31. Dezember 2015

Das war 2015 - Neujahrsgrüße und Schminken für Newbies ?

Den obligatorischen Weihnachts-Post habe ich irgendwie verbummelt. War wahrscheinlich mit Kochen und Backen beschäftigt. Heiligabend haben wir zu dritt mit meiner Ma verbracht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kam dann die komplette Familie von meiner Seite, sprich 8 Erwachsene und meine beiden Patenkinder <3.

Aber die Jahresendbilanz muss sein. Ich habe gerade mal nachgezählt: auf die Schnelle fand ich

12 Blusen
2 Kurzarm-Tops
1 Jersey-Oberteil
4 Gummibund-Hosen
4 normale Hosen (davon nur 2 halbwegs tragbar)
unzählige nicht tragbare Probehosen
2 Cargo-Hosen
2 Maxikleider
3 knielange Kleider
1 Jumpsuit
1 Blazer
1 Rock
2 Culottes
1 Jäckchen
1 Wintermantel

Dazu kommen 3 TfT und 1 Ufo. Es kann durchaus sein, dass ich das eine oder andere jetzt vergessen habe. Und gestrickt habe ich ja auch noch. Aber ich stelle fest: Nur ein Bruchteil des Outputs schafft es tatsächlich auch den Blog. Akute Bilderfaulheit.

2015 war dann aber auch das Jahr, in dem ich die digitale Schwelle zu den Real-Life Begegnungen durchbrochen habe. Im Februar traf ich Drehumdiebolzeningenieur in Frankfurt. Daraus ergab sich sehr unverhofft, dass ich einen ortsansässige Nähnerdette fand und jetzt hin und wieder auch hier ein Nähkränzchen stattfindet. Ich war auf der AnNÄHerung Süd und traf ganz viele tolle Frauen und werde immer noch ganz beseelt, wenn ich daran denke. 2015 war ein gutes Jahr! Ich hoffe, dass 2016 hier anknüpft und ich meinen Output weiter optimieren kann. Ich möchte ein paar Standardschnitte für mich finden, optimieren und diese dann in Serie nähen, das hat sich nämlich in diesem Jahr sehr bewährt.

Für 2016 plane ich außerdem noch eine kleine Blog-Serie, die thematisch entfernt aber durchaus mit dem Nähen zu tun hat. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich gerne und oft schminke. Auf Twitter und in einigen Mails las ich heraus, dass es einige Frauen schon irgendwie bedauern, sich damit nicht früher auseinander gesetzt zu haben und es eigentlich doch ganz schön fänden, in dem Bereich mehr zu können. Das kann das leichte Make-Up für jeden Tag sein oder doch "nur" ein schönes Make-Up zu besonderen Anlässen. Mit dem Nähen realisieren wir ja auch das Bild, das wir von uns selbst im Kopf haben. Warum also nicht mit dem passenden Make-Up ergänzen?!

Mir kam da die Idee einer Artikel-Serie zum Thema "Schminken für Newbies". Es gibt da ein unheimlich großes Angebot im Web, ob jetzt Beauty-Blogs oder YouTube-Tutorials. Nur: Sich bei diesem Überangebot zurecht zu finden, ist ein echter Zeitfresser. Und ich glaube, gerade das ist bei uns allen Mangelware.

Ich bin kein professioneller Make-Up Artist und auch keine Hautpflege-Expertin, wie z. B. Michou. Und erst recht keine Beauty-Bloggerin mit perfekt ausgeleuchteten Schminkbildern. Und die Zeit, selbst Videos zu drehen....würde mir ja nur kostbare Zeit an der Nähmaschine rauben. Aber: Ich habe viel ausprobiert, kenne viele Produkte/Marken oder kann Empfehlungen zu gut geeigneten Youtube-Videos geben.

Jetzt könnte ich natürlich ins Blaue hinein einfach drauf los schreiben. Und das eine oder andere Mal werde ich das sicherlich auch tun. Aber cleverer wäre es ja zu wissen, was euch interessiert und auf diese Fragen in den Artikeln auch einzugehen.

Also los: Kommentiert, was das Zeug hält, sagt mir, was ihr wissen wollt - und ich schaue mal, ob ich euch darauf eine Antwort geben kann!

(Kommentieren kann man bei mir übrigens ohne nervige Captchas.)

So. Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch, euch einen tollen Silvester-Abend und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen. Passt auf euch auf und tut euch im neuen Jahr selbst viel Gutes!

Liebe Grüße wünscht
Julia



21. Dezember 2015

WKSA 2015 - Finale im Smogging




So. Da ist es nun, das Finale des Weihnachtskleid-Sew-Alongs 2015. Wie schon im letzten Jahr hat es riesigen Spaß gemacht, mit etws um die 100 anderer das Weihnachtsoutfit zu nähen. Vielen Dank an Wiebke, Nina, Monika und Katharina für die tolle Organisation auf dem MeMadeMittwoch-Blog!

Ich habe dieses Jahr auf bewährtes und auf neues gesetzt. Die Hose hatte ich bereits zweimal genäht, sodass die Passform wenig überraschend sehr gut war. Und wenn ich dann noch in den Kommentaren lese, dass sogar Teenager sie gut finden...dann schmeichelt das meinem Ego ja doch ein bisschen, ich geb's ja ehrlich zu.




Ganz neu war für mich das Blazer-Nähen. Im Sommer hatte ich schon mal einen Versuch gestartet aber mehr als ein UFO kam dabei nicht raus. Gescheitert bin ich am Einnähen des Futters an den Ärmelschlitzen. Und der Reverskragen saß auch nicht zu 100%. Überhaupt hatte ich da ein paar seltsam verbockte Anspassungsversuche mit einfließen lassen...

Der Schnitt, den ich diesmal ausgesucht hatte, sah im Original keine Ärmelschlitze vor. Und der Schlitz im Rücken musste kurzerhand auch weichen. Da war dann das Füttern ein Klacks. Aber ich bin ja wirklich auf den Geschmack gekommen, was das Blazer-Nähen angeht. Jetzt brauche ich nur noch eine gute Anleitung, die mir erklärt, wie ich Futter und Schlitze professionell zusammen bringe...

Zum Smoggin trage ich ein schlichtes, weißes Longsleeve. Alles andere hätte das Outfit echt zum Überlaufen gebracht. Das 'plain white t' bringt die nötige Prise Understatement mit.


Hier mal die Rückenansicht:



Die Schulterbreite passt perfekt. Kurz oberhalb der Achseln sieht es so aus, als sei hier der Rücken zu breit, oder? Andererseits wird's ohne diese Breite echt unbequem und ich kann die Arme nicht mehr nach vorn bewegen. Wär' ein büschen blöd beim Autofahren. Aber vielleicht lässt sich die Trägerin eines Smoggings auch einfach ganz standesgemäß durch die Gegend chauffieren...?! ;)




Ich habe aus dem Satin noch ein Bindeband genäht. Ist vielleicht sogar 'ne Spur zu lang...?! Der Blazer sollte ursprünglich mit einem Druckknopf geschlossen werden. Ich habe stattdessen einen Knopf überzogen. Damit der Stoff sich besser verarbeiten ließ, hatte ich Vlieseline H200 aufgebügelt.





Und hier noch der Clou überhaupt: Tigerfell-Futter an weißer Satin-Paspel! Aus dem örtlichen Stoff-Outlet in Mainz-Kastel. Große, große Liebe!!! Und ich freue mich, dass ich noch 2 Meter in schwarz-weiß für den nächsten Wintermantel erbeutet habe...

Dazu gibt's ein neues paar Ohrringe und  klassische Smokey-Eyes in grau.




Am Wochenende habe ich außerdem das Baukasten-Kleid aus der Fashion Style begonnen und bin von der Passform sehr angetan. Da ich am Mittwoch schon frei habe und am 1. Feiertag außer Spazierengehen und Plätzchenessen keinerlei Programm ansteht, stehen die Chancen ganz gut, dass es zum großen Familienbesuch bei uns am 2. Feiertag fertig ist...

Ich wünsche euch allen ganz wunderbare und entspannte Feiertage im Kreise eurer Lieben - feiert schön und erholt euch gut!

Liebe Grüße
Julia



15. Dezember 2015

WKSA 2015, Teil 4 - Oder wie Aerosmith sagen würden...





 ..."Dude, looks like a blazer!" *singendab*








Ähm ja, leider doch nicht so ganz. Der Blazer ist zwar fertig genäht, aber da muss ich leider noch mal ran. Der Rücken unterhalb der Taille steht ab wie ein Schößchen, der Schlitz sperrt auf, obwohl er nicht zu eng ist. Der recht steife Stoff tut sein übriges. Erst war ich ein bisschen ratlos, denn am Probemodell, an dem ich die Hohlkreuzanpassung gesteckt hatte, zeigte sich das so nicht. Aber inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass ich die Holhkreuzanpassung einfach versaubeutelt habe.

Das habe ich gemacht:


Am Schnitteil entsteht durch den Keil ein Abnäher in der Mittelnaht. (siehe rote Kurve im Bild unten).


Der Schlitz beginnt auf Taillenhöhe, also dort, wo die breiteste Stelle des Abnähers sitzt. Dadurch schiebt sich der Schlitz in Richtung Seitennaht. Aaahaa! Und wie sollte ich es beim nächsten Mal angehen? Vermutlich so:






Am mittelren Rückenteil die Länge gleichmäßig wegnehmen und nur an den seitlichen Rückenteilen zur Seitennaht hin auslaufen lassen.

Am fertigen Blazer werde ich jetzt den Schlitz wohl einfach nur zunähen. Tja. Beim nächsten Mal weiß ich es dann Vermutlich) besser. Wenn meine Theorie so stimmt. Aber ich kann ja erst mal am Probemodell testen.

Ganz abgesehen davon sitzt der Blazer rund um die Schulter und im Rücken wie eine Eins! Nur an Brust, Taille und Bauch ist er ungewohnt locker geschnitten. Da sitzen meine Kaufblazer einfach etwas figurbetonter. Aber da ich sowieso noch mal ran muss, vielleicht hefte ich ihn dann gleich noch mal enger und schaue, ob das funktioniert.

Aber ich muss sagen: Blazer nähen macht echt Spaß! :) Das war sicherlich nicht der Letzte...

So und jetzt schaue ich auf dem MMM-Blog erst mal, wie weit die anderen so sind...

Habt ihr denn schon die diesjährige Weihnachts-Spendenaktion entdeckt? Mein Beitrag ging gerade raus. Und Rätsel finde ich ja sowieso immer gut. Ich bin gespannt, ob die MMM-Crew das tolle Audio-Märchen vom letzten Jahr noch toppen kann...

Liebe Grüße
Julia

9. Dezember 2015

Die Stella-Gedächtnis-Bluse oder auch: "Die Unfotografierbare"



Unfotografierbar aufgrund des Stoffs, das hat mit der lieben Stella nichts zu tun. Sie wirft Falten und Fältchen wo in Wirklich gar keine sind. Und beult seltsam an mir rum. Also auf Fotos. Und dann steigern wir die Unfotografierbarkeit noch ein wenig und machen Fotos im Dunkeln. Ja, wenn man nachts nicht schlafen kann, kommt man auf seltsame Ideen...

Heute zum MeMadeMittwoch zeige ich also die erst kürzlich genähte Stella-Gedächtnis-Bluse. Entstanden ist sie aus dem zweiten Stoff, den ich vom Tauschtisch auf der AnNÄHerung Süd abgegeriffen habe: Eine feine, dunkelblaue Baumwoll-Gabardine mit dezentem Glanz, den die liebe Stella dort 'ausgesetzt' hatte. Und ich ihn ganz großherzig und selbstlos adoptiert. Ich Gut-Menschin, ich! Wieder mal so ein Stoff, der sich kleinteilig auf einmal ganz anders verhält und anfasst als im großen 3-Meter-Stück. Oder ich hab einfach' noch zu wenig Erfahrung. Who knows?



Der Stoff ist vernäht steifer, fühlt sich etwas papierartig an und raschelt beim Tragen. Eigentlich dachte ich, ich könnte daraus eine weich fallende Bluse nähen. Genauer: Das Schnittmuster ist N° 118 aus Burda 9/2012. Die gelbe mit dem asymmetrischen Kragne. Aber statt weichem Fall stand der Stoff von selbst. Also habe ich kurzerhand die Seitennähte um 1,5 cm enger genäht, die Rückenabnäher um 2 cm vertieft und die Ärmel um den gleichen Betrag enger genäht, damit er noch schon in die Armausschnitte passt. Mit diesen Änderungen passt die Bluse jetzt gut und ich liebe sie heiß und innig. Trotz totaler Unfotogenität. Denn wenn ich sie anziehe, denke ich an Stella. Ist das nicht toll?! :)

Die süßen, kleinen Knöpfe - eigentlich ein dunkles Petrol und nicht Türkis - fielen mir spontan im kleinen Nähgeschäft und Maßschneiderei im Nachbarort in die Hände. Für 40 Cent pro Stück ein echtes Schnäppchen.

Der Kragen ist übrigens gar nicht schwer zu nähen. Gut, ich habe ihn zweimal genäht. Weil ich beim ersten Mal den Anstoß auf dem Kragensteg nur an der Ansatznaht getroffen habe, nicht aber über die gesamte breite des Kragens. (Versteht ihr das eigentlich?!) Wenn der Kragen am Anstoß komplett anliegt, legt er sich förmlich von selbst in Form.

Statt zweier getrennter Bindebändchen, habe ich ein ganzes genäht und hinten in der Mitte mit ein paar Stichen angenäht:


Der Abnäher sind durch die Rundrücken-Anpassung entstanden, die mein Problem mit den nach vorne über die Schulter verlaufenden Falten endlich löst. Jesus!

Ursprünglich sollte die Bluse ein Kombipartner für den Volantrock werden. Die beiden paasen jetzt nur leider gar nicht zusammen. Links Knopfleiste  u n d  Volant ist leider ein bisschen zu viel des Guten....Ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber wenn ich die Bluse trage fühlt sie sich mehr wie spät-90er-unisex-Matrix-style-Mode an. Der Rock ist ja mehr feminin elegant. Passt nicht ganz.

Da ich nicht wusste, ob Stella den Stoff schon vorgewaschen hatte, habe ich ihn noch mal gewaschen. Beim Bügeln bildete ich mir ein, dass ich ein kleines Hühnerfederchen davon fliegen sah. Aber vielleicht habe ich es mir auch nur eingebildet...

Aus so einem fließenden gelben Stöffchen werde ich die Bluse definitiv auch noch mal nachnähen. Bei Wiebke sieht man auch sehr schön, dass der Schnitt ein beträchtliches an Mehrweite enthält.

Hier noch mal ein paar Outtakes an der Frau. Ich habe mich redlich bemüht. Die Fotos des Captain wurden leider auch nichts. Eben unfotografierbar!


Im dunklen Flur...(und dämlichem Gesichtsausdruck)
...vor dreckigem Spiegel....ups!


What the f***?! Was zum Teufel ist hier bitte los?!

Wie zum Teufel kommt die Schlange hier rein? Und wieso habe ich plötzlich gelbe Haare??!

Eine sehr gesunde Gesichtsfarbe. Dafür mit Regenbogen...

In diesem Sinne drücke ich mir selbst die Daumen, dass es mit den Fotos vom Weihnachtsanzug besser klappt... o.O

Liebe Grüße von Julia

7. Dezember 2015

WKSA 2015 Teil 3 - Ich war fleißig...

...genau, sehr fleißig sogar. Die Hose ist vorletztes Wochenende fertig geworden und ich mag sie wirklich sehr - trage sie aber noch nicht. Die Eingriffstaschen habe ich auf euer Anraten in Paspeltaschen umgewandelt.


Hie sieht man auch mal den Stoff sehr schön. Eine festere Baumwolle mit leicht körniger Struktur und dezentem Glanz


Die aufgesetzten Taschen am Boppes wollte ich auch durch Paspeltaschen ersetzen, hab' aber dann ein bisschen Schiss gekriegt. Die Hose hat unheimlich lange Abnäher. Wenn ich die Paspel an der oberen Taschenansatzkante genäht hätte, hätte das dazu geführt, dass der Abnäher unter der Paspeltasche fortgesetzt würde. Ich beschloss also erst mal, die Hose zu nähen und dann die richtige Position zu bestimmen. Und jetzt, wo sie fertig ist, will ich es nicht mehr riskieren, die schöne Hose mit einer schlechten Paspel zu ruinieren. Vielleicht setze ich auch noch Taschen auf, aber das entscheide ich später... Außerdem nähe ich aus dem Satin noch (breitere) Bindebänder, weil das gekaufte Satinband von der Haptik einfach nicht passt.






















Letzten Dienstag hatte ich einen Tag freigenommen. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Heizungsmensch vormittags kommt und wir anschließend nach Mannheim zum Mittagessen und Einkaufen fahren. Der Heizungsmensch kam allerdings erst um halb zwei und als er fertig war, war's uns eigentlich schon zu spät. Den Vormittag habe ich genutzt, um den Blazer-Schnitt abzunehmen und ein Probeteil zu nähen. Danach hatte ich noch genug Zeit, um die Anpassungen auf das Schnittmuster zu übertragen und zuzuschneiden. Und zwei Probe-Pattentaschen zu nähen, das habe ich nämlich vorher noch nie gemacht!

Interessant fand ich, dass tatsächlich erst die übliche Hohlkreuzanpassung in Form einer 3cm tiefen horizontalen Falte die richtige Passform im Rücken brachte. Ich hatte mal bei Gertie (in den Kommentaren) gelesen, dass Threads-Magazine-Autor Kenneth King der Meinung ist, dass es kein Hohlkreuz gebe und das laut einer Kommentatorin das Problem automatisch gelöst ist, wenn man nur genügend Weite hat und das Kleidungsstück sich nicht stauchen kann. Nope. Stimmt nicht. Also zumindest nicht bei mir. Vorne sitzt die Taille bei mir ja richtig, von daher behalten wir die Methode einfach bei. Auch wenn ich sie bei Prinzessnähten eher etwas mühselig finde... An den Teilungsnähten habe ich im Rücken auf jede Seite außerdem noch 4 cm weggenommen. Was ist da bloß los auf meiner Kehrseite?!

Wie dem auch sei: Gegen 16 Uhr war dann Schluss und ich habe noch die ersten drei Sorten Plätzchen gebacken. Donnerstag Abend dann noch mal drei und damit will ich es dieses Jahr auch belassen. Normalerweise backe ich ja Minimum 10 Sorten und verschenke dann um Nikolaus rum den Großteil als Plätzchentüten - aber dieses Jahr habe ich echt einfach keine Lust. Auf den Akt mit Ausstechen erst recht nicht, also gibt's nur frei geformte bzw. slice-and-bake-style.

Aber ich schweife ab - wie so oft...

Back to topic: Am Samstag und Sonntag konnte ich dann mit dem richtigen Blazer loslegen und freue mich wie bekloppt, wie schön er wird. Hier mal der aktuelle Status - gegen Abend und in völliger Dunkelheit fotografiert. Ich habe es ein bisschen nachbearbeitet, damit man überhaupt etwas erkennt:




Oh wei, da erkennt man ja echt gar nichts. Das Revers habe ich dann doch nicht aus Satin zugeschnitten, weil mein Satin einfach ganz fies flutschig war und außerdem stretchig. Das hatte ich irgendwie völlig übersehen. Und unnötig den Schwierigkeitsgrad erhöhen, muss jetzt auch nicht sein. Um ihn für die Paspeltaschen zu bändigen, habe ich Vlieseline H250, also eine echt feste Einlage, verwendet. Außerdem habe ich die zwei Schlitze hinten auf einen Schlitz in der hinteren Mitte reduziert. Und ohne Saumzugabe zugeschnitten, weil er mir insgesamt etwas zu lang war. Für den Zuschnitt des Futters muss ich den Schnitt dann noch entsprechend kürzen.

Was ist noch zu tun? Ärmel nähen und einsetzen, Futter zuschneiden und nähen, Futter einsetzen und natürlich die Pattentasche mit Handstichen festnähen. (Handnähte begeistern mich nur minimal, deswegen hab' ich das noch nicht gemacht.)


Eingesetzter Kragen mit Kragensteg am Besatz. Die Ecke wurde erst danach richtig ausgebügelt...

Dafür, dass das erst mein zweiter Reverskragen ist, bin ich ziemlich angetan. Aber ich hab' mir auch wirklich Zeit gelassen und so ordentlich, wie nur möglich gearbeitet. Allerdings habe ich Ober- und Unterkragen jeweils mit dem Besatz bzw. dem Halsauschnitt zusammen genäht, wie ich das im Mia-Führer-Video gesehen hatte. Dann Besatz und Blazer aufeinander gesteckt und so die Mehrlänge für den Oberkragen festgelegt, damit er sich auch schön legt. Und erst dann Ober- und Unterkragen aufeinander genäht. Klappt viel besser als das Gefuddel bei Burda... Hier gibt's außerdem auch eine reich bebilderte Anleitung, die mir sehr weitergeholfen hat.

Auf dem oberen Blazer-Bild sieht der Kragen etwas bollerig aus, ist er in Wirklichkeit gar nicht! Eine Ecke steht noch ein bisschen seltsam ab, da habe ich die Nahtzugabe noch nicht gut genugzurückgeschnitten und es muss noch mal intensiv gebügelt werden. Die Nummer mit dem Reverskragen und dem fortlaufenden Abnäher fand ich auch gar nicht schwer zu nähen. Man muss nur Schritt für Schritt machen, was in der Burda-Anleitung steht. Sandras Tutorial fand ich erst danach, aber es ist so anschaulich, dass ich sie einfach gerne noch mal verlinke.

Also ich bin guter Dinge, dass der Blazer nächstes Wochenende fertig wird und ich ihn zur Abteilungsweihnachtsfeier schon tragen kann...

...aber jetzt schaue ich erst mal rüber zum MMM-Blog und lese nach, wie es den anderen Weihnachtsnäherinnen zwischenzeitlich ergangen ist...



25. November 2015

MeMadeMittwoch im Volantrock

Letzte Woche schon mal dezent angeteastert, möchte ich diese Woche beim MeMadeMittwoch meinen neuen Rock zeigen, der beim letzten Nähkränzchen mit Ines entstand. Das Schnittmuster ist N°126 aus der Burda 11/2015. Normalerweise dauert es ja immer ein bisschen länger, bis ich aus einer Ausgabe etwas nähe, aber diesmal ging es ganz schnell. Der Schnitt passte einfach perfekt zum Stoff, der sich bei der AnNÄHerung Süd ganz nach oben auf meine Rangliste geschoben hatte - und unbedingt ganz schnell verarbeitet werden wollte.



Der Stoff ist ein Traum! *seufz* Er lag schon ganz früh auf dem Stoff-Tauschtisch. Ich nahm ihn hoch und zeigte ihn allen mit den Worten "Wow, das ist ja ein TOLLER Stoff!" Und legte ihn wieder hin. 5 Minuten später wieder: "Der ist aber echt toll." Und legte ihn wieder hin. Ging weg. Kam 15 Minuten später wieder - und er war immer noch da! "So ein toller Stoff!" Die liebe Stella machte meinem Elend dann ein Ende und meinte nur "Dann nimm' ihn doch einfach!" Ähm. Ja. Okay. Meiiiiin Schaaaaaatzzzzzz...

Der Stoff war ein Reststück eines bereits genähten Kleidungsstücks. Ich wüsste ja nur zu gern, wer die edle Spenderin ist, was sie daraus genäht hat und natürlich auch, wo ich solch edles Tuch käuflich erwerben kann. Bitte sag' nicht Maybachufer, bitte sag' nicht Maybachufer, bitte sag' nicht Maybachufer...*mantraufsag*

Das einzige Problem ist, dass sich diese herrlichen Farben gar nicht gut auf Fotos bannen lassen...





Nach dem Abpausen des Schnittmusters musste ich erst mal ein bisschen zittern, ob der Stoff wohl reicht, da ich nicht die geforderten 1,60 m hatte. Aber mit ein bisschen puzzeln ging es sogar recht gut:



Und ich hab' sogar auf den Musterverlauf achten können. Also zumindest bei den Querstreifen. Damit die dann auch genau aufeinander treffen, habe ich die Nähte mir groben Stichen vor dem Nähen geheftet. Ist mir geglückt, würde ich sagen. (Oben an der Taille nicht ganz exakt aufeinander treffend, aber da musste ich auch nachträglich noch Weite wegnehmen...) Das hier trifft es farblich ganz gut:


Ungebügelt nach einem Tag im Einsatz. Faules Stück!






Versäubert habe ich die Kanten der Volants - Grunde sind es nämlich zwei übereinander - mit der Overlock:



Wie die Volants gefaltet werden müssen, fand ich in der Burda-Anleitung übrigens wirklich gut beschrieben! Gut gefällt mir auch die Lösung, die Mit heißer Nadel zeigt: Sie hat ihren Volant mit einem dünnen Kontraststoff gedoppelt.


Nach einem Tag im Einsatz...
Oh, ach ja: Premiere! Ich habe zum ersten Mal das Rockfutter unten am Saum angenäht. Und ich glaube, gleich mal falsch. Das üben wir noch mal. Aber: Wow, das ist ja total komfortabel, wenn man die Stofflagen nicht nach jedem Toilettenbesuch neu sortieren muss.


Der Rock ist ein farbliches Multitalent, der sich mit den unterschiedlichsten Tops, Strumpfhosen und Schuhen kombinieren lässt. Captain Riesling findet ihn "lustig" was ungefähr gleichbedeutend ist mit "interessant", also der Verlegenheitsantwort, wenn man etwas nicht wirklich gut findet, das dem Gegenüber so direkt nicht sagen will. Pfff!


Mit dem Wintereinbruch kommt ein warmes Wollröckchen genau richtig. Ich linse dann mal rüber, um zu schauen, was ihr so schönes anhabt...Monika zeigt heute ja auch ein neues Lieblingsteil aus einem Stoff, um den sie auch erst rumgeschlichen ist!:)

Liebe Grüße
Julia

24. November 2015

WKSA 2015 - Schnittvortstellung

Hallo zusammen,

auf dem MMM-Blog werden diese Woche beim Weihnachtskleid-Sew-Along 2015 die Schnitte vorgestellt, für die sich meine Mitnäherinnen entscheiden haben. Was für eine Inspirationsquelle - toll! :)

Ich habe mich nach euren Kommentaren in der letzten Woche für den Smogging entschieden. Leider isses bei mir arbeitstechnisch grad etwas busy und ich habe es nicht geschafft, angemessen zu antworten, geschweige denn bei euch zu Kommentieren. Möp. Aber nach nächster Woche Montag sollte es besser werden...

Der Smogging also. Den will ich ja sowieso schon seit Monaten nähen und einen schwarzen Blazer brauche ich auch dringend! Da ich meine Nähpläne nach dem Nähen der ersten Bluse für den Volantrock (die vomStyle her dann doch leider leider nicht zum Volantrock passt aber nichtsdestotrotz schon innig geliebt wird!) ein wenig umgestellt habe, fange ich also schon nächstes Wochenende mit der Hose an. Den Blazer nähe ich als zweites. Und wenn die Zeit knapp wird (oder ich am Projekt scheitere...who knows?!), nähe ich stattdessen einfach schnell noch eine Schluppenbluse aus grau-schwarzem Leopardenmuster mit Knöpfen in Petrol. Oder Pink. Oder so. Nackig muss ich also nicht unterm Tannenbaum feiern!

Da ich am Wochenende leider versäumt habe, die Stoffe abzulichten, gibbet diesmal keine Fotos. Liefere ich dann beim nächsten Termin nach.

Unentschlossen bin ich aber noch bei den Details der Hose. Zur Erinnerung: Es wird diese Odeeh-Hose:



Ich mag die tiefen Eingriffstaschen und die tiefen aufgesetzten Taschen am Boppes besonders gern. Zum Thema 'Smogging' und dem Blazer der Wahl würden Paspeltaschen aber viel besser passen. Hmm...aufgesetzte Po-Taschen aus Satin und Eingriffstaschen oder doch lieber Satin-Paspeltaschen vorne und hinten. Vorne dann diagonal. Schwierig...aber ich hab' ja noch ein paar Tage Zeit! :)

Aber auch diesmal würd' mich interessieren, was ihr denn dazu meint? Welt pocket or not, this is the question!

17. November 2015

WKSA 2015 - Ich bin dabei...

...aber zu spät dran. Na das fängt ja schon gut an...

Yeah, ich postuliere ja sonst immer, dass Sew Alongs nichts für mich sind. Aber beim Weihnachtskleid-Sew-Along will ich dann doch nicht fehlen. Ich bereue es ja schon ein wenig, beim Herbstjacken-Sew-Along nicht dabei gewesen zu sein...

Also. Weihnachtskleid! Weihnachtskleid? Ich bin da ja dieses Jahr noch ein wenig unentschlossen, in welche Richtung es gehen soll.

Rückblick 2014 und fragender Blick - Was soll ich nur nähen?!



Wenn ich wirklich ein Kleid nähen will, dann steht schon fest welches: Ein Baukastenkleid aus der Fashion Style mit Wasserfallkragen, Prinzessnähten im Oberteil, Taillenband und ausgestelltem Rockteil.



Ich hätte gerne 3/4-Ärmel dazu. Da im Baukasten auch ein kurzer Ärmel enthalten ist, lässt sich das ja problemlos ändern. Da mir ein kleines Schwarzes im Kleiderschrank fehlt, würde ich es dann in schwarz nähen und eventuell noch in Rot. Mein rotes Weihnachtskleid vom letzten Jahr fristete eher ein Schattendasein, was aber mehr an der körperbetonten Passform als der  Farbe lag. Viskose-Gabardine in schwarz oder rot ist in ausreichender Menge vorhanden! (Ein Hoch auf das allzeit gut gefüllte Stofflager!).

Aber will ich wirklich ein Kleid? Ich träume ja schon seit Monaten von einer Art Smogging. Also einer Kreuzung aus Smoking und Jogging-Anzug. Das heißt: Joggpants in schwarz mit Galonstreifen und weiteren Details (Taschen und Bund) aus Satin. Dazu ein Blazer mit Satin-Paspeltaschen und Satin-Revers. Stoffe sind ebenfalls beide im Vorrat vorhanden. Der Hosenschnitt von Odeeh hat sich bei mir sehr bewährt, die beiden daraus genähten Hosen trage ich mit Blazer auf der Arbeit sehr gerne. Außerdem ist er wirklich seeeeehr flott zu nähen. Als Schnitt für den Blazer habe ich mir diesen aus der Burda Style 9/2014 ausgesucht:



Kein klassischer Smoking-Schnitt aber es soll ja auch nur so eine Art Smogging werden.

Am Wochenende habe ich aber außerdem einen tollen neuen Rock aus dem allergeilsten Stoff genäht. (Ein Stoff vom Tauschtisch der AnNÄHerung Süd. Der edlen Spenderin gilt jetzt schon mein ewig währender Dank! Wenn ich nur wüsste, von wem er stammt...) Hier mal die Sneak-Preview...



Ein Bleistiftrock mit zwischengefasstem Volant aus der November-Burda:




Der Rock gefällt mir soo gut! Ich hätte hier noch ausreichend dunkelbraunen-pflaumenfarbenen Tweed (haha, jetzt hatte ich erst Tweet geschrieben - ich bin eindeutig Twitter-geschädigt...), um dem Rock auch noch ein Jäckchen oder Blazer zu spendieren. Ein Tweed-Kostüm wäre also die dritte Variante. Da der Rock sehr weit oben in der Taille sitzt, wäre was kurzes - vielleicht sogar mit Schößchen? - toll. Aber da muss ich noch mal auf die Suche nach einem geeigneten Schnitt gehen. Bei Burda habe ich auf Anhieb nichts gefunden, was mich vollends überzeugt hätte...

Schwierig, schwierig. Bevor ich durchstarten kann, muss ich für den neuen Rock aber erst noch zwei Blusen nähen. Spätestens dann kann ich ihn auch mal in Gänze zeigen. Oh, und ich habe eine Arya-Tasche zugeschnitten! Ich und Taschen-Nähen - dass ich  DAS  noch erleben darf! Noch so eine Nachwehe der AnNÄHerung Süd....

Was meint ihr denn?

16. November 2015

The Working Girl - made up or not?

***Der nachfolgende Beitrag schlummerte jetzt schon einige Wochen im Entwurfs-Ordner. Ist angesichts der Ereignisse in Paris ausgerechnet  j e t z t  der richtige Zeitpunkt, um ihn zu veröffentlichen? Ich finde: Ja. Dass wir uns in dieser Form über unser äußeres Erscheinungsbild Gedanken machen und frei darüber bestimmen können, wie wir aussehen möchten, ist ein Privileg, denn nicht überall auf dieser Welt haben unsere Mitmenschen, die gleichen Möglichkeiten eines selbstbestimmten Lebens. Dieses Privileg ist Teil der Freiheit, die unseren alltäglichen Lebensstil ausmacht. Und er war es, der am Freitag angegriffen wurde.Wenn wir uns das nehmen lassen, haben sie schon gewonnen...***

Ich geb's ja zu, der Titel ist etwas doppeldeutig. 'Made up' meint hier nicht 'erfunden' sondern im Sinne von geschminkt. Wobei - das Spiel mit Schein und Sein auch beim Make-Up ganz klar gegeben...nachdem ich das Thema dieses Posts nun schon ein paar Wochen gedanklich bearbeite, versuche ich jetzt einfach mal, die verschiedenen Gedankenstränge zusammen zu führen...

Aber worum geht's eigentlich? Mit großem Interesse habe ich beim Working Girl Sew Along - organisiert von mamamachtsachen - die einzelnen Überlegungen zum persönlichen Ideal-Work-Outfit und den Besonderheiten des eigenen Jobs gelesen. Gestolpert bin ich über Kleiderschmiedes Text zum nicht übermäßig weiblichen/maskulinen Outfit, den klassischen Hosenanzug, den sie ihres Dafürhaltens nach benötigt, um in ihrer Zunft nicht als Assistentin sondern als vollwertige Kollegin wahrgenommen zu werden.

Auf Twitter wurde emsig darüber diskutiert, wie Weiblichkeit im Job aufgenommen wird und Alex hatte sich ihres Zeichens ebenfalls mit dem Thema auseinander gesetzt. Dass es die eine richtige Antwort nicht geben kann, ist wohl klar. Dafür sind die Berufe, Branchen und persönlichen Einstellungen zu divers. Menschsein halt.

Soviel zum Vorgeplänkel. Steigen wir dann doch mal bei Kleiderschmiedes Standpunkt ein. Wenn Sie der Auffassung ist, sie braucht die typisch maskulin(ere) Uniform um als gleichwertig wahrgenommen zu werden - wie sieht es dann mit Make Up aus?

Das Tragen von Make Up im Alltag ist in unserem westlichen Kulturkreis den Frauen vorbehalten. Ein Mann, der zu Foundation oder Concealer greift, wird bestenfalls belächelt, wenn nicht sogar verhöhnt. Oder schlimmeres. Bei Frauen ist es ganz selbstverständlich akzeptiert, dass sie Teint-optimierende Produkte benutzt.

Ich habe ja hier schon mal was zum Thema Make Up geschrieben und zusammenfassend lässt sich sagen: ich liebe Kosmetik. Ich bin auch an reinen Zu-Hause-Tagen nicht ungeschminkt, weil mir der Akt des Schminkens an sich Spaß macht. Ich experimentiere gerne mit Farbe und treibe es mal mehr mal weniger bunt. Aber: Wie meine Kolleginnen versicherten: Technisch immer sehr gut gemacht. Und ich glaube das ist der Punkt, wo es schnell kippt. Geschminkt - auch farbig - ist okay, solange es professionell wirkt. Wenn die Foundation zu dunkel ist, der Kajalstrich verschmiert, das Rouge einen Tacken zu balkig wird oder die Farben nicht typgerecht sind - DANN nehmen wir Make-Up  bewusst wahr und dann wird aus geschminkt/optimiert schnell zugekleistert.

Ich plaudere jetzt mal ein bisschen aus dem Nähkästchen. Auf der AnNÄHerung, war ich umgeben von tollen, attraktiven und klugen Frauen und ich war bei sehr vielen davon überzeugt, dass sie ungeschminkt ganz natürliche Schönheiten sind. Als wir uns dann abends im Gemeinschaftsbad bettfertig machten, fiel mir tatsächlich auf, dass ich mich da sehr getäuscht hatte und der Teint bei einigen in natura eben doch etwas unebenmäßiger ist. Bitte nicht missverstehen, alle waren deswegen nicht weniger attraktiv, ich stellte für mich nur fest, dass ich offensichtlich nicht die einzige bin, die zu Teint-optimierenden Maßnahmen greift. Und vollends verwundert war ich, als die Kulturbeutelvergesserin in unserem Zimmer mich fragte, ob sie sich mein Rouge leihen könne. Und ich dachte nur so: "Hä? Wieso denn das, trägt sie doch sonst nicht. Oder doch?" Was schlussendlich für ein besonders natürliches und somit nahtlos-perfektes Make-Up spricht...

Was will ich mit diesem Exkurs eigentlich sagen? Ich glaube, es gibt so etwas wie einen blinden Fleck. (Dezentes) Make-Up im Alltag fungiert meistens wie eine Art Filter, der sich über das Bild legt. Man nimmt ihn nicht bewusst wahr, sondern erst, wenn der Schleier gelüftet wird. Oder das getränkte Wattepad alles runterholt. Umgekehrt ist es aber auch so, dass mir das sehr bewusst auffällt, wenn eine keine Make-Up trägt. Oder geht das nur mir so, weil ich hierfür besonders affin bin? So oder so glaube ich jedoch, dass das Working Girl unabhängig von Branche und Umfeld im Alltags-Make-Up nicht einer spezifisch weiblichen Rolle zugeordnet wird.

Andererseits gibt's aber dann ja auch die Art Make-Up, die man sehr bewusst wahrnimmt. Make-Up ist nicht nur eine Möglichkeit, Makel zu überschminken oder Vorzüge hervorzuheben. Make-Up ist auch die Verlängerung des Kleiderschranks. Nicht umsonst wird auch das Make-Up der Models auf den Modenschauen buchstäblich inszeniert. Oder man denke an die derzeitige Hipster-Uniform bestehend aus der aktuellen H&M-Kollektion und Oma's Klamotten, die erst durch den Messy High Bund und knallrote Lippen aufgebrochen werden. So wie es für jede das todsichere Wohlfühloutfit gibt (Stichwort Kleidung als Schutzschild oder Rüstung) so gibt es auch Make-Ups und Farbkombinationen, die immer gehen und zu allem gut aussehen*.  Stehe ich morgens auf, dann überlege ich noch vor dem Schminken, was ich anziehen will und stimme mein Make-Up darauf ab: eher warme Farben oder eher kühl? Braucht das Outfit heute eine Extraportion Weiblichkeit, weil es sonst zu maskulin/burschikos wirkt? Ist das Outfit sehr auffällig und braucht dafür vielleicht einen eher reduzierten, klaren Look? Wirkt die Schwarz-Kombination mit dem Lippenstift in Fuchsia nicht am besten? Und natürlich gibt es auch berufliche Situationen, wo man sich optisch bewusst zurücknimmt: Offizielle Termine mit unbekannten Teilnehmern bringen mich dazu, mich in Anzug oder Kostüm mit dezentem Make-Up dem beruflichen Umfeld anzugleichen.

Ich glaube, dass längerfristig Kompetenz und Persönlichkeit und das eigene Auftreten im beruflichen Umfeld das äußere Erscheinungsbild überstrahlt. Im positiven wie im negativen Sinne, denn bei völliger Inkompetenz wird auch der beste Business-Anzug das nicht verbergen können.

Aber das ist nur meine Meinung zum Thema. Wie seht ihr das denn? Make-Up im Job: Yay or nay?! Fällt euch das auf, wenn jemand sich schminkt oder eben gar nicht schminkt und wie wirkt es auf euch? Ich bin gespannt auf eure Meinungen! :)





*By the way: MACs Satin Taupe mit Vex auf dem inneren Augenlid und einem Körnchen Signed Sealed für etwas mehr Tiefe im Außenwinkel

11. November 2015

MMM im farbenfrohen Dauerbrenner




Eigentlich wollte ich heute beim MeMadeMittwoch ja endlich mal meinen neuen Wintermantel präsentieren. Eigentlich. Stimmungsvolle Outdoor-Fotos wurden am Wochenende auch gemacht, nur vergaß ich leider, die Detailsfotos an der Puppe bei Tageslicht zu machen. Das muss ich dann nächstes Wochenende nachholen.

Beim Sichten der Bilder fielen mir aber Puppen-Fotos einer anderen Bluse in die Hände, die ich schon im Januar genäht hatte. Und da sie sich zum vielgetragenen Lieblingsstück entwickelt hat, dachte ich, dass ich sie auch mal auf dem Blog präsentieren sollte.




Wann immer ich diese Bluse anhabe, heimse ich Komplimente en masse ein. Der Stoff war ein monatelang gehütetes Streichelstöffchen, obwohl er zu 100% aus Polyester ist. Und Deo beim Tragen ein absolutes Muss. Aber die Farben sind so toll. Und er trägt sich auch sehr angenehm. Herrlich weich und fließend.

Funktioniert perfekt unter'm Blazer. Den zweigeteilten Pony ignorieren wir mal großzügig...

Die Tragefotos entstanden übrigens während unseres Neu-England-Urlaubs. Auf dem Rückweg von den Green Mountains nach Boston machten wir in North Adams Halt und besuchten das Massachussetts Museum of Contemporary Art.

Der Schnitt ist der gleiche wie dieser hier. Um die Weite der Ärmel zu regulieren, habe ich eine Falte gelegt und eine schmale Manchette angenäht.



Damit wäre die Bluse auch schon (m)ein Kandidat für das Lieblingsstück 2015. Habt ihr eigentlich schon für dieses Jahr euren Dauerbrenner gefunden?

20. Oktober 2015

AnNÄHerung Süd in Würzburg

Als ich heute gestern Morgen im Büro ankam, fühlte es sich an, als sei ich Wochen weg gewesen. Dabei hatte ich nur den Freitag freigenommen. Ein in jeglicher Hinsicht sehr intensives Wochenende liegt hinter mir. So voller Eindrücke, dass es sich anfühlt, als hätte ich eine ganze Woche im Kreise der Nähnerds verbracht.

Aber mal auf Anfang: Freitagmorgen begann damit, dass der liebe Captain Riesling über Nacht "Magen-Darm" bekommen hat und  ich von ihm trotz großzügigem Einsatz von Desinfektionsspray (Captain Riesling ist Biologe!) auf das Gästeklo geschickt wurde. Da ich schon um 6.45 Uhr aus dem Bad draußen war, war genug Zeit um eine liebevolle Freundin zu sein und im Rewe noch zwei Flaschen Cola zu organisieren. Ich schnitt die "Brownies des Todes" (ebenfalls mit desinfizierten Händen, no worry!) in Stücke, packte alles zusammen und machte mich gegen 11 Uhr auf den Weg zu meinem Resident-Nähnerd-Ines, die uns sicher nach Würzburg kutschiert. Auf der Fahrt hören wie die letzte Folge des Nahtzugabe 5cm-Podcasts mit Frau Vau, den Ines tollerweise runtergeladen hatte. Nach Würzburg rein standen wir eine Stunde im Stau, trotzdem waren wir schon um 15 Uhr da und trafen auf dem Parkplatz mit Blaupause 7 und Sabine gleich die ersten Teilnehmerinnen.

Die JuHe war so freundlich, uns schon den Schlüssel für den Raum zu geben. So konnten wir alles schon mal hochtragen und uns Plätze mit Blick aus dem Panoram-Fenster sichern.Wobei die gegenüber liegenden Plätze jede Menge Licht auf das Nähzeug ermöglichten. Man hatte also die Qual der Wahl.

Nach und nach trudelten dann die nächsten Teilnehmerinnen ein. Viele erkannte man sofort, andere die ohne Kopf bloggen, hab' ich dann wohl recht unverblümt gefragt, wer sie denn jetzt seien. Ähem. Ich hoffe, ich hab' damit keine vor den Kopf gestoßen...


Die gesammelten Steckbriefe der Nähprojekte

Nach dem gemeinsamen Abendessen und der Vorstellungsrunde ging es ans Einrichten der Maschinen und ich habe bis Mitternacht genäht. Zu Hause für mich eigentlich undenkbar. Viel zu müde, was sich mit hohem Fehlerpotenzial und Auftrennerei bemerkbar macht. Aber in Würzburg war alles anders und so konnte ich noch am ersten Abend die erste Anprobe wagen.

Ach ja. Das war übrigens mein Nähprojekt:



Ein Wintermantel aus der Dezember-Burda von 2012. Aus schwerem, dunkelblauem Wollvelours, den ich im August bei 30 Grad einen ganzen Abend mit immer länger werdendem Arm über das Wiesbadener Weinfest geschleppt hatte. (Aber bei 3,50 Euro pro Meter und 80 % Wollanteil musste ich einfach zuschlagen. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Oder so ähnlich.)

Bis 1 Uhr wurde noch gequatscht, gefachsimpelt und beraten, bevor ich den Weg in Richtung Bett fand.

Den Wecker hatte ich mir für 7 Uhr gestellt, in der Hoffnung, noch vor allen anderen unter die Dusche zu kommen. Ich brauch' ja immer ein büschen länger, weil ich mich ja gern ausgiebig schminke und fänd's doof, wenn alle auf mich warten müssten. Frühstück gab es um 8 und um 9 Uhr saßen wir alle schon wieder voller Tatendrang an den Maschinen.


Im Gegensatz zu einigen anderen bin ich auch gar nicht raus nach Würzburg. Aber als sich gerade die Gelegenheit bot, saß ich an einer sehr kniffeligen Kragen-Operation. Ähem. Außerdem war ich vor 20 Jahren schon mal auf Klassenfahrt hier *rausred*


Geballte Kreativität und Konzentration

Der Samstag verlief eigentlich ähnlich wie der Freitagabend zuvor. Intensives Nähen wechselten sich mit tollen Gesprächen ab. Es herrschte eine ganz besondere Stimmung, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Ich glaube, weil einfach alle es sichtlich genossen, sich so intensiv ihrem Projekt widmen zu können und das nicht wie so oft allein, sondern umgeben von den tollsten Frauen, mit denen man sich auf Anhieb durch die gemeinsame Leidenschaft sehr verbunden fühlte. Die Vielfalt an Kleidungsstilen war schier überwältigend und vor allem: inspirierend! Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich an diesem Wochenende schockverliebt der Meinung war, ohne dieses oder jenes Teil nicht mehr weiter leben zu können. Ich sag' nur smaragdgrüner Retro-Plüschmantel! Die Schnittmuster-Wunschliste wuchs und wuchs... Und auch die Beratung, mit der wir uns alle gegenseitig unterstützt haben, war einfach ganz großartig. So wird mein Mantel doch ohne Thinsulate auskommen müssen. Eine Klimamembran - wie ihn meine Zimmernachbarin Frau Naehkatze für ihren grandiosen Vogue-Mantel verwendet hat - ist bestellt...

Organisatorin Alex hatte außerdem eine Stoffauswahl von Fashion for Designers dabei. Um den Goldfischprint bin ich ja schon länger rumgeschlichen. Und auch wenn ich erst glaubte, keinen roten Stoff zu benötigen, wanderten Sonntagmorgen doch noch 2,3 m in mein Körbchen. Öhm. Ja. Kein Kommentar. Aber die Qualität, Leute, die Qualität...!


Fette Beute...

Am Sonntagvormittag dann die letzte Näh-Session und nach dem gemeinsamen Mittagessen, die große Abschlusspräsentation mit Applaus für jedes einzelne Projekt. So viele wunderbare Projekte, mit denen sich die Teilnehmerinnen sicherlich (ich ganz bestimmt!) den besonderen Spirit dieses Wochenende ganz einfach überstreifen können....

Ganz gespannt bin ich schon auf die besondere Podcastfolge, für die Muriel zwischendurch immer wieder Kurzinterviews mit den Teilnehmerinnen geführt hat.

Gegen 17.30 Uhr war ich wieder zu Hause. Auf der Fahrt schmiedeten Ines und ich schon erste Pläne, wie ein Rhein-Main-Näh-Stammtisch zukünftig aussehen könnte. Dazu demnächst mehr.

Auch ich möchte der Organisatorin Alex noch ganz herzlich danken, dass sie dieses grandiose Event auch außerhalb des Bielefeld-Kreise für uns möglich gemacht hat. Der Termin im nächsten Jahr ist im Kalender fett geblockt!

Wer sich die Wartezeit bis zur nächsten Annäherung - ob nun in Würzburg, Bielefeld oder an der Ostsee - versüßen will, dem kann ich noch das Rezept für die Karamell-Brownies ans Herz legen. Ursprünglich hießen sie mal die "Brownies des Todes" gemäß der Maxime "death by chocolate". Für mich sind es jetzt nur noch die AnNÄHerungsbrownies. Enjoy!


AnNÄHerungsbrownies a. k. a. die "Brownies des Todes"

 

Rezept für eine Form à 25 x 25 cm, ergibt ca. 15 Stück

  • 200 g Schokolade (ich hatte diesmal einfach auf Zartbitter zurückgegriffen, bei 70-85% Kakaoanteil wird's natürlich schokoladig-herber)
  • 120 g Butter
  •  3 EL Back-Kakao
  • 3 Eier
  • 250 g Zucker
  • 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker oder Mark einer halben Vanilleschote
  • 1/2 TL Salz
  • 180 g Mehl
  • 2/3 Glas Dulce de Leche (z. B. die Karamell-Konfitüre von Bonne Maman* (im ursprünglichen Rezept  vorgesehen:  100 ml Kondensmilch 2/3 Packung softe Karamell-Bonbons, z. B. Sahne MuhMuhs)


Die Schokolade mit der Butter über dem Wasserbad schmelzen und das Kakaopulver einrühren. Darf ruhig klumpig sein, das macht gar nix. Die Eier mit dem Zucker und dem Vanille hell aufschlagen, die handwarme Schokolade unterrühren. Das Salz und das Mehl mit dem Teigschaber gerade eben so unterheben, dass eine homogene Masse entsteht. "Don't overmix", wie es in vielen US-Rezepten so schön heißt!

Für die Variante mit den Karamell-Bonbons: Milch in einem Topf erhitzen und die Bonbons darin auflösen.

Die Hälfte des Teiges in eine gefettete und gemehlte Brownie-Form füllen und bei 175°C ca. 10-15 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und die flüssige Karamellcreme auf dem Teig verteilen. Nach Belieben gehackte Nüsse oder Schokolade einstreuen. Ein halber bis ganzer Teelöffel Fleur de Sel macht sich auch gut! Anschließend den restlichen Brownie-Teig möglichst gleichmäßig darauf verteilen. Das geht am besten, indem man mit einem Löffel einzelne Portionen daraufsetzt und miteinander verbindet. Zurück in den Ofen und nochmals ca. 25-30 Minuten fertigbacken. Lieber zu kurz als zu lang, der Brownie soll ja in der Mitte schön klitschig sein.

*Anmerkung: Ich hatte bei der AnNÄHerung statt der Bonbons auf fertiges Dulce de Leche zurück gegriffen. Die blieb sehr viel flüssiger und zog beim Backen nicht viel an. Dadurch lief der Karamell teilweise am Rand  raus und aufs Backblech und war auch beim Essen eine ziemlich feiste Sauerei. Tränkte die beiden Teigschichten aber auch etwas mehr durch.Wer also eine etwas beständigere und festere Karamellschicht möchte wie oben auf dem Bild, der macht sich die Mühe mit dem Auflösen der Bonbons. So oder so bleiben beide sehr schön saftig!



14. Oktober 2015

MMM unter anderem in Jeans (13. Oktober 2015)

Tante Edit sagt: Gerade gewundert und festgestellt: Jeansmotto ist erst Anfang November. D'oh!


Manchmal fügen sich Dinge einfach. Das heutige Outfit ist so ein Fall.

In letzter Zeit habe ich ein unheimlichen Faible für Bordeaux-Rot und Navy-Blau entwickelt - am liebsten in dieser Kombination. Während unseres Neu-England-Roundtrips (Reisebericht sollte noch folgen, nur die Zeit, ach die Zeit fehlt irgendwie...) kam der Wunsch nach einem in eben jenen Farben karierten Flanell-Hemd auf. Offensichtlich war mir entgangen, dass der Lumbersexual-Trend eher den Männern vorbehalten ist. Aber hey: Flanellhemd mit Longsleeve drunter war mit 14, 15 mein Look während der Grunge und Punkrock inspirierten Mittneunziger-Jahre. Walking down memory lane. Wie dem auch sei: Im Old Navy Outlet in North Conway wurde ich tatsächlich fündig.





Noch lieber als zum Jeansrock (hier schon mal gezeigt), trage ich das Hemd zur Skinny Jeans. Die ist aber nicht selbst genäht, sondern von GAP und so wäre das Outfit auch gar nicht MMM tauglich...

Die Jacke wurde mir nach dem Urlaub dann von meiner Ma vermacht. Ein ungeliebter Fehlkauf, der ganz prima zu den gleichfarbigen Stiefeln passen, die ein ungeliebter Fehlkauf meiner Ma im letzten Jahr waren... die Kappe wiederum ist eine großzügige Leihgabe von Captain Riesling. Zu deren Kauf ich ihn - ganz uneigennützig, jawohl! - ermuntert habe. Steht mir gut, oder?! ;) Was für den All-American-Look noch fehlt, sind bordeaux-rote Chucks. Die ich mir dann doch lieber verkniffen, nachdem ich mich in der Newbury-Street in Boston in ein Paar teure hochwertige Camper-Schuhe schockverliebt hatte...Not your everyday shoes, das wollte gut überlegt sein.

Aber im Koffer wäre eh kein Platz mehr gewesen. Bei allein knapp 3 Kilo gar köstlichster Reese's Peanutbutter Cups hatte ich schon etwas mit Übergepäck zu kämpfen... (Wenn ich das hier so schreibe wird mir erst klar, wie bekloppt und mege-süchtig 3 Kilo klingen - zumal ich mich gerade eher LCHF ernähre...)

Das heutige Outfit beinhaltet ungewohnt wenige MeMade-Komponenten. Ich bin gespannt, wie das bei den anderen Damen auf dem MMM-Blog so aussieht - ob mit oder ohne Jeans.

9. September 2015

Odeeh - oh dear! (MMM am 9. September 2015)

Moinsen.

Ich zeige euch heute die beiden Designer-Schnitte aus der Mai-Burda. Von einem Label namens Odeeh, von dem ich vorher ehrlich gesagt noch nie gehört hatte. Hm, ja.  Spricht nicht unbedingt für das Label. Oder einfach dafür, dass ich inzwischen an Klamotten wirklich wenig "extern" zukaufe.

Voilà:

Statt der typischen Birne, heute mal als Karotte...

Genäht habe ich die Kombi gleich zweimal (ich zeige heute aber nur eine) aus unterschiedlichen Stoffen im Juli, kurz nach der ersten Hitzewelle. Übrigens im Rahmen meines allerersten Nähkränzchens mit Resident-Nähnerd Ines, mit der ich den Stoff vorher bei Alfatex in Weiterstadt geshoppt hatte. Eigentlich sollte das Outfit luftig leicht für heiße Tage sein, aber meine Stoffwahl war wohl nicht die klügste - reine Baumwolle aber relativ dick - , und so ist es dann auch ein bisschen sehr warm bei so viel Stoff.

Die Schnitte gab es nur bis Größe 42. Die Hose habe ich kurzerhand auf 46 gradiert - um an den Seitennähten schlussendlich wieder 2,5 cm abzunähen. Das Top habe ich - entsprechend der Burda-Maßtabelle in 42 genäht. Bei der ersten Anprobe musste ich auch erst mal lachen: Ich sah aus wie im Grundschul-Kunstunterricht mit zu weitem Hemd vom Papa als Malerkittel. Die Seiten- und Ärmelnaht wird als letzten Schritt in einem Rutsch genäht. Da habe ich dann 1,5 cm weggenommen und so passt es eigentlich recht gut. Merke: Bei weiten Teilen dann lieber in 40 nähen. Ist ja nicht das erste Mal...

Die geradlinige Form und die akkuraten aufgesetzten Taschen und die schlichte, tiefe Blende mit den beiden "Bar-Tacks" bis zur Hälfte haben es mir dabei besonders angetan.

Sieht aus, als hätte auch der Blusenstoff ein kleines Muster. Hat er aber nicht, das Licht war nur zu schlecht...


Meinem Umfeld gefällt das Top auch sehr - sogar mein Chef ließ sich zu einem sehr positiven Kommentar hinreißen! Ist aber auch ein Asien-Fan und die asiatisch-schlichte Anmutung ist nicht von der Hand zu weisen.

Nur das mit dem Reinstecken, wie es das Burda-Model macht, das will irgendwie nicht so recht gelingen - viel zu lang und viel zu viel Stoff:




Nachdem ich die Kombi so sehr häufig an hatte, trage ich Hemd und Hose inzwischen lieber separat. Die Bluse mit schmaler schwarzer Hose drunter. Die Hose wird - trotz mega-bequemen Gummizug-Bund -  mit schmalem Blazer (gekauft bei Z*ra) auch bürotauglich.




Wenn man den Bund mit einem T-Shirt verdeckt, sieht es nämlich - Dank des Fake-Hosenreißverschlusses - wie eine normale Hose aus:





Besonders schön finde ich, dass man so auch die aufgesetzten Taschen auf dem Popo sieht. Der Stoff ist nur einseitig bedruckt, die Rückseite ist einfarbig dunkelblau.



Blazer und Hose passen farblich zu 100%. Allein das war Grund genug, um den Blazer zu kaufen, oder?!



Und damit (und geschlossenen Schuhen...und Strümpfen!) geht's heute zum MeMadeMittwoch.