17. November 2014

Weihnachtskleid Sew-Along 2014 Teil 1: Inspirationen und meine ultimative Bezugsquelle

Also wo das mit dem Herbst-Jacken-Sew-Along so gut geklappt hat, bin ich jetzt sehr motiviert. Ein Weihnachtskleid für die Feiertage ist eh was Feines, weil man sich dann nicht so viele Gedanken machen muss, was man anzieht...

Heute beim ersten Treffen geht es um folgende Themen:

Ich bin 1a vorbereitet und habe schon alles zusammen gesucht / Weihnachten? Ist nicht noch Sommer? / Ich such nach Inspiration und guck mal, was die anderen machen / Schnitt da aber kein Stoff oder andersrum? / Kleine Rückblende: mein Weihnachtskleid 2013/2012/2011

Erst mal die Rückblende: 2013 haben wir Heiligabend bei uns gefeiert. Das heißt, meine Ma, mein Bruder und meine Schwester nebst meinem Patenkind und Kegel (= Mann) waren bei uns zum Abendessen und zur Bescherung da. Meine Schwester wohnt weiter weg, die Wohnung meine Ma wird für die Menschenmasse allmählich zu klein und wir haben eine dekadent große Wohnung, wo wir eigentlich auch einen riesigen Tannenbaum aufstellen könnten. Es wurde dann aber doch ein 1m-Tännchen im Topf... ;) An Heiligabend hatte ich kurzerhand mein HGO 2013 an: ein dunkelblaues Peony-Dress aus blauer Spitze und Polyester-Stöffchen in Dupion-Seiden-Optik. So sah das im September 2013 auf der Hochzeit aus:



Am 1. Feiertag ging's dann in den Norden - genauer gesagt nach Bremen - zu Flexo Galoppos Schwester und den Kids. Da trug ich ein graues Woll-Peony. Übrigens DER Schnitt 2013 bei mir.

Dieses Jahr geht's noch vor Heiligabend nach Bremen, zu Flexos Schwester. Die Rasselbande feiert dieses Jahr beim Vater. Das heißt, die Erwachsenen bleiben erst mal unter sich. Mein Kleid muss also nicht spiel-, aber durchaus kochtauglich sein. Außerdem sollten größere Mengen Essen in mich hineinpassen, denn spätestens, wenn wir Flexos Onkel besuchen, gibt es Kohl und Pinkel oder Rouladen in rauhen Mengen.

Ich habe ehrlich gesagt noch gar keinen Plan, was ich gerne nähen möchte. Inzwischen habe ich ein bisschen gestöbert und auch konkretere Vorstellungen, was es werden könnte. Schön finde ich es immer, wenn man ein Kleid dann auch ins Büro anziehen kann und so der verspielte Typ bin ich ja eh nicht. Etwas schlichtes mit ein wenig Raffinesse...hmmm...


In die Kategorie 'ganz simpel und schnörkellos' fällt ja das Schwanenkleid, das einige auf ihrer Liste haben. Das habe ich schon zweimal genäht und gebe den Schnitt offiziell auf. Ich habe es zwar mit viel Mühe geschafft, die französischen Abnäher unterhalb meines Brustpunktes enden zu lassen und auch der Rücken wurde hohlkreuzkonform angepasst. Aber diese Ärmel - nee, da kann ich so viel rumdoktorn wie ich will, das klappt irgendwie nicht und bollert kurz unterhalb der Schulter unschön rum.

Als schlichte und trotzdem raffinierte Alternativen habe ich in einer alten Burda von 2005 das hier gefunden:

Quelle: Burda Modemagazin 10/2005

Ich würde dann die Variante mit langen Ärmeln nähen. Allerdings weiß ich noch nicht. welche Farbe oder welches Material...

Dann wäre hier noch dieses Kleid:

Quelle: BurdaStyle 10/2012


Aus Jacquard natürlich sehr festlich und nicht unbedingt bürotauglich. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es aus einem anderen Material so gut rüberkommt.

Auf Pinterest habe ich dann noch dieses Kleid gefunden:


Quelle: www.burdastyle.com

Wieso war mir das auf der Burda-Webseite noch nie aufgefallen? Ich meine ROT! Des Rätsels Lösung: Das gibt's auf der deutschen Seite gar nicht, bzw. nur ohne Ärmel. Tante Edit sagt: Gibt es doch! Danke an Beate für den Hinweis via Twitter! :) Rot wäre natürlich eine tolle Farbe aber ob ich einen passenden Stoff in diesem Ton finde...mal sehen...

Da ich absolut gar keine Lust auf das Zusammenkleben eines Online-Schnitts habe, wurde das Heft (BurdaStyle 8/2012), dem es entstammt, - zusammen mit einer weiteren Ausgabe, damit das Porto auch lohnt ;) - in meinem favorisierten Online-Antiquariat für kleines Geld bestellt. So mache ich das übrigens immer, wenn ich einen älteren Schnitt sehe, der mir gefällt. Psssst: Da gibt es übrigens auch das Heft (9/2005) mit dem Schnittmuster für den Origami-Rock aus Webware....

Und wie bei einigen anderen auch, ist auch das kleine französische Kleid auf meiner Liste:


Quelle: BurdaStyle 8/2009

Das habe ich schon mal genäht, allerdings in der falschen Größe. Saß etwas spack, vor allem an den Armen. Außerdem aus einem Wollstoff genäht, zu einer Zeit, als ich Stoffvorwaschen noch nicht für nötig befand. Naja, nach dem ersten - und letzten - Waschen dann schon...

Es würde auf jeden Fall aber viel Platz für Kohl und Pinkel bieten. Oder Rouladen, Kuchen, Canneel-Brötchen zum Frühstück...hach ja, was freue ich mich auf Bremen! :)

Und jetzt stöbere ich noch bei allen anderen auf dem MMM-Blog und hoffe, dass ich nicht noch hundert andere Ideen entdecke...








11. November 2014

Herbst-Jacken-Sew-Along Teil 5: Endspurt

Heute geht's bei Karin zum Endspurt beim HJSA 2014.

Worum geht's diese Woche?

Was habe ich bis hierhin geschafft? Was fehlt noch? Brauche ich eure Hilfe oder einen Motivationsspritze? Ich bin schon fertig und zeige den Mantel auf der Puppe. Ich steh vor dem Futter und weiß nicht genau, wie’s weitergeht. Ich bin total verzweifelt und kurz vorm Hinschmeißen.

Um's kurz zu machen: We're done! Am Wochenende musste ich - eigentlich - nur noch wenige Schritte erledigen, die dann aber doch etwas tricky sind, da sie zum optischen Erscheinungsbild maßgeblich beitragen: Knopflöcher an den richtigen Stellen anbringen. Den Saum noch mal begradigen und das Futter an den Säumen annähen. Glaubt man gar nicht, wie sehr die Optik davon abhängt, dass diese Schritte sauber und ordentlich ausgeführt werden. Ach ja, und die Knopfloch-Öffnungen auf der Innenseite musste ich noch mal neu machen. Aber darüber breiten wir lieber den Mantel des Schweigens...

Na gut, ich erklär's: Eigentlich hatte ich Knopflöcher mit der Maschine an den inneren Besatz genäht. Nur saßen die nicht richtig und damit auch die Knöpfe. Noch mal alles auftrennen hat mir aber wirklich in der Seele weh getan. Also habe ich kurzerhand drei längliche Schlitze in der Größe der Paspelknöpflöcher eingenäht. Da das Futter am Saum ja noch nicht fest war, ging das auch einigermaßen gut. Aber sie sind jetzt einfach einen Tacken zu groß, die Paspelstreifen luken durch. Nicht schön - aber selten! Das bleibt jetzt einfach so. Ich kann den Mantel eh nicht offen tragen wegen der Riegel. Gut, ginge schon, wenn ich auf der Innenseite je einen Knopf anbringen und den Riegel nach innen umklappen und fixieren würde. Aber ich glaube, das will ich gar nicht, denn gerade die Riegel und der schöne Stehkragen sind doch das besondere. *find* Offen getragen ginge das total verloren.

Die Ärmel wären auch noch optimierungsfähig, aber dafür, dass das mein ersten Mantel ist, bin ich schon verdammt stolz. Heute zeige ich ihn noch mal auf der Puppe aber für den nächsten Termin ist ein Outdoor-Fotoshooting mit Flexo Galoppo geplant. Er überlegt sogar schon, wo wir das ungestört machen können. Am Rhein-Ufer gibt's für seinen Geschmack wohl zu viel Publikum... ;)

Was ich heute Morgen im Büro festgestellt habe: Mir fehlt noch der Aufhänger. Wollte ich eigentlich noch kaufen, habe ich aber am Samstag beim Karstadt vergessen. Stattdessen hüpften ein paar Stoff-Coupons und ein paar Utensilien ins Körbchen. Schlimm das.

Bis zum großen Final-Defilée habe ich dann auch genug Trage- und Kombinationsmöglichkeiten getestet.

Et voila:

1. November 2014

Herbst-Jacken-Sew-Along Teil 3

Bei Chrissy geht es in dieser Woche um folgende Punkte:
 

Wie weit bin ich bisher gekommen? / Welche Probleme und Hürden tun sich auf? / Mein Probeteil sitzt, jetzt geht es an das "richtige" Stück! / Ich bin schnell und habe den ersten Mantel schon fertig und fange jetzt einen zweiten an. / Hilfe ich habe noch (fast) gar nichts gemacht, kann ich das trotzdem noch alles schaffen?

Leute, in der vergangenen Woche erlebte ich eine regelrechte Offenbarung! Am Dienstag war ich beim Nähmaschinen-Dealer meines Vertrauens und habe die vorbestellte Overlock abgeholt. Dazu gab es eine einstündige Einweisung, bei der ich nicht nur beim Einfädeln zusehen, sondern auch selbst einfädeln und nähen musste. Pädagogisch wertvoll! Falls es jemand interessiert: ich habe mich wieder für eine Brother, Modell D1034, entschieden. Laut meinem Dealer ist das Innenleben und die Verarbeitung identisch mit der D4234, es sei einfach nur ein Vorläufermodell, das jetzt günstig abverkauft wird. Früher hätte sie genauso viel gekostet.

Was ich eigentlich sagen will ist: Oh. Mein. Gott. Ich wusste ja, dass das Nähen mit der Overlock viel schneller geht. Aber SO VIEL schneller? Vollends begeistert bin davon, wie leicht sich flutschige Futterstoffe verarbeiten lassen. Also wenn ich das gewusst hätte...

Mit der neuen Ovi bin ich beim Mantelprojekt auch sehr viel schneller vorangekommen, als vorher vermutet. Der Obermantel ist bis auf die Säume fast fertig. Allerdings: Der schwierigste Teil steht noch aus. Ärmel eingehalten einsetzen. Bekomme ich inzwischen zwar sehr viel besser hin, aber eine Zitterpartie ist es dennoch irgendwie immer. Aber gut, die gleiche Sorge hatte ich auch bei den Paspelknopflöchern. Und die sind wirklich gut geworden. Zumal ich den Ärmel ja einfach wieder raustrennen kann. Anders als bei den Knopflöchern, wo nach dem Einschneiden ja nicht mehr viel rückgängig zu machen ist...

Der Futtermantel ist zugeschnitten und alle Kanten versäubert. Diese Teile muss ich also nur noch zusammennähen und Ober- und Futtermantel miteinander vermählen.

Und so sieht's zwischenzeitlich aus. Ich glaube, das wird richtig, richtig gut.♥



Tante Edith sagt: Der Text ist jetz schon ein paar Tage alt. Da ich die Woche kein gutes (=Tages-) Licht hatte, kam ich erste heute Morgen dazu, Fotos zu machen. Während Flexo Galoppo heute beim Fliegenfischen-Kurs weilte, bin ich im Nähzimmer abgetaucht und dabei ordentlich weit gekommen. Obermantel und Futtermantel sind jetzt fertig, morgen kann ich beides Zusammenfügen. Das verhasste Ärmel-Einsetzen hat einfach nicht so geklappt, wie ich wollte...Dann fehlen noch die Knöpfe und ein Schlitz im Futter für den einen Riegel. Das könnte morgen vielleicht sogar klappen. Interesse halber hatte ich Futter und Mantel mal übereinander gezogen. Da sieht man mal, was so ein Futter alles ausmacht! Fällt viel besser, lässt sich viel schöner anziehen. Große Liebe! ♥♥♥

29. Oktober 2014

MMM N°3 - Frühe Erfolge...




Moin, Moin zusammen! Heute bin ich mal wieder beim MeMadeMittwoch dabei. Und den Beitrag zum Herbsjacken-Sewalong bin ich auch noch schuldig aber alles zu seiner Zeit...Die Bilder heute sind mal wieder sehr mies. Eigentlich wollte ich meine Kollegin Fotos machen lassen  - nur die war heute leider krank...

Heute trage ich einen Rock, den ich letztes Jahr im September?  Oktober? genäht habe. Er stammt aus der Burda-August-Ausgabe 2013. Er gefällt mir eigentlich gut. Nur das Tragegefühl lässt etwas zu wünschen übrig. Er ist ungefüttert und krabbelt auf der Strumphose rum. Die Schlitzkanten sind mit jeweils einem 5 cm breiten Beleg verstürzt, der sich immer wieder nach unten aufklappen würden, wenn - ja wenn ich sie nicht mit Vlieseline Saumfix fixiert hätte. MacGyverisches Troubleshooting der Sorte 'quick and dirty'!

Wüsste ich heute eine bessere Lösung? Wahrscheinlich würde ich es mal mit dem Blindsaum versuchen. Bei dem kleinen Muster, könnte das sogar recht unsichtbar ausfallen. Aber bei uni-farbenen Stoffen bliebe wohl nur die Möglichkeit, den Besatz von oben abzusteppen. Könnte sogar ganz schick werden.

Kombiniert dazu eine gekaufte Chambray-Bluse von GAP, die im Provence-Urlaub mitdurfte und ein letztjähriger Loop vom rot-weißen Schweden. Und eine eher pastellig orange Strumpfhose.

Ganz viele toll gekleidete Damen gibt es wieder hier zu bewundern. Auch Gastbloggerin Sanni ist heute im Rock unterwegs.

15. Oktober 2014

MMM N°2 im Kongressrock

Das doppelte Röckchen. Mit Stiefeln und Pumps.

Heute bin ich wieder beim MeMadeMittwoch dabei, wo uns  Gastbloggerin Birgit einen raffinierten Burda-Rock zeigt, den ich auch schon näher beäugt habe. Danke für den Review! :)

Letzte Woche musste ich leider aufgrund einer fiesen Mandelentzündung eine Runde aussetzen. Am Wochenende ging es aber immerhin schon wieder so gut, dass ich einen schnellen Rock nähen konnte, um meine Business-Garderobe aufzustocken. Ab Morgen bin ich nämlich drei Tage auf Kongress, wo ich u.a. unsere jährliche Pressekonferenz organisiere. Wenn wir einfach nur im Büro sind, reicht 'business casual bis casual' eigentlich völlig aus. Aber je mehr ich selbst nähe, desto weniger gern trage ich RTW Anzüge, da die Passform einfach suboptimal ist.

Ich wollte einen schlichten schwarzen Rock in A-Linie. In meiner Vorstellung passte der prima zu den neuen schwarzen Penny Loafern, die ich eine Woche vorher gekauft hatte. Aber in Wirklichkeit sah es dann eher nach Amy Farraw Fowler aus. Mit schwarzen Stiefeln oder Plateau-Pumps sieht das dann doch sehr viel besser aus. Auch meine Lieblingskollegin war spontan sehr angetan, und meinte, das Outfit würde meiner Figur sehr schmeicheln. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Mehr A-Linien Röcke für Jay also. :)

Genäht habe ich Modell 121 aus der Februar Burda 2014. Allerdings im geraden Fadenlauf und ohne aufgesetzte Taschen. Für ein klein wenig Raffinesse habe ich zwischen Bund und Rockbahn eine schwarze Duchesse-Paspel zwischengefasst. Der Rock war inklusive Zuschnitt an einem Nachmittag genäht. Nur das leidige Säumen habe ich auf den nächsten Tag verschoben.

Dazu gibt's eine Kaufbluse vom rot-weißen Schweden. Ja, auch ich leide unter Oberteilschwäche. (Und ich habe die selbstgenähte Schluppenbluse schlichtweg vergessen...)

Mit meiner heißgeliebten Biker-Jacke - vor zwei Jahren im GAP in Boston (seufz!) gekauft - kann man den Rock aber auch auf lässig trimmen.

Und vielleicht schaffe ich es demnächst ja mal, gescheite Bilder bei Tageslicht zu machen. Ist ja nicht so, dass Flexo Galoppo schon auf geeignetes Fotografier-Wetter hinwies...













12. Oktober 2014

Herbst Jacken Sew Along Teil 2: Den Mutigen gehört die Welt...

Quelle: Burda Style N°8/2013

....oder auch nur ein schöner Wintermantel! :)

 Ich habe ja lange mit mir gerungen, ob ich beim Sew Along mitmachen soll, oder nicht. Im Job hab' ich eigentlich schon genug Stress und Deadlines, die es einzuhalten gilt. Brauch' ich dann zusätzlichen Druck bei meiner Lieblingsbeschäftigung? Eigentlich nicht, denn irgendwann werden alle Stücke fertig.

Aber ich versuch's jetzt erst mal nicht zu verkrampft zu sehen. Ein Sew Along soll ja hauptsächlich Spaß machen und eine Plattform für Austausch und gegenseitige Unterstützung sein. Und gerade beim Stöbern in den Sew Alongs der vergangenen Jahre habe ich mir schon unheimlich viel an theoretischem Wissen aneignen können. Also gebe ich mein Bestes, um bei den Terminen dabei zu sein. Mir war auch gar nicht klar, dass die Linkliste eine ganze Woche geöffnet ist. Und das Finale der Herzen am 7. Dezember ist sooo unrealistisch ja nicht mehr, nachdem ich die ersten Schritte schon geschafft habe. Also dann: Let's go, girl! :)

(Notiz an mich: Denk' doch endlich mal dran, die Fotos im Querformat zu machen. Passt viel besser zum Blog-Design, Schätzchen!)

Heute treffen wir uns also bei Kathrin zum zweiten Teil des Sew Alongs und beleuchten die folgenden Aspekte unseres Projekts:






Für welchen Schnitt habe ich mich jetzt endgültig entschieden? Habe ich den passenden Stoff schon gefunden? War der Stoff eher ein Kompromiss oder habe ich meinen Wunschstoff gefunden? Gab’s das passende Futter dazu? Ist ein Probeteile geplant oder schon fertig? Womit habe ich schon losgelegt? Oder ist mir schon so kalt, dass meine Jacke schon fast fertig ist?

In den Schnitt N°102 aus der August Burda 2013 (hier geht's zur technischen Zeichnung) habe ich mich damals spontan verliebt. Ich stehe ja total auf so fette Stehkragen. Erinnert mich auch irgendwie an die Matrix-Trilogie. (Ich bin mit 18 mal zwei Wochen in die Weinlese, um mir ein ähnliches Teil spontan zuzulegen. Das heißt, meine Ma hat mir das Geld vorgestreckt und ich hab's dann nach den Herbstferien zurück gezahlt.) Der passende Stoff aus 100 % Baumwolle war für relativ kleines Geld (7€/m) bei Stoffe.de auch schnell gefunden. Da hatte ich auf der Suche nach Mantelstoffen erst mal ein Muster bestellt und bei dem Preis anschließend gleich 5 Meter geordert. So muss ich immerhin keine Angst haben, dass mir bei einem Fehler das ganze Projekt den Bach runter geht. Und wenn alles glatt geht ist auch noch Stoff für eine Winterjacke übrig.

Aber letztes Jahr war die Zeit für ein Mantelprojekt einfach noch nicht reif. Im Laufe des Jahres kamen noch Futterstoffe dazu und die Bügeleinlage H410 ist immerhin schon bestellt und auf dem Weg zu mir. Was noch fehlt sind flache Schulterpolster. Die sind im Schnittmuster zwar nicht vorgesehen, aber so gut wie jeder Mantel hat irgendwas im Schulterbereich eingenäht, dass ihn stützt und eine schöne Form gibt.


 Ich hatte schwarze Knöpfe bestellt, aber als ich sie gestern gegen den Stoff hielt, schienen sie seltsam grünlich statt schwarz. In meinem gigantischen Knopf-Konvolut, dass ich irgendwann im Sommer beim Online-Auktionshaus käuflich erworben hatte, fanden sich dann aber sehr zufällig ganz ganz wunderbar perfekt passende Knöpfe. Manchmal hat man einfach Glück! Die Farben auf dem Bild täuschen: Das innere ist ein schönes dunkles Anthrazit, das perlmuttartig leicht schimmert. Das passt sehr gut zu den grau-bläulichen Musterung auf dem grau-schwarzen Stoff. Je nach Licht hat der Stoff auch einen leichten Pflaumenton. Deshalb fällt es mir auch noch gerade ein wenig schwer, zwischen den beiden Futtern zu entscheiden.

Den Schnitt habe ich inzwischen abgenommen und ab Hüftbereich von 40 auf 42 gradiert. Aus Rücken- und Vorderteilen habe ich eine schnelle Nesselprobe genäht. Ich habe keine Ahnung, wie der Mantel im Rücken fallen soll. Da fehlt's in der Burda mal wieder an ein paar aussagekräftigen Bildern. Aber wenn ich die hintere Länge an der oberen Rückenpasse um 3 cm kürze, fällt er gerade nach unten. Die Armkugel muss ich dann entprechend kürzen. Die Seitennähte verlaufen gerade. Und wenn ich bedenke, dass der dicke Mantelstoff das alles einen Tacken enger macht und ich auch schon einen Winterpulli in üblicher Stärke drunter gezogen habe, dann passt alles soweit. Bei Burda-Schnittmustern habe ich ja glücklicherweise wenig zu ändern.

Nächstes Wochenende muss ich am Samstag arbeiten und komme erst spät in der Nacht zurück, hoffe aber, dass ich zumindest mit dem Zuschnitt anfangen und dem Aufbügeln der Einlage anfangen kann. Ein bisschen Bammel habe ich ja vor den Paspelknopflöchern. Die muss ich dann erst mal ein bisschen üben...

Aber jetzt stöbere ich erst mal bei den anderen Mitnäherinnen!

11. Oktober 2014

Finished Object: Harrogate


Cremefarbene Zopfmuster-Rollkragenpullover sind ja zeitlos schön. Und wer wie ich seine ersten amourösen Gehversuche irgendwann zwischen Ende der 80er und Mitte der 90er Jahre erlebt hat, wird - den Kuschelrock-Covern sei's gedankt - immer ein besonderes Faible für Herren in eben solchen hegen....

Ich geb's ja zu, manchmal bin ich faul. Anstatt mir das Zopfmuster und die Maße selbst anhand der Maschenprobe zusammenzurechnen, habe ich mich bei Ravelry auf die Suche gemacht. Obwohl ich nicht so gerne mit Nadeln jenseits der 3,5 stricke, gehören zu cremefarbenen Zopfmusterpullis so richtig schön dicke und plastische Zöpfe aus grober Wolle. Bei Amy Herzog wurde ich - wie so oft - fündig: Die Anleitung des Harrogate-Pullovers passte außerdem prima zur bereits gut abgelagerten Drops Nepal aus dem Wolllager. Gestrickt habe ich mit 4,5er Nadeln. Angeschlagen wurde in der zweiten Woche des Provence-Urlaubs im September. Die Wolle verstrickt sich wie erwartet ausgesprochen flott. Zwei Wochen später waren alle Teile abgekettet und zusammengenäht.



Da ich noch Wolle übrig hatte, habe ich einfach einen Cowl im Perlmuster dazu gestrickt. Den kann man entweder solo zum Trenchcoat tragen oder Harrogate schnell zum Rollkragenpulli umfunktionieren.

Die Anleitung habe ich ohne jede Änderung nachgestrickt. Nur in der Höhe habe ich etwas früher mit dem vorderen Halsausschnitt begonnen. Ich finde, das fällt gar nicht so arg auf. Mich stört's jedenfalls nicht, dass die Raute nicht ganz abgeschlossen ist.

Da die Temperaturen natürlich noch nicht so ganz passen, gibt's heute erst mal keine Tragefotos. Unterstützt werde ich stattdessen von meiner reizenden Assistentin Mathilde.






Die Strickdesigns von Amy Herzog stehen ja unter dem Motto "fit to flatter". Musterverteilung und Bemaßung sollen die Figur dabei besonders vorteilhaft ins beste Licht rücken. Typisch ist außerdem, dass Zu- und Abnahmen in Taille und Rücken nicht in der Seitennaht sondern tatsächlich in der Mitte des Gestricks wie bei normalen Abnähern erfolgen. Bei dickerem Garn sieht man das mitunter recht deutlich.


For the record:
Muster: Harrogate von Amy Herzog Design
Wolle: Drops Nepal in Hellbeige
Nadelstärke: 4,5
Maschenprobe: 1M = 0,55 cm, 1R= 0,4 cm






Mir gefällt er wirklich gut. Ein schneller Strickerfolg. Ganz im Gegensatz zum aktuellen Projekt. Da ich Flexo Galoppo wohl kaum zum Tragen von cremefarbenen Zopfmusterpullovern im Allgemeinen (zu dick und zu warm) und Rollkragenpullovern im Besonderen (unbeliebter Halsausschnitt) begeistern kann, gibt es einen grauen Feinstrickpullover mit Rundhals, der ganz ähnlich geschnitten ist wie die Pullis, die er sonst so trägt. Ein Herrenpullover (Vorlage ist Hugo von Brookly Tweed) mit 2,5er Nadeln und jeder Menge Zöpfen - ich hoffe, ich bin bis Weihnachten fertig...