31. Dezember 2015

Das war 2015 - Neujahrsgrüße und Schminken für Newbies ?

Den obligatorischen Weihnachts-Post habe ich irgendwie verbummelt. War wahrscheinlich mit Kochen und Backen beschäftigt. Heiligabend haben wir zu dritt mit meiner Ma verbracht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kam dann die komplette Familie von meiner Seite, sprich 8 Erwachsene und meine beiden Patenkinder <3.

Aber die Jahresendbilanz muss sein. Ich habe gerade mal nachgezählt: auf die Schnelle fand ich

12 Blusen
2 Kurzarm-Tops
1 Jersey-Oberteil
4 Gummibund-Hosen
4 normale Hosen (davon nur 2 halbwegs tragbar)
unzählige nicht tragbare Probehosen
2 Cargo-Hosen
2 Maxikleider
3 knielange Kleider
1 Jumpsuit
1 Blazer
1 Rock
2 Culottes
1 Jäckchen
1 Wintermantel

Dazu kommen 3 TfT und 1 Ufo. Es kann durchaus sein, dass ich das eine oder andere jetzt vergessen habe. Und gestrickt habe ich ja auch noch. Aber ich stelle fest: Nur ein Bruchteil des Outputs schafft es tatsächlich auch den Blog. Akute Bilderfaulheit.

2015 war dann aber auch das Jahr, in dem ich die digitale Schwelle zu den Real-Life Begegnungen durchbrochen habe. Im Februar traf ich Drehumdiebolzeningenieur in Frankfurt. Daraus ergab sich sehr unverhofft, dass ich einen ortsansässige Nähnerdette fand und jetzt hin und wieder auch hier ein Nähkränzchen stattfindet. Ich war auf der AnNÄHerung Süd und traf ganz viele tolle Frauen und werde immer noch ganz beseelt, wenn ich daran denke. 2015 war ein gutes Jahr! Ich hoffe, dass 2016 hier anknüpft und ich meinen Output weiter optimieren kann. Ich möchte ein paar Standardschnitte für mich finden, optimieren und diese dann in Serie nähen, das hat sich nämlich in diesem Jahr sehr bewährt.

Für 2016 plane ich außerdem noch eine kleine Blog-Serie, die thematisch entfernt aber durchaus mit dem Nähen zu tun hat. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich gerne und oft schminke. Auf Twitter und in einigen Mails las ich heraus, dass es einige Frauen schon irgendwie bedauern, sich damit nicht früher auseinander gesetzt zu haben und es eigentlich doch ganz schön fänden, in dem Bereich mehr zu können. Das kann das leichte Make-Up für jeden Tag sein oder doch "nur" ein schönes Make-Up zu besonderen Anlässen. Mit dem Nähen realisieren wir ja auch das Bild, das wir von uns selbst im Kopf haben. Warum also nicht mit dem passenden Make-Up ergänzen?!

Mir kam da die Idee einer Artikel-Serie zum Thema "Schminken für Newbies". Es gibt da ein unheimlich großes Angebot im Web, ob jetzt Beauty-Blogs oder YouTube-Tutorials. Nur: Sich bei diesem Überangebot zurecht zu finden, ist ein echter Zeitfresser. Und ich glaube, gerade das ist bei uns allen Mangelware.

Ich bin kein professioneller Make-Up Artist und auch keine Hautpflege-Expertin, wie z. B. Michou. Und erst recht keine Beauty-Bloggerin mit perfekt ausgeleuchteten Schminkbildern. Und die Zeit, selbst Videos zu drehen....würde mir ja nur kostbare Zeit an der Nähmaschine rauben. Aber: Ich habe viel ausprobiert, kenne viele Produkte/Marken oder kann Empfehlungen zu gut geeigneten Youtube-Videos geben.

Jetzt könnte ich natürlich ins Blaue hinein einfach drauf los schreiben. Und das eine oder andere Mal werde ich das sicherlich auch tun. Aber cleverer wäre es ja zu wissen, was euch interessiert und auf diese Fragen in den Artikeln auch einzugehen.

Also los: Kommentiert, was das Zeug hält, sagt mir, was ihr wissen wollt - und ich schaue mal, ob ich euch darauf eine Antwort geben kann!

(Kommentieren kann man bei mir übrigens ohne nervige Captchas.)

So. Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch, euch einen tollen Silvester-Abend und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen. Passt auf euch auf und tut euch im neuen Jahr selbst viel Gutes!

Liebe Grüße wünscht
Julia



21. Dezember 2015

WKSA 2015 - Finale im Smogging




So. Da ist es nun, das Finale des Weihnachtskleid-Sew-Alongs 2015. Wie schon im letzten Jahr hat es riesigen Spaß gemacht, mit etws um die 100 anderer das Weihnachtsoutfit zu nähen. Vielen Dank an Wiebke, Nina, Monika und Katharina für die tolle Organisation auf dem MeMadeMittwoch-Blog!

Ich habe dieses Jahr auf bewährtes und auf neues gesetzt. Die Hose hatte ich bereits zweimal genäht, sodass die Passform wenig überraschend sehr gut war. Und wenn ich dann noch in den Kommentaren lese, dass sogar Teenager sie gut finden...dann schmeichelt das meinem Ego ja doch ein bisschen, ich geb's ja ehrlich zu.




Ganz neu war für mich das Blazer-Nähen. Im Sommer hatte ich schon mal einen Versuch gestartet aber mehr als ein UFO kam dabei nicht raus. Gescheitert bin ich am Einnähen des Futters an den Ärmelschlitzen. Und der Reverskragen saß auch nicht zu 100%. Überhaupt hatte ich da ein paar seltsam verbockte Anspassungsversuche mit einfließen lassen...

Der Schnitt, den ich diesmal ausgesucht hatte, sah im Original keine Ärmelschlitze vor. Und der Schlitz im Rücken musste kurzerhand auch weichen. Da war dann das Füttern ein Klacks. Aber ich bin ja wirklich auf den Geschmack gekommen, was das Blazer-Nähen angeht. Jetzt brauche ich nur noch eine gute Anleitung, die mir erklärt, wie ich Futter und Schlitze professionell zusammen bringe...

Zum Smoggin trage ich ein schlichtes, weißes Longsleeve. Alles andere hätte das Outfit echt zum Überlaufen gebracht. Das 'plain white t' bringt die nötige Prise Understatement mit.


Hier mal die Rückenansicht:



Die Schulterbreite passt perfekt. Kurz oberhalb der Achseln sieht es so aus, als sei hier der Rücken zu breit, oder? Andererseits wird's ohne diese Breite echt unbequem und ich kann die Arme nicht mehr nach vorn bewegen. Wär' ein büschen blöd beim Autofahren. Aber vielleicht lässt sich die Trägerin eines Smoggings auch einfach ganz standesgemäß durch die Gegend chauffieren...?! ;)




Ich habe aus dem Satin noch ein Bindeband genäht. Ist vielleicht sogar 'ne Spur zu lang...?! Der Blazer sollte ursprünglich mit einem Druckknopf geschlossen werden. Ich habe stattdessen einen Knopf überzogen. Damit der Stoff sich besser verarbeiten ließ, hatte ich Vlieseline H200 aufgebügelt.





Und hier noch der Clou überhaupt: Tigerfell-Futter an weißer Satin-Paspel! Aus dem örtlichen Stoff-Outlet in Mainz-Kastel. Große, große Liebe!!! Und ich freue mich, dass ich noch 2 Meter in schwarz-weiß für den nächsten Wintermantel erbeutet habe...

Dazu gibt's ein neues paar Ohrringe und  klassische Smokey-Eyes in grau.




Am Wochenende habe ich außerdem das Baukasten-Kleid aus der Fashion Style begonnen und bin von der Passform sehr angetan. Da ich am Mittwoch schon frei habe und am 1. Feiertag außer Spazierengehen und Plätzchenessen keinerlei Programm ansteht, stehen die Chancen ganz gut, dass es zum großen Familienbesuch bei uns am 2. Feiertag fertig ist...

Ich wünsche euch allen ganz wunderbare und entspannte Feiertage im Kreise eurer Lieben - feiert schön und erholt euch gut!

Liebe Grüße
Julia



15. Dezember 2015

WKSA 2015, Teil 4 - Oder wie Aerosmith sagen würden...





 ..."Dude, looks like a blazer!" *singendab*








Ähm ja, leider doch nicht so ganz. Der Blazer ist zwar fertig genäht, aber da muss ich leider noch mal ran. Der Rücken unterhalb der Taille steht ab wie ein Schößchen, der Schlitz sperrt auf, obwohl er nicht zu eng ist. Der recht steife Stoff tut sein übriges. Erst war ich ein bisschen ratlos, denn am Probemodell, an dem ich die Hohlkreuzanpassung gesteckt hatte, zeigte sich das so nicht. Aber inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass ich die Holhkreuzanpassung einfach versaubeutelt habe.

Das habe ich gemacht:


Am Schnitteil entsteht durch den Keil ein Abnäher in der Mittelnaht. (siehe rote Kurve im Bild unten).


Der Schlitz beginnt auf Taillenhöhe, also dort, wo die breiteste Stelle des Abnähers sitzt. Dadurch schiebt sich der Schlitz in Richtung Seitennaht. Aaahaa! Und wie sollte ich es beim nächsten Mal angehen? Vermutlich so:






Am mittelren Rückenteil die Länge gleichmäßig wegnehmen und nur an den seitlichen Rückenteilen zur Seitennaht hin auslaufen lassen.

Am fertigen Blazer werde ich jetzt den Schlitz wohl einfach nur zunähen. Tja. Beim nächsten Mal weiß ich es dann Vermutlich) besser. Wenn meine Theorie so stimmt. Aber ich kann ja erst mal am Probemodell testen.

Ganz abgesehen davon sitzt der Blazer rund um die Schulter und im Rücken wie eine Eins! Nur an Brust, Taille und Bauch ist er ungewohnt locker geschnitten. Da sitzen meine Kaufblazer einfach etwas figurbetonter. Aber da ich sowieso noch mal ran muss, vielleicht hefte ich ihn dann gleich noch mal enger und schaue, ob das funktioniert.

Aber ich muss sagen: Blazer nähen macht echt Spaß! :) Das war sicherlich nicht der Letzte...

So und jetzt schaue ich auf dem MMM-Blog erst mal, wie weit die anderen so sind...

Habt ihr denn schon die diesjährige Weihnachts-Spendenaktion entdeckt? Mein Beitrag ging gerade raus. Und Rätsel finde ich ja sowieso immer gut. Ich bin gespannt, ob die MMM-Crew das tolle Audio-Märchen vom letzten Jahr noch toppen kann...

Liebe Grüße
Julia

9. Dezember 2015

Die Stella-Gedächtnis-Bluse oder auch: "Die Unfotografierbare"



Unfotografierbar aufgrund des Stoffs, das hat mit der lieben Stella nichts zu tun. Sie wirft Falten und Fältchen wo in Wirklich gar keine sind. Und beult seltsam an mir rum. Also auf Fotos. Und dann steigern wir die Unfotografierbarkeit noch ein wenig und machen Fotos im Dunkeln. Ja, wenn man nachts nicht schlafen kann, kommt man auf seltsame Ideen...

Heute zum MeMadeMittwoch zeige ich also die erst kürzlich genähte Stella-Gedächtnis-Bluse. Entstanden ist sie aus dem zweiten Stoff, den ich vom Tauschtisch auf der AnNÄHerung Süd abgegeriffen habe: Eine feine, dunkelblaue Baumwoll-Gabardine mit dezentem Glanz, den die liebe Stella dort 'ausgesetzt' hatte. Und ich ihn ganz großherzig und selbstlos adoptiert. Ich Gut-Menschin, ich! Wieder mal so ein Stoff, der sich kleinteilig auf einmal ganz anders verhält und anfasst als im großen 3-Meter-Stück. Oder ich hab einfach' noch zu wenig Erfahrung. Who knows?



Der Stoff ist vernäht steifer, fühlt sich etwas papierartig an und raschelt beim Tragen. Eigentlich dachte ich, ich könnte daraus eine weich fallende Bluse nähen. Genauer: Das Schnittmuster ist N° 118 aus Burda 9/2012. Die gelbe mit dem asymmetrischen Kragne. Aber statt weichem Fall stand der Stoff von selbst. Also habe ich kurzerhand die Seitennähte um 1,5 cm enger genäht, die Rückenabnäher um 2 cm vertieft und die Ärmel um den gleichen Betrag enger genäht, damit er noch schon in die Armausschnitte passt. Mit diesen Änderungen passt die Bluse jetzt gut und ich liebe sie heiß und innig. Trotz totaler Unfotogenität. Denn wenn ich sie anziehe, denke ich an Stella. Ist das nicht toll?! :)

Die süßen, kleinen Knöpfe - eigentlich ein dunkles Petrol und nicht Türkis - fielen mir spontan im kleinen Nähgeschäft und Maßschneiderei im Nachbarort in die Hände. Für 40 Cent pro Stück ein echtes Schnäppchen.

Der Kragen ist übrigens gar nicht schwer zu nähen. Gut, ich habe ihn zweimal genäht. Weil ich beim ersten Mal den Anstoß auf dem Kragensteg nur an der Ansatznaht getroffen habe, nicht aber über die gesamte breite des Kragens. (Versteht ihr das eigentlich?!) Wenn der Kragen am Anstoß komplett anliegt, legt er sich förmlich von selbst in Form.

Statt zweier getrennter Bindebändchen, habe ich ein ganzes genäht und hinten in der Mitte mit ein paar Stichen angenäht:


Der Abnäher sind durch die Rundrücken-Anpassung entstanden, die mein Problem mit den nach vorne über die Schulter verlaufenden Falten endlich löst. Jesus!

Ursprünglich sollte die Bluse ein Kombipartner für den Volantrock werden. Die beiden paasen jetzt nur leider gar nicht zusammen. Links Knopfleiste  u n d  Volant ist leider ein bisschen zu viel des Guten....Ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber wenn ich die Bluse trage fühlt sie sich mehr wie spät-90er-unisex-Matrix-style-Mode an. Der Rock ist ja mehr feminin elegant. Passt nicht ganz.

Da ich nicht wusste, ob Stella den Stoff schon vorgewaschen hatte, habe ich ihn noch mal gewaschen. Beim Bügeln bildete ich mir ein, dass ich ein kleines Hühnerfederchen davon fliegen sah. Aber vielleicht habe ich es mir auch nur eingebildet...

Aus so einem fließenden gelben Stöffchen werde ich die Bluse definitiv auch noch mal nachnähen. Bei Wiebke sieht man auch sehr schön, dass der Schnitt ein beträchtliches an Mehrweite enthält.

Hier noch mal ein paar Outtakes an der Frau. Ich habe mich redlich bemüht. Die Fotos des Captain wurden leider auch nichts. Eben unfotografierbar!


Im dunklen Flur...(und dämlichem Gesichtsausdruck)
...vor dreckigem Spiegel....ups!


What the f***?! Was zum Teufel ist hier bitte los?!

Wie zum Teufel kommt die Schlange hier rein? Und wieso habe ich plötzlich gelbe Haare??!

Eine sehr gesunde Gesichtsfarbe. Dafür mit Regenbogen...

In diesem Sinne drücke ich mir selbst die Daumen, dass es mit den Fotos vom Weihnachtsanzug besser klappt... o.O

Liebe Grüße von Julia

7. Dezember 2015

WKSA 2015 Teil 3 - Ich war fleißig...

...genau, sehr fleißig sogar. Die Hose ist vorletztes Wochenende fertig geworden und ich mag sie wirklich sehr - trage sie aber noch nicht. Die Eingriffstaschen habe ich auf euer Anraten in Paspeltaschen umgewandelt.


Hie sieht man auch mal den Stoff sehr schön. Eine festere Baumwolle mit leicht körniger Struktur und dezentem Glanz


Die aufgesetzten Taschen am Boppes wollte ich auch durch Paspeltaschen ersetzen, hab' aber dann ein bisschen Schiss gekriegt. Die Hose hat unheimlich lange Abnäher. Wenn ich die Paspel an der oberen Taschenansatzkante genäht hätte, hätte das dazu geführt, dass der Abnäher unter der Paspeltasche fortgesetzt würde. Ich beschloss also erst mal, die Hose zu nähen und dann die richtige Position zu bestimmen. Und jetzt, wo sie fertig ist, will ich es nicht mehr riskieren, die schöne Hose mit einer schlechten Paspel zu ruinieren. Vielleicht setze ich auch noch Taschen auf, aber das entscheide ich später... Außerdem nähe ich aus dem Satin noch (breitere) Bindebänder, weil das gekaufte Satinband von der Haptik einfach nicht passt.






















Letzten Dienstag hatte ich einen Tag freigenommen. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Heizungsmensch vormittags kommt und wir anschließend nach Mannheim zum Mittagessen und Einkaufen fahren. Der Heizungsmensch kam allerdings erst um halb zwei und als er fertig war, war's uns eigentlich schon zu spät. Den Vormittag habe ich genutzt, um den Blazer-Schnitt abzunehmen und ein Probeteil zu nähen. Danach hatte ich noch genug Zeit, um die Anpassungen auf das Schnittmuster zu übertragen und zuzuschneiden. Und zwei Probe-Pattentaschen zu nähen, das habe ich nämlich vorher noch nie gemacht!

Interessant fand ich, dass tatsächlich erst die übliche Hohlkreuzanpassung in Form einer 3cm tiefen horizontalen Falte die richtige Passform im Rücken brachte. Ich hatte mal bei Gertie (in den Kommentaren) gelesen, dass Threads-Magazine-Autor Kenneth King der Meinung ist, dass es kein Hohlkreuz gebe und das laut einer Kommentatorin das Problem automatisch gelöst ist, wenn man nur genügend Weite hat und das Kleidungsstück sich nicht stauchen kann. Nope. Stimmt nicht. Also zumindest nicht bei mir. Vorne sitzt die Taille bei mir ja richtig, von daher behalten wir die Methode einfach bei. Auch wenn ich sie bei Prinzessnähten eher etwas mühselig finde... An den Teilungsnähten habe ich im Rücken auf jede Seite außerdem noch 4 cm weggenommen. Was ist da bloß los auf meiner Kehrseite?!

Wie dem auch sei: Gegen 16 Uhr war dann Schluss und ich habe noch die ersten drei Sorten Plätzchen gebacken. Donnerstag Abend dann noch mal drei und damit will ich es dieses Jahr auch belassen. Normalerweise backe ich ja Minimum 10 Sorten und verschenke dann um Nikolaus rum den Großteil als Plätzchentüten - aber dieses Jahr habe ich echt einfach keine Lust. Auf den Akt mit Ausstechen erst recht nicht, also gibt's nur frei geformte bzw. slice-and-bake-style.

Aber ich schweife ab - wie so oft...

Back to topic: Am Samstag und Sonntag konnte ich dann mit dem richtigen Blazer loslegen und freue mich wie bekloppt, wie schön er wird. Hier mal der aktuelle Status - gegen Abend und in völliger Dunkelheit fotografiert. Ich habe es ein bisschen nachbearbeitet, damit man überhaupt etwas erkennt:




Oh wei, da erkennt man ja echt gar nichts. Das Revers habe ich dann doch nicht aus Satin zugeschnitten, weil mein Satin einfach ganz fies flutschig war und außerdem stretchig. Das hatte ich irgendwie völlig übersehen. Und unnötig den Schwierigkeitsgrad erhöhen, muss jetzt auch nicht sein. Um ihn für die Paspeltaschen zu bändigen, habe ich Vlieseline H250, also eine echt feste Einlage, verwendet. Außerdem habe ich die zwei Schlitze hinten auf einen Schlitz in der hinteren Mitte reduziert. Und ohne Saumzugabe zugeschnitten, weil er mir insgesamt etwas zu lang war. Für den Zuschnitt des Futters muss ich den Schnitt dann noch entsprechend kürzen.

Was ist noch zu tun? Ärmel nähen und einsetzen, Futter zuschneiden und nähen, Futter einsetzen und natürlich die Pattentasche mit Handstichen festnähen. (Handnähte begeistern mich nur minimal, deswegen hab' ich das noch nicht gemacht.)


Eingesetzter Kragen mit Kragensteg am Besatz. Die Ecke wurde erst danach richtig ausgebügelt...

Dafür, dass das erst mein zweiter Reverskragen ist, bin ich ziemlich angetan. Aber ich hab' mir auch wirklich Zeit gelassen und so ordentlich, wie nur möglich gearbeitet. Allerdings habe ich Ober- und Unterkragen jeweils mit dem Besatz bzw. dem Halsauschnitt zusammen genäht, wie ich das im Mia-Führer-Video gesehen hatte. Dann Besatz und Blazer aufeinander gesteckt und so die Mehrlänge für den Oberkragen festgelegt, damit er sich auch schön legt. Und erst dann Ober- und Unterkragen aufeinander genäht. Klappt viel besser als das Gefuddel bei Burda... Hier gibt's außerdem auch eine reich bebilderte Anleitung, die mir sehr weitergeholfen hat.

Auf dem oberen Blazer-Bild sieht der Kragen etwas bollerig aus, ist er in Wirklichkeit gar nicht! Eine Ecke steht noch ein bisschen seltsam ab, da habe ich die Nahtzugabe noch nicht gut genugzurückgeschnitten und es muss noch mal intensiv gebügelt werden. Die Nummer mit dem Reverskragen und dem fortlaufenden Abnäher fand ich auch gar nicht schwer zu nähen. Man muss nur Schritt für Schritt machen, was in der Burda-Anleitung steht. Sandras Tutorial fand ich erst danach, aber es ist so anschaulich, dass ich sie einfach gerne noch mal verlinke.

Also ich bin guter Dinge, dass der Blazer nächstes Wochenende fertig wird und ich ihn zur Abteilungsweihnachtsfeier schon tragen kann...

...aber jetzt schaue ich erst mal rüber zum MMM-Blog und lese nach, wie es den anderen Weihnachtsnäherinnen zwischenzeitlich ergangen ist...