27. Juli 2016

MeMadeMittwoch am 27. Juli 2016 - Ich packe meinen Koffer...

...nicht. Denn dieses Jahr fahren wir nicht mehr in Urlaub. Außer vielleicht noch an Weihnachten nach Bremen. Aber der übliche Jahresurlaub im September/Oktober muss dieses Jahr leider ausfallen. Ich habe in der Zeit beruflich zu viele Termine. Und völlig gestresst in Urlaub fahren und wissen, dass es danach gleich wieder so weiter geht muss irendwie auch nicht sein.

Aber  w e n n  ich denn in Sommerurlaub fahren würde, dann wäre ganz bestimmt meine neue Halbanna dabei. Obenrum Anna untenrum Burda. Wie nenne ich das bloß? Bunna? Arda?

What so ever, here we are:



 Für jene, die mir auf Instagram folgen, ist das Kleid ein Alter Hut. Aber ich wollte sowieso noch mal ausführlich erklären, wie ich es gemacht habe. Wichtig ist das ja nur für's Rockteil.

Ich hatte diese traumhafte Viscose von Les Coupons des St. Pierre aus Paris. 3m für 15 Euro. Deal! Als ich den Stoff gekauft hatte, hatte ich Null Plan, was daraus werden könnte. Aber das Muster - 3 parallel verlaufende Ornament-Musterstreifen - war zu interessant, um es liegen zu lassen.

Als dann meine große Schwester aus einem Ornament-Druck ein Maxi-Kleid (mit langen Ärmeln) näht, kam mir plötzlich die zündende Idee. Call me copy-cat! Aber schnell war klar: Der 7-Bahnen-Rock von Anna geht leider gar nicht, das Muster hätte hinten und vorne nicht gepasst - selbst, wenn ich den Fadenlauf ignoriert hätte.

Es war klar: Was gerades muss her. Aber nur gerade und dann kräuseln? Da hatte ich Angst, dass das um die Taille zu stark aufträgt. Ich entschloss mich, den Rockteil von Modell 106 aus Burda 6/2016 zu verwenden und die Taillennaht seitlich jeweils an das Anna-Oberteil anzupassen.



Das Rockteil hat eine Kellerfalte und insgesamt 4 Quetschfalten. Beim Rumtüfteln war dann schnell klar, dass der mittlere Musterstreifen dann völlig in der Falte verschwindet. Damit das Muster im Oberteil dann nicht einfach ins Leere läuft war der ursprüngliche Plan, das Oberteil quer zum Fadenlauf zuzuschneiden, sodass der Streifen von rechts nach links über die Schulter verläuft.

Tja, und dann war ich etwas zu großzügig bei der Saumzugabe und es blieb mir nichts anderes übrig, als das Oberteil doch normal zuzuschneiden. Fuck.

Ich habe dann einen halben Nachmittag rumexperimentiert. Der mittlere Musterstreifen musste an das Oberteil anschließen. Seitlich habe ich zwischen den Musterstreifen eine Falte gelegt und  m u s s t e eine zweit im äußeren Musterstreifen legen. Die Falten ragen jetzt sogar über die Seitennaht hinaus aber dafür finde ich das Ergebnis jetzt einfach nur perfekt!



Hinten habe ich die Rockbahnen einfach so genäht, wie die Falten eingezeichnet waren und auch das passt unheimlich gut. Die hintere Mitte zieht noch ein bisschen nach unten. Da könnte werde sollte ich den RV noch mal raustrennen und das Oberteil entsprechend zur Seitennaht verlaufend kürzen.


Ziemlich begeistert bin ich von meinem Pattern Matching im Rücken. Sorgfältig zuschneiden ist hier einfach das A und O. Eingenäht war der Reißverschluss dann wirklich im ersten Anlauf - sogar ohne Obertransportfuß!

Lustigerweise fiel mir beim ersten Tragen ein, dass ich mit 19 im Sommer der Freiheit - jener Zeit zwischen Abiturprüfung und dem Beginn meines Aupair-Jahres in Paris - ein schwarzgrundiges T-Shirt mit ähnlichem Ornamentdruck kombiniert mit schwarzem Maxi-Rock wirklich bis zum Auseinanderfallen getragen hab. Ich bin sehr verliebt in dieses Kleid und hoffe, dass der Sommer noch viele Gelegenheiten zum Tragen bietet.

Auch ohne Urlaubspläne bin ich also mit diesem Outfit heute beim MeMadeMittwoch dabei.

Liebe Grüße - und einen schönen Urlaub an alle, die noch wegfahren!
Julia :)

20. Juli 2016

MeMadeMittwoch am 20. Juli 2016

Es ist Mittwoch. Und nicht nur das - es ist sogar ein ziemlich heißer Mittwoch. Das perfekte Wetter, um euch im Zuge des MeMadeMittwoch-Schaulaufens den neuesten Zuwachs in meinem Kleiderschrank zu zeigen.

Anna Nr. 3 alias das "Stella-Kleid" 



Genäht wurde dieser stoffgewordene Traum letzten Samstag in bester Gesellschaft in Stellas Küche. Ach was war das für ein schöner Tag! <3

Partners in crime...

Nach dem ich auf dem Blogger-Treffen in Stuttgart vorsichtig bei Stella vorgefühlt hatte, schlug ich dem Captain vor, wir könnten im Juli mal wieder seine Freundin K in Ravensburg besuchen. Und da Stella quasi um die Ecke wohnt, konnte ich mich am Samstag absetzen, um mich einem ganzen Tag dem gemeinsamen Nähen und intensiven Gesprächen hinzugeben. Hach jaaa... :)

Lustigerweise waren wir fast als Doppeltes Lottchen gekleidet: Stella blau-weiß geringelt mit blauer Jeans, ich rot-weiß geringelt mit roter Hose. Nicht nur in dieser Hinsicht ein "perfect match". Schade, dass wir soweit auseinader wohnen. Aber uns bleibt ja immer noch Paris...äh...Würzburg! :)



Äh, ach ja, das Kleid. Es handelt sich dabei - surprise, surprise - um ein Anna-Dress von By Hand London. Es ist das dritte seiner Art, hier und hier hatte ich schon mal über den Schnitt und Maxi-Kleider im allgemeinen geschrieben.

Der Stoff ist eine ganz traumhafte Viscose, die ich im Osterurlaub im Bremer K*rstadt erlegt habe. Sie fühlt sich auf der Haut bei den aktuellen Temperaturen einfach nur herrlich an und ließ sich ganz wunderbar verarbeiten.

Überhaupt habe ich im vergangenen Jahr sehr viel reine Viscose in den unterschiedlichsten Qualitäten - von ganz weich und labberig bis richtiggehend fest wie beim Jump Suit - verarbeitet und hatte keines der Probleme, die Nahtzugabe in ihrem Artikel letzten Sommer schilderte. Viscose dehnt oder hängt sich nicht mehr aus als andere Materialien. Ich denke, dass das eher mit der Webart zusammenhängt. Und die kann ganz unterschiedlich sein. Das per se auf das Material zurückzuführen halte ich für ungerechtfertig. Beim Stella-Kleid habe ich zum Beispiel keine einzige Ausschnittkante oder Rockbahn mit einr Stütznaht gesichert. Eingelaufen ist mir übrigens auch noch nix! Und dass sich Schnitteile nach dem Zuschnitt bei Bewegung verziehen, kennt man auch von anderen Stoffzusammensetzungen. Ich ziehe einfach alles wieder passend unter das Schnittmusterteil, bevor ich meine Markierungen auf die Rückseite übertrage und nähe alles einfach zusammen, wie es zusammengehört. So zieht sich alles von selbst in die richtige Form.

Also: Don't shun viscoce - embrace it!

Mein Stella-Kleid steckt auf jeden Fall voller Erinnerungen an einen tollen Tag und wir allein deshalb schon allergernst getragen. Geht es euch bei euren Nähkränzchen-Stücken nicht genauso?

7. Juli 2016

Da war doch was....

...fröhliches Rätselraten bei mir auf dem Blog, beim vorletzten MeMadeMittwoch. Und die Auflösung bin ich euch noch schuldig...für all die, die nicht gegoogelt haben! :)




"Hello again my beauties! Is it happening?"

So begrüßt Freddie Mercury das Publikum auf der Live at Wembley '86 Platte. Ich weiß nicht, wie oft ich die in meinem Leben schon gehört habe, denn mein kleiner Bruder (knappe 9 Jahre jünger) ließ sich noch in den Windeln vom Queen-Fantum der großen Schwestern  anstecken. Was dazu führte, dass er das Konzert, das wir als Video-Kassette hatten, fast täglich laufen ließ und dazu auf der Couch Konzert nachspielte. Aber ich plappere besser mal nicht aus, wie er mit aufgemaltem Schnurrbart mit Mamas Kajal und allem drum und dran... äh, ja. Ich hab' nichts gesagt... ;)

Vor gut einem Monat war ich ja auf dem einzigen Deutschland-Konzert von Queen & Adam Lambert in diesem Sommer. Anfangs noch strahlender Sonnenschein, gingen kurz vor der Vorband die Schleusen auf...und sie sollten sich bis wir wieder unser Auto erreicht hatten, nicht wieder schließen...


Ich war ja glücklicherweise vorbereitet und hatte meine wasserdichte Regenjacke mit. Mit Kapuze. Das konnte man von meinen beiden Begleitern nicht behaupten. Aber mal ehrlich: Ein Regenjäckchen für's Rennrad? Ohne Kapuze? Amateure...



 Während ich 2006 bei der Tour mit Paul Rogers noch fest davon überzeugt war, dass ich mir das garantiert nicht live antun werde, sah das bei Lambert schon anders aus. Zumal mein kleiner Bruder letztes Jahr sehr begeistert war.


Und was soll ich sagen: N a t ü r l i c h  ist er nicht Freddie - aber ein würdiger Ersatz. Sehr würdig. Während Freddie auf der Bühne eher den Macho gab, der er im richtigen Leben eher nicht war, spielt Lambert die Diva. Dass er vor seinem zweiten Platz bei American Idol als Musical Darsteller gearbeitet hat, war sicherlich auch nicht gerade von Nachteil.


 Mit gigantischem Thron während 'Killer Queen' und krassen Outfits. Sehr cool! Und auch stimmlich passt es einfach gut. Es ist anders, aber wirklich richtig gut!


Zwischendurch gab es natürlich auch immer mal wieder Einspieler von Freddie oder Aufnahmen aus vergangenen Tagen, die im Hintergrund zu 'These are the days' liefen. Er fehlte aber war doch da. Oder um es mit Lamberts Worten zu sagen: "We all love Freddie. I love Freddie. And tonight let's celebrate Frieddie!".

Dr. Brian May während  'Under Pressure', dem Duett mit David Bowie. Gleich zwei, die fehlten.

Ein grandsioser Abend. Vom Regen und der Kälte spürst du nichts. Und dann stehst du da und kannst zum allerersten Mal mit Tausenden um dich herum selbst zu Radio Gaga mitklatschen. Nicht irgendein Klatschen, sondern DAS Klatschen:



via GIPHY

Hier auch noch mal sehr eindrucksvoll zu sehen.  Gänsehautfeeling pur.  Genauso wie One Vision* zum Konzertbeginn und We are the champions und God save the Queen auf Brian Mays Red Special zum Abschluss. Immer. Rituale sind wichtig.

Nicht die britischen Kronjuwelen und auch kein Hermelinmantel - aber trotzdem sehr standesgemäß!

So, jetzt wisst ihr, was ich so höre. :) Nicht immer und ausschließlich - aber immer wieder. Und dann in heavy rotation. Nicht zwingend für alle rational nachvollziehbar. Aber so ist das nunmal mit der Liebe...


*One Vision ist aber sowieso seit immer und ewig (also seit 1992) und für alle Zeiten, seit ich es das erste Mal gehört habe (damals in der schwächeren Single-Version auf der Greatest Hits II) mein Lieblingslied. Besonders in der 'Extended Version' und am besten wenn man mit einem gut motorisierten Fahrzeug mit satter Soundanlage von der Landstraße auf die Autobahn fährt. Also nicht, dass ihr jetzt denkt, ich hätte das mit 19 mit Papas Auto so gemacht... 

28. Juni 2016

Sommerrock Sew Along - Finale

Ich habe einen Sommerock genäht. Den Schnitt-Krimi habt ihr hier ja hautnah miterleben können. Und was soll ich sagen? Naja.

Aber seht selbst:


Sieht so ein glückliches Mädchen aus? Eher nicht, oder?!

Dieser Rock ist extrem tagesformabhängig. An Tagen, in denen ich mich attraktiv fühle, kann ich den Rock durchaus tragen und finde mich und ihn schön. Der Captain sagt, er mache 'nen schlanken Fuß und ihm gefällt er. An anderen Tagen (so wie sie in den letzten Tagen sind), wo ich mich grundsätzlich einfach nur fett und hochgradig hässlich finde - und nein, das ist  k e i n  Fishing for Compliments also bitte, geht gar nicht erst drauf ein! - geht der Rock einfach gar nicht.

Mir gefallen enge Jersey-Shirts dazu nicht. Überhaupt, bin ich etwas unschlüssig, was die Kombinationspartner angeht. Wahrscheinlich sind flache Schuhe dazu eher ein No-Go, weil es den 'bäuerlichen' Touch noch ein bisschen unterstreicht. Vielleicht sollte ich eine Alma-Bluse von Sewaholic dazu testen. Die ist figurbetont und -umspielend zugleich. Und sieht 'angezogener' aus, als ein einfaches T-Shirt. Die eine, die ich habe, passt aber farblich nicht. Aber die nächste steht in den Startlöchern...

Zur gerade fehlenden Tragefreude kommen dann auch noch ein paar Nähfehler dazu. Ich hatte mich anhand der 'finished measurements' für Größe 12 entschieden. Am Bund können aber locker noch 2-3 cm weg. Auf dem Foto sieht man's nicht, aber an der oberen Bundkante steht er noch ziemlich ab. Klar, ist ja auch kein Formbund...!

Und bei den Knopflöchern habe ich gepfuscht. Knopflöcher gehen mir dank Simflex-Maßeinteiler und meiner Brother Innovis 20LE, die gute Knopflöcher näht, eigentlich ganz leicht von der Hand. Diesmal musste ich tatsächlich 2 Knopflöcher wieder auftrennen: Eins habe ich an der falschen Markierung begonnen, das zweite kam mit dem Bund in die Quere und wurde schief. -.- Beim zweiten Anlauf wurde es nicht viel besser. Gehört also zur Kategorie 'Ich lass' das jetzt so'. Der Stoff verzieh das Auftrennen nicht  wirklich. Nicht schön, aber selten...




Wirklich schön sind die stoffbezogenen Knöpfe vom Nähkontor. Da war ich ja wirklich baff! Montag ging mein Stoff in die Post und Mittwoch machten sich meine Knöpfchen schon wieder auf die Reise! \0/

Mal sehen, ob der Rock und ich noch Freunde werden. Aber mal ehrlich: Es gibt einfach Sommer-Kleidungsstücke, die mir so viel besser stehen. Anna zum Beispiel:

Anna performt. Immer.


Oder Hosen. Gerade in the making:

Wir testen schon mal die Kombipartner...ganz wichtig!


Aber jetzt genug rumgenölt. Ich freue mich natürlich mit all den anderen Mit-Näherinnen, die sich den Sommerrock ihrer Träume genäht haben. Wollt ihr auch mal gucken? Hier geht's lang zum großen Final-Defilee! 

Vielen Dank für all die lieben Kommentare und Ratschläge - ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut! :)

22. Juni 2016

MMM am 22. Juni 2016: Sommerlicher Lieblingslook

Renfrew N°1 mit Chinos

Hello again my beauties - is it happening?*

Heute bin ich schon wieder beim MeMadeMittwoch dabei. Wie ungewohnt! Aber der Captain hat neulich gleich mehrere Outfits hintereinander geknipst und so habe ich ein bisschen was in der Pipeline.

Im Frühling/Sommer ist das heutige Outfit so ziemlich mein absoluter Lieblingslook: Chino und T-Shirt. Bevorzugt mit 3/4-Arm, das passt dann auch, wenn die sommerlichen Temperaturen auf sich warten lassen.

Die Hose ist eine Chino aus Burda Style 4/2012. Das hier ist die dritte Version und ich denke, ich habe die Anpassungen inzwischen ganz gut im Griff. Das einzige, was mich jetzt noch stört ist, dass der Bund oben am Rücken immer noch absteht. Aber da weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie ich das korrigieren könnte... Den Bund hatte ich in der hinteren Mitte schon 2 cm tiefer gesetzt. Hm.

Was an dem Schnitt ganz cool ist, sind die eckigen Hüftpassentaschen. Dadurch kann man nämlich auch an der Seitennaht noch was wegnehmen und passt trotzdem noch mit der Hand rein.

Burda N°134, 4/2012


Hinten habe ich außerdem Paspeltaschen gearbeit. Die mag ich irgendwie am liebsten und so viele, wie ich inzwischen genäht habe, sind sie definitiv kein Angstgegner mehr.

Das absolute Novum an diesem Outfit ist aber das Shirt. Ich habe ja bislang immer vollmundig behauptet, dass ich keine T-Shirts nähe und mir die problemlos kaufen kann. Da hatte ich wohl meine große Liebe zu Ringelshirts vergessen, die sich im Geschäft nicht immer so einfach finden lassen. Hinzu kommt außerdem, dass mir Kaufshirts soooo gut ja auch nicht passen: Das, was um die Taille schön eng sitzt, ist meistens an den Schultern zu schmal.

Irgendwann zog dann also mal das Renfrew-Schnittmuster von Sewaholic ein. Und lag und lag. Was mich abschreckte, war die Stoffempfehlung: 'stable knit fabrics'. Ich mag aber mehr die dünnen Viskose-Jerseys. Inzwischen habe ich drei Shirts nach dem Schnitt genäht. Alle sehr dehnbar und eher weich und einer war sogar richtig flutschig. "Slinky" würde man im Englischen dazu wohl sagen. Und er funktioniert tatsächlich mit allen Materialien!

Auf dem Bild oben sehr ihr meine erste Version. Ich habe ganze 2 Nummern kleiner zugeschnitten als es die Maßtabelle vorsah. In der Taille ist hier noch ordentlich Spiel. Bei den nachfolgenden Versionen habe ich insgesamt noch mal 4 cm aus der Taille rausgenommen und jetzt passt der Schnitt für meinen Geschmack sehr gut. Nur das Patternmatching an den Ärmeln will einfach nicht gelingen...

Renfrew N°2

Das Halsbündchen habe ich auf Laurens Empfehlung  hin 2,5 cm gekürzt. Bei der Version oben hätte sogar noch 0,5-1 cm weggekonnt. Dieser Jersey war wirklich ultra dünn und flutschig.

Hier ist das Bündchen perfekt:

Renfrew N°2

 Da ich seltenst Hüfthosen trage, kann ich oft auch auf den Bund verzichten. Stattdessen habe ich nur die untere Kante versäubert, umgebügelt und festgenäht.

Seiten- und Ärmelnähte habe ich mit er Overlock zusammen getackert. Für meine Nähmaschine habe ich mir zu Weihnachten den Obertransportfuß gewünscht. Das funktioniert tatsächlich ganz gut. Nichts leihert. Allerdings: Beim zweiten Absteppen des Halsausschnittbünchens mit der Zwillingsnadel haut das nicht so hin, vor allem dann, wenn ich die Nahtzugabe bereits mit er Ovi abgeschnitten und versäubert habe. Der Fuß liegt einfach nicht gleichmäßig auf allen Stofflagen auf. Besser klappt es a) generell mit dem Zickzackstich und b) wenn die Zugabe noch nicht zurück geschnitten ist. Die doppelte Stofflage unter dem Fuß ist dann einfach breiter und der Obertransport hat tatsächlich was zu greifen.  Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine... Gerade Nähte an den (Ärmel-) Säumen funktionieren aber auch ohne Leiern mit der Zwillingsnadel. Aber ehrlich gesagt, finde ich den Zickzackstich fast noch schöner. Versprüht irgendwie frühen 80er-Jahre-Charme. ;)

Und so ein T-Shirt ist in 2 Stunden genäht. Instant gratification, wenn man so will. Zu einem schnellen Erfolgserlebnis sagt wohl keine Nein. :)

Habt einen tollen Mittwoch! Mittwoch = Bergfesttag! :)


*Und wer mir sagen kann, woher dieses Zitat stammt - also ohne Google! - der kriegt 'ne Tüte Gummibärchen! :D Und sehr guten Musikgeschmack attestiert! Aber nachdem vor zwei Wochen auch keine auf meine "Vom Winde verweht"-Referenzen reagiert hat, scheine ich - was Zitate angeht - wohl ein bisschen freaky zu sein... ;)

20. Juni 2016

Sommerrock Sew-Along, Teil 3: Details

Yeah, ich habe nicht aufgegeben - und es hat sich gelohnt!

Im letzten Post zum MeMadeMittwoch erwähnte ich bereits, dass meine Überlegungen dahin tendierten, einen Zinnia-Skirt von Colette zu nähen. Version 1 mit Kräusel statt Falten. Nachdem ich erst mal ein bisschen zittern musste, ob die vorhandenen 1,80 m Stoff ausreichen (gefordert waren 2 m), war am Donnerstagabend klar: Das passt. Den Bund musste ich stückeln, sodass er in der hinteren Mitte eine Naht hat. (Den Bund hatte ich aber auch verbreitert, damit die fertige Breite 6 cm beträgt.) Aber davon abgesehen hätte ich alle Teile zuschneiden können.

Hätte. Ich möchte keine aufgesetzten Taschen und auch auf Taschen in der Seitennaht habe ich diesmal verzichtet. Taschen sind für mich bei Röcken oder Kleidern einfach kein Muss. Bei Hosen und Jacken sieht das ganz anders aus!

Und das ist der aktuelle Stand:



Es fehlen nur noch Knopflöcher und Knöpfe.  Da ich keine passenden in der richtigen Größe in meinem Fundus hatte, lasse ich mir über das Nähkontor Knöpfe mit dem Stoff beziehen. Ich mag stoffbezogene Knöpfe einfach total gerne, finde die Sets zum Selberbeziehen aber alle ziemlich schrottig. Ich weiß jetzt nur nicht, ob die Knöpfe bis zum Finale hier eintreffen. Drückt mir doch mal die Daumen!

Der Rock gefällt mir so schon sehr. Bei einer nächsten Version würde ich aber wohl die Knopfleiste verbreitern. 1,5 cm finde ich etwas schmal. Außerdem bin ich am Überlegen, ob ich noch kleine Gürtelschnallen anbringe.

So viel also zu den Details. Was man gar nicht sieht: Bei der rechten - also oben liegenden - Knopfleiste habe ich zwei Nähte sehr schmal nebeneinander gesteppt. Das gefällt mit optisch unheimlich gut! 

Mehr Sommerröcke und im Gegensatz zu mir viele Taschen gibt's beim dritten Teil des Sommer-Rock-Sew-Alongs auf dem MeMadeMittwoch-Blog. Da muss ich auch  noch stöbern gehen...

15. Juni 2016

MeMadeMittwoch am 15. Juni 2016 - Das Zufallskleid

Heute zeige ich euch eines meiner beiden neuen Kleider:

Das Zufallskleid



Alles daran hat seinen Weg eher zufällig zu mir gefunden.

Angefangen beim Schnitt: Erinnert ihr euch noch an dieses Kleid? (Also das rote etwas weiter unten.) Eigentlich wollte ich ja noch eine graue Version nähen. Habe ich auch. Aber der Schnitt sah keine 'richtigen' Ärmel vor, die Schultern waren außerdem gut und gerne 1,5 cm zu schmal und so produzierte ich beim zweiten Anlauf mehr so ein Teil für die Tonne. Ich musste auch so viel am Schnitt ändern und so richtig begeistert war ich von der Simplicity-Passform nicht. Aber das gewickelte Oberteil gefiel mir wahnsinnig gut. Auf der russichen Burda-Seite - nicht dass ich Russisch könnte, aber zu den genähten Modellen der User finde ich auch so - stolperte ich irgendwann ganz zufällig über diesen Schnitt: N°112 aus 11/2007. Burda passt bei mir immer oder zumindest nur mit geringfügigen Änderungen, die aber dann auch konsistent bei allen Modellen gelten. Und so habe ich die Ausgabe beim Dealer meines Vertrauens geordert.

Auch die Stoffe kamen eher ungeplant zu mir. Der royalblaue Baumwollsatin stammt aus einer Bestellung bei TST Stoffen. (Die, die immer die abgefahren bedruckten Stoffe in der Knip/Fashion Style anbieten). Ich hatte einen Stoff mit ausgfallenem Blumenwiesen-Druck bestellt. Der Stoff war teuer und ein Musterrapport reichte für ein Kleid nicht aus, also plante ich unifarbenes Colorblocking dazu. Blöd nur, dass mein Druck ein Jersey war und keine Webware...wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil!! (Jersey heißt auch auf holländisch Jersey - ich hab halt einfach nicht hingesehen.) Also hatte ich einen Meter Baumwollsatin, mit dem ich erst mal nichts anzufangen wusste.

Der Musterstoff stammt - mal wieder - vom Tauschtisch der AnNÄHerung Süd. Irgendwann am Sonntagmittag schaute ich noch mal drüber und ich dachte bei einem Meter eigentlich an ein schönes Taschenfutter. Wie ich im Nachhinein feststellte, handelt es sich um einen Kaffe Fassett Druck. Der edlen Spenderin ein großes Dankeschön! :)

Und eines schönen Nachts konnte ich nicht schlafen und beschloss, den Stoffschrank aufzuräumen. Und beim Umsortieren lagen die Stoffe plötzlich nebeneinander und ich hatte eine Eingebung...

Die rote Paspel war eine spontane Idee, die ich hatte, also ich zum Anprobieren des Oberteils einen roten Reißverschluss einheftete. Ganz zufällig gegriffen. Das Zufallskleid trägt seinen Namen zurecht.

Der Kaffe Fassett Druck liegt nur 110 cm breit, sodass das ursprüngliche Rockteil nicht machbar war. Also schnitt ich den Stoff waagerecht in der Mitte durch, teilte eine der beiden Hälfte nochmal senkrecht in zwei Hälften und hatte so eine breite Stoffbahn, die ich einkräuseln konnte. Die Länge reichte für mein Wohlgefühl nicht aus, also setzte ich unten noch einen breiten Streifen vom Baumwollsatin an.



Der Schnitt ist ursprünglich tiefer ausgeschnitten. Typisch Burda halt. Ich schnitt die angeschnittenen Belege ab, erhöhte den Ausschnitt uns zeichnete neue Belege an. Auch für hinten, denn der hintere Ausschnitt war genauso tief wie der vordere. Davon abgesehen passte der Schnitt auf Anhieb. So mag ich das!

Beim ersten Anziehen erschrak ich zwar ein bisschen, weil es doch sehr folklorig aussah. Aber kombiniert mit auffälliger Kette und roten Schuhen finde ich es ganz toll. (Noch toller wäre es, wenn die Kette rot wäre, aber die hat eine ziemlich lange Lieferzeit und ist noch nicht mal auf die Reise gegangen...aber bestellt ist sie natürlich...)

Und da ich langsam klug werde und Schnitte mehrfach nähe, entstand gleich danach noch eine klassische Version in Blau mit weißen Tupfen... Diesmal mit dem richtigen Rockteil.

Ganz dekorativ mit weißem Faden an Schulter. Und ich lerne es wohl nie, dass mir dunkler Lippenstift und harte Lippenkonturen nicht stehen... seufz!

Die Ärmelchen sind übrigens nur kleine 'cap sleeves', bei dem der untere Teil des Armausschnitts mit einem Besatz verstürzt wird. Geht viel flotter zu nähen als eingesetzte Ärmel, sodass ich für ein Kleid nur einen Samstag brauche. Auf ein Futter habe ich bei beiden verzichtet.

Der Schnitt ist übrigens ein Langgrößen-Schnitt. Allerdings habe ich auch schon Kurzgrößen problemlos vernäht. Das hängt wahrscheinlich immer auch vom Schnitt ab. Durch das breite Taillenband und fehlende Abnäher verzeiht dieses Modell wahrscheinlich sowieso so einiges.

Beim aktuell herrschenden Wetter konnte ich die Kleider noch nicht allzu oft ausführen. Weshalb ich das ganze mit einer kleinen Stippvisite beim MeMadeMittwoch kompensieren muss.

Derweil grüble ich weiter über mein Sommerrock-Problem nach: Heute Morgen habe ich den ursprünglich als erstes geplanten Rock noch mal angezogen, hab das Taillenband noch mal enger gesteckt - und fand es gut! WTF?! Muss ich mich da selbst verstehen? Mal sehen. Zinnia von Colette in Version 1 könnte auch eine Option sein. Aber da muss ich erst noch mal die Schnittteile ausmessen. Es bleibt hier also spannend...also zumindest für mich! ;)