda 7136. Ich habe schon eine Probebluse in weiß genäht. Der Stoff ist leider ziemlich shaize, sodass ich sie ca. 30 Minuten bügeln muss für ein halbwegs glattes Ergebnis. Die Passform der Bluse ist aber auf Anhieb sehr gut! Ich muss nur noch den Brustabnäher noch mal geringfügig verschieben. Ich habe schon einige Exemplare mit etwas tieferem Ausschnitt und Schluppe oder 3/4 Ärmeln vor meinem geistigen Auge. Quasi Sewaholics Granville und Oakridge - nur in gut... ;) Für das Nähen meiner Probebluse bin ich bei den Ärmelschlitzen übrigens nicht wie im SM vorgesehen vorgegangen, sondern habe die Methode von Off the Cuff getestet. Noch nie sahen meine Plackets auf Anhieb so gut und professionell aus!

Auf der Blusenliste stehen:
2 Hemdblusen: in Weiß und Champagner
1 Schluppenbluse in Schwarz
1 Schluppenbluse in Weiß mit Goldfischen <3
1 Schluppenbluse in Ocker-Creme-Pünktchenstoff


Als Hose: Ich habe schon ein Probeexemplar von Burda 8087 genäht. Die Hose habe ich ab der Kniemarkierung noch zu beiden Seiten leicht ausgestellt. Yeah Baby, eine ausgestellte Hose, die am Popo durch ihre Weite einiges verzeiht und bei der ich auf Anhieb mit minimalen Anpassungen ein tolles Ergebnis erzielt habe. Und die an den Hüften schön schmal sitzt und meine Figur vorteilhaft unterstützt! So mag ich das. Captain Riesling findet, dass sie ja so weit geschnitten ist, dass sie fast ausssieht wie ein Rock. Ich finde, er übertreibt mal wieder maßlos... Das Probemodell ist aus marineblauem Wollstoff, einem dem Rest der Culotte.

Auf der Hosenliste stehen also:
eine ausgestellte Hose in Schwarz
und eine ausgestellte Hose in Grau

Was mir noch fehlt ist ein guter Schnitt für eine schmal zulaufende Hose. So gern ich die Odeeh-Hosen mag: Ich hätte aber auch gerne welche mit ohne Gummibund...Aber da ich durch die 4 vorhandenen Hosen recht gut versorgt bin, genießt dieser Punkt erst mal keine allzu große Dringlichkeit.

Außerdem fehlen mir noch:
1-2 Pyjama-Hosen
ein Hosen-Anzug für berufliche Anlässe
eine Übergangsjacke (oder Mantel)
2 ausgestellte Röcke in schwarz und grau

Hollyburn und ich, das wird leider nix mehr in diesem Leben... ich habe diesen Schnitt und diesen Schnitt (Wiebke hatte eine tolle Version genäht!) sowie den Bahnenrock aus der Fashion Style 9/2015 in die engere Wahl genommen.

Außerdem will ich mir für Mitte Februar wieder gerne ein Geburtstagsoutfit nähen. Vielleicht diesmal doch nur ein Rock?! Oder doch ein Kleid? Das vom letzten Jahr ist beim Waschen trotz Vorwaschen leider geschrumpft. -.-

Insgesamt keine kleine Liste, aber wie gesagt: Das sind nicht zwingend die Pläne für die nächsten drei  Monate, sondern  die Basis für's ganze Jahr...

Spannend finde ich, dass jede so unterschiedliche Bedürfnisse hat - so unterschiedlich, wie die Leben, die wir führen! Ziemlich coole Sache, finde ich. Wie sieht's bei euch aus: Macht ihr auch mit?



13. Januar 2016

MMM - Lieblingsteil 2015

Beim ersten MMM des Jahres geht es traditionell um das Lieblingsteil des vergangenen Jahres. Claudias Jeans heute ist echt der Hammer...wie gut, dass es zur Ginger Jeans - die ich vor ewigen Zeiten schon gekauft, aber noch nie genäht habe - gerade ganz aktuell die Extension für Flared Legs gibt...ich sollte sie doch endlich mal zum Plotten schicken!

Ich habe ja zugegebenermaßen nur einen kleinen Teil der 2015 genähten Stücke tatsächlich verbloggt. Unter allen Teilen sind aber 2 Schnitte und ein Strickmuster, die ich mehrfach genäht bzw. gestrickt und in jeglicher Variante in Heavy Rotation getragen habe.


Schnitt 1: Anna Dress von By Hand London. 


Meine beiden Annas habe ich im Sommer viel getragen. Wobei nie mit Stiefeletten sondern immer schön mit flachen Sandalen. N°2 aus dem gemusterten Stoff lässt mein Herz dabei irgendwie noch höher schlagen als die einfache schwarze Variante. Für den Sommer 2016 sind auf jeden Fall weitere Varianten vorgesehen!








Schnitt 2: Die Odeeh-Hose(n)







Insgesamt habe ich inzwischen 4 Odeeh-Hosen genäht, verbloggt habe ich nur zwei : die rot-blaue und die Smogging-Hose. Beide trage ich gern. Es gibt noch eine blau-grau-gemusterte aus leichtem Baumwollstoff. Der absolute Liebling ist aber der neueste Zuwachs: feiner, grauer Anzugstoff mit kleinem Muster, bei dem ich, wie bei der Smogging-Hose, Paspeltaschen statt Hüftpassentaschen genäht habe.






Gestrickt wurde 2015 auch viel - aber irgendwie trage ich nur einen Bruchteil. Leider wird mein
Gestricktes nie so ganz, wie ich mir das vorstelle. Aber das soll sich 2016 ändern...

Mein Lieblingsgestrick 2015: Zweimal gestrickt und unzählige Male getragen habe ich den Low-Budget-Pullover. Verbloggt in Drops Alpaca grün-türkis gibt es ihn inzwischen auch noch in perlgrau. In schwarz habe ich ihn gerade auf den Nadeln, aber dazu mehr im Rahmen des Projekts Brot und Butter...



Und jetzt stöbere ich noch durch die Lieblingsstücke der anderen Memaids - eine schöne Begriffskomposition, die ich heute bei Dodo las. Vielleicht schon Anwärter auf das Nähnerd-Wort 2016?!

3. Januar 2016

Wie ich ein Einhorn fing und den Oscar gewann

Ich habe eure Aufmerksamkeit, oder? ;)

Tut mir leid, ich musste einfach eine etwas reißerische Überschrift wählen, denn wenn ich einfach nur geschrieben hätte "Endlich reine Haut!", ja dann hätte ich euch wahrscheinlich nur ein müdes Gähnen abgrungen. Mir wäre es zumindest so gegangen, denn wie oft habe ich das in den letzten 20 Jahren erhofft und ersehnt...

Und darum soll es heute gehen. Ich schiebe diesen Artikel mal vor allen geplanten Schmink-Beiträgen dazwischen, da er mir eigentlich schon seit Wochen unter den Nägeln brennt. Vielen Dank übrigens für eure vielen Kommentare und Anregungen, die ich in den nächsten Wochen Stück für Stück aufgreifen möchte. Teilweise decken sich eure Wünsche mit den Ideen, die ich eh schon habe und teilweise ist es echt so "Puh, mal sehen, ob ich da helfe kann". Aber ich werde es auf jede Fall versuchen. Und wer weiß, vielleicht hilft mir ja auch noch jemand. Oder so. :)

Heute schildere ich erst mal, wie ich meine unreine Haut in den Griff bekommen habe. Das Problem dabei ist: ich bin Geisteswissenschaftlerin. Und das aus gutem Grund, denn alles was in Richtung Naturwissenschaften ging, artete bei mir in einer mittleren Katastrophe aus. Und so fehlt mir ein bisschen das biologisch-chemische Verständnis, über das, was ich heute schreibe. Oder vielleicht ist auch nur mein Anspruch, alles wissenschaftlich belegen zu wollen, zu vermessen, wer weiß...

Okay, ich labere schon wieder zu viel. Auf die Plätze, fertig, los.

Probleme mit Pickeln und Mitessern habe ich seit ich 14 bin. In Zeiten hormoneller Verhütung war die Haut ein bisschen besser aber ganz rein war sie eigentlich nie. Und als ich dann Anfang 30 die Hormone zunehmend nicht mehr vertrug (Hello Heulkrämpfe, I'm talking to you!) und Pille und Co absetzte, ging's wieder los. Ich war natürlich beim Hautarzt. Mehrfach. In den Jugendjahren und dann vor 3, 4 Jahren. Könnte sich ja zwischenzeitlich was in der Forschung getan haben. Öhm. Bis auf das Verschreiben Salben oder Gelen, die meine Haut nur ganz furchtbar austrockneten und trotzdem keinen nennenswerten (Schäl-) Effekt hatten, kam nicht viel dabei  rum. Meine Haut sei ja gar nicht sooo schlimm und ich solle einfach mal ein paar Monate das Make-Up weglassen und dann würde sich das alles schon von selbst erledigen. Ah ja. Danke für's Gespräch. Funktioniert nur leider nicht. Been there, done that.

Was mir als erstes geholfen hat, war die Erkenntnis, dass alles, was die Haut austrocknet, ihr Nachfetten verlangsamen oder mattieren soll bei unreiner Haut einfach nur absolut kontraproduktiv ist. Wenn ich mich nicht irre ist es so, dass die Verhornung der Haut angeregt wird und die Poren erst recht verstopfen. Vorstellen könnte ich mir auch, dass die Haut dann erst recht versucht noch mehr Fett zu produzieren. Erste Maßnahme also: die unreine Haut braucht nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Fett.

Durch meine Ma (= PTA) bin ich eher zufällig auf die Pflegeserie für unreine Haut von Avène aufmerksam geworden. Mit der Cleanance K Creme (die inzwischen jedoch aus dem Sortiment genommen wurde, vergleichbar ist aktuell die Triacnéal) wurde meine Haut schon besser aber eben noch nicht richtig gut.

Vor ziemlich genau einem Jahr entdeckte ich auf Gwen's Beautyblog eine mir bisher gänzlich unbekannte Kosmetik-Marke: Paula's Choice. Der Beitrag las sich gut. Ich fand weitere Erfahrungsberichte und positive Akneverläufe und ich glaube, noch am gleiche Tag landeten die ersten Proben in meinem virtuellen Einkaufskörbchen.

Wer oder was ist Paula's Choice?

Paula's Choice (fortan PC) ist eine amerikanische Kosmetikmarke die es auch in den USA bei weitem nicht in jedem Drugstore oder jeder Pharmacy gibt. Es gibt eine deutsche Webseite mit jeder Menge Hintergrundwissen zu den Produkten, Inhaltsstoffen und Hautpflege im Allgemeinen. Für meine Laienkenntnisse macht das ganze einen soliden und plausiblen Eindruck. Alles, was dort an Aussagen getroffen wird, wird in den Fußnoten mit wissenschaftlichen Publikationen hinterlegt. Über die Güte dieser Studien kann ich zwar keine Aussage treffen. Aber für mich als Konsument wirkt das auf jeden Fall schon mal vertrauenserweckender als platte Werbeaussagen.

Es gibt auf der Seite einen deutschen Online-Shop, der sehr flott von Holland aus liefert. Außerdem gibt es noch das englischsprachige Beautypedia, wo Paula Begoun und ihr Team diverse Kosmetikprodukte anderer Hersteller unter die Lupe nehmen. Da schneiden auch nicht nur ihre eigenen Produkte gut ab und ich hab' da die eine odere andere Produkt-Empfehlung mitgenommen. Rein deutsche Produkte sind da zwar nicht zu finden, und auch von internationalen Firmen (Oil of Olaz jetz mal als Beispiel) sind bei weitem nicht alle Produkte auf dem hiesigen Markt zu finden. Aber ein Blick lohnt sich allemal!

Ich probiere zwar gerne neues aus, aber ich kaufe nicht gerne die Katze im Sack. Vor allem nicht dann, wenn die Produkte hoch- bzw. höherpreisig sind. (Zu den PC-Preisen komme ich am Ende noch.) Ganz besonders toll finde ich deshalb, dass man im deutschen Online-Shop von den meisten Produkten tatsächlich erst mal Proben bestellen kann. Es gibt Probensets mit verschiedenen Produkten für unterschiedliche Hauttypen (ganz unten auf der Seite) oder 2-Wochen-Proben einzelner Produkte. Auf den einzelnen Produktseiten (z. B. hier) kann man auch kleine Probensachets - wie man die auch aus der Parfümerie  kennt - für kleines Geld und in größerer Zahl bestellen.  Nicht von allen Produkten, aber doch sehr vielen.

Einige Produkte sind im Sortiment übrigens mehrfach mit identischer Formulierung aber in anderem Design vorhanden. Ein Blick auf den Reiter "Häufig gestellte Fragen" auf der Produktseite lohnt sich daher.

Auf diese Art habe ich mich dann erst mal ausgiebig durch das Sortiment getestet. Oben links gibt es einen Button, mit dem man die Produktauswahl gezielt nach seinen Hautbedürfnissen eingrenzen kann:









Meine Haut ist eine Mischhaut, die schnell austrocknet, aber ansonsten nicht sonderlich empfindlich ist. Mit Irritationen reagiert sie eigentlich nie. Das einzige, was meine Haut absolut nicht will ist Alkohol. Ich habe lange Zeit versucht, meiner Haut mit Naturkosmetik etwas Gutes zu tun und habe im Laufe der Zeit verschiedenste Marken durchgetestet. Einfach, weil ich die Idee, so gut fand. Nur: meine Haut mochte Naturkosmetik leider gar nicht. Und ich gehe stark davon aus, dass das am Alkohol lag, der in sehr vielen Naturkosmetikprodukten zur Konservierung eingesetzt wird. 

Im Laufe des letzten Jahres habe ich die unterschiedlichsten Feuchtigkeitscremes, Peelings, Waschgele und Gesichtswässerchen von PC ausprobiert und alle ausnahmslos sehr gut vertragen!

Aber heute soll es ja eigentlich um das Thema unreine Haut und Akne gehen.

Angefixt habe ich mir Proben verschiedener chemischer Peelings mit BHA (Betahydroxysäure, konret: Salicylsäure) bestellt. Je nach Hautbeschaffenheit und -bedürfnis gibt es diese bei PC als Gels, Lotions und Gesichtswasser. Bei mir ist seit fast einem Jahr die Clear Extra Strenght 2 % Peeling Liquid im Einsatz.



Allein durch sie hat sich mein Hautbild massiv verbessert. Es kommen sehr viel weniger Mitesser und Pickel nach, bestehende Entzündungen heilen schneller ab und auch die Pickelmale verblassen sehr viel schneller als sonst, da Salicylsäure antibakteriell wirkt und die verhornte oberste Hautschicht ablöst - und die Poren immer schön frei sind. Salicylsäure ist zwar auch in vielen Drogerie-Anti-Pickel-Produkten enthalten, wirkt aber meistens nicht richtig. (Fragt mich mal, woher ich das weiß...) Warum das so ist und weshalb der richtige pH-Wert so wichtig ist, fasst Agata auf Magi-Mania zusammen. Hätte ich das mal früher gewusst.  Diesen Beitrag zur richtigen Reinigung bei "sauer" wirkender Hautpflege finde ich ergänzend auch sehr lesenswert. Ich tonisiere nach der Gesichtsreinigung und vor dem Auftragen des BHA-Peelings mit einem Gesichtswasser mit entsprechendem pH-Wert. (Manchmal. Meistens bin ich auch zu faul und trage die Peeling-Lotion einfach so auf. Oder ich trage erst mal eine Bodylotion auf und lasse meiner Haut Zeit, um sich von selbst in den pH-hautneutralen Bereich einzupendeln. Der Wirkung hat das bislang nicht geschadet.)

BHAs sind im Gegensatz zu AHAs (Alphahydoxysäuren) lipophil (also fett"liebend") und können so auch in die Pore eindringen. Wer unter unreiner Haut/Akne leidet greift also besser zu BHA-Produkten. Wer eher etwas in Richtung Anti-Aging/fahler Teint sucht, ist mit den AHA-Produkten von PC gut beraten.

Allerdings sei unbedingt noch erwähnt, dass beide Wirkstoffe - also AHAs und BHAs - die Photosensibilität der Haut erhöht. Tagsüber ist deshalb eine Feuchtigkeitspflege mit LSF 30 oder höher dringend angeraten! Bei Avène und der Cleanance K Creme, die ja nach dem gleichen Prinzip funktioniert, habe ich übrigens bewusst keinen Hinweis zur höheren Lichtempfindlichkeit wahrgenommen.

Da ich von dem vorläufigen Ergebnis sehr begeistert war, habe ich irgendwann Ende Mai meiner älteren Schwester einen bunten Probenstrauß geordert. Meine Schwester leidet nicht nur unter unreiner Haut wie ich, sondern unter richtig starker Akne. Da sie mit ihrere Familie im Frankenland lebt, sehen wir uns nicht so oft. Ende September sahen wir uns wieder und ich war wirklich erstaunt. Im ersten Moment dachte ich, sie hätte wieder mit der Pille angefangen oder würde eventuell sogar noch stillen. Aber nein, das sei Paula's Choice zu verdanken. Nachdem sie mit meinen Proben schon gute Ergebnisse erzielte, hat sie auch noch mal ein bisschen bestellt. Mit Ende 30 ist für sie das Thema Anti-Aging vielleicht noch von größerem Interesse als für mich.. Auf ihre Empfehlung hin habe ich eine 2-Wochen-Probe des Clinical Treatment mit 1% Retinol bestellt und wie empfohlen erst mal nur an 3 Abenden pro Woche verwendet.




Retinol ist ja so ein bisschen das Wundermittel in der Anti-Aging-Pflege. Vereinfacht wird Retinol mit Vitamin A gleichgesetzt, wobei Vitamin A tatsächlich eine Stoffgruppe ist, die mehrere chemische Verbindungen umfasst. Wikipedia sagt dazu: "Beim Menschen zählt man Retinal, Retinol, Retinsäuren und Retinylpalmitat als Vitamin A, sowie 3-Dehydroretinol einschließlich des Aldehyds. Sie können durch enzymatisch katalysierte Reaktionen ineinander übergeführt werden, mit der einzigen Ausnahme, dass Retinsäuren nicht mehr recycliert werden können."

Aha. Der Biologe meines Vertrauens liest sich solche Beitrage beim Frühstück durch und nickt wissend mit dem Kopf. Für mich sind das böhmische Dörfer. Vereinfacht gesagt ist es wohl so, dass Retinol auf der Haut zu Vitamin-A-Säure (auch Tretinoid oder all-trans-Retinsäure genannt) wird. Vitamin-A-Säure wird in der Akne-Therapie sowohl äußerlich (z. B. Aknemycin Plus) als auch innerlich (z. B. Roaccutan) angewendet. Aber Vitamin A ist laut Wikipedia allgemein wichtig für die gesunde Funktionsweise der Haut. Soweit ich weiß sind alle Vitamin-A-Säure-Präparate nur auf ärztliches Rezept erhältlich. Vitamin-A-Säure hat aber auch eine teratogene (d.. h. fruchtschädigende) Wirkung, weshalb die innerliche Anwendung nur dann möglich ist, wenn gleichzeitig hormonell verhütet wird. (Das erzählte zumindest mal eine Freundin, die Roaccutan verschrieben bekam, vor einigen Jahren.) Generell ist die Akne-Therapie mit Vitamin-A-Säure-Präparaten in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Auch auf das Treatment von PC sollte man während Schwangerschaft und Stillzeit verzichten. Das ist auch auf der Packung so vermerkt. Sicher ist sicher. Wer aber das Produkt anwenden kann, der darf sich über eine gesteigerte Kollagenproduktion freuen, was die Haut glättet und kleine Fältchen aufpolstert. Während BHAs die oberste Hautschichten ablöst, kurbelt Retinol außerdem die Zellerneuerung in den tiefere Hautschichten an. Aber wie auch bei den chemischen Peeling ist auch bei der Pflege mit Retinol ein ausreichender Sonnenschutz am Tag ein absolutes Must. Wobei Sonnenschutz generell das Beste ist, was man seiner Haut - nicht nur allein aus Anti-Aging-Sicht - angedeihen lassen kann.

Ich verwende das Clinical Treatment mit Retinol an jedem zweiten oder dritten Abend immer im Wechsel mit dem BHA-Peeling. Dafür mische ich eine etwa erbsengroße Menge mit einem Spritzer normalen Gesichtswasser und trage es im Gesicht auf. Wie auf der Packung vorgeschrieben spare ich die Augen- und Mundpartien aus. Nach dem Auftragen wasche ich mir die Hände - aber das mache ich eigentlich immer, wenn ich mich eincreme. Ich kann das klebrige Gefühl auf den Handinnnenflächen einfach nicht leiden.

Seit ich das Treatment verwende, hat sich meine Haut noch mal dramatisch (!) verbessert. Ich habe so gut wie keine Mitesser mehr, meine Poren rund um die Nase sind deutlich verfeinert und auch die hormonell bedingten Entzündung sind auf ein Minimum zurückgegangen. (Und das nicht nur bei mir, auch bei meiner akne-geplagten Schwester.) Meine Haut sieht nicht nur toll aus - sie fühlt sich auch gut an!

Wer bis hierhin durchgehalten hat: Das sind meine Erfahrungen mit Paula's Choice und den Produkten. Ich möchte sie in meiner Pflegeroutine nicht mehr missen. Dieser Beitrag wurde nicht gesponsert oder anderweitig von Paula's Choice unterstützt - ich bin einfach sehr begeistert von den Produkten und möchte andere daran, die vielleicht mit ähnlichen Hautproblemen kämpfen, an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Ob die Produkte etwas für eine/einen selbst sind, muss jede/r selbst für sich herausfinden.

Ach ja, ein Wort zu den Preisen noch: Die Preise erscheinen vielleicht auf den ersten Blick etwas hoch, dafür ist aber auch recht viel drin. Und gemessen an hochpreisiger Parfümerie-Pflege mit zweifelhafter Wirkung ein echtes Schnäppchen ! Die 2-Wochen-Proben sind ebenfalls reichlich bemessen und reichten bei mir auch deutlich länger. Meistens sogar mehr als doppelt so lange.

Als nächtes bestelle ich ein paar Proben für meine Ma. Mal sehen, ob wir ihre Pigmentflecken loswerden...

Und falls ihr Fragen habt: Immer gerne - ich versuche mein Bestes! :)

Liebe Grüße
Julia