30. Januar 2015

Me too: Make Up und Ich.

Eigentlich stünde heute ja ein Beitrag zu Alex alias Mamamachtsachen zur Channel this...Aktion an. Tja, eigentlich. Ideen für das Jack-Sparrow - Verzeihung! - Captain Jack Sparrow (so viel Zeit muss sein!) inspirierte Outfit waren eigentlich sofort da. Mit den Bilder habe ich aber bis auf den letzten Drücker gewartet. Dann waren die Bilder nicht wirklich scharf, ich schlecht getroffen und so gibt's heute erst mal nichts zu verlinken.

Aber ein anderes Thema schwirrt mir seit dem ersten Post zur Aktion im Kopf herum, inspiriert durch diesen Satz:

"Und zum Kleiderschrank zähle ich jetzt mal die Kommode mit den Accessoires und das Kästchen mit den Schminkutensilien dazu."

Angefeuert wurde der heutige Post dann letzte Woche durch Corinnes Beitrag 'Make-Up & ich'.  Und da ich heute malad mit gestauchtem Knöchel auf der Couch liege, kann ich mich ja mal zu diesem Thema äußern....

Make-Up. Warum?




Das ist meine Make-Up-Schublade. Sieht gar nicht so viel aus, oder? Beinhaltet aber drei fast volle MAC Lidschattenpaletten, drei Puder, 7 Rouges, 6 Mineralize Skinfinishes...fehlen noch eine handvoll Kajalstifte, 3-4 Mascaras, mein Pinsel-Arsenal und etwas zwei Dutzend Mono-Lidschatten von Catrice, Sephora oder Lancôme...und ja: ich benutze das auch alles regelmäßig. Viel neues kommt eigentlich nicht dazu, ich glaube, ich besitze genug Farbe für den Rest meines Lebens.



Ich glaube, es ist eindeutig. Ich mag Make-Up einfach. Aber warum? Sozialisierung?

Meine Mutter war immer geschminkt. Anders als ich es heute bin, da sie eine gute Haut hatte und auch mit dem Fehlen von Augenringen gesegnet war. Aber sie trug immer Kajalstrich, Wimperntusche, zog die Augenbrauen nach, legte Rouge auf und wenn sie aus dem Haus ging, trug sie immer Lippenstift. Natürlich habe ich auch sehr viel Zeit mit einer ungeschminkten Mutter verbracht (wir sind abends-Duscher!) aber tagsüber war Make-Up ein Muss. Bevor ich eingeschult wurde, hat meine Mutter noch teilzeit gearbeitet. Nur Samstags, wenn sie die Wohnung geputzt hat, trug sie kein Make-Up. Und ich weiß noch, dass ich das immer nicht so toll fand und sie mir schon als 4- oder5-Jährige geschminkt besser gefiel.

Mein erstes Make-Up bekam ich mit 13, knapp vor der 14: Eines Morgens steckte ein brauner Kajalstift in meinem Adventskalender. Und ein paar Monate später brachte sie mir eine braune Wimperntusche aus der Drogerie mit. Und ich hab' es einfach benutzt. Nicht jeden Tag aber doch schon sehr oft.Es gefiel mir einfach, meine Augen waren ausdrucksstärker und natürlich sah ich auf einen Schlag auch "erwachsener" aus.

Irgendwann mit 15 gab es in der Mädchen (ja, ich oute mich!) eine komplette Schminkanleitung. Mit Foundation, Concealer, Rouge, Lidschatten...Also einfach ausprobiert und das Ergebnis gefiel mir einfach. Ich hatte unreine Haut, also habe ich Foundation getragen und mich besser gefühlt.

Für Make-Up und Hautpflege habe ich mich einfach immer interessiert. Und ich war sicherlich mal mehr oder weniger stark zugekleistert. Aber die komischen Schminkanleitungen aus den Frauenzeitschriften konnte ich trotzdem nie umsetzen. Wie auch! Mit Drogeriekosmetik?! Sicherlich nicht. Bis vor wenigen Jahren waren Lidschatten aus der Drogerie einfach nur furchtbar schlecht pigmentiert, von einer Lidschatten-Base hatte noch jemand was gehört und Pinsel gab es auch nur im Pelikan-Wasserfarbkasten. 2007 stieß ich dann auf ein Beauty-Online-Forum. Eine Entdeckung einer ganz neuen Welt. Und Gleichgesinnter aus der selben Gegend, wie zum Beispiel die liebe Gwen und die liebe Martha. Spätestens mit dem Aufkommen der vielen Schmink-Tutorials auf YouTube wusste ich, welche Tools und Produkte ich verwenden musste.

Und das tue ich seitdem. Jeden Tag. Und ich liebe es. Ich schminke mich jeden Tag, auch wenn ich das Haus nicht verlasse. Ich tue in dem Moment etwas für mich. Ich finde mich auch ohne Make-Up nicht hässlich, aber mit Make-Up bin ich vollständig. Ich kann damit meine Schwächen kaschieren (Augenringe, Pickel / Pickelmale) Vor allem aber kann ich damit meine Vorzüge unterstreichen und in andere Rollen schlüpfen. Wenn ich morgens überlege, was ich anziehen will, plane ich gleichzeitig, welche Lidschattenfarben ich verwenden will, welches Rouge und welchen Lippenstift. Es ist einfach Teil meines morgendlichen Rüstens für die Welt. Ich spiele gerne mit Farbe. Und auch wenn die Paletten hier sehr bunt sind, man kann auch prima "bunte" Farben mit neutralen Tönen kombinieren und so sehr alltagstauglich machen. Oder richtig tief in den Farbtopf greifen. Alles geht und es gehört einfach zu mir dazu. Wenn ich wüsste, wie man sowas gescheit fotografiert, würde ich sicherlich auch mal ein gelungenes Make-Up zeigen.

Frauen, die sich selbst schminken, sagen mit öfters, dass ich jeden Tag so toll geschminkt sei. Frauen, die sich nicht schminken, sagen mir, dass sie dafür "einfach keine Zeit" hätten. Oder fragen auch ganz gerne mal, "was denn mein Freund dazu sagt". Und ob den das nicht störe...Worauf ich nur antworte, dass er mich genauso kennengelernt hat und ihm das offensichtlich gefällt. Und ich glaube, er findet es auch ganz cool, wenn andere Frauen ihm sagen, dass ich so toll geschminkt bin. Das kommt nämlich durchaus auch vor.

Ich schminke mich gern. (Klingt fast wie eine Marlboro-Werbung.) Deswegen dreht sich aber trotzdem nicht alles um mein Aussehen und wenn ich dann morgens aus dem Bad gehe, ist das Thema erledigt. Wie Michou das irgendwann irgendwo mal formulierte: Ich muss mir dann für den Rest des Tages keine Gedanken mehr darüber machen, weil ich weiß, dass es gut ist. :)

Und Make-Up ist einer der Gründe, warum ich wirklich froh und dankbar bin, eine Frau zu sein. Männer, die das eigene Aussehen versuchen durch Concealer und Co. zu optimieren, werden ja gerne - euphemistisch ausgedrückt - belächelt.

Ich schminke mich. Weil ich mich wohler fühle damit. Weil es Spaß macht. Weil ich mich weiblich fühle dadurch. Frauen, die sich nicht schminken, verstehe ich nicht. Corinnes Beitrag hat mir da ein paar Einblicke in ihre (Nicht-) Beweggründe gewährt. Aber wirklich verstehen, kann ich es trotzdem nicht.

In den Kommentaren zu ihrem Beitrag kam die Überlegung auf, ob es vielleicht eine Erziehungssache sei, da ihre Mutter sich zum Beispiel nicht geschminkt hat. Interessantweise ist meine große Schwester auch eher so'ne Gelegenheitsschminkerin, die morgens lieber 'ne halbe Stunde schläft. Daran kann es also nicht liegen.

Meine Schwester hat aber auch noch mit Ende 30 eine richtig schlimme Akne. Vielleicht ist es bei ihr auch das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen. (Das Thema ist aber auch sensibel, ich traue mich ja fast nicht von meiner tollen Gesichtspflege zu erzählen, mit der ich jetzt nach vier Wochen nahezu pickelfrei bin und eine so schöne Haut habe, wie seit dem Einsetzen der Pubertät nicht mehr...)

Was aber irgendwie beiden Lagern gemeinsam ist: Ob Schminkmädchen oder Naturschönheit - ich habe das Gefühl, dass beide sich immer irgendwie rechtfertigen müssen. Dabei sollte doch eigentlich jede tun und lassen dürfen, wie sie's für richtig hält.

Kommentare:

  1. Den letzten Satz kann ich sowas von unterstreichen. Die beiden Posts kann man jetzt schön nacheinander lesen & hat beide Sichtweisen. Ich habe noch nie im Leben gesagt: "Für sowas habe ich keine Zeit." Da spricht wohl eher der Neid als einfach eine ziemlich unideologische Nichtschmink-Einstellung, wie ich sie habe. Auf jeden Fall, danke, ich fand deine & die Sichtweise von Michou in den Kommentaren bei mir wirklich interessant, obwohl ich sie auch nicht ganz verstehe :-)

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    1. Ja das finde ich auch schön, dass man da einfach mal beide Erklärungsansätze warum und warum nicht gebündelt hat. Dieses "Für sowas habe ich keine Zeit" höre ich aber beim Nähen oder Stricken ja auch immer wieder. Ich glaube, das wird einfach gerne vorgeschoben, und wenn auch nur, um sich selbst unheimlich wichtig zu finden. Ich kenn da eine, die erklärt mir immer wieder, das sie ja abends immer so viel Sport macht. Und dann kriege ich zufällig ein Gespräch mit, dass sie zweimal pro Woche im Fitness-Studio ist. Super, bin ich auch - wenn nicht gerade gehandicapt - behaupte aber nicht, dass ich so wahnsinnig viel Sport mache...Menschen! ;)

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  2. Mir spukt das Thema ja auch noch im Kopfe umher, genau wie dir - und als ich gerade in meiner Blogliste deine Überschrift las, war ich mir ziemlich sicher, dass du eine andere Position beziehen würdest :-)
    Mir gehen da noch einige andere Gedanken durch den Kopf - ich schrecke nur vor einem Beitrag zurück, da man mir sicherlich zu leicht sagen könnte, ich MÜSSE ja so reden von wegen Geschäft und so ...

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    1. Ich blogge ja nicht kopflos, von daher sieht man's ja meistens auch, dass ich mir Farbe ins Gesicht klatsche... :D

      Bitte, bitte schreib doch auch einen Beitrag dazu. Ich fand deine Artikel zur Haut schon sehr spannend. Und ich glaube, keine(r) die dich auch nur einen Hauch kennt, wird auf die Idee kommen, dass da die Geschäftsfrau spricht. Auf mich wirkst du eher wie eine sehr untypische Vertreterin deiner Branche, bei der die Bedürfnisse der Kundin im Mittelpunkt stehen - und nicht der Umsatz!

      Und es ist echt seltsam, jetzt habe ich schon so viel zu dem Thema geschrieben und habe trotzdem noch das Gefühl, nur die Hälfte gesagt zu haben...

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    2. Sehe deine Antwort jetzt erst - ja, es arbeitet noch in mir :-) Jetzt erst recht, weil ich mich von dir gerade so lieb richtig erkannt fühle :-D

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  3. Ich schminke mich auch, seitdem ich 14 bin und fühle mich dann erst komplett. Aus dem Haus würde ich nie ungeschminkt gehen ! Was andere davon halten, ist mir herzlich egal :-D

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