18. Februar 2015

MMM am 18. Februar 2015

Nastjusha und Frau Sachenmacherin wollten sie unbedingt sehen: Die. Schuhe.

Hier sind sie wie versprochen im heutigen MeMadeMittwoch-Gesamtoutfit:



Den Pulli habe ich hier schon mal vorgestellt. Der Rock ist auch schon mehrfach hier im Blog aufgetaucht. Ein echter Alltagsheld.

Eigentlich wollte ich auch noch das Augen-Make-Up en détail zeigen. Aber leider bin ich dazu unfähig. Wie machen das eigentlich die ganzen Beauty-Bloggerinnen? So müsst ihr es euch einfach vorstellen: Auf dem beweglichen Lid ein silbrig schimmernder Oliv-Ton, in der Lidfalte und darüber hinaus verblendet ein kühles grau-braun, schwarze Wimperntusche. Fertig. Der orange Lippenstift gefiel mir dann letztendlich gar nicht dazu und wurde kurz nach dem Entstehen der Bilder wieder abgenommen.

So und hier noch mal die grünen Stiefeletten in der Totalen. Schwarze Strumpfis gefallen mir dazu fast noch besser. Sind übrigens ultrabequem. Also die Schuhe, nicht die Strumpfis. Wenn man nicht gerade - wie ich neulich - darin umknickt und sich die Bänder überdehnt. Waren aber gar nicht die, sondern die jüngeren Brüder aus taupig-grauem Wildleder. Schließlich war ich dieses Jahr nach Weihnachten wieder im Bremer Lieblingsschuhladen...



17. Februar 2015

Random stuff N°2

Neulich bin ich auf einem meiner abbonierten Blogs auf eine Art Geburtstags-Post gestolpert, in der die Bloggerin so viele Fakten über sich aufzählte, wie sie an diesem Tag alt wurde. Und da ich die Idee ganz lustig fand, die Zahl 34 auch stimmte und ich solche Dinge bei anderen einfach gerne lese, dachte ich, ich mach' das auch mal. Aus gegebenem Anlass. Mal sehen, ob ich auf 34 komme...

1. Ich bin ja nicht nur Nähnerd, sondern auch ein kleiner Foodie. Ich probiere in der Küche gerne viel neues aus, sodass es ein Gericht fast nie zweimal gibt. So gut es auch war. Außer vielleicht Boeuf Bourguignon, das ist die sichere Bank, wenn viele Gäste eindrucksvoll verköstigt werden wollen.

2. Liebstes Essen und absolutes Soulfood seit Kindertagen: Spätzle und Haschee. Wobei die Spätzle bei uns nichts mit diesen dünnen Teigstreifchen gemein haben. Bei mir werden sie (Männer-) Daumengroß ins Wasser geschabt. Probiert das mal aus, das ist klasse. Haschee - also Hackfleischsoße - ohne jede Spur von Tomate. Dafür geriebene Zwiebel und bitte mit Mond*min Soßenbinder für dunkle Soßen. Da mache ich mal eine Ausnahme...

3. Als Kind habe ich im Peek und Beklopptenburg mal zwei sündteure Schaufensterpuppen laut krachend zu Boden geschickt. Danach habe ich den Laden erst mal 5 Jahre nicht betreten. Lange Geschichte.

4. Ich rede im Schlaf. Ich hab' schon die tollsten Sachen erzählt. Herr Galoppo berichtet immer wieder gerne, wie ich nach dem Schneebesen gefragt habe...

5. In meiner Jugend hörte ich vorzugsweise Punkrock à la The Offspring oder Bad Religion. Letzere höre ich heute immer noch ganz gern.

6. Mit 11 war ich unsterblich in den Bassist von Queen verknallt. o.O

7. Mit 12 war ich unsterblich in Michael Keaton verknallt. Jahrelang hatte ich ein Poster von "Viel Lärm um nichts" über dem Bett. Die Notärztin dachte damals, ich würde Shakespear Verfilmungen mögen.

8. Ich liebe richtig stinkigen Käse. So ein schöner reifer Camembert zum Beispiel. Mein allerliebster Lieblingskäse ist ein schweizer Bio Alpikoner mit Eichenrinde. Wenn's den nicht gibt, werde ich selbst stinkig.

9. Ich fluche beim Autofahren. Mein liebstes Schimpfwort ist dann politisch mehr als inkorrekt - eigentlich geht's gar nicht - Sp*st. Eigentlich geht's mir aber auch mehr um die lautmalerischen Aspekte als die tatsächliche Bedeutung des Wortes.

10. Ich bin die wohl schlechteste Geisteswissenschaftlerin wo gibt.

11. Als Kind wollte ich erst Fotografin werden.

12. Später dann Notarin.

13. Schornsteinfeger war zwischendrin mal auch Berufswunsch. Nachdem meine Eltern mir damit drohten, mich sofort vom Gymnasium zu nehmen, gab ich das sehr schnell auf.

14. A propos:  Als Kind dachte ich immer, dass beim Spiel "Wer hat Angst vor'm Schwarzen Mann" der Schornsteinfeger gemeint war. Ist vielleicht so, wenn der eigene Vater Schornsteinfeger ist...

15. Ich liebe alles was mit Erdnussbutter oder Kokos gemacht wird.

16. Ich kann eine unheimlich gute Parodie eines sabbernden Homer Simpson. (Kopf in Nacken, Zunge raus...)


17. Meine erste eigene Schalltplatte war "Alf's Super-Hitparade".

18. Da war nämlich mein erstes Lieblingslied drauf: "Stop" von Sam Brown.

19. Der Video-Clip von "Land of Confusion" (bzw. "Spitting Image" im generell) hat mir als Kind anno 1986 schlimmste Albträume beschert, weshalb ich fluchtartig den Raum verließ, wenn es irgendwo lief. Damals gab's zum Glück nur Formel Eins und kein MTV, das heißt, die Gefahr war nicht ganz so groß. Trotzdem nicht schön.

20."Land of Confusion" ist heute eines meiner All-Time-Favourites. Ich entwickle mich also weiter...

21.  Meine allererste CD war der Soundtrack von Arielle, die Meerjungfrau. Ich kann heute noch alle Lieder auswendig. 

22. Ich bin ein Sandwich-Kind. Mit allem drum und dran. Aber ohne Zwiebeln.

23. In der Oberstufe hatte ich Englisch und Französisch als LKs. Chemie und Physik wurden so schnell wie möglich abgewählt. Kunst allerdings auch. Das lag aber mehr an der Lehrerin.

24. Seit ich als 12, 13-jährige einen handfesten Handwasch-Zwang hatte, habe ich extrem schnell trockene Hände und muss sie mir eigentlich ständig eincremen.

25. Ich bin ein großer kleiner Star Wars und Star Trek Fan. Also schon Fan aber halt nicht so nerdig. Zitieren kann ich trotzdem ganz gut daraus.

26. Ich bin der totale Brot-Junkie und plündere - leider - immer den Brotkorb im Restaurant. Wie schaffen das manche, nur ein Scheibchen davon zu essen?!

27. Ich könnte aber auch jeden Tag Nudeln essen. Würde mir auch nie langweilig.

28. Gerade gestern erst wieder festgestellt: Wenn ich ausgeruht bin, macht mir auch Sport Spaß. Sich auspowern, wenn man schon ausgepowert ist? Not so good, Al!

29. Schon mal ein Gummibärchen nach sehr reifem Camembert gegessen? Lasst es lieber - schmeckt wie Erbrochenes. Für euch getestet...

30. Ich rede nicht nur nachts im Schlaf, ich verlaufe mich auch gerne mal auf dem Weg zur Toilette. Herr Galoppo wird dann wach und rettet mich durch das Anschalten der Nachttischlampe. Er erwägt gelegentlich, Leuchtstreifen auf dem Boden anzubringen.

31. Ich habe einen braunen Daumen. Glücklicherweise hat Herr Galoppo da mehr Talent. Ich hätte aber andernfalls auch kein Elan, an meinem Unvermögen etwas zu ändern.

32. Ich bin geographisch die totale Niete. Anders als Bridget Jones weiß ich zwar, wo Deutschland liegt, aber beim Rest wird's schon schwierig. Ein guter Grund zum Reisen, das erweitert eindeutig meinen Horizont.

33. Wenn wir verreisen kann ih Herrn Galoppo nach einmaligem Studieren des Reiseführers zielsicher zu den kulinarischen Highlights führen. Aber ich bin ja auch nicht umsonst Nahrungsmittelbeauftragte in dieser Beziehung.

34. In der Abi-Zeitung meines Jahrgangs landete ich bei den Schüler-Awards auf dem zweiten Platz für die erotischste Stimme. Dafür belegte ich Platz Eins für die dreckigste Lache. Früher wurde sogar die Zeit gestoppt. Mein längster Lashflash - während einer Unterrichtsstunde - dauerte 2 Minuten und 20 Sekunden.

Puh geschafft. Ich geh' jetzt was Essen...

12. Februar 2015

Little investments...


Alles begann mit dem Schuh. Oder besser: mit der Schuh. Der Schuh ist ein toller kleiner Schuhladen im "Viertel" in Bremen. Auf dem Ostertorsteinweg, schräg gegenüber vom Café Engel. Naja, nicht ganz, aber man kann es von dort aus noch gut im Auge behalten. Dort - also im Café Engel - machen wir bei jedem Bremen-Besuch Halt, um einen Milchkaffee oder auch das eine oder andere Stück Kuchen zu essen. Wenn wir nicht gerade die ganz und gar köstlichen Nusskoller aus der Bäckerei Schnarre im Schnoor gekauft haben...

Zwei Jahre hintereinander waren wir vor dem Café-Besuch bei Der Schuh, wo ich letztes Jahr grüne Plateau-Stiefeletten kaufte. Tolle Farbe, ließen sich nur nicht so prima kombinieren. Jetzt sieht das ganz anders aus, denn ich habe aus der Drops Alpaca in der Farbe Grün-Türkis einen wunderbar schlichten Pulli gestrickt, bei dem das Garn und der Farbmix besonders schön zur Geltung kommt.

Bei meiner Such auf Ravelry stieß ich schnell auf den Low Budget Pullover von Hinterm Stein. Tichiro hatte sie auf Ihrem Blog auch schon mal vorgestellt.

Ich habe die Wolle wie in der Anleitung angegeben mit 4,5er Nadeln gestrickt und ein herrlich elastisches aber nicht zu wärmendes Gestrick erhalten. Frau Hinterm Stein versicherte, dass das Garn beim Waschen nicht wachse - und sie hat recht! Da die Maschenprobe und auch der Brustumfang laut Maßtabelle bei M nicht ganz gepasst haben, habe ich statt M in S gestrickt. Aber auch hier musste ich bei der Taillierung noch 2 zusätzliche Abnahmerunden (Also insgesamt 8 Maschen mehr abgenommen) einlegen, um einen wirklich figurnahe Passform zu erreichen. Jetzt ist der Pulli noch schön luftig und um die Taille einiges an "positive ease" vorhanden. Werde ich beim nächsten dann wieder so halten!

Der Garnverbrauch liegt bei 5-6 Knäueln. Auch zeitlich gesehen, muss man hier nicht allzu viel investieren, ich habe drei Wochen gebraucht. (War nämlich ein kleiner Einschub während des Strickmarathons für Herrn Galoppos grauen Merino-Pulli - nach zwei Monaten musste mal was anderes auf die Nadeln!)

Am Kragen und an den Ärmelsäumen ist ein kleines Lochmuster gearbeitet. Die Löcher werde ich beim nächsten Mal - wie optional vorgeschlagen - auch durch Umschläge bei den Raglanzunahmen arbeiten.


Diese Kette bekam ich 2013 von meiner Schwägerin zu Weihnachten - passt farblich perfekt! Danke noch mal dafür! :)


Mit grünem Schuh gibt es den Pulli dann hoffentlich demnächst noch mal als getragenes Gesamtoutfit für den MMM...

6. Februar 2015

HerrMann: Herr Galoppo in Hugo

Ich glaube, ich bin die einzige weit und breit, die sich über die aktuell herrschenden Temperaturen und die Rückkehr des Winters freut. Einen besseren Zeitpunkt hätte es nämlich nicht geben können. Denn: Es ist vollbracht: Ein Herrenpulli in Größe 52. Anfang Oktober angeschlagen und hier schon mal gezeigt. 2,0 er Nadeln. Drops Baby Merino. Hallelujah.

Oder wie die liebe Michou so schön meinte:

"Respekt ... stricken für andere in der Größe mit der Nadel ... Anwartschaft auf Heiligenschein"

Angelehnt war er an Hugo von Brooklyn Tweed. Eigentlich sollte ja das Aran-Muster auch auf den Ärmeln und dem Rücken fortgesetzt werden. Nachdem ich aber für das Vorderteil einen ganzen Monat gebraucht hatte, wurde dieser wahnwitzige Plan kurzerhand gecancelt.

Herrn Galoppo gefällt der Pulli trotzdem sehr gut. So gut, dass er ihn jetzt schon zwei Tage hintereinander getragen hat. Da Herr Galoppo sonst eher nur Feinstrick-Pullis trägt und Rollkragenpullover auch nicht so gern mag, habe ich kurzerhand einen Rundhalsausschnitt gestrickt. Da ich eine recht feine Wolle benutzt habe, musste ich ja eh alles neu berechnen.  Die Zöpfe rechts und links habe ich vorne entsprechend verbreitert, da das sonst ja nur ein sehr schmales Musterstreifchen geworden wäre.

Tante Edith sagt außerdem: Ich hatte mich dabei gar nicht an der Hugo-Vorlage orientiert, sondern einen gut sitzenden Pulli ausgemessen und darauf alles berechnet. Bei den Ärmeln kam während des Strickens dann der Wunsch auf, noch 5cm zu berlängern. Ich habe schlichtweg das Längenwachstum beim Waschen vergessen, weshalb sie jetzt just diese 5 cm zu lang sind. Danke an Frau Mad for Mod für die Nachfrage! :)

Ein schnelles Foto morgens vor der Arbeit. Man beachte die dekorative Gurke im Hintergrund.

Und das ist er! Ist er nicht wunderschön?! ♥ Und der Pulli ist mir doch auch echt gut gelungen...Flexos Mitarbeiterinnen ist auch bislang nicht aufgefallen, dass ihr Chef einen selbstgestrickten Pulli trägt. Was ja auch für eine gewisse Qualität der Verarbeitung spricht.

Was das Thema "Selbstgestrickte Pullis" angeht, ist Herr Galoppo aber auch verwöhnt, denn seine Ma war ebenso begeisterte Strickerin und Nähnerd wie ich.

Da Herr Galoppo gefragt hatte, ob er so am MeMadeMittwoch mitmachen kann - und das ja leider nicht möglich ist - darf er kurzerhand bei Frau Wollixundstoffix' Aktion HerrMann mitmachen.  Vielen Dank an Katharina für den Hinweis! :)

4. Februar 2015

FJKA 2015 - Inspirationen

3 Monate Strickzeit im großen Perlmuster haben ein Ende. Der graue Merino-Pulli für Herrn Galoppo ist fertig. Endlich kann ich wieder nur für mich stricken. Muahhahahaa! *hierkrankeslacheneinfügen*

(Der Herrenpulli wird hier auch noch mal separat vorgestellt - Herr Galoppo ist nämlich sehr zufrieden!)

Bis zum Finale des FJKA sind es noch knapp zwei Monate. Ich bin jetzt mal ganz ambitioniert und plane 2 Jäckchen in der Zeit....

Erst ein mal brauche ich dringend ein kurzes figurnahes Jäckchen in frühlingshaftem Grau. Hier sind noch vier Käuel vom Herrenpullover übrig. 2 werde ich noch nachbestellen müssen....

Die Idee ist es, die Passform von Emilie mit diesem Strickmuster aus der Verena-Winterausgabe 2006 zu kombinieren.



Allerdings spendiere ich bei einer Passform mit 5 cm 'negative ease' noch eine Knopfleiste. Das Jäckchen ist bereits ausgerechnet und angeschlagen. Gestrickt wird mit Drops Baby Merino in Mittelgrau.

Als zweites bräuchte ich noch ein rotes oder blaues Jäckchen. Hier wird Emilie noch mal ganz einfach kopiert. (Hier der Link zur ersten Version)



Wolle - Drops Baby Merino - ist im Vorrat noch vom letzten Lanade-Super-Sale im Mai ausreichend vorhanden. Da ich aber meine Strickjacken das ganze Jahr über trage, gibt's bei beiden keine 3/4-Ärmel sondern ganze. Wenn ich eine Strickjacke brauche, dann brauche ich die auch an den Ärmeln, egal ob Frühjahr oder Winter...

Hier geht's übrigens zum MeMadeMittwoch-Blog, wo der diesjährige FJKA von Frau Sachenmacherin und Frau Kreuzberger Nähte gehostet wird.

2. Februar 2015

Buchrezension:


The Sewtionary 
- The A-Z guide to 101  sewing techniques + definitions

Heute gibt's keine neue Kleidung zu sehen. Immer nur neue Klamotten vorstellen empfinde ich auf die Dauer etwas langweilig. (und bei den ganzen Sew- und Knit-Alongs weiß ich grad gar nicht, ob und wo ich mitmachen will oder werde...) Also, was nützliches muss her. Eine Buchrezension! Eigentlich wollte ich diese Rezension ja schon vor Weihnachten verfassen, um mich bei Frau Lotterfix zu verlinken. Aber die Zeit, das Weihnachtskleid, Geschenke...ich hab's einfach nicht geschafft. Aber pssst....Ostern ist ja auch nicht mehr lange hin! Ich bin ja selbst immer ganz schwach darin, meinen hyperaktiven Bestellfinger in Schach zu halten, und jetzt führe ich auch noch andere in Versuchung. Sehr unchristlich das. Aber um es kurz zu machen: das Buch ist einfach toll und deshalb - here we go!


Tasia St. Germaine: The Sewtionary - The A-Z guide to 101  sewing techniques + definitions




Einführung

Tasia von Sewaholic Patterns bzw. dem Sewaholic Blog sollte eigentlich jeder, die sich als Nähnerd bezeichnet, ein Begriff sein. Ihre Schnittmuster richten sich an - wie sie sagt - "pear shaped women", also Frauen mit ausgeprägten Hüften und Oberschenkel im Kontrast zu einer schmalen Taille und normaler Oberweite (hello me!). Ihr Designs mag ich sehr gerne, da sie sehr weiblich sind, dabei trotzdem sehr geradlinig und klar. Genäht habe ich bislang eine Probehose der Thurlow-Trousers. Öhm. Darüber breiten wir lieber den Mantel des Schweigens, denn die Passform bekam ich auch im dritten Anlauf nicht gebacken. Aber Hosen sind ja auch sowas wie die Königsdisziplin der Schnittanpassung. Von Hollyburn  gibt es immerhin ein vielversprechendes Nesselmodell wird gerade eine Version aus grauem Wollstoff genäht ist eine erste Version jetzt fertig und gefällt!. Also: More to come. Wer schon einmal ein Sewaholic-Schnittmuster von ihr genäht hat, wird wissen, dass die Schnittmuster alle sehr ordentlich gradiert und die Anleitungen wirklich idiotensicher und sehr klar formuliert sind. Außerdem finde ich die einzelnen Schnittmusterteile immer sehr raffiniert. (Zum Beispiel die Hüftpassentasche als ein einziges Schnitteil. Oder ist das generell normal für amerikanische/kanadische Schnittmuster?!)

Ich habe ja nie einen Nähkurs besucht und mir bisher alles autodidaktisch beigebracht. Allein in der gleichnamigen Rubrik auf ihrem Blog habe ich Unmengen von tollen Tipps und Techniken entdeckt. Als dann ihr Buch herauskam habe ich es sofort...erst mal nicht gekauft. "Du hast genug Nähbücher, in die du zu selten reinschaust und außerdem das Internet. Du brauchst nicht noch eins!" flüsterte die kleine Stimme in meinem Kopf mal ausnahmsweise. Bis zu Karen's Rezension. Danach war es binnen 5 Minuten bestellt und innerhalb weniger Tage bei mir. Und was soll ich sagen: Karen hat so recht! Es ist ein Buch für die fortgeschrittene Näherin. Es bietet 101 Techniken (plus Variationen davon), mit denen man seine Nähergebnisse noch mal drastisch verbessern kann.


Die harten Fakten:

Erschienen am 25. Juli 2014 bei Krause Publications, 256 Seiten, Spiralbindung.

Das Buch ist auf Englisch. Ob eine deutsche Übersetzung geplant ist, kann ich nicht sagen. Ich hab' bei Tasia mal nachgefragt: Es gibt wohl Überlegungen seitens des Verlags es in andere Sprachen übersetzen zu lassen, aber noch nichts konkretes. Sie könne aber noch mal nachfragen, ob es sich für den deutschen Markt nicht lohnen könne. Zur Zeit gibt es leider keine Pläne für eine deutsche Version. Schade. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Wer englischsprachige Nähblogs liest und auch mit englischen Schnittmustern klarkommt, sollte aber auch mit der englischen Version keine Probleme haben.

Das Buch ist erhältlich über Amazon für derzeit 22,99 Euro

(Notiz am Rande: das ist KEIN Affiliate-Link)


Aufbau:

Das Wortspiel im Titel lässt es bereits erahnen: The Sewtionary orientiert sich vom Aufbau her an einem klassischen Nachschlagewerk. Allein dadurch hebt es sich deutlich von vielen anderen Nähbüchern ab, die auf den ersten 30 Seiten erst mal die Grundlagen des Nähens erläutern. Hier nicht. Bei der Themenauswahl richtet sich das Sewtionary nicht an Näh-Novizen. Tasia geht mit ihrem Buch quasi auf die 'second base' und hilft Näherinnen, die schon gut nähen können, noch besser zu werden.

Im Buch werden 101 Techniken - auch mit Variationsmöglichkeiten - in der Art eines Lexikoneintrags vorgestellt. Jeder Eintrag ist nach einem festen Schema aufgebaut und behandelt vier wesentliche Aspekte:

  • What is it?
  • When do I use it?
  • Tips and notes
  • How to sew...


Tasia liefert also zunächst eine kurze Beschreibung der Technik, erläutert, bei welchen Kleidungsstücken sie eingesetzt wird und was es zusätzlich zu beachten gilt. Anschließend wird die Technik auf bis zu 3 Seiten ausführlich und reich bebildert erklärt. Hier muss ich auch die Qualität der Bilder sehr loben, die genau zeigen, worauf es ankommt. Ich denke, wir kennen alle schlechte Illustrationen oder unbrauchbare Fotos zu genüge...




Alle Techniken sind auf dem zweiseitigen Inhaltsverzeichnis am Anfang sehr übersichtlich und in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Das Stichwortverzeichnis am Ende des Buches erleichtert das Finden des richtigen Kapitels zusätzlich.

Die inneren Werte zählen: Der Inhalt

Die Themenauswahl finde ich persönlich ganz besonders toll, denn es handelt sich um Techniken oder Vorgehensweisen, die ich immer mal wieder nachschlagen muss (an dieser Stelle möchte ich ganz besonders das Paspelknopfloch, die Paspeltasche jeglicher Art und denn klassischen Hosenreißverschluss mit Schlitzbeleg grüßen!) oder eben die vielen Kleinigkeiten, die in Schnittmustern nur zu oft mit einem Satz abgehandelt werden. Wie nähe und befestige ich Gürtelschlaufen? Wie nähe ich Haken und Ösen optisch besonders schön an? Hier gibt es die Antwort! Und auch Antworten auf viele Fragen, die ich niemals stellte, da ich gar nicht wusste, dass ich es nicht weiß. (Aber ich bin ja auch nicht Platon...haha! ;) Oder kann jemand von euch aus dem Stehgreif erklären, was ein "bar tack" ist bzw. wie er genäht oder wo er alles eingesetzt wird?

Es empfiehlt sich daher unbedingt, das Buch einmal von vorne bis hinten durchzublättern, um die weißen Flecken auf der inneren Nähkenntnis-Landkarte auch erst mal als solche zu identifizieren. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass man es sich vor jedem neuen Projekt noch mal greifen und durchblättern sollte. Ich entdecke jedes Mal etwas neues und denke: "Ach, wie praktisch, das kann ich ja bei xyz anwenden!"




Wird für eine Technik eine weitere benötigt, die ebenfalls im Buch zu finden ist, findet man dort auch sofort den Querverweis mit Seitenzahl, wo die Technik genau erklärt wird. Ein umständliches Suchen im Inhaltsverzeichnis oder dem Stichwortregister entfällt.

Mein Fazit:

Oft sind es ja die kleinen Dinge, die einem selbst genähten Kleidungsstück zu einem professionellem Finish verhelfen. Ich habe aus diesem Buch schon sehr viel gelernt und meine Kleidungsstücke sehen dadurch noch sehr viel ordentlicher und hochwertiger aus. Es ist inzwischen mein liebstes Nähbuch und es liegt nicht nur immer im Nähzimmer, sondern wandert gelegentlich auch zur Bettlektüre auf den Nachttisch. Ich kann es jeder, die den nächsten Schritt gehen will, nur wärmstens ans Herz legen!

Wer noch mehr über des Inhalt des Sewtionary wissen will: Hier gibt es zusätzlich noch die gesammelten Links zu den englischsprachigen Reviews, die nach der Veröffentlichung als Blog-Lese-Tour online gingen: Sewtionary Blog Tour Details. Mit Tutorials, Interviews und noch mehr Bildern vom Inhalt.

Und ihr? Kanntet ihr das Sewtionary schon oder habt es womöglich schon daheim stehen? Und wenn nicht, wäre eine deutsche Version für euch interessant?

Liebe Grüße
Jay

30. Januar 2015

Me too: Make Up und Ich.

Eigentlich stünde heute ja ein Beitrag zu Alex alias Mamamachtsachen zur Channel this...Aktion an. Tja, eigentlich. Ideen für das Jack-Sparrow - Verzeihung! - Captain Jack Sparrow (so viel Zeit muss sein!) inspirierte Outfit waren eigentlich sofort da. Mit den Bilder habe ich aber bis auf den letzten Drücker gewartet. Dann waren die Bilder nicht wirklich scharf, ich schlecht getroffen und so gibt's heute erst mal nichts zu verlinken.

Aber ein anderes Thema schwirrt mir seit dem ersten Post zur Aktion im Kopf herum, inspiriert durch diesen Satz:

"Und zum Kleiderschrank zähle ich jetzt mal die Kommode mit den Accessoires und das Kästchen mit den Schminkutensilien dazu."

Angefeuert wurde der heutige Post dann letzte Woche durch Corinnes Beitrag 'Make-Up & ich'.  Und da ich heute malad mit gestauchtem Knöchel auf der Couch liege, kann ich mich ja mal zu diesem Thema äußern....

Make-Up. Warum?




Das ist meine Make-Up-Schublade. Sieht gar nicht so viel aus, oder? Beinhaltet aber drei fast volle MAC Lidschattenpaletten, drei Puder, 7 Rouges, 6 Mineralize Skinfinishes...fehlen noch eine handvoll Kajalstifte, 3-4 Mascaras, mein Pinsel-Arsenal und etwas zwei Dutzend Mono-Lidschatten von Catrice, Sephora oder Lancôme...und ja: ich benutze das auch alles regelmäßig. Viel neues kommt eigentlich nicht dazu, ich glaube, ich besitze genug Farbe für den Rest meines Lebens.



Ich glaube, es ist eindeutig. Ich mag Make-Up einfach. Aber warum? Sozialisierung?

Meine Mutter war immer geschminkt. Anders als ich es heute bin, da sie eine gute Haut hatte und auch mit dem Fehlen von Augenringen gesegnet war. Aber sie trug immer Kajalstrich, Wimperntusche, zog die Augenbrauen nach, legte Rouge auf und wenn sie aus dem Haus ging, trug sie immer Lippenstift. Natürlich habe ich auch sehr viel Zeit mit einer ungeschminkten Mutter verbracht (wir sind abends-Duscher!) aber tagsüber war Make-Up ein Muss. Bevor ich eingeschult wurde, hat meine Mutter noch teilzeit gearbeitet. Nur Samstags, wenn sie die Wohnung geputzt hat, trug sie kein Make-Up. Und ich weiß noch, dass ich das immer nicht so toll fand und sie mir schon als 4- oder5-Jährige geschminkt besser gefiel.

Mein erstes Make-Up bekam ich mit 13, knapp vor der 14: Eines Morgens steckte ein brauner Kajalstift in meinem Adventskalender. Und ein paar Monate später brachte sie mir eine braune Wimperntusche aus der Drogerie mit. Und ich hab' es einfach benutzt. Nicht jeden Tag aber doch schon sehr oft.Es gefiel mir einfach, meine Augen waren ausdrucksstärker und natürlich sah ich auf einen Schlag auch "erwachsener" aus. 

Irgendwann mit 15 gab es in der Mädchen (ja, ich oute mich!) eine komplette Schminkanleitung. Mit Foundation, Concealer, Rouge, Lidschatten...Also einfach ausprobiert und das Ergebnis gefiel mir einfach. Ich hatte unreine Haut, also habe ich Foundation getragen und mich besser gefühlt.

Für Make-Up und Hautpflege habe ich mich einfach immer interessiert. Und ich war sicherlich mal mehr oder weniger stark zugekleistert. Aber die komischen Schminkanleitungen aus den Frauenzeitschriften konnte ich trotzdem nie umsetzen. Wie auch! Mit Drogeriekosmetik?! Sicherlich nicht. Bis vor wenigen Jahren waren Lidschatten aus der Drogerie einfach nur furchtbar schlecht pigmentiert, von einer Lidschatten-Base hatte noch jemand was gehört und Pinsel gab es auch nur im Pelikan-Wasserfarbkasten. 2007 stieß ich dann auf ein Beauty-Online-Forum. Eine Entdeckung einer ganz neuen Welt. Und Gleichgesinnter aus der selben Gegend, wie zum Beispiel die liebe Gwen und die liebe Martha. Spätestens mit dem Aufkommen der vielen Schmink-Tutorials auf YouTube wusste ich, welche Tools und Produkte ich verwenden musste.

Und das tue ich seitdem. Jeden Tag. Und ich liebe es. Ich schminke mich jeden Tag, auch wenn ich das Haus nicht verlasse. Ich tue in dem Moment etwas für mich. Ich finde mich auch ohne Make-Up nicht hässlich, aber mit Make-Up bin ich vollständig. Ich kann damit meine Schwächen kaschieren (Augenringe, Pickel / Pickelmale) Vor allem aber kann ich damit meine Vorzüge unterstreichen und in andere Rollen schlüpfen. Wenn ich morgens überlege, was ich anziehen will, plane ich gleichzeitig, welche Lidschattenfarben ich verwenden will, welches Rouge und welchen Lippenstift. Es ist einfach Teil meines morgendlichen Rüstens für die Welt. Ich spiele gerne mit Farbe. Und auch wenn die Paletten hier sehr bunt sind, man kann auch prima "bunte" Farben mit neutralen Tönen kombinieren und so sehr alltagstauglich machen. Oder richtig tief in den Farbtopf greifen. Alles geht und es gehört einfach zu mir dazu. Wenn ich wüsste, wie man sowas gescheit fotografiert, würde ich sicherlich auch mal ein gelungenes Make-Up zeigen.

Frauen, die sich selbst schminken, sagen mit öfters, dass ich jeden Tag so toll geschminkt sei. Frauen, die sich nicht schminken, sagen mir, dass sie dafür "einfach keine Zeit" hätten. Oder fragen auch ganz gerne mal, "was denn mein Freund dazu sagt". Und ob den das nicht störe...Worauf ich nur antworte, dass er mich genauso kennengelernt hat und ihm das offensichtlich gefällt. Und ich glaube, er findet es auch ganz cool, wenn andere Frauen ihm sagen, dass ich so toll geschminkt bin. Das kommt nämlich durchaus auch vor.

Ich schminke mich gern. (Klingt fast wie eine Marlboro-Werbung.) Deswegen dreht sich aber trotzdem nicht alles um mein Aussehen und wenn ich dann morgens aus dem Bad gehe, ist das Thema erledigt. Wie Michou das irgendwann irgendwo mal formulierte: Ich muss mir dann für den Rest des Tages keine Gedanken mehr darüber machen, weil ich weiß, dass es gut ist. :)

Und Make-Up ist einer der Gründe, warum ich wirklich froh und dankbar bin, eine Frau zu sein. Männer, die das eigene Aussehen versuchen durch Concealer und Co. zu optimieren, werden ja gerne - euphemistisch ausgedrückt - belächelt.

Ich schminke mich. Weil ich mich wohler fühle damit. Weil es Spaß macht. Weil ich mich weiblich fühle dadurch. Frauen, die sich nicht schminken, verstehe ich nicht. Corinnes Beitrag hat mir da ein paar Einblicke in ihre (Nicht-) Beweggründe gewährt. Aber wirklich verstehen, kann ich es trotzdem nicht.

In den Kommentaren zu ihrem Beitrag kam die Überlegung auf, ob es vielleicht eine Erziehungssache sei, da ihre Mutter sich zum Beispiel nicht geschminkt hat. Interessantweise ist meine große Schwester auch eher so'ne Gelegenheitsschminkerin, die morgens lieber 'ne halbe Stunde schläft. Daran kann es also nicht liegen.

Meine Schwester hat aber auch noch mit Ende 30 eine richtig schlimme Akne. Vielleicht ist es bei ihr auch das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen. (Das Thema ist aber auch sensibel, ich traue mich ja fast nicht von meiner tollen Gesichtspflege zu erzählen, mit der ich jetzt nach vier Wochen nahezu pickelfrei bin und eine so schöne Haut habe, wie seit dem Einsetzen der Pubertät nicht mehr...)

Was aber irgendwie beiden Lagern gemeinsam ist: Ob Schminkmädchen oder Naturschönheit - ich habe das Gefühl, dass beide sich immer irgendwie rechtfertigen müssen. Dabei sollte doch eigentlich jede tun und lassen dürfen, wie sie's für richtig hält.