26. Januar 2015

Victor und Chloé

Weitere Bilder vom Stoff und der Innenverarbeitung sobald ich mal bei Tageslicht zu Hause bin...

Die Frau mit den riesigen Händen - Perspektive ist alles!

"Chloé? Bist du da Chloé? Du sahst gestern so wunderschön aus! Chloé? Chloé?"

Ich denke mal, ihr kennt die zugehörige Parfum-Werbung, nech? So ähnlich säuselte Herr Galappo durch die Wohnung, nachdem er erfahren hatte, dass das jüngste Nähprojekt einen Namen hat: Kurzmantel Chloé aus der Herbstausgabe der 'La Maison Victor'.  Es handelt sich um einen sehr schlichten, kragenlosen Kurz-Mantel mit Raglanärmeln. Im Heft ist er aus grau-weißem Wollstoff genäht.

Kurz nach Weihnachten wollte ich im Stoff-Outlet meines Vertrauens nur eben schnell ein paar Reißverschlüsse kaufen, bei der Stoffreste-Kiste fielen mir aber 1,5 Meter eines schwarz-weißen (eher cremefarben) Wollstoffs für 11 Euro in die Hände. (Die Zusammensetzung ist mir nicht bekannt aber bei der Preisstruktur im Outlet würde ich tippen, dass es nicht das billigste vom billigen aber auch nicht mega-highend ist.) Das MeMadeMittwoch-Weihnachtsmärchen war mir noch in bester Erinnerung und aus akuter Stoffverarmungsangst durfte er dann kurzerhand mit.

Mir kam bei dem Stoff sofort ein schlichtes, hüftkurzes Jäckchen in den Sinn und ich musste auch gleich an "Chloé" denken. Durch den geraden, kastigen Schnitt sollte sich das doch recht leicht kürzen lassen.

Vor Jacken schrecke ich ja immer noch ein bisschen zurück, da ich sie als sehr aufwendig empfinde. Da steht und fällt das Ergebnis auch gerne mit den Details. Wer mit dem Jacken-Nähen anfangen möchte, dem sei dieser Schnitt wärmstens ans Herz gelegt. Er wird mit Druckknöpfen geschlossen, d. h. man muss keine Angst vor schiefen Knopflöchern haben. Die Raglan-Ärmel sind auch fix genäht und vor allem für jene geeignet, die - wie ich - beim Einsetzen eingehaltener Ärmel meistens zweimal ran müssen. (Zugegebenermaßen, dem Angstgegner aus dem Weg zu gehen, hilft auch nicht gerade, ihn bezwingen zu lernen, aber manchmal darf das auch sein...quick and dirty!)

Da ich ihn gekürzt habe, musste ich keinerlei Anpassung vornehmen. Normalerweise gradiere ich im Hüftbereich auf die nächsthöhere Größe. Bei der Wahl der richtigen Größe habe ich mich natürlich an der Größentabelle orientiert, die besagte, dass ich eine Nummer kleiner nähen sollte, als bei Burda-Schnittmustern. Die Größe passt, somit würde ich die Größentabelle für mich mal als verifiziert betrachten. Durch den weiten, kastigen Schnitt war auch die sonst übliche Hohlkreuzanpassung nicht notwendig.

Die Nähanleitung im Heft ist sehr ausführlich, gut erklärt und mit vielen aussagekräftigen Bildern illustriert. Die Anleitung sah ursprünglich kein Futter vor, es gibt aber ein zusätzliches Kapitel, das beschreibt, wie man die Schnittteile für das Futter erstellt und wie es eingenäht wird. Top! Dadurch habe ich auch gelernt, wie ich das Futter an den Säumen mit der Maschine festnähen kann. Doppelt top! Die Säume habe ich einfach nur umgebügelt, da der Stoff die Form bzw. Kante sehr gut hält. In der Anleitung sollte der Saum noch mit unsichtbaren Stichen fixiert werden.

Da mein Wollstoff nicht sehr fest gewebt ist und ich befürchtete, er könne ausleiern, habe ich die Vorderteile, das Rückenteil und die Besatzteile mit Vliesline H400 verstärkt. So hat das Jäckchen auch schön Stand.

Die Versäuberungen habe ich mit der Overlock gemacht. Ich bin immer noch erstaunt, wie viel schneller ich seitdem bin! Ich habe Samstagmorgen ab ca. 10.30 Uhr losgelegt: Erst den Schnitt abgepaust - was ein wenig nervig ist, weil man die verschiedenen Schnittmusterbögen z. T. aneinander kleben muss -, dann zugeschnitten und gegen 14.30 Uhr waren auch die Einlagen aufgebügelt. Mit dem Nähen ging es dann nach einer kurzen Himbeer-Quark-und-Kaffee-Stärkung etwas gegen 15 Uhr los. Die Oberjacke und das Futter waren gegen 18.30 Uhr fertig. Für das Zusammenfügen habe ich am Samstag noch mal zwei Stunden benötigt. Also wirklich super schnell genäht. Das nimmt zukünftigen Jacken- und Mantelprojekten auf jeden Fall den Schrecken. (Hello Minoru, I'm talking to you!)

Da seit der Herbstausgabe keine weiteres 'La Maison Victor' Heft erschienen ist, fürchte ich, dass der deutsche Markt zukünftig nicht mehr in den Genuss kommen wird. In Frankreich sind zwischenzeitlich zwei weitere Hefte rausgekommen. Das fände ich wirklich sehr schade. Aber ich habe dem Verlag mal eine E-Mail ges. Wenn ich etwas in Erfahrung bringe, lasse ich es euch wissen!

24. Januar 2015

Saturday Night Food Vol. I

Ich bin ja nicht nur leidenschaftliche Näherin, ich koche und backe mindestens genaus so gern. Und da das hier ja meine Spielwiese ist, hab' ich mir überlegt, hier hin und wieder auch das eine oder andere Rezept einzustellen.

Heute Aben gab es ein unheimlich leckeres Süppchen. Inspiriert war es von diesem Rezept, das ich vor einem Jahr schon mal gekocht hatte und einem vegetarischen Linsencurry mit Spinat.

Herausgekommen ist eine Stckrüben-Curry-Suppe mit roten Linsen und Spinat. Sehr lecker, sehr sättigend und wenn man die Schinkenwürfel weglässt, sogar vegan. Wenn man denn drauf Wert legt. Einen Hauch Piment d'Espelette on top würde sich sicherlich auch noch gut machen.


Steckrüben-Curry-Suppe mit Linsen und Spinat


Für 4 Portionen:

1 Zwiebel
1 EL Öl
1 EL Curry-Gewürzmischung (trocken oder als Paste - as you like!)
1 Steckrübe
1 mittelgroße Kartoffel
1 l Wasser
200 ml Kokosmilch light
120 g rote Linsen
Chiliflocken

Außerdem:
pro Teller 100 g TK-Blattspinat (oder frisch)
pro Teller 25 g Schinkenwürfel/Speckwürfel

Die Zwiebel fein Würfeln, die Steckrübe und die Kartoffel schälen und in grobe Würfel schneiden. Die Zwiebel in Olivenöl glasig dünsten, dann das Curry zugeben und kurz anbraten. Gemüsewürfel zugeben und mit dem Wasser ablöschen. Gemüse weich kochen. In der Zwischenzeit die Linsen in ungesalzenem Wasser bissfest kochen. Abgießen und salzen. Die Schinkenwürfel in etwas Öl anbraten. Den Spinat zugeben und auftauen lassen. Solange braten, bis das Wasser verdunstet ist und der Spinat trocken. Leicht salzen - der Schinken bringt ja schon Würze mit. Wenn das Gemüse weich ist pürieren. Die Kokosmilch untermixen und mit Salz und Chiliflocken und weiterem Curry nach Bedarf abschmecken. Die Suppe auf Teller verteilen. Pro Teller 30 g Linsen in die Mitte setzen, zum Schluss den Spinat oben drauf geben. Schmecken lassen!

14. Januar 2015

MMM am 14. Januar 2015

Nachdem letzte Woche beim MMM das Lieblingsoutfit 2014 gezeigt wurde, bin ich diese Woche auch wieder mit dabei. Da ich erst gegen Jahresende mit dem Bloggen angefangen hatte und das Lieblingsoutfit gleichzeitig entweder das erstgezeigte hier oder aber das Weihnachtskleid waren, hab' ich mir die Teilnahme mal gespart...einfach nur irgendwas zeigen fand ich dann auch eher unpassend. Scheint aber einige andere trotzdem nicht gehindert zu haben. Lesen die eigentlich den Ursprungspost eigentlich gar nicht, oder ist den Damen das einfach herzlich egal - Hauptsache verlinken?! Ich käme mir da irgendwie sehr fehl am Platz vor...just my two cents! ;)

Von der Kollegin im Büro fotografiert. Mit Sternchen statt undekorativem schwarzen Balken für mehr Datenschutz.

Gestern trug ich mein Silvesteroutfit, das in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr entstand. Der Rock ist aus dem Rest meines Weihnachtskleidstoffs und mit einem bewährten Schnittmuster für einen simplen A-Linien-Rock genäht. Ich habe dafür ca. 2,5 Stunden gebraucht. Unglaublich, was der Einsatz einer Overlock für eine Geschwindigkeit ermöglicht! Ohne Futter zeichnet sich hier übrigens jede T-Shirt-Kante durch. Wie gut, dass ich mein Kleid gefüttert hatte!

Der eigentliche Star des Outfits ist aber die Bluse, denn 2015 möchte ich ja definitiv mehr Blusen nähen!

Es handelt sich um Modell 105A aus der November Burda 2014. Mir fiel sie sofort beim ersten Durchblättern ins Auge. Als ich dann die ersten Umsetzungen bei Sewionista und Frau Neu sah, war klar, dass das ein echtes Schätzchen an Schnittmuster ist. Aber erst mal musste das Weihnachtskleid sein.

Der Stoff lag auch erst mal ein paar Monate im Schrank und wurde ausgiebig gestreichelt. Trotz seiner 100% Polyester. Als ich dann in Bremen die dazu passenden Ohrringe fand, war klar, dass es jetzt ganz schnell gehen musste! Herr Galoppo witzelt bei jedem Tragen, dass er da noch mit Kuli ein paar Smileys in die Punkte reinmalen muss. Um es mit den Worten Daffy Ducks zu sagen: "Püh!"

Die Bluse ist ganz fix an einem Nachmittag genäht. Der Stoff war sehr flutschig, weshalb ich ihn vorher erst mal in aufgelöstem Vliesofix gebadet hatte. Da sie eher leger und Richtung Hüfte ausgestellt geschnitten ist, waren keinerlei Anpassung oder Gradierung zur nächsthöheren Größe im Hüftbereich notwendig. Tiptop! Die einzige Änderung, die ich vorgenommen habe, war an den Ärmelsäumen: Da mir der Ärmel etwas zu weit war, habe ich kurzerhand eine kleine Falte (ca. 3 cm tief) auf der Arminnenseite etwa 3,5 cm neben der Ärmelnaht gelegt und einen geraden Stoffstreifen als Manschette um die Kante genäht. So sind sie nicht ganz so flatterig, man kann aber trotzdem noch schön bequem reinschlupfen.

Am nächsten Tag wurde dann gleich die zweite Bluse nach diesem Schnitt genäht. Ebenfalls aus einem lange gestreichelten Stöffchen. Die zeige ich dann am Wochenende mal, wenn das Licht im Nähzimmer taugt.

Ich liebe dieses Outfit heiß und innig - und bin so ganz entspannt und gut gekleidet ins neue Jahr gestartet. Noch mehr gut gekleidete Damen (zumeist) gibt's mit Vorturnerin Dodo heute auf dem MeMadeMittwoch-Blog! Da klick' ich mich gleich erst mal durch...

7. Januar 2015

Hello 2015 - nice to meet you!

So ungern ich mein heiß und innig geliebtes Weihnachtskleid vom Spitzenplatz verdränge - irgendwann muss es hier ja mal weitergehen. Da ich erst im Oktober mit dem Bloggen wieder angefangen habe, verzichte ich einfach mal auf einen Jahresrückblick.

Was ich an dieser Stelle aber loswerden möchte ist ein großes Danke! Es macht so viel Spaß in der Nähcommunity und die vielen Kommentare - im Blog oder auf Twitter - sind ein tolles Feedback! Umso mehr beneide ich die, die sich zum Nähkränzchen oder dem Nähstammtisch verabreden können...schnüff!

Die vielen positiven Kommentare zu meinem Weihnachtskleid trudelten während unserer Fahrt ins schöne Bremen ein. (Dieses Jahr habe ich mir auch zum Glück keinen Punkt wegen überhöhter Geschwindkeit eingefangen...) Jeder einzelne fühlte sich einfach ganz fantastisch an und auch an dieser Stelle noch mal ein großes Danke!! Fühlt sich einfach toll an. (Notiz an mich: 2015 selbst mehr kommentieren...ups!)

Weihnachten und die Zeit zwischen den Jahren waren sehr schön und sehr erholsam. Wir waren in Bremen bei Flexos Familie und haben das neue Jahr - wieder zu Hause zu zweit - mit leckerem Essen (hhmmm...gebratene Spinatknödelrolle mit Haselnuss-Brösel-Butter nach Deutschland Vegetarisch, Millefeuille mit Vanillecreme und Mandarinen nach Christophe Felder) und einem schönen Feuerwerk am Rheinufer begrüßt. Ich habe in der Zeit viel genäht und gestrickt und somit zwei Blusen, einen Rock und einen Pulli fertig gestellt. Sowie ein Teil für die Tonne produziert. Keine schlechte Quote. Die Blusen und der Pulli bekommen zwei eigene Posts - aber alles zu seiner Zeit. Ich muss mich hier erst mal wieder eingrooven...

Habt ihr eigentlich Vorsätze für das neue Jahr? Ich bin da ja immer etwas zwiegespalten. Ob man will oder nicht, zum Jahresende zieht man ja doch Bilanz und rechnet auf: Was lief gut, was weniger?  Wo kann ich optimieren und was hat sich bewährt...Da ich aber absolut kein Herdentier bin und vielfach Gehyptes bei mir eher zur Trotzablehnung (oder zumindest -ignoranz) führt, entziehe ich mich normalerweise dem Gute-Vorsätze-Wahn. Selbstoptimierung ist ja eigentlich das ganze Jahr über möglich.

Für 2015 möchte ich deshalb eigentlich nur eines zwei Sachen angehen: 1. Mehr Kommentieren - das geht beim Lesen im Reader auf dem Smartphone einfach unter... Und 2. meine Oberteilschwäche! Strickjacken und Pullis produziere ich zwar durchgängig, aber was ich wirklich gerne trage sind Blusen. Sie veredeln jedes Outfit und man ist sofort gut angezogen. Klassische Blusen bekomme ich eigentlich recht unproblematisch. Aber die sind mir meistens zu steif und unbequem. Denn am liebsten trage ich weichfließende Stöffchen. Langweilig sind die gekauften Dinger außerdem. Und die Bügelei erst. Mehr feminine Blusen braucht mein Schrank und das will ich 2015 angehen. Der Anfang wäre ja schon mal getan!

Außerdem geistern mir noch ein paar andere Dinge durch den Kopf, die über das reine Näh-Bloggen hinaus gehen. Was mich so bewegt, Gedanken, die ich mit mir rumtrage. Ob und in welcher Form das hier in den Blog einfließen soll, weiß ich noch nicht. Da muss ich noch mal ein paar Nächte drüber schlafen...

Habt ihr eigentlich schon Alex' verdammt coole Aktion 'Channel this...' gesehen?! Ich bin auf jeden Fall dabei! Und bin neugierig, wer uns dieses Jahr als Style-Pate noch so vorstehen wird! Für Captain Jack Sparrow schwebt mir auf jeden Fall eine lange weiße Bluse vor...oder doch ein schwarzer ausgestellter Rock mit Chiffon...es wird sich zeigen, was 2015 alles für uns Nähnerds bereit hält...und ich bin froh, ein Teil davon zu sein.

Los geht's!!




22. Dezember 2014

WKSA 2014 Finale: En rouge et noir

"Si on m'avait conseillé, j'aurais commis moins d'erreurs..."
Rouge et noir, Jeanne Mas






Es ist fertig und es ist so toll geworden! Eines, der besten Ergebnisse, das ich je erreicht habe. Sowohl näh- wie auch anpassungstechnisch gesehen.

Aber der Weg dorthin war beschwerlich und das Zitat aus dem Chanson von Jeanne Mas durchaus zutreffend...meine letzte Lied-Interpretation im Französisch-LK ist zwar über 14 Jahre her, aber auf die Schnelle würde ich sagen, dass das Lied von Ängsten - auch der Angst vor dem Scheitern -,  Misserfolgen, Resignation und doch den schlussendlichen Erfolg im zweiten Anlauf handelt...

Das Grundproblem war meine Stoffwahl und die Tatsache, dass ich mit bi-elastischen Stoffen bislang recht wenig gearbeitet habe. Oder wie Frau Mas sagen würde: Si on m'avait conseillé, j'aurais commis moins d'erreurs. Hätte, hätte - Fahrradkette.

Letzte Woche hatte ich den RV im dritten Anlauf also halbwegs passabel eingesetzt und war der Meinung:

"Natürlich hat's die eine oder andere Macke, aber da steh' ich einfach drüber."

Ha. Ha. Ha. Dann bin ich bei der Queen of Perfection a.k.a. Sewing Galaxy über diesen Beitrag gestolpert. Perfektion ist ja leider ansteckend und so trennte ich noch mal den RV raus, bügelte Nahtband auf und testete Julias Methode. Hat nicht geklappt. Lag aber an mir. Ein mittelschwerer Tobsuchtsanfall, einen Haufen Schimpfworte, die ich an dieser Stelle nicht wiederholen mag und drei mal heftig mit dem Fuß aufstampfen hat auch nicht geholfen - der RV war immer noch nicht drin! Auf traditionellem Weg hab' ich's dann doch irgendwie geschafft, den RV ohne Wellen einzusetzen. Auch wenn das auf den Fotos anders aussieht. Ich schwöre! Von da an ging's dann sehr schnell et voilà: Mein Kleid war für das Gansessen bei meine Ma rechtzeitig fertig. J'ai raté mon premier rôle, je jourai mieux le deuzième...

So sieht das Kleid von hinten aus. Die Hohlkreuzanpassung ist mir richtig gut gelungen:


Die rückwärtige Naht noch mal bügeln hätte nicht geschadet...


Da ich das Probekleid auf die Schnelle hin-macgyvert hatte, musste ich am richtigen Kleid die sehr gerundete Naht im oberen Rücken noch etwas begradigen und noch etwas Weite im Hüftbereich rausnehmen.

Hier noch mal ein Detailfoto mit Statementkette an der Puppe. (Überhaupt wird Mathilde sehr häufig als Schmuckständer missbraucht.)


Den Schnitt werde ich definitiv noch mal nähen! Ein richtig gutes Little Black Dress fehlt mir in meinem Kleiderschrank nämlich noch. Und die Armkugel mit den Abnähern sieht nicht nur raffiniert aus, der Ärmel lässt vor allem easypeasy einnähen.



 Und wenn's in Bremen auf dem Weg zu Flexos Onkel kühl wird, gibt's die Strickjacke dazu:



Ende gut, alles gut. Tout es bien qui finit bien!

Vielen Dank an Dodo und Frau Kirsche für die diesjährige Organisation des WKSA! Ich schau dann mal auf dem MeMadeMittwoch-Blog, was die anderen Damen so Tolles genäht haben!

17. Dezember 2014

WKSA Teil 4 und 5: Red blooded woman...

 
"You'll never get to heaven if you're scared of getting high."
K. Minogue, Red Blooded Woman (2004)


Da ich letzte Woche aus Zeitmangel geschwänzt habe, gibt es hier mal eine kleine Zusammenfassung der beiden Termine. Alle anderen WK-Näherinnen treffen sich hier auf dem MMM-Blog

Also. Letzte Woche Montag hatte ich die Plätzchenbackerei (12 Sorten, 15 zu Beschenkende) endlich hinter mir. Das klingt fast ein wenig unfreiwillig...also es macht schon Spaß, aber wenn ich dann zwei komplette Wochenenden so gut wie nichts nähtechnisches machen konnte - Schnitt abpausen und Probemodell nähen zählen für mich definitiv nicht dazu - dann sehne ich mich schon sehr nach meiner Nähmaschine... Aber dann kam ein komplett freier Tag Freizeitausgleich und ich konnte mich voll und ganz auf das Nähen konzentrieren. An besagtem Montag habe ich also das Oberkleid zugeschnitten und genäht. Dann hing es wie immer eine Woche rum, aber nach einem intensiven Nähwochenende bin ich jetzt auf der Zielgeraden.

Kommenden Samstag noch zu erledigen:
  • Armausschnitte versäubern
  • RV im unteren Bereich noch mal von der Nahtzugabe lösen, Naht unterhalb des RV noch mal neu nähen (da beult's etwas)
  • Noch ein bisschen über den Geschlitz meditieren. Sollte es am Saum nicht zu eng werden, nähe ich den kurzerhand zu
  • Futterkleid unterhalb des RV schließen
  • Futterkleid 6 cm kürzen und säumen
  • schwarze Spitze an Futterkleidsaum annähen

Und das war's. Ich bin guter Dinge, dass ich mein Kleid am nächsten Sonntag zur Vor-Weihnachtsfeier bei meiner Ma anziehen kann. An Heiligabend sind wir dieses Jahr schon im schönen Bremen.

Da das Oberkleid ja so gut wie fertig ist, kann ich überglücklich sagen, dass mir das Kleid total gut gefällt und auch der Schnitt zu meiner Figur passt. Da hatte ich durch die etwas ungewohnte Silhouette ja meine Bedenken, dass ich mir darin überhaupt gefalle...Natürlich hat's die eine oder andere Macke, aber da steh' ich einfach drüber. Mehr dazu (vermutlich) beim Finale...

Und hier gibt's doch mal ein Bild an der Puppe. Aufgehellt, damit man die Details zumindest ein wenig erkennen kann:




Nächste Woche ist hier dann schon das große Final-Defilée. Ich bin schon so gespannt auf die restlichen Kreationen! :)

10. Dezember 2014

MMM am 10.12.14 - Blumen im Todesstern...

 
Heute bin ich beim MeMadeMittwoch gleich mit zwei selbstgenähten Teilen dabei. Den Rock hatte ich euch hier schon mal gezeigt. Noch unverbloggt ist die Bluse im schwarz-roten Blumenmuster.







Es handelt sich dabei um eine Kasack-Bluse aus der Burda Style 1/2013 genäht aus einem flutschigen Georgette. Der Kragenbeleg wird auf das Oberteil aufgenäht. Ich hatte hier noch eine rote Paspel zwischengefasst. Mit dem Schnitt hatte ich damals - Mai 2013 - nicht nur aufgrund der Stoffwahl, sondern vor allem mangels Näherfahrung meine liebe Mühe. Das einsetzen der überschnittenen Ärmel wollte nicht recht gelingen und über das Innenleben breiten wir lieber den Mantel - oder vielleicht doch den schwarzen Umhang? - des Schweigens...

Damit Blumenmuster nicht zu lieblich aussehen, kombiniere ich dazu gerne derbe Stiefel. Dieses Paar läuft bei mir inoffziell - nicht mal Herr Galoppo wusste davon! - unter der Bezeichnung Lord-Vader-Stiefel...mit allen Konsequenzen auf das eigene Auftreten und die innere Einstellung!


Denn wenn ich so bestiefelt Vader-esk durch die Welt schreite, komme ich einfach nicht umhin und höre in meinem Kopf den 'Imperial March' ertönen. Zumal mein Büro auch noch in der Mitte eines recht langen Flures liegt...und so ein Lager - wo ich ab und an auch mal hinmuss - hat ja schon Ähnlichkeit mit so einem Raumschiff-Hangar...

Und auch wenn sich seit damals - wir erinnern uns: "Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxis" - an der Meeting-Kultur hoffentlich doch einiges getan hat...wünschen wir uns nicht manchmal die guten alten Zeiten zurück? In scheinbar end- wie fruchtlosen Meetings einfach mal die Dinge nicht in die Hand nehmen:

"Ich finde Ihren Mangel an Glauben beklagenswert!" D. Vader, Episode IV


 
Und ihr so? Sind beim MMM noch mehr (Teilzeit-)Sci-Fi-Liebhaberinnen dabei? Und was tragt ihr sonst so, um euch unbesiegbar zu fühlen? Frau Crafteln zeigt uns heute in ihrer Hosen-Herbst-Hose, dass man auch eine Hose dazu bewegen kann, Anakin-gleich der dunklen Seite den Rücken zuzukehren...

May the force be with you - am vierten Mai sind wir bei Ihnen! Und wer das jetzt deuten kann, ist ein echter Fan...