30. April 2015

Wenn einer eine Reise tut: Rom 2015: Tag II

Wir werden um 7.30 Uhr von David Bowies Heroes aus dem Schlaf gerissen sanft geweckt. Zur Zeit habe ich a) eine David-Bowie-Phase, nachdem vor nicht allzu langer Zeit eine Doku über ihn auf ARTE lief b) ich aktuell eh nicht so viel Musik auf dem Handy habe und mir das c) noch von allen Titeln am ruhigsten erschien. Okay, Space Oddity hätte es auch getan aber Heroes gefällt mir einfach besser... Nach dem recht übersichtlichen Frühstück machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Piazza del Popolo.

Kulinarisch-historischer Stadtbummel


Piazza de Popolo...mit Obelisk.   


10.00 Uhr, Piazza del Popolo.  Heute treffen wir Annett. Annett ist die ehemalige Nachbarin von Herrn Galoppo, die inzwischen seit mehr als 8 Jahren mit ihrem römischen Zahnarzt glücklich in Italiens Hauptstadt lebt. Nachdem sie lange am Colosseo gearbeitet hat, ist sie jetzt seit kurzem als offizielle selbständig Tour Guide tätig. Wir haben für den ersten Tag den kulinarisch-historischen Stadtbummel bei ihr gebucht.

Wir beginnen unseren Rundgang oberhalb der Piazza und laufen zur Spanischen Treppe. Von dort oben genießt man eine herrliche Aussicht auf Rom.

Unseren Spaziergang spickt Annett immer wieder mit interessanten Details und historischen Fakten. So heißt die Spanische Treppe eigentlich Scalinata di Trinità dei Monti. Da aber die spanische Botschaft dort ihren Sitz hatte und der Platz am Fuße der Treppe spanisches Hoheitsgebiet war, hat sich die andere Bezeichnung schlussendlich durchgesetzt. Über die Via die Condotti mit ihren zahlreichen Highend-Designer-Läden und die Via del Corso (für den schmaleren) Geldbeutel geht es weiter Richtung Piazza Navona. Unterwegs werfen wir einen Blick in die eine oder andere Kirche oder entdecken wunderschöne kleine Hinterhöfe.

Kein Hinterhof sondern ein Kreuzgang.
Hadrianeum...oder was davon übrig blieb...heute die Börse.

Annett ist voller Begeisterung für die Stadt im allgemeinen und insgesamt ist die Führung sehr kurzweilig, denn man lernt sehr viel, ohne dass man das Gefühl hat, in einer Geschi-Stunde zu sitzen. Und man merkt sehr deutlich, dass es ihr die alten Römer besonders angetan haben. Zum Pantheon, dem Hadrianeum, der Marc-Aurel-Säule, der Engelsburg - die ursprünglich als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian erbaut wurde, und erst später durch zahlreiche Päpste zur Burg umgebaut wurde - erfahren wir besonders viel.

Pantheon von außen (man beachte den für Rom obligatorischen Obilisk)...
...und von innen....
...und mit Blick auf die offene Kuppel.

Annetts Beschreibungen sind so realitätsnah, dass man sich fast ein wenig in die Zeit zurückversetzt fühlt. Ich erkenne, dass ich von den Römern vom Geschichtsunterricht in der 7. Klasse nicht so viel zurückbehalten habe. (Vom Romanistik-Studium und 11 Monaten Latein inklusive Latinumsprüfung an der Uni ganz zu schweigen...aber das Französische hat sich ja eh aus dem Vulgärlatein entwickelt...*sichrausred*) Da hatten es mir die Griechen mehr angetan. Aber wie Annett schon so schön sagte: "Die Römer haben ja vieles einfach von den Griechen geklaut und einfach umbenannt".

Piazza Navona...und was versteckt sich da weiter hinten? Riiiiichtiiiig, ein Obelisk.

Aber der Stadtbummel wäre nicht historisch-kulinarisch, wenn wir uns nicht auch den lukullischen Seiten Roms zugewandt hätten. Kurz vor de Piazza Navona trinken wir einen caffé - wie der Espresso in Rom heißt - bei einem der besten Kaffees Rom.

Tazza d' Oro

So wie das die Römer pflegen: schnell, im Stehen an der Bar für 70 Cent. Ich habe selten einen so guten Espresso getrunken. Schwarz, stark, kein bisschen bitter und sehr cremig und fast schon leicht süß. Nach ein paar Erklärungen zur Fontana del Moro geht es weiter zum Mercato di Campo dè Fiori.

Marktstand auf dem Campo dei Fiori

Dort ist jeden Tag Markt und man kann neben frischem Obst und Gemüse auch Pasta in allen Varianten, Kräuter und Gewürzmischungen und natürlich verschiedenste Öle und Essige kaufen.

So langsam bekommen wir Hunger, wollen aber eigentlich nur eine Kleinigkeit essen. In einem kleinen Restaurant in einer Seitenstraße bestelle Annett Bruschette, eine gemischte Vorspeisenplatte mit Schinken, Salami und Käse und auf meinen besonderen Wunsch noch ein paar Supplí. Die wollte ich als Nahrungsmittelbeauftragte nämlich unbedingt kosten. Joah, die Kleinigkeit entpuppte sich dann als so reichhaltig und viel, dass wir abends dann auf ein üppiges Abendessen verzichtet haben. Was besonders auffällt ist die gute Qualität und Frische der Zutaten. Annett erklärt, dass die Italiener darauf auch besonders großen Wert legen und eigentlich ausschließlich heimische Produkte verwenden. Überhaupt besticht die Italienische Küche durch Einfachheit: Wenige Zutaten, einfach in der Zubereitung - dafür aber von bester Qualität. Und das sogar zu recht erschwinglichen Preisen. Dafür, dass Rom eine europäische Metropole ist, haben mich die Preise doch wirklich
überrascht - positiv!

Nach dem Mittagessen geht es weiter zum Largo di Torre Argentina mit der Area Sacra.

Area Sacra - ein El Dorado für herrenlose Katzen.

Hier befindet sich eine Ausgrabungsstätte römischer Tempel. In einem dieser Gebäude wurde Gaius Julius Caesar ermordet und Annett erklärt, was es in diesem Zusammenhang mit den Iden des März auf sich hat.

Eigentlich würde der Stadtbummel vor der Engelsburg enden, aber da wir die Vatikanischen Museen und den Petersdom für den nächsten Tag einplant haben, bringt uns Annett zurück zur Eisdiele mit den 150 Eissorten.

Hier könnte ich gut und gerne eine ganze Woche bleiben...

Okay, in der Auslage waren es jetzt nicht ganz so viele. Aber die Wahl fiel trotzdem nicht leicht, sodass wir in den Tagen darauf zu unserem Leidwesen noch mal wieder kommen mussten. So viel Eis und so wenig Zeit. Eisdielen in Rom funktionieren auch noch ein bisschen anders als bei uns: Erst kauft man sich ein Ticket für die Größe des Bechers/der Waffel am Schalter, dann geht's zur Auslage, um sich die Sorten auszusuchen.

Wie wir von Annett erfahren eignen sich die vielen Brunnen der Stadt nicht nur zum Händewaschen eisverklebter Finger, sie zeichnen sich auch durch eine hervorragende Trinkwasserqualität aus, da sie noch immer wie zu Zeiten der Römer von den Quellen aus den Bergen gespeist werden. Das Wasser kann - wenn nicht anders am Brunnen vermerkt - problemlos getrunken werden und so füllen wir unsere Wasserflaschen gerne auf.

Mit Laufschuhen getarnt als US-Bürger...
Da uns Annetts Führung so gut gefallen hat, vereinbaren wir noch eine zweite durchs Kolosseum und das Forum Romanum für den Donnerstag. Danach machen wir uns auf dem Weg zum Hotel. Wir gehen einen "kleinen" Umweg über die Via del Corso bzw. dem dort befindlichen GAP. Wenn man schon mal die Gelegenheit hat, sollte man sie auch nutzen...im Sale hüpfen dann zwei Hosen ins Körbchen, die auch noch perfekt zu meinen Spring Style Along Plänen passen.

Wir kommen zurück ins Hotel: W-LAN. Mit Entsetzen muss ich feststellen, dass seit dem frühen Morgen die Anmeldung für die Annäherung Süd in vollem Gang ist. Zut, alors! Da das W-LAN immer wieder aussetzt, schaffe ich es erst mal nicht, das Anmeldeformular auszudrucken und setze eine verzweifelte Mail an Alex ab. Kurz darauf geht es dann doch. Ich habe den genialen Einfall, dass Formular per Mail an die Rezeption zu schicken und mir ausdrucken zu lassen. Ich mache ein Foto und maile meine Anmeldung zurück. Puh. Jetzt heißt es abwarten und Daumendrücken, dass nicht schon alle Plätze belegt sind.

Abends haben wir immer noch keinen Hunger, und beschließen, in dem Bar/Restaurant mit dem Mittagstisch vom Vortag ein Panino zu essen. Lecker und gut. Und doch sättigender als gedacht...blurps!

Wer in Rom ist und auch eine tolle Reiseführerin in deutscher Sprache buchen möchte, der kann bei Annett unter www.deutsche-römerin.de anfragen. Noch ein paar Infos zum kulinarisch-historischen Stadtbummel gibt es auf Annetts Internetseite nachzulesen. Es gibt natürlich so etwas wie eine Standard-Route, aber wenn man besondere Wünsche hat, dann kann Annett diese auch in ihrem Rundgang berücksichtigen.

27. April 2015

Wenn einer eine Reise tut: Rom 2015 - Tag I

Montagmorgen, 4.30 Uhr. Der Wecker klingelt nach einer schlaflosen Nacht sehr früh, denn um 6.00 Uhr holt uns der Flughafen Shuttle ab. Der Flieger, der uns in die ewige Stadt bringen soll, geht um 7.40 Uhr. Wir haben also recht knapp kalkuliert. Als sich der Fahrer in ungewohnter Weise um 5 Minuten verspätet und wir kurz vorm Flughafen noch im Stau stehen, geht uns mal kurz die Düse. Ist aber zum Glück nur eine Baustelle, die abgebaut wird, und mit 15 Minuten Verspätung sind wir am Flughafen.

Der Check-In am Automaten nervt, ging aber erstaunlich gut. Wir laufen im Eilschritt zum Gate. Meine Holz-Stricknadeln schaffen es auch diesmal problemlos durch die Sicherheitskontrolle. Der Flieger startet pünktlich, der Flug ist ereignislos. Ich muss nur einmal kurz an die German-Wings-Maschine denken, und bin selbst ein bisschen erstaunt, wie unwahrscheinlich mir eine Wiederholung der Ereignisse erscheint...

Am Flughafen Rom-Fiumicino angekommen nehmen wir den Schnellzug nach Rom und laufen vom Bahnhof ins Hotel. Wir haben uns nicht gerade die geschickteste Route hierfür ausgesucht aber schon jetzt wird klar, dass das römische Pflaster nicht gerade zu den ebensten gehört.


10.00 Uhr: Wir kommen im Hotel an. Die Zimmer sind noch nicht fertig, also lassen wir kurzerhand unser Gepäck dort und machen und auf Richtung spanische Treppe. Die ja eigentlich ganz anders heißt, aber das erfahren wir erst am nächsten Tag. Ein kleiner Bummel über die Via del Corso, zum Trevi Brunnen. Der wird (leider) gerade restauriert und ist zum Teil eingerüstet. Schade.

Trevi-Brunnen

Hipster-Bärte waren offensichtlich schon in der Antike hip!

Also Nahrungsmittelbeauftragte und Trüffelschwein im Geiste finde ich den Weg zur Traditions-Eisdiele Giolitti, die im Reiseführer empfohlen wird.


Gianduja, Vacance di Roma und Nocciole schmecken sehr gut. Wir mampfen unser Eis vorm Laden. Der Mann vom Pärchen, das vor uns dran war, holt sich nach dem ersten gleich noch das zweite Eis. Jeweils ein Medium-Hörnchen, also drei Sorten/Kugeln. Respekt. Das schaffe nicht mal ich. Okay, doch ich würde es schaffen, aber ich bin ja vernünftig. (Räusper.)

Das erste von vielen...nom!

13.30 Uhr: So langsam macht sich die Schlaflosigkeit der letzten Nacht bemerkbar und wir schlagen den Weg zurück Richtung Hotel ein. In der Nähe finden wir eine Bar/Restaurant, das für die vielen Business-Leute - unser Hotel lag im Banken- und Botschaftsviertel - ein gutes, günstiges und vor allem vielfältiges Mittags-Buffet mit z. B. gebratener Hähnchenbrust, verschiedenen Salaten, gegrilltem Gemüse, Paninis und Tramezzinis anbietet. Lecker.

15.00 Uhr: Gesättigt kommen wir im Hotel an und hauen uns erst mal auf's Ohr. Das Zimmer ist klein und etwas dunkel, da es zum Innenhof liegt, aber sehr sauber. Und es gibt einen Föhn im Badezimmer. Yay!

Nach einer Mütze Schlaf ist es eigentlich schon Zeit für den Apéro. Wir machen uns auf die Suche und stellen zufrieden fest, dass es in unserer Nachtbarschaft einiges an Enotecas, Bars, Restaurants und kleinen Lebensmittelgeschäften gibt.

Zum Glas Wein für jeweils 7 erschwingliche Euro  reicht man uns ganz selbstverständlich diverse Nüsschen, Mini-Sandwiches und Pizzabrot mit Zucchini. Schon allein das ist sehr lecker. Beim anschließenden Abendessen schaffen wir die Primi Piatti, also die Pasta nach der Vorspeise, die aus diesem Grund Antipasti hast - also wörtlich 'vor der Pasta' -  auch nur zur Hälfte. Entgegen meiner Befürchtung muss man auch nicht noch eine Secondo Piatti, also ein Fleisch oder Fischgericht, bestellen. So viel könne der Italiener ja auch nicht immer essen, erfahren wir am darauffolgenden Tag. Bei Feiern oder zu besonderen Anlässen sieht das allerdings anders aus.

Ziemlich satt und sehr glücklich sinken wir in unser Hotelbett und freuen uns auf die kommenden Tage.
 

21. April 2015

Spring Style Along II

Ich habe mich auf ein Thema festgelegt und suche nun aus, was ich nähen könnte. Im Kleiderschrank habe ich schicke Klamottkis gefunden, die ich ergänzen möchte. In dieser kleinen Boutique Bei GAP habe ich ein tolles Kleid gesehen zwei tolle Hosen gekauft – meine Top-Inspirationsquelle und brauche noch einen Kombipartner!

Und weiter geht's mit meinen Plänen für den Spring Style Along. Da ich von Montag bis Samstag Spätabends in der ewigen Stadt Rom unterwegs war, habe ich nicht so wirklich viel an meinen Style-Plänen gearbeitet. Was auch nicht so ganz stimmt, denn ich habe bei GAP zwei Hosen im Sale ergattert, die meine noch vagen Pläne ein wenig manifestiert und eine neue Idee haben reifen lassen.

Hier sind die drei grundlegenden Hosen dieser Kollektion:


Links und Mitte sind gekauft. Mit der mittleren hätte ich dann auch einen Kombi-Partner für die neue mintfarbene Handtasche. Check!

Rechts ist mein aktuelles Projekt, eine schmal geschnittene Hose aus navy-blauem Anzugstoff aus einer älteren Patrones. Sie ist jetzt soweit fertig genäht, dass der Spaß die ätzende und nervenaufreibenden Anpasserei beginnen kann. Letzte Woche sah sie im gehefteten Zustand schon ganz gut aus, diese Woche eher so mäh. Aber das liegt vielleicht auch am übermäßigen Gelati- und Pasta-Genuss der letzten Tage. (Weswegen auch die neu gekauften Hosen derzeit etwas sehr spack sitzen...seufz!) Ich lasse sie jetzt erst mal ein bisschen liegen, übe mich im Verzehr von Gemüse und Zuckerverzicht und dann sehe ich weiter...im unteren Hüftbereich ist die Hose aber definitiv zu kurvig geschnitten. Da muss ich auf jeden Fall noch mal ran, sonst habe ich unfreiwillig ein Paar Knickerbocker...eigentlich dachte ich, ich hätte dies Lösung gefunden. War vielleicht doch keine so gute Idee, einfach ein anderes Patrones-SM als das getestete zu nehmen...

Bei der Culotte bin ich noch unentschlossen. Ich schwanke zwischen dem Modell aus 5/2014 und 4/2015. Von letzterer hat mich vor allem dieses Exemplar sehr überzeugt. Aber die Culotte kommt als letztes, ich darf also noch ein bisschen weiter brüten.

An der Blusen-Front haben sich jetzt folgende zwei Kandidaten herauskristallisiert:

Bluse 131 aus Ausgabe 5/2014:




Der Schnitt ist kopiert und ausgeschnitten, der flutschige Stoff gewaschen und mit einem Bad mit SoluVlies vorbehandelt. Leider kann ich mir verschiedene Stoffqualitäten nicht merken. Ist das vielleicht ein Georgette? War ein Coupon-Rest vom K*rstatd...Die Knöpfe hatte ich irgendwann mal bei der Knopftruhe auf Verdacht bestellt, weil sie mir so gut gefielen.


Bluse 130, ebenfalls aus Burda 5/2104:



Den Stoff habe ich letztes Jahr auf dem Stoffmarkt gekauft. Er ist also gut abgelagert. Die Streifen sind zwar ein wesentlich feiner als im Modell aus dem Heft, dafür aber schwarz-weiß und nicht dreckig-grün-schwarz-weiß, wie der Stoff im Heft. Ich hab' mir die Schnittteile zumindest schon mal angesehen und denke, dass ich die üblichen notwendigen Anpassungen problemlos umsetzen kann. Knöpfe sind ja nur wenige notwendig und dann auch noch nicht sichtbar. Da finde ich sicherlich was im Fundus.

Diese drei Teile sollte ich auf jeden Fall schaffen können im Rahmen des Style-Alongs. Bei GAP hatte ich außerdem eine weiße Jeansjacke anprobiert, die mir sehr gefiel. Einen weißen Anzugstoff hätte ich für einen hellen Blazer sogar noch im Schrank. Mal schauen...

In meinem Kleiderschrank finden sich noch ein paar weitere Blusen - genäht oder gekauft - die sich mit dem geplanten Stücken ideal kombinieren lassen:

  • 2x Chambray-Denim (einmal Boyfriend-Fit gekauft, einmal tailliert genäht)
  • rosa Seiden-Mischung im legeren Boyfriend-Fit
  • 1 leger-ausgestellt geschnittene Langarmbluse mit tiefen Falten vorn in Cremeweiß

Außerdem bin ich mit den beiden Frühjahrsjäckchen, die doch eher Herbst-Winter-Jäckchen sind, fast durch. Die erste ist fertig, passt nur leider nicht zu meiner aktuellen Garderobe. Die zweite braucht noch einen Ärmel, Halsauschnitt und Knopfleisten. Da liegt es nahe, sich über das nächste Gestrick Gedanken zu machen. Yuki hat es mir ja schon sehr angetan, seit ich Martinas tolle Version gesehen habe. Mir schwebt da eine Variante aus Dunkelblau, Creme und Rosa vor. Oder doch Fuchsia und Creme? Ich muss mir wohl mal ein paar Buntstifte und einen Malblock für Farbexperimente auf Papier besorgen...

Und damit geselle ich mich zu den anderen Spring-Stylerinnen, die sich diese Woche bei Marja Katz versammeln.

12. April 2015

Spring Style Along I: Hosen und Blusen...




*edit* Ich habe die Polyvore-Zusammenstellung mal rausgenommen. Bin mir da wegen der Bildrechte gerade nicht so sicher...

Wenn ich meine Pläne für das Spring-Summer-Outfit kurz zusammenfassen müsste, dann so: Hosen und Blusen. Mein Kleidungsstil im Sommer unterscheidet sich ganz massiv von dem, was ich im Herbst und Winter, lies: Stiefelsaison, trage. Ich mag meine Beine entweder in dunklen Strumpfhosen und Stiefeln oder ganz unbestrumpft. Diese hautfarbenen Strumpfhosen finde ich ja ganz furchtbar. Und in Hosen lässt es sich auch leichter an lauschigen Sommerabenden am Rhein bzw. den örtlichen WPS (=Weinprobierständen) rumlümmeln und picknicken. Also Hosen. T-Shirts hasse ich grundsätzlich. Betonen meine Oberarme sehr unschön, immer irgendwie zu casual und ziemlich langweilig. Also Blusen. 3/4-Arm oder kurzarm. Ein paar Schnitte außer Granville und Oakridge habe ich auch schon ins Auge gefasst.

Das Hosen-Thema ist ja ein Kapitel für sich und wird in einem eigenen Post noch ausführlich beleuchtet. So viel sei gesagt: Nachdem ich gestern eine Probehose nach der anderen nähte, mal hier mal da eine Änderung versuchte und alles immer nur noch schlimmer wurde, fiel mir ein Posting von Julia, der Godmother of Perfection ein. Und ein Patrones-Heft mit jeder Menge Hosen-Schnitten, das ich 2013 aus dem Wanderurlaub auf La-Palma mitgebracht hatte. Ohne jede Anpassung saß die erste Probe sehr viel besser als jede Burda-Hose, die ich je genäht habe. Mit den bei Julia beschrieben Anpassungen hatte ich dann auch endlich des Rätsels Lösung gefunden. Heute habe ich dann einen ganz wunderbaren marine-blauen Anzugstoff mit sehr edelm Glanz angeschitten und auf die Schnelle geheftet. Zu wissen, dass man bald eine toll sitzende Hose haben wird, ist schon echt erhebend! :)

Navyblaues Traumstöffchen und rosa Bluse aus Seidenmischung...passt!


Von dem Stoff ist außerdem noch genug da, um einen Hosenrock zu nähen, da bin ich aber noch unschlüssig, welches Schnittmuster ich nehmen will...

Was steht diesen Sommer noch so an?!

  • Ich werde zum zweiten Mal Taufpatin und nähe zu diesem Anlass das Paspelkleid aus der März-Burda. Schwarzgrundiger Stoff mit pink-mint-grünem Blumenmuster liegt genau für diesen konkreten Zweck vor. 
  • Im Spätsommer/frühen Herbst geht's für zwei Wochen nach New England und Kanada: Boston, Montreal, Arcadia National Park, White Mountains. Mir schwebt hier ein lässiger Preppy-Style mit Brogues, Ballerinas, Hemdblusen und meiner heißgeliebten New Wayfarer vor. Also so, wie ich eh immer schon im Sommer rumlaufe. Das hatte sich auf unserem Roadtrip entlang der Garden Rout (Südafrika) schon bewährt, weil bequem und trotzdem immer gut angezogen.
  • Außerdem benötige für diesen Urlaub ich eine gut passende Wanderhose. Erste mögliche Stoffqualitäten bei Extremtextil habe ich schon mal in die enge Auswahl genommen. Den Schnitt für die Hose werde ich dann wohl selbst "konstruieren". Also einen weiter geschnittenen Boot-Cut-Schnitt mit Taschen, Absteppungen, Knieabnähern und zip-baren Beinen auf Outdoor trimmen. Mal sehen, was das gibt.
  • Für die neue mint-farbene Handtasche (von Zwei) bräuchte ich noch einen Kombi-Partner. Schuhe lägen natürlich nahe, aber da habe ich jetzt erst mal nix passendes gefunden. Mantel? Bei Stoffe.de gäb's ein hübsches Stöffchen.


Schuhe sind hier übrigens reichlich vorhanden. Zwei Trenchcoats (beige und navy), eine kurze schwarze Biker-Jacke und ein olivgrüner leichter Sommerparka ebenfalls.  An der Front herrscht erst mal kein Bedarf.



Es macht auf jeden Fall ungeahnt viel Spaß, sich so intensiv mit seiner Frühlingsgarderobe auseinanderzusetzen. Mal sehen, ob mich die Spring-Style-Along-Pläne meiner Mit-Stylerinnen noch ins Wanken bringt... 

Vielen Dank an Alex und Marja für's Organisieren und Inspirieren! :)

8. April 2015

Frühlingserwachen beim MMM, 8. April 2015



'Frühlingserwachen' ist das Thema des ersten Motto-MeMadeMittwoch. Mein Outfit schreit - für mich - jetzt nicht 100% nach Frühling, da ich a) dunkle Strumpfhosen trage und b) einen Rock. Röcke sind bei mir typische Winteroutfits, da ich meine Beine entweder in dunklen Strumpfhosen und Stiefeln oder eben bei den ganz heißen Temperaturen ab 30° C ganz unbestrumpft mag. Nackte Beine bei 25° ist irgendwie so gar nicht meins. *bibber* Ein typisches Frühlingsoutfit beinhaltet für mich einfach Hosen. Leider kann ich hier noch kein wirklich gut sitzendes Exemplar vorweisen. Ich bin aber dran...

Aber die Bluse ist definitiv frühlingshaft, denn ich habe die langen Ärmel bewusst um einige Zentimeter gekürzt.(Und das nicht nur, weil der Originalärmel zu lang ist.) Es handelt sich dabei um die kleine, verspieltere Schwester des Granville-Shirts: die Oakridge-Blouse von Sewaholic.

Wie auch schon bei Granville habe ich hier zwei Nummern kleiner genäht. Den Körper in 8, die Ärmel aber in 10.



 
Ich hab' mein bestes gegeben, damit die Punkte an den Knopfleisten passgenau aufeinander treffen. Hier stimmt irgendwie die Perspektive nicht ganz. Unnötige Mühe eigentlich, denn beim Granville-Shirt gibt's das Vorderteil mit angeschnittener Knopfleiste. Dazu müsste man lediglich die fehlende Schulter von der Schulterpasse anzeichnen. Noch ein Grund, warum es sich doch lohnt, beide Schnitte zu besitzen...

Passen die Knöpfe nicht toll? Ein Zufallsfund aus meinem Vorrat.


Hier noch mal eine Ansicht von hinten. Leider nicht zu erkennen sind die beiden Abnäher im Rücken. Für die Abnähertiefe hatte ich mich an den Prinzess-Nähten des Granvilles orientiert. Hat gut geklappt. Sieht man nur nicht, wenn man die Bluse in den Rock steckt. Aber man kann nicht alles haben...

Knittert und beult beim Sitzen. Seufz.

Herr Galoppo wollte, dass ich ein bisschen 'posiere' und nicht nur ganz brav wie ein Kommunionkind dastehe und auf die Hostie warte. "And all that jazz!"

Die Schlitzverarbeitung ist bei Oakridge schneller und einfacher...


Der A-Linien-Rock ist ebenfalls letztes Wochenende nach einem bewährten Schnitt entstanden. Aus einem Denim-Rest mit minimalstem Stretch-Anteil vom Outlet meines Vertrauens. Mit der weißen Paspel habe ich anfangs ein wenig gefremdelt, aber jetzt gefällt sie mir richtig gut. Bin gespannt, wie lange sie so weiß bleibt, oder ob sie sich beim Waschen nicht durch die austretende Denim-Färbung ihrer Umgebung anpasst...

Demnächst hier also hoffentlich Hosen. Schließlich plane ich für den Herbst-Urlaub eine gut sitzende Wanderhose, bei der ich nicht alle 2 Minuten die Unterhose aus der Po-Ritze puhlen muss. (Bitte entschuldigt die bildhafte Sprache, aber so isses nunmal.)

7. April 2015

Granville, die Zweite

...und das gleich im doppelten Sinne, denn hier sind inzwischen zwei Granville-Shirts entstanden. Ich hatte ja schon mal von meinen Schwierigkeiten (nicht nur) beim Kragen berichtet. Aber es ging dann doch noch alles gut und die zweite Bluse ging auch schon viel leichter von der Hand.

Et voilà:



Granville N°1 ist aus einem hellen, grau-blauen Chambray, der sich auch prima zu Jeans stylen lässt, ohne gleich All-Over-Jeans zu rufen.) Geht ja meiner Meinung nach gar nicht, auch wenn es immer mal wieder als Trend propagiert wird.)



Ist das nicht eine schöne Tasche?! Patrick Grant wäre voll des Lobes angesichts dieses Top-Stitchings, da bin ich mir sicher! Very neat!



Granville N°2 ist aus einem ganz leichten, und sehr dehnbaren Stoff, den ich aus der Reste-Kiste beim K*rstadt gegrabbelt hatte. Ein 2m Reststück, dass aber nur 1,10 m breit lag. Mit viel Zuschnitt-Tetris und Getrickse habe ich dann doch alle Teile für eine Langarm-Blus rausgekriegt. Die Schulterpasse ist um 90° gedreht zum Fadenlauf zugeschnitten, die inneren Manschetten und der innere Kragensteg aus einer ähnlich leichten Baumwolle im gleichen Weißton. Das war auch gar nicht mal verkehrt, denn der Oberstoff ist so weich, dass ich Sorge hatte, der Kragen würde nicht schön liegen. Dazu zweierlei schwarze Knöpfe aus dem Fundus. Ich hätte auch andere im einheitlichen Look aufnähen können, aber die gefielen mir so gemixt sehr gut.

Am liebsten trage ich die beiden Shirts über dem Bund. Das liegt aber hauptsächlich an der schönen Saumlinie - die zeige ich einfach gerne! (Tragefotos waren leider nicht möglich, da entweder die Shirts krumpelig weil getragen, oder auf der Wäscheleine und ungebügelt waren. Oder das Licht weg war. Aber hier sieht man ja, dass der Sitz sehr ordentlich ist!)

Noch ein paar Worte zur Größenauswahl: Laut Größentabelle hätte ich mit 94 cm Oberweite eigentlich eine 12 nähen sollen. Nach einem Blick auf die fertigen Maße habe ich mich dann erst mal für eine 10 entschieden. Das schnelle Probeteil ergab: zu weit. Also für meinen Geschmack. Ich hab' eine schmale Taille - immerhin! - das kann ich die auch ruhig zeigen. Da lohnt es sich definitiv abzuwägen, eine Nummer kleiner zu gehen. Also habe ich den Schnitt noch mal in 8 abgepaust. Die Ärmel sind allerdings Größe 10, ich habe einfach einen sehr...äh...dominanten Bizeps. Aber guckt mal, den hatte ich als Kind schon:

*edit* Hier sollte eigentlich ein Kinderfoto von mir sein. Ups.

Ach ja Ärmel: Die sind zu lang, das sollte man unbedingt noch mal prüfen. Das war mir zwar bekannt, aber ich habe dann doch nicht dran gedacht. Bei der zweiten hatte ich das dann entsprechend korrigiert und um 2,5 cm gekürzt.

Das Schnittmuster gefällt mir ausgesprochen gut und passt out of the box - so mag' ich das! Am Hohlkreuz könnte noch was weg, aber bei einem legeren Schnitt finde ich das durchaus okay so. Durch die aufwändige Verarbeitung des Ärmelschlitzes, der Prinzessnähte, der gedoppelten Schulterpasse ist das Schnittmuster natürlich kein Quickie. Ich habe mich außerdem für französische Nähte entschieden. Der Mehraufwand lohnt sich auf jeden Fall!

Demnächst Morgen zum MMM gibt es dann Schluppenblusen nach dem Oakridge-Schnittmuster. Ich hatte mir beide zum Geburtstag gewünscht. Oakridge sollte ist auf jeden Fall schneller zu nähen sein. Die auf ihren Einsatz wartenden Flutschstoffe sollten ließen sich mit vorherigem Soluvlies-Bad dann auch gut bändigen lassen.

Und da ich damit gegen die berühmt-berüchtigte Oberteilschwäche ankämpfe, verlinke ich mich noch bei der Märzausgabe der 12-Tops-Challenge. (Ich hab' nämlich auch für Januar und Februar mein Soll erfüllt - und vergessen zu bloggen...ups!)

1. April 2015

Me Made Mittwoch am 1. April 2015

Eigentlich wollte ich ja erst meine beiden neuen Granville-Shirts en détail zeigen, bevor ich mich damit in fertigen Outfits in die Reihe der gut gekleideten MMM-Teilnehmer/innen einreihe. Aber das gestrige Outfit hat mir so gut gefallen, dass ich mich spontan umentschieden habe. (Deshalb auch nur schlechteste Handy-Fotos...man erkennt ja nicht mal den pinken (!) Lippenstift...)

Damit teasere ich euch dann quasi erst mal an, bevor ich die beiden Hemdblusen - und das Schnittmuster - ausführlich vorstelle. :D

La voilà:
 


Der ursprüngliche Plan sah Biesen im Vorderteil vor, die aber aufgrund von akutem Zuschnitt-Tetris leider entfallen mussten. Das hätte dem ganzen zu den - bewusst etwas größer gewählten - schwarzen Knöpfen noch etwas mehr Smoking-Hemd-Anmutung verliehen. Ich mag ja so androgyn-maskuline Looks sehr gerne und trage auch öfters mal eine der 4-5 Krawatten, die ich von meinem Opa geerbt habe. Da ich aber die diesem Hemd die Knöpfe nicht verdecken wollte, fiel mir die Kombi mit schwarzer Fliege ein. Da ich eh schon seit langem schwarze Hosenträger kaufen will (ich steh' wirklich auf diesen androgynen Herren-Stil, ich geb's ja zu!) hüpften sie dann bei meinsmoking.de in den Warenkorb. Als ich das zu Hause erzählte, verwies Herr Galoppo auf seine kleine Fliegensammlung, die gänzlich unbeachtet im Schrank schlummert. Heute Morgen dann ein spontaner schneller Blick hinein und völlig verblüfft stellte ich fest, dass da ja DOCH eine schwarze Fliege ist. Mit kleinen weißen Rauten. Wie toll ist das denn bitte?! Hatte Herr Galoppo selbst vergessen, dass er die besitzt. Nun ja. Besaß. ;)

Für das Outfit erntete ich gestern ungewohnt viele Komplimente: Von meinen beiden direkten Kolleginnen, den Jungs aus der IT und einer mir bis dato völlig unbekannten Dame im Fitness-Studio. So kommt man direkt noch ins Gespräch und lernt neue Leute kennen. 'Build a bridge' und so...

Wenn's im Sturmtief ein wenig kühl wird, gibt's eine schwarze Strickjacke uuuuund...




 

...meinen heißgeliebten Trenchcoat dazu:



Der ist - wie auch die Hose - von GAP und nicht 'me made'.

Plateau-Pumps hatte ich zwar auch noch eingepackt, aber die schwarzen Loafer waren dann einfach doch bequemer und noch ein bisschen mehr "preppy".