28. Mai 2015

Spring Style Along: Being on the Needle III

Also ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das Sinn macht hier noch weiter am SSA teilzunehmen, denn wirklich viel vorzuweisen habe ich bislang nicht:
  • 3 schlecht sitzende Hosen
  • eine halb-schlecht sitzende Hose
  • 1 Bluse
Fehlen also "nur" noch
  • 1 Culotte
  • 1 navy-blaue Hause in 7/8-Länge
  • 1 cremefarbene Bluse
Das Klassenziel also nur zu 25 % erreicht. Na super. Außerdem habe ich festgestellt, dass mich so ein Sew- oder diesem Fall Style-Along einfach mental nur stresst. Motiviert bin ich eigentlich immer, das muss ein Sew-Along also gar nicht leisten. Und bei meinen Passformproblemen konnte/kann mir ja letztlich auch keiner helfen.  Ich schaffe es nur am Wochenende zu nähen und wenn ich meine Pläne nicht erreiche, bin ich gefrustet. Massiv. Das braucht kein Mensch und der liebe Herr Galoppo am Allerwenigsten. Weshalb ich mich erst mal auf absehbare Zeit von der Teilnahme an 'Alongs' jeglicher Art fernhalten werde... 

Ach ja: Etwas kann ich dann aber doch vorweisen:  Den Durchbruch beim Hosen anpassen!

Echt jetzt. Letzte Woche hatte ich immerhin schon mal sehr richtig festgestellt, dass es ein Ungleichgewicht zwischen der hinteren Mitte und der Seitenlänge beim hinteren Hosenbein gibt. Die hintere Mitte ist zu lang. Oder aber die Seitennaht zu kurz, wie man's nimmt. Mein Versuch, das durch eine Anpassung der hohen Hüfte auszugleichen, d.h. die Seitennaht im Bereich ca. 10 cm unterhalb des Bundansatzes durch einen keilförmigen Einschub zu verlängern, brachte keinen Erfolg.

Stattdessen habe ich noch einen weiteren Mangel entdeckt, nämlich dass die Seitennaht meiner Hosen - gekaufte wie genähte - im Bereich der Wade nach hinten gezogen werden. Auch das noch!

Folgende Mängel gilt/galt es also auszugleichen:
  • die Schrittkurve sitzt zu weit oben, vorne aber fast zu weit unten (= 'baggyness in the front crotch')
  • Falten direkt unterhalb des Pos, die durch eine 'Flat  Seat Adjustment' nicht behoben werden können (rot eingekreist)
  • Seitennaht im Verhältnis zur hinteren Mitte zu kurz, daraus ergeben sich diagonale Falten von der Seitennaht nach innen oberhalb und ich Richtung des Schritts (markiert in Pink)
  • 'large inner thighs' und nach innen einknickende Knie, die zu diagonal nach außen verlaufenden Zugfalten von der Innenbeinnaht ab dem Kniebereich führen (markiert in rot)
  • an der vorderen Hose zu viel Stoff unterhalb des Schritts
  • Anpassung für die Wade 




(Notiz an mich: andere Slips kaufen...)

Tolle Bilanz. Führte dann auch erst mal zu doppelt mieser Laune, da ich ja offensichtlich nur schief gebaut bin. Nennt mich Quasimodo! -.-

Die Innenseite der Oberschenkel und die leichten X-Beine konnte ich durch das Verschieben des Beins um 1,5 cm nach Innen ab Kniehöhe nur teilweise beheben. Passenderweise traf genau danach meine Ausgabe von "Hosen die gut sitzen" ein, und da stand, dass das Bein um bis zu 4 cm nach innen geschoben werden kann. 3 cm waren dann ein guter Wert und immerhin diese Falten schon mal weg. Hooray!

Die Falten unterhalb des Popos und die Schrägzüge oberhalb waren aber immer noch da.
Bei einer Schnittbesprechung von Mad for Mod zur Colette-Clover hatte ich absolut zufällig einen Link von Julia (Sewing Galaxy) gefunden. Ich kann kein Russisch, die Google-Übersetzung nur Bahnhof-Umsteigen, und um ihr eine E-Mail zu schreiben war ich einfach zu faul. )Immerhin ist der Beitrag von 2012 - keine Ahnung ob das jetzt noch die Empfehlung der ersten Wahl ist.) In totaler Verzweiflung habe ich einfach Pi mal Daumen ca. 7 cm unterhalb des Schritts eingeschnitten und oben ca. 10 cm unterhalb der Hüfte geendet. An Vorder- und Hinterteil habe ich dich Schnittkanten ca. 1,2 cm übereinander geschoben und so keilförmig verlaufend die Länge reduziert. 

Das Ergebnis war dann endlich der Durchbruch:
  • die Falten unterm Po signifikant reduziert
  • die Schrittkurve sitzt deutlich tiefer und endlich fast da wo sie hingehört
  • die diagonalen Falten sind weg
  • gerade nach unten verlaufende Seitennaht
  • die Bügelfalte vorn fällt gerade über das Knie zum Knöchel
  • aber: an der vorderen Hose zeigt sich jetzt ein leichter Katzenbart...
Hinten habe ich das Gefühl kann ich durchaus mehr wegnehmen als vorne. Das heißt hinten würde ich jetzt noch mal 1 cm weiter überlappen und dafür am vorderen Hosenteil wieder 0,3 cm zugeben.

Dann müsste es eigentlich soweit passen. Captain Krummbein, aye! Segel setzen, hart Steuerbord Richtung Ultimately Fitting Pant Island...

Kommentare:

  1. Hey, Du hast doch viel erreicht! Und die Hosenanpassung ist absolut bewundernswert. ich wäre da schon längst ausgestiegen und hätte beschlossen nur noch Röcke zu nähen.
    Aber ich kann Deine Sew Along Skepsis verstehen. Wenn man nicht so viel schafft, wie man sich vorgenommen hat, ist man gefrustet- auch wenn von den anderen sicher niemand mehr weiß, wie viel man sich ursprünglich vorgenommen hatte und wie viel man dementsprechend nicht geschafft hat. Es reicht, wenn man es selbst weiß. Die meisten von uns wollen doch einfach Spaß haben, wenn sie nähen, Druck und Deadlines haben wir in der Arbeit schon genug. Trotzdem habe ich mich über jede gefreut, die dabei war und uns an ihren Gedanken und Plänen hat teilhaben lassen.
    Liebe Grüße
    Frl. Notter

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  2. Ich finde du hast eine Menge geschafft! Gerade Hosen sind ja eine Klasse für sich ... und ich finde es beeindruckend wie beharrlich du dabei bleibst. Mit sew alongs geht es mir ähnlich, sie sind eine großartige Inspirationsquelle, aber wenn man neue Dinge ausprobiert, dann ist der Zeitrahmen manchmal einfach zu einengend. Und einfach so etwas zu Ende schlumpern, nur um es fertig zu haben, ist ja irgendwie auch nicht Sinn der Sache. Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen für den nächsten Hosenschnitt! Liebe Grüße, Zuzsa

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  3. Du bist doch sehr weit gekommen. Hosenanpassungen sind wahnsinnig aufwendig und du hast gleich vier Stück genäht, Das ist doch schon mal was! Deine letzte rote Hose ist sehr gut geworden, aber du bist immer noch nicht 100% zufrieden? Ein Sew-Along bildet für mich immer nur einen Rahmen und ein Anlass inerhalb einer bestimmten Zeit am Ball zu bleiben, statt vor mich hinzutrödeln. Ich glaube, du befindest dich in guter Gesellschaft, weil - soweit ich das bisher sehe - die wenigsten Teilnehmerinnen alles geschafft haben. Wir sind keine Profis und da sollte der Spaß immer an erster Stelle stehen. Von daher...mach weiter so!

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