29. Oktober 2014

MMM N°3 - Frühe Erfolge...




Moin, Moin zusammen! Heute bin ich mal wieder beim MeMadeMittwoch dabei. Und den Beitrag zum Herbsjacken-Sewalong bin ich auch noch schuldig aber alles zu seiner Zeit...Die Bilder heute sind mal wieder sehr mies. Eigentlich wollte ich meine Kollegin Fotos machen lassen  - nur die war heute leider krank...

Heute trage ich einen Rock, den ich letztes Jahr im September?  Oktober? genäht habe. Er stammt aus der Burda-August-Ausgabe 2013. Er gefällt mir eigentlich gut. Nur das Tragegefühl lässt etwas zu wünschen übrig. Er ist ungefüttert und krabbelt auf der Strumphose rum. Die Schlitzkanten sind mit jeweils einem 5 cm breiten Beleg verstürzt, der sich immer wieder nach unten aufklappen würden, wenn - ja wenn ich sie nicht mit Vlieseline Saumfix fixiert hätte. MacGyverisches Troubleshooting der Sorte 'quick and dirty'!

Wüsste ich heute eine bessere Lösung? Wahrscheinlich würde ich es mal mit dem Blindsaum versuchen. Bei dem kleinen Muster, könnte das sogar recht unsichtbar ausfallen. Aber bei uni-farbenen Stoffen bliebe wohl nur die Möglichkeit, den Besatz von oben abzusteppen. Könnte sogar ganz schick werden.

Kombiniert dazu eine gekaufte Chambray-Bluse von GAP, die im Provence-Urlaub mitdurfte und ein letztjähriger Loop vom rot-weißen Schweden. Und eine eher pastellig orange Strumpfhose.

Ganz viele toll gekleidete Damen gibt es wieder hier zu bewundern. Auch Gastbloggerin Sanni ist heute im Rock unterwegs.

15. Oktober 2014

MMM N°2 im Kongressrock

Das doppelte Röckchen. Mit Stiefeln und Pumps.

Heute bin ich wieder beim MeMadeMittwoch dabei, wo uns  Gastbloggerin Birgit einen raffinierten Burda-Rock zeigt, den ich auch schon näher beäugt habe. Danke für den Review! :)

Letzte Woche musste ich leider aufgrund einer fiesen Mandelentzündung eine Runde aussetzen. Am Wochenende ging es aber immerhin schon wieder so gut, dass ich einen schnellen Rock nähen konnte, um meine Business-Garderobe aufzustocken. Ab Morgen bin ich nämlich drei Tage auf Kongress, wo ich u.a. unsere jährliche Pressekonferenz organisiere. Wenn wir einfach nur im Büro sind, reicht 'business casual bis casual' eigentlich völlig aus. Aber je mehr ich selbst nähe, desto weniger gern trage ich RTW Anzüge, da die Passform einfach suboptimal ist.

Ich wollte einen schlichten schwarzen Rock in A-Linie. In meiner Vorstellung passte der prima zu den neuen schwarzen Penny Loafern, die ich eine Woche vorher gekauft hatte. Aber in Wirklichkeit sah es dann eher nach Amy Farraw Fowler aus. Mit schwarzen Stiefeln oder Plateau-Pumps sieht das dann doch sehr viel besser aus. Auch meine Lieblingskollegin war spontan sehr angetan, und meinte, das Outfit würde meiner Figur sehr schmeicheln. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Mehr A-Linien Röcke für Jay also. :)

Genäht habe ich Modell 121 aus der Februar Burda 2014. Allerdings im geraden Fadenlauf und ohne aufgesetzte Taschen. Für ein klein wenig Raffinesse habe ich zwischen Bund und Rockbahn eine schwarze Duchesse-Paspel zwischengefasst. Der Rock war inklusive Zuschnitt an einem Nachmittag genäht. Nur das leidige Säumen habe ich auf den nächsten Tag verschoben.

Dazu gibt's eine Kaufbluse vom rot-weißen Schweden. Ja, auch ich leide unter Oberteilschwäche. (Und ich habe die selbstgenähte Schluppenbluse schlichtweg vergessen...)

Mit meiner heißgeliebten Biker-Jacke - vor zwei Jahren im GAP in Boston (seufz!) gekauft - kann man den Rock aber auch auf lässig trimmen.

Und vielleicht schaffe ich es demnächst ja mal, gescheite Bilder bei Tageslicht zu machen. Ist ja nicht so, dass Flexo Galoppo schon auf geeignetes Fotografier-Wetter hinwies...













12. Oktober 2014

Herbst Jacken Sew Along Teil 2: Den Mutigen gehört die Welt...

Quelle: Burda Style N°8/2013

....oder auch nur ein schöner Wintermantel! :)

 Ich habe ja lange mit mir gerungen, ob ich beim Sew Along mitmachen soll, oder nicht. Im Job hab' ich eigentlich schon genug Stress und Deadlines, die es einzuhalten gilt. Brauch' ich dann zusätzlichen Druck bei meiner Lieblingsbeschäftigung? Eigentlich nicht, denn irgendwann werden alle Stücke fertig.

Aber ich versuch's jetzt erst mal nicht zu verkrampft zu sehen. Ein Sew Along soll ja hauptsächlich Spaß machen und eine Plattform für Austausch und gegenseitige Unterstützung sein. Und gerade beim Stöbern in den Sew Alongs der vergangenen Jahre habe ich mir schon unheimlich viel an theoretischem Wissen aneignen können. Also gebe ich mein Bestes, um bei den Terminen dabei zu sein. Mir war auch gar nicht klar, dass die Linkliste eine ganze Woche geöffnet ist. Und das Finale der Herzen am 7. Dezember ist sooo unrealistisch ja nicht mehr, nachdem ich die ersten Schritte schon geschafft habe. Also dann: Let's go, girl! :)

(Notiz an mich: Denk' doch endlich mal dran, die Fotos im Querformat zu machen. Passt viel besser zum Blog-Design, Schätzchen!)

Heute treffen wir uns also bei Kathrin zum zweiten Teil des Sew Alongs und beleuchten die folgenden Aspekte unseres Projekts:






Für welchen Schnitt habe ich mich jetzt endgültig entschieden? Habe ich den passenden Stoff schon gefunden? War der Stoff eher ein Kompromiss oder habe ich meinen Wunschstoff gefunden? Gab’s das passende Futter dazu? Ist ein Probeteile geplant oder schon fertig? Womit habe ich schon losgelegt? Oder ist mir schon so kalt, dass meine Jacke schon fast fertig ist?

In den Schnitt N°102 aus der August Burda 2013 (hier geht's zur technischen Zeichnung) habe ich mich damals spontan verliebt. Ich stehe ja total auf so fette Stehkragen. Erinnert mich auch irgendwie an die Matrix-Trilogie. (Ich bin mit 18 mal zwei Wochen in die Weinlese, um mir ein ähnliches Teil spontan zuzulegen. Das heißt, meine Ma hat mir das Geld vorgestreckt und ich hab's dann nach den Herbstferien zurück gezahlt.) Der passende Stoff aus 100 % Baumwolle war für relativ kleines Geld (7€/m) bei Stoffe.de auch schnell gefunden. Da hatte ich auf der Suche nach Mantelstoffen erst mal ein Muster bestellt und bei dem Preis anschließend gleich 5 Meter geordert. So muss ich immerhin keine Angst haben, dass mir bei einem Fehler das ganze Projekt den Bach runter geht. Und wenn alles glatt geht ist auch noch Stoff für eine Winterjacke übrig.

Aber letztes Jahr war die Zeit für ein Mantelprojekt einfach noch nicht reif. Im Laufe des Jahres kamen noch Futterstoffe dazu und die Bügeleinlage H410 ist immerhin schon bestellt und auf dem Weg zu mir. Was noch fehlt sind flache Schulterpolster. Die sind im Schnittmuster zwar nicht vorgesehen, aber so gut wie jeder Mantel hat irgendwas im Schulterbereich eingenäht, dass ihn stützt und eine schöne Form gibt.


 Ich hatte schwarze Knöpfe bestellt, aber als ich sie gestern gegen den Stoff hielt, schienen sie seltsam grünlich statt schwarz. In meinem gigantischen Knopf-Konvolut, dass ich irgendwann im Sommer beim Online-Auktionshaus käuflich erworben hatte, fanden sich dann aber sehr zufällig ganz ganz wunderbar perfekt passende Knöpfe. Manchmal hat man einfach Glück! Die Farben auf dem Bild täuschen: Das innere ist ein schönes dunkles Anthrazit, das perlmuttartig leicht schimmert. Das passt sehr gut zu den grau-bläulichen Musterung auf dem grau-schwarzen Stoff. Je nach Licht hat der Stoff auch einen leichten Pflaumenton. Deshalb fällt es mir auch noch gerade ein wenig schwer, zwischen den beiden Futtern zu entscheiden.

Den Schnitt habe ich inzwischen abgenommen und ab Hüftbereich von 40 auf 42 gradiert. Aus Rücken- und Vorderteilen habe ich eine schnelle Nesselprobe genäht. Ich habe keine Ahnung, wie der Mantel im Rücken fallen soll. Da fehlt's in der Burda mal wieder an ein paar aussagekräftigen Bildern. Aber wenn ich die hintere Länge an der oberen Rückenpasse um 3 cm kürze, fällt er gerade nach unten. Die Armkugel muss ich dann entprechend kürzen. Die Seitennähte verlaufen gerade. Und wenn ich bedenke, dass der dicke Mantelstoff das alles einen Tacken enger macht und ich auch schon einen Winterpulli in üblicher Stärke drunter gezogen habe, dann passt alles soweit. Bei Burda-Schnittmustern habe ich ja glücklicherweise wenig zu ändern.

Nächstes Wochenende muss ich am Samstag arbeiten und komme erst spät in der Nacht zurück, hoffe aber, dass ich zumindest mit dem Zuschnitt anfangen und dem Aufbügeln der Einlage anfangen kann. Ein bisschen Bammel habe ich ja vor den Paspelknopflöchern. Die muss ich dann erst mal ein bisschen üben...

Aber jetzt stöbere ich erst mal bei den anderen Mitnäherinnen!

11. Oktober 2014

Finished Object: Harrogate


Cremefarbene Zopfmuster-Rollkragenpullover sind ja zeitlos schön. Und wer wie ich seine ersten amourösen Gehversuche irgendwann zwischen Ende der 80er und Mitte der 90er Jahre erlebt hat, wird - den Kuschelrock-Covern sei's gedankt - immer ein besonderes Faible für Herren in eben solchen hegen....

Ich geb's ja zu, manchmal bin ich faul. Anstatt mir das Zopfmuster und die Maße selbst anhand der Maschenprobe zusammenzurechnen, habe ich mich bei Ravelry auf die Suche gemacht. Obwohl ich nicht so gerne mit Nadeln jenseits der 3,5 stricke, gehören zu cremefarbenen Zopfmusterpullis so richtig schön dicke und plastische Zöpfe aus grober Wolle. Bei Amy Herzog wurde ich - wie so oft - fündig: Die Anleitung des Harrogate-Pullovers passte außerdem prima zur bereits gut abgelagerten Drops Nepal aus dem Wolllager. Gestrickt habe ich mit 4,5er Nadeln. Angeschlagen wurde in der zweiten Woche des Provence-Urlaubs im September. Die Wolle verstrickt sich wie erwartet ausgesprochen flott. Zwei Wochen später waren alle Teile abgekettet und zusammengenäht.



Da ich noch Wolle übrig hatte, habe ich einfach einen Cowl im Perlmuster dazu gestrickt. Den kann man entweder solo zum Trenchcoat tragen oder Harrogate schnell zum Rollkragenpulli umfunktionieren.

Die Anleitung habe ich ohne jede Änderung nachgestrickt. Nur in der Höhe habe ich etwas früher mit dem vorderen Halsausschnitt begonnen. Ich finde, das fällt gar nicht so arg auf. Mich stört's jedenfalls nicht, dass die Raute nicht ganz abgeschlossen ist.

Da die Temperaturen natürlich noch nicht so ganz passen, gibt's heute erst mal keine Tragefotos. Unterstützt werde ich stattdessen von meiner reizenden Assistentin Mathilde.






Die Strickdesigns von Amy Herzog stehen ja unter dem Motto "fit to flatter". Musterverteilung und Bemaßung sollen die Figur dabei besonders vorteilhaft ins beste Licht rücken. Typisch ist außerdem, dass Zu- und Abnahmen in Taille und Rücken nicht in der Seitennaht sondern tatsächlich in der Mitte des Gestricks wie bei normalen Abnähern erfolgen. Bei dickerem Garn sieht man das mitunter recht deutlich.


For the record:
Muster: Harrogate von Amy Herzog Design
Wolle: Drops Nepal in Hellbeige
Nadelstärke: 4,5
Maschenprobe: 1M = 0,55 cm, 1R= 0,4 cm






Mir gefällt er wirklich gut. Ein schneller Strickerfolg. Ganz im Gegensatz zum aktuellen Projekt. Da ich Flexo Galoppo wohl kaum zum Tragen von cremefarbenen Zopfmusterpullovern im Allgemeinen (zu dick und zu warm) und Rollkragenpullovern im Besonderen (unbeliebter Halsausschnitt) begeistern kann, gibt es einen grauen Feinstrickpullover mit Rundhals, der ganz ähnlich geschnitten ist wie die Pullis, die er sonst so trägt. Ein Herrenpullover (Vorlage ist Hugo von Brookly Tweed) mit 2,5er Nadeln und jeder Menge Zöpfen - ich hoffe, ich bin bis Weihnachten fertig...

5. Oktober 2014

Finished Object: Grün vor Neid...

...war ich zwar nicht, aber als Frau Crafteln während des FJSA 2014 ihr grünes Jäckchen vorstellte, wurden Begehrlichkeiten geweckt. Auch, weil ich ja schon die perfekt passende Handtasche dazu habe. Beim großen Drops-Sale im Mai hatte ich bei Lanade deshalb vorsorglich schon 8 Knäuel Drops Baby Merino in Knallgrün mitbestellt. Als dann der wilde Ikat-Stoff aus meinem Blog-Banner kam, rutschte die Wolle auf meiner nach unten offenen Nachstrickliste ganz nach oben.

Ganz der Lemming bin ich dann aber doch nicht. Ich habe ein anderes Strickmuster verwendet: Für das vorliegende Modell Emelie von Elin Berglund habe ich etwa 5-6 Wochen gebraucht, da ich inzwischen die Baby Merino nur noch mit 2,0er-Nadeln verstricke. Vor diesem Jäckchen sind nämlich zwei andere (der Peacock Eyes Cardigan und Aislinn) entstanden. Bzw. 3, denn das erste musste ich zweimal stricken, da es beim Waschen total ausgeleiert ist. Von Nadelstärke 3,5 habe ich mich also auf jetzt auf 2,0 runtergearbeitet. Aber immerhin habe ich jetzt ein Gestrick, dass so fest ist, wie ich das gerne möchte, und beim Waschen nur noch wenig wächst. Dauer jetzt ein einfach wenig länger.

Natürlich musste ich das Jäckchen auf meine MaPro umrechnen. So habe ich für die Vorderteile den Mustersatz fünfmal statt dreimal gestrickt, um die nötige Breite wie im Original zu erhalten. Die Ärmel habe ich anders - als in der Anleitung vorgesehen - flach gestrickt und eingesetzt. Im Rücken werde ich beim nächsten Mal etwa 10 Maschen weniger aufnehmen, da sitzt es noch etwas zu geräumig. Geribbelt habe ich diesmal gar nicht und ich finde, es ist perfekt geworden. So perfekt, dass ich ihm noch ein paar stoffbezogene Knöpfe bei Stoffe.de spendiert habe. Der Farbton aus der hauseigenen Baumwoll-Qualität passt farblich perfekt. Und genau 13 an der Zahl. Wir sind ja nicht abergläubisch...

Große Liebe! :)

For the record:
Modell: Emelie von Elin Berglund
Wolle: Drops Baby Merino in Knallgrün
Maschenprobe: 1 M = 0,33 cm, 1 R = 0,243 cm
Nadelstärke: 2,0

1. Oktober 2014

Mit Ikat-Rock nach Ithaka. Eine Odyssee.

Heute bin ich das erste Mal beim MMM dabei. Wie aufregend! :) Passenderweise zeigt Dodo heute auch, wie man wilde Muster im Rock bändigt. Ich bin gespannt, was wir heute sonst noch so bewundern dürfen.

Warnung vorab: Das mit den Bildern an der Frau muss ich noch mal üben. Aber Haus- und Hof-Fotograf Flexo Galoppo hat sich dafür schon bereit erklärt...

Wie man vielleicht erkennen kann, ist das der Stoff von meinem Blog-Banner. Gekauft diesen Sommer bei Stoffe.de und sofort verliebt. Das Ikat-Muster ist für meine Verhältnisse ungewöhnlich wild und farbig. Ich musste erst mal überlegen, welcher Schnitt sich dafür eignet, um möglichst wenig Nähte aneinander setzen zu müssen. Muster zuschneiden und ich sind jetzt nicht gerade die besten Freunde. Da wäre natürlich ein Tellerrock super gewesen. Einziges Problem: Tellerröcke stehen mir nicht, denn sie geben bei mir Volumen oberhalb der Hüften, wo keins ist. Und das zaubert dann bei mir eine schöne "Brauerei-Gaul-Optik", um es mal sehr derb auszudrücken. Bei anderen sehen Tellerröcke ja einfach nur hinreißend aus. Halbe Teller gehen auch nur bei Kleidern mit breitem Gürtel, wie dem des Peony-Dress von Colette, wo sich das Volumen etwas nach unten verschiebt. Meine Hüften sind zwar breit aber irgendwie auch flach. Und die breiteste Stelle ist definitiv weiter unten. Also diese Ausbeulung bei Burda-Schnittmustern muss ich z. B. immer abschneiden, weil's sonst sehr nach Knickerbocker aussieht. Nur mal so nebenbei.

Vor kurzem bin ich dann bei Lauren auf Zinnia, ebenfalls von Colette Patterns, gestoßen. Als der Schnitt veröffentlicht wurde, fand ich ihn ja wenig spektakulär. Nach der Schnittbesprechung und Laurens Hinweis, dass sie die Falten "a couple of inches" weiter zugenäht hat, befand ich ihn für den Ikat-Rock aber als ideal. Schnittmuster bestellt und in Größe 12 abgepaust, damit er etwas tiefer sitzt. Die Falten hatte ich um 5 cm verlängert. Probeteil genäht und begeistert.

Die Ernüchterung kam bei der ersten Anprobe. Wieso saß der so weit oben? Des Rätsels Lösung: Ich hatte die oberen Kanten nicht mit Sicherungsnaht versehen. Das Probeteil war gewachsen, was mir ja eigentlich spätestens beim Ansetzen des Bundes hätte auffallen müssen. Eigentlich. Ist es aber nicht, da ich vergessen hatte, den Übertritt für das Knopfloch mit einzukalkulieren. Shit. (Da mache ich mir im Vorfeld 100.000 Gedanken und dann sowas. Manchmal bin ich echt doof.) Außerdem bildeten sich auf dem Oberstoff seltsame Falten an der Hüfte. Das lag wohl daran, dass der Futterrock minimal enger war. Denn entgegen der Anleitung hatte ich den Futterrock separat genäht und in Falten genäht, weil ich dachte, die Nahtzugabe so besser auf die Bänder des nahtverdeckten RVs annähen zu können. Blöder Fehler. Blöd.*

Ich hab' dann noch ein paar Stunden rumgedoktert. Die französischen Nähte ausgelassen.  Aber es half alles nichts. So ging das nicht. Die Falten sprangen oberhalb der breitesten Stelle der Hüften auf und Mr. Ed war wieder da. Wäre der Stoff nicht so toll, ich hätte sicherlich hingeworfen. Kurzzeitig war ich sogar in Versuchung, einfach neuen Stoff zu bestellen. Aber nein, so geht das nicht. Also vor dem Hinschmeißen aufgetrennt. 32 (!) Falten und 4 französische Nähte. (Das mache ich am liebsten noch bevor ich an dem Tag zu nähen aufhöre, da ich dann den Rotz nicht mehr machen muss, wenn ich wieder Zeit zum Nähen habe.

Also dann. Die Rockbahnen neu genäht. Wie in der Anleitung beschrieben aufeinander geheftet und als eine Schicht verarbeitet. So muss Frau auch nur 16 Falten nähen. Was umso besser klappt, wenn man zwischen den beiden Falten schon mal heftet. So bleibt alles schön am Platz. Nach den Falten - aber vor dem RV - habe ich an der oberen Kante ein paar Zentimeter abgeschnitten. So rutschte der Rock weiter nach unten und die Falten endeten endlich da, wo ich sie ursprünglich haben wollten. Da in der Anleitung auch die "finished measurements" angegeben sind, werde ich für einen hüftigen Rock zukünftig einfach eine 16 zuschneiden, dann aber noch einen Formbund konstruieren. Denn weitere Zinnias werden sicherlich folgen. Der Schnitt ist für der Figur schmeichelnde weite Röcke mit wildem Muster prima. (Die Anleitung für den Bund fand ich trotzdem sehr umständlich und habe ihn einfach so angesetzt, wie ich das immer tue.)

Die Länge war ungesäumt genau richtig. Deshalb habe ich aus dem ultraweich fließenden Stoff - einem Hauch von Polyesterfähnchen -  Schrägband hergestellt. Gekauftes Schrägband - egal ob BW oder Duchesse - finde ich immer zu steif.  Aber mal ehrlich Schrägband selbst herstellen ist doch eine Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat. -.-  Aber wat mut, dat mut. Den Stoff hatte ich nach dem Vorwaschen vorbehandelt, um ihn griffiger zu machen. Dazu hatte ich etwa 25 cm Soluvlies im handwarmen Wasser im Waschbecken aufgelöst und den Stoff darin gebadet. Hat wirklich gut funktioniert - Zuschneiden und Nähen ging wirklich sehr viel leichter!

Im zweiten Anlauf lief dann zum Glück alles glatt. Auch der RV saß besser und ich bin so richtig, richtig verliebt. <3 Mit dicken schwarzen Strumpfhosen und Stiefeln auch im Herbst gut tragbar. Hier noch mal ein Bild an der Puppe, damit man auch ein paar Details erkennen kann.

Beim Drops-Sale im Sommer hatte ich auch gleich die passende Wolle für ein Strickjäckchen mitbestellt, nachdem Frau Crafteln mit ihrem grünen Frühlingsjäckchen echte Haben-Wollen-Gefühle ausgelöst hatte. Aber das Jäckchen stelle ich dann demnächst noch vor. :)



*Name that movie.


30. September 2014

Here we go again...

...doch wieder bloggen?

Hallo Welt! Oder wer auch sonst das liest... Mein Name ist Julia - aber diverse Leute kennen mich auch als "Jay". Diesen Nickname hatte ich mir vor einigen Jahren in einem Online-Beauty-Forum gegeben. Und obwohl er eine gewisse Pseudo-Coolness aussstrahlt, mag ich den Namen. Und deshalb behalte ich ihn auch. So.

Als Jay hatte ich von Anfang bis etwa Herbst 2012 einen kleinen Food-Blog. Eigentlich bloggte ich sehr gerne und an der Leidenschaft für's Kochen und Backen - und natürlich gute Essen -  hat sich wenig geändert. Was nur war passiert...?

Wir - d. h. mein Freund Flexo Galoppo* und ich - hatten Besuch. Und das über eine Woche. Kein Urlaub oder Ausflüge, da Praktikum der Nichte.  Abends also nicht vor dem Laptop abhängen sondern gemeinsam Fernsehen und sich unterhalten. Was Teenager/junge Erwachsene wohl ganz gerne machen. Oder so. Das wurde mir irgendwann zu unproduktiv und ich erinnerte mich an einen angefangenen Schal, der sein unvollendetes Dasein fristete. Ein paar Jahre zuvor war ich begeisterte Strickerin und Näherin (Autodidakt!) bis das Ende der Uni-Zeit, der erste Job und privater Trouble jegliche kreative Energie erstmal erlahmen ließ. Zumindest im Privaten. Und dabei blieb es dann auch erst mal.

Es kam, wie es kommen musste: der Schal war binnen einer Woche fertig und das alte Fieber wieder voll da. Und wenn man sich schon beim Stricken den eigenen Kopfkleiderschrank (Danke an Frau Crafteln für diese Wortschöpfung!) erfüllen kann, dann mit dem Nähen doch noch viel schneller.

Nach drei Nähprojekten streckte meine Privilig Super Nutzstich alle Viere von sich. Dass es kein Strohfeuer sein würde war mir klar. Seither habe ich einen richtig coolen "Bro" an meiner Seite...

Wenn ich zurückdenke, was ich früher so produziert und mit Stolz getragen habe: Ach. Du. Meine. Güte! So richtig viel gelernt habe ich wirklich in den letzten anderthalb Jahren. Dank der Nähnerds, den vielen vielen Nähblogs und Online-Tutorials, die es 2004, als ich mit dem Nähen anfing, in der Form noch nicht gab. Man kann sollte muss Schnittmuster an die eigene Figur anpassen? Das geht? Hammer!

Meine selbst genähte und gestrickte Kleidung taugt jetzt inzwischen auch zum Herzeigen. Ich bin leider kein sonderlich schneller Näher, lieber wäre es mir natürlich, wenn ich mich hier komplett selbst versorgen könnte. Aber Kaufkleidung hat sich bei mir dennoch sehr stark reduziert. Da ich inzwischen aber fast jeden Tag mindestens ein MeMade-Kleidungsstück trage und das Gezeigte beim MeMade-Mittwoch auch sehr regelmäßig bewundere, wird's langsam Zeit auch mal was beizutragen. Enter this blog.

Kleine "Warnung": Neben dem Nähen und  Stricken wird sicherlich auch das eine oder andere Rezept hier erscheinen. Und da ich zu nahezu jeder Farbe auch einen  (ähnlichen) Lidschatten besitze, taucht sicherlich auch was gepinseltes auf...

Oh, ach ja. Das bin übrigens ich.



Viel Spaß hier! :)

*Keine Ahnung, wie er darauf kam. Aber das Pseudonym hat er sich selbst ausgesucht. Vorher war er Captain Riesling.