22. Dezember 2016

WKSA 2016 - Finale im Tweedkostüm

Hellooooo!! Es ist Finaltag auf dem MeMadeMittwoch-Blog - vielen Dank an Dodo und Yvonne für das diesjährige Organisation des Weihnachtskleid-Sew-Alongs.

Nur noch zweimal schlafen, dann können wir uns alle in unseren tollen Weihnachtskleidern und -outfits unter dem Tannenbaum lümmeln, in die Kirche gehen, den Braten anschneiden. Was euer Weihnachten halt so hergibt. Wir fahren dieses Jahr wieder nach Bremen zur Familie des Captain. Und da auch noch die Tante in Braunschweig und der Onkel auf dem Land besucht werden (die eine näht selbst, der andere findet es ganz toll, dass die Freundin des Neffen näht), wird mein Kostüm auch einige Male ausgeführt werden.

Okay, okay, jetzt will ich euch aber auch nicht länger auf die Folter spannen. Here we go:


Ich liebe dieses Outfit und bin außerdem auch sehr glücklich über die Wahl der Accessoires. Der schwere Edelstahl-Chronograph nimmt ein bisschen das Damenhafte und die Wildleder-Booties passen nicht nur farblich perfekt, sondern geben dem ganzen ein bisschen Edgy-ness. So, oder so ähnlich würde das Outfit wohl in einer InStyle und Co. beschrieben.


Der Rock ist in Echt auf Knielänge gekürzt. Ich denke, der Captain hat leicht von oben fotografiert, sodass das anders rüberkommt. In der kleineren Größe sind die Ärmel eventuell minimal zu kurz. Das liegt aber auch daran, dass die Ärmel hochrutschen in Bewegung und der rauhe Tweed der Ärmelsaum-Belege nicht so einfach wieder nach unten rutscht.


Die tolle schräge Knopfleiste wird leider durch den Blazer verdeckt. Auch haben wir gar keine Fotos von hinten gemacht aber hier kann man zumindest erahnen, wie toll der Blazer im Rücken sitzt. Ines meinte beim Nährkränzchen, dass er im Rücken perfekt sitzt. Das muss euch als Aussage genügen. ;)


Wir haben so viele Fotos frontal von vorne gemacht und ich kann mich einfach nicht entscheiden, welches mir davon am besten gefällt. Also zeige ich einfach alle! Muahahahaaa! Wieder erwachtes Selbstbewusstsein ist sowas tolles, sag' ich euch....


Hier noch mal ein Bild der Innenverarbeitung. Die Farben sind hier auch extrem gut getroffen. Der Stoff hat einfach den perfekten, schlammigen Un-Farbton, der nahezu zu allem passt. Besonders auch zu Fingernägeln in Fuchsia! ❤


Sehr glücklich bin ich auch, dass sich die Knopflöcher haben anstandslos nähen lassen. Beim Probeblazer war das nämlich ein echter Kampf und sah nur mäßig gut aus.


So sieht ein glückliches Schneiderlein aus, oder?! Das Kostüm trug ich übrigens schon letzten Sonntag zur Vorweihnachtsfeier mit meiner Ma. Und diese Woche bei einem kurzen Abstecher ins Krankenhaus. Beim Entlangschreiten der endlos langen Flure fiel mir auf, wie toll der Rock bei jedem Schritt mitschwingt. Liebe, Liebe, Liebe! Da gibt's noch mehr von...



Ich glaube, das ist mit Abstand das schönste und bestverarbeitetste Ensemble, dass ich je genäht habe! Wenn mir der Blazer irgendwann zu weit ist, trage ich einfach einen Fair Isle Pullunder à la Tobermory drunter. (Wie gut, dass bei Drops noch Alpaca-Sale ist...) Und Shorts - im Stil der kurzen Variante der Sewaholic Thurlow-Trousers - mit Strumpfhosen. Sobald die Beine auch oberhalb der Knie wieder shortstauglich sind. Vom Tweed ist nämlich noch ein gutes Stück übrig -  da lässt sich sicher noch eine kurze Hose rausquetschen....

So. Jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass der Captain nicht wieder meine Geschenke daheim vergisst wie beim letzten Mal. (Ich werde ihn beim Verlassen der Garage erinnern.) Und euch natürlich noch wunderbare, entspannte und harmonischen Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch zu wünschen. Genießt die Zeit mit euren Lieben. Wir lesen uns im nächsten Jahr!

Alles Liebe wünscht
Julia

18. Dezember 2016

WKSA 2016 - 4. Treffen

Hello again my beauties,

na? Wie weit seid ihr alle mit euren schönen Weihnachtskleidern? Auf dem MMM-Blog hosten Dodo und Yvonne heute schon das vorletzte Treffen. Beim letzten Termin hatte ich ja noch Sorge, dass ich knapp in der Zeit bin. Aber gestern habe ich dann die letzten Handstiche erledigt und mein wunderbares Weihnachtskostüm ist fertig! Tragefotos gibt's erst zum Finale - aber ich glaube, die Fotos an der Puppe sprechen schon mal für sich:

Leider büschen unscharf...

Mit pinkem Futter...


Ich liebe ja stoffbezogene Knöpfe. In meinem Nachbarort gibt es eine kleine Maßschneiderei, die neben Stoffen und Nähzubehör auch den Service anbietet, dort Knöpfe zu überziehen. Geht immer sehr flott und für kleines Geld.


Ganz begeistert bin ich ja vom Bahnenrock. Die erste Anprobe mit nicht ausgebügelten Nähten war ja eher so
"W. T. F. ???" Aber nachdem der Rock gebügelt und das Futter eingenäht war, fügte sich alles auf magische Weise zu einem wahren Figurschmeichler zusammen. Jaaaaa, ich mache euch neugierig, gell?!

*****SPOILERWARNUNG: Wer nichts zum Thema Diät lesen möchte, hört hier besser auf******

Heute Morgen vor dem Besuch bei meiner Ma sind außerdem wundertolle Fotos entstanden, die eine sehr glückliche, sehr selbstbewusste und sehr zufriedene Jay zeigen. Eigentlich möchte ich auf die elende Abnehmdiskussion, die auf Twitter und diversen Blogs in den letzten Tagen beherrschendes Thema war, gar nicht mehr eingehen. Stella hat dazu - wie ich finde - nahezu alles gesagt. Eine Sache stößt mir allerdings besonders auf und dazu möchte ich kurz Stellung beziehen. Die Unterstellung, dass jede/r, der/die abnimmt, würde hungern. Da Küstensocke in ihrem Kommentar beim letzten Treffen auch davon ausging, dass ich mit meinem aktuellen Speiseplan Hunger schiebe, sei hiermit gesagt: Dem ist nicht so! Und ich weiß, was es heißt, sich runter zu hungern... been there, done that! Dieses Mal bin ich schlauer...

800-900 Kalorien scheinen erst mal wenig. Aber wenn man das "richtige" isst, dann ist das tatsächlich so viel, um den ganzen Tag satt und zufrieden zu sein. Ich bin es. Ich ernähre mich Low Carb und Low Fat. Protein macht mich einfach am besten satt. Durch die fehlenden Blutzuckerschwankungen bleiben so z. B. Heißhungerattacken völlig aus. Beerenquark mit einem Klecks Ziegenfrischkäse! Könnte ich bis an mein Lebensende zum Frühstück essen, so lecker finde ich ihn. Tatsächlich mache ich das bestimmt schon seit 3 Jahren so und ich werde seiner einfach nicht überdrüssig. Nudeln oder Brot vermisse ich sehr sehr selten mal. Zucchini-Nudeln sind da wirklich ein toller Ersatz. Das einzige, was mir wirklich fehlt, ist ein Laugenbrötchen mit Käse am Wochenende. Aber auch darauf kann ich zur Zeit verzichten. Denn: Den Käse kriege ich ja! Ein Leben ohne Käse ist möglich, aber sinnlos. Statt Brötchen esse ich dazu ein Stück Gurke. Und da ich Gurke von kleinauf total gerne esse, ist das völlig okay. Ich esse zur Zeit tatsächlich, wenn ich Hunger habe - nicht bloß aus Appetit oder Langeweile. Natürlich ist mein Essverhalten zur Zeit sehr kontrolliert, aber nicht so, dass ich das Gefühl habe, mich einzuschränken.

Natürlich nehme ich zum Großteil ab, weil ich mich schlank einfach attraktiver finde. Aber gesundheitliche Aspekte spielen auch bei mir eine große Rolle. Ich bin davon überzeugt, dass Übergewicht ungesund ist. Unser gesamter Bewegungsapparat ist nicht darauf ausgerichtet. Wenn ich zu schwer werde, dann tun mir die Füße weh. Ich werde schlapp und träge. Ich will aber aktiv und beweglich sein! Und ganz ehrlich: Ich glaube, ich hätte mir den Arm im Sommer nicht gebrochen, wenn ich mit 20 Kilo weniger drauf gefallen wäre... Ich habe zwei gute Freundinnen - beide locker über 100 Kilo. Beide leiden unter Reflux und wissen ganz genau, dass ihr Übergewicht schuld ist. Und was machen sie? Schlucken lieber täglich Protonenpumpenhemmer mit X Nebenwirkungen, statt an ihrem Lebenswandel was zu ändern. Eine von beiden zieht sich dann abends noch locker eine Flasche säurebetonten Riesling rein. Bekommt regelmäßig 'ne Salmonellen-Vergiftung, weil die Magensäure nicht mehr aggressiv genug Erreger abtötet. Muss ich nicht verstehen... Den Mythos vom gesunden Dicken halte ich für genau das. Und wenn sich jemand beim Arzt wegen seines Übergewichts diskriminiert fühlt: Er/sie macht seinen/ihren Job! Es sollte seiner Sorgfaltspflicht entsprechen, übergewichtige Patienten auf eben jene Risiken aufmerksam zu machen. Nur meine 2 Cent...

So, jetzt habe ich doch mehr dazu geschrieben als ich wollte. Eigentlich hatte ich für das Abnehmthema ja einen zweiten Kanal eröffnet, aber der lag seit April eher brach und jetzt läuft's so viel einfacher und erfolgreicher, dass ich keine Notwendigkeit sah, dort zu posten. Mein Plateau hat sich - trotz des einen oder anderen Weihnachtsplätzchens - gelöst und das Gewicht ging wie prognostiziert weiter runter. Mein rotes Weihnachtskleid passt auch wieder. Sehr gut. Weitermachen.

Euch allen noch einen schönen vierten Advent. Habt euch lieb und lasst jedem seinen individuellen Gestaltungsfreiraum - das Leben "da draußen" ist doch gerade scheiße genug!

Liebe Grüße von Julia

5. Dezember 2016

WKSA 2016: Das 3. Treffen

Holla, wie die Zeit vergeht! Diese Woche ist auf dem MeMadeMittwoch-Blog schon das dritte Treffen und bis zum Finale ist es auch nicht mehr lange hin...oi!

Nachdem sich beim letzten Mal ein wenig Ratlosigkeit breit gemacht hatte - mich meine Alternativen aber auch nicht so recht begeisterten - bin ich also beim alten Plan geblieben: Vogue 8333 - eine Nummer kleiner als beim letzten Mal. Projekt Phoenix ist hier gerade ein wenig ins Stocken gekommen - ich kämpfe trotz allervorbildlichstem Essverhalten seit 2 Wochen mit einem hartnäckigen Plateau. Hmpf. Und bei 800 Kalorien am Tag, kann/will ich eigentlich auch nicht weiter reduzieren. Immerhin, die ersten 7 Kilo sind weg. Jetzt heißt es wohl einfach am Ball bleiben. Und vielleicht mal wieder mit ein bisschen Sport anfangen. Immerhin erzieht mich mein Fitness-Tracker schon zu mehr Bewegung im Alltag, das finde ich schon ganz erstaunlich.

Das vorletzte Wochenende verbrachte ich dann ausschließlich mit dem nochmaligen Abpausen des Schnitts, dem Stoffzuschnitt, sowie dem Zuschneiden und Aufbügeln der Einlage. Diesmal habe ich wieder Original-Vlieseline H410 genommen und nicht die günstige aus dem Stoffoutlet. Was für ein Unterschied!


Auch beim zweiten Nähen hat mich die Taschenkonstruktion dezent verzweifeln lassen...

Beim Nähkränzchen mit Ines, wo ich aufs Vortrefflichste mit Projekt-Phoenix-konformem Frühstück versorgt wurde, habe ich den Körper zusammengenäht, die Ärmel genäht und eingesetzt und den Kragen genäht. Sonntag habe ich dann die Futterjacke weitestgehend zusammen getackert, sodass ich nächstes Wochenende mit dem kniffligen Reverskragen und dem Finish verbringen kann. Aber ob ich es schaffe, rechtzeitig noch den Rock fertig zu stellen. Ui, ui, ui - das wird diesmal knapp! Aber Plätzchen wollten irgendwann ja auch gebacken werden... 6 Sorten fertig, fehlen noch 2-3...


Cinnamon-Shortbread - sehr nah am Bremer Kaffeebrot was Konsistenz und Geschmack betrifft



Nusstit...ähm...Zimtkugeln. Noch ungebacken. Ein Klassiker im Hause K....

Und ehe jemand fragt: Nein. Die sind am Plateau gerade nicht schuld. Ich habe sehr brav die Finger davon gelassen...genauso wie von jedwedem Adventskalender. Sollte eigentlich belohnt werden, oder? Oder?!

Wie sieht's denn bei euch so aus mit dem Weihnachtskleid? Yay or nay?!

22. November 2016

WKSA 2. Teil - Was mach' ich bloß?

Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Ja, was letzte Woche noch wie in Stein gemeißelt wirkte, sieht jetzt zum 2. Teil des WKSA2016 schon wieder ganz anders aus. Warum bin ich eigentlich beim Nähen immer so wankelmütig?

Also, der Probeblazer Vogue 9333 ist fertig. Ein Reverskragen ist perfekt, der andere murksig und ich weiß gar nicht wieso. Dreimal trennen hat auch nichts mehr gebracht. (So viel zum Thema "three times a charm".) Mit zurückgeschnittenen Nahtzugaben geht auch der Spielraum für Korrekturen drastisch zurück.

Voilà:

Links hui, rechts pfui...


Tageslicht wäre schön gewesen. Man erkennt leider gar nicht, dass der Farbton des Revers auch im Salz-und-Pfeffer-Tweed enthalten ist.



Der Rock dazu ist "Rachel" aus La Maison Victor. Ist okay, aber ich jetzt nicht zu 100% überzeugt. Da müsste was anderes her. Den hier von Frau Nahtzugabe habe ich ja ins Auge gefasst. Das Heft habe ich schon seit langem daheim, und bis Weihnachten sollte auch die 42 wieder passen. In der Taille ja schon eher, die Hüften sind ja das eiegntliche Problem bei mir und da isser ja ausgestellt.)

Von der Passform bin ich wirklich, wirklich zufrieden - nie saß ein Blazer am Rücken ohne jede Korrektur so perfekt! (Woraufhin ich gleich den nächsten Claire-Schaeffer-Blazerschnitt geordert habe.) Allerdings habe ich 2 Probleme:

1. Die leicht ausgestellten Schultern. Es ist vom Design her so angelegt, aber irgendwie fühlt es sich für mich an wie eine Alexis-Colby-Gedenkschulter. Schwierig.

2. "Projekt: Phönix" läuft ja gerade sehr erfolgreich. Und wenn ich sage sehr erfolgreich, dann meine ich SEHR erfolgreich. Macht es Sinn, eine so aufwändige Kombination zu nähen, die mir bald schon zu groß ist?! Und noch mal 19+x Schnittteile in kleinerer Größe abpausen ist jetzt auch nicht gerade reizvoll...

Hier übrigens mal der Wollstoff, der für das Retro-Kostüm vorgesehen wäre:



Die Alternative wäre Burda N° 111 aus der November-Ausgabe 2016. Den Schnitt habe ich in 42 schon 2x als Bluse genäht und weiß, dass er viel Mehrweite hat und ich zumindest am Oberkörper inzwischen eine 38 zuschneiden könnte, die dann spätestens Weihnachten passen sollte. (SO erfolgreich!)

Als Stoff habe ich hier einen total tollen Chiffon, den ich beim Tauschtisch der AnNÄHerung Süd abgegriffen habe. Mal wieder.

Leo mit Paisley-Muster. So toll!

Oder es wird eine Schößchen-Jacke. N°125 - wieder aus der November-Burda 2016 - reizt mich ja auch. Ein toller Brokat und schwarze Lackpaspel lägen hier auch noch...

Vielleicht kriege ich aber auch 'nen Rappel und mir fällt bis zum nächsten Termin noch was GANZ anderes ein. Immer diese Entscheidungen...

15. November 2016

WKSA 2016 - Das 1. Treffen

Sew Alongs sind bei mir ja immer so'ne Sache. Eigentlich gibt es nur 2, bei denen ich wirklich gerne und konsequent dabei sein will und kann: Der Winter-Mantel-Sew-Along und natürlich der WKSA  a.k.a. Weihnachtskleid-Sew-Along (für meine nicht so näh-affinen Leser oder die, die sich nicht so in oft auf Blogs rumtummeln. Hallo Schwesterherz! ;)

Beim Winter-Mantel hatte ich beste Absichten, die Hand war aber zum Start des Sew Alongs nicht fit genug zum Schreiben - und Quereinsteigen oder mich einfach zum Finale einklinken finde ich dann auch blöd. Dabei wäre er schon lange vor dem Finale fertig gewesen... Und da ich ihn so schnön finde und off- wie online Komplimente einheimse, zeige ich ihn mal ganz schnell.




Hier und heute geht's aber ja um das Weihnachtskleid bzw. in meinem Fall um Outfit, denn wie schon im letzten Jahr geht es eher Richtung Kombination.




2015 nähte ich den Smogging in zeigefreudigem Schwarz. Der Stoff der Hose war letztlich viel zu fest für die Art Schnitt und der Blazer für meinen Geschmack locker eine Nummer zu weit. Dementsprechend selten wurde er getragen...





2014 war es das Bellafigura-Kleid. Ja. Eigentlich gut, aber schmal geschnittene Etui-Kleider sind irgendwie nicht so meins. Wobei ich trotzdem hoffe, dass ich bis Weihnachten wieder reinpasse....

Für dieses Jahr habe ich schon sehr konkrete Pläne: Es wird ein Tweed-Kostüm! Der Blazer wird Vogue 8333. Am Wochenende habe ich mit einer Probeversion begonnen und bin extrem begeistert, wie perfekt er mit nur minimalen Korrekturen am Rücken sitzt. Allerdings habe ich auch eine Nummer kleiner zuschnitten als laut Maßtabelle notwendig gewesen wäre, da Ines' Erfahrungen - und was man so im Netzt liest - eine deutliche Sprache sprechen: Viel zu weit!

Beim Rock schwebt mir noch nichts konkretes vor. Eventuell ein weitschwingender Bahnenrock, der an der Hüfte schön schmal liegt. Da möchte ich erst mal den Probeblazer abwarten, und schauen, was am besten dazu passen könnte.

Der Stoff ist schon gut abgelagert und ich hoffe, dass die Stoffmenge ausreicht. Ich hatte damals eigentlich genug für einen Anzug gekauft. Zur Not muss ich den Revers-Kragen - wie beim Probeblazer - aus einem Kontraststoff nähen. We'll see...

Stoff und Probeblazer gibt's dann beim nächsten Treffen zu sehen. Hach, was wird das schön! :)



4. Oktober 2016

Fair Isle Knit Along 2016 - 1. Treffen

Falls hier noch irgendwer mitliest: welcome back! Der letzte Eintrag ist schon ein ganzes Weilchen her. Erst fehlte Zeit und Muse für Text und dann kam das dazwischen:

Frisch operiert à la Hellboy.

Das ist meine frisch operierte Hand. Eines schönen Samstagmorgens Ende August bin ich beim Joggen umgeknickt, bin hingefallen und habe mir eine distale Radiusfraktur zugezogen. Und natürlich ausgerechnet rechts, wie sollte es auch anders sein?!

Nicht nur Nähen und Stricken waren/sind damit für 6 lange Wochen nicht möglich. (Ein Hoch auf Gummibund-Hosen!) Dank fleißiger Beübung der Finger kann ich mittlerweile viele Dinge schon wieder ganz gut machen, aber entscheidende Sachen sind einfach noch nicht möglich, da Drehungen (vor allem zur Daumenseite hin) noch schmerzhaft sind. Auch Tätigkeiten, die mit Kraft gemacht werden müssen (z. B. Türklinken drücken, Gang schalten, schwerere Dinge heben) tun noch weh. Und alles, was weh tut, soll ich bleiben lassen.

Auch Tippen und Schreiben zählen zu den Dingen, die noch nicht wieder so gut gehen. Eben mal kurz geht, aber auf Dauer strengt es an und es fängt an zu schmerzen.

Also heute nur kurz, denn das 1. Treffen zum Fair Isle Knit Along bei Stella und Mema will ich mir keineswegs entgehen lassen!

Ich stricke das Modell 'Buchanan' von Kate Davies aus ihrem Buch Yokes:


Das Projekt ist von langer Hand geplant. Die Wolle dafür - Drops Cotton Merino - habe ich schon im Mai beim Drops Super Sale gekauft und auch die Maschenproben liegen hier schon länger.

Ich verwende eine zusätzliche Farbe, die in der Anleitung nicht vorgesehen ist. Kombiniert wird wie in der oberen Hälfte zu sehen. Beim Helltürkisen bin ich noch nicht sicher, ob ich wirklich über 3 Zeilen stricke oder es als "Gift" nur einzeilig einsetze. Außerdem wird mein Buchanan langärmelig.

Außer Buchanan wollte ich diesen Winter auch noch eine blaugrundige Jacke mit kleineren und vor allem auch Peerie-Mustern stricken. Wolle ist da, aber der Rest (Muster, Maschenproben, etc.) fehlt noch. 

Aber erst mal muss jetzt wieder die Hand voll einsetzbar werden.

Ich hoffe, bis bald! :)


27. Juli 2016

MeMadeMittwoch am 27. Juli 2016 - Ich packe meinen Koffer...

...nicht. Denn dieses Jahr fahren wir nicht mehr in Urlaub. Außer vielleicht noch an Weihnachten nach Bremen. Aber der übliche Jahresurlaub im September/Oktober muss dieses Jahr leider ausfallen. Ich habe in der Zeit beruflich zu viele Termine. Und völlig gestresst in Urlaub fahren und wissen, dass es danach gleich wieder so weiter geht muss irendwie auch nicht sein.

Aber  w e n n  ich denn in Sommerurlaub fahren würde, dann wäre ganz bestimmt meine neue Halbanna dabei. Obenrum Anna untenrum Burda. Wie nenne ich das bloß? Bunna? Arda?

What so ever, here we are:



 Für jene, die mir auf Instagram folgen, ist das Kleid ein Alter Hut. Aber ich wollte sowieso noch mal ausführlich erklären, wie ich es gemacht habe. Wichtig ist das ja nur für's Rockteil.

Ich hatte diese traumhafte Viscose von Les Coupons des St. Pierre aus Paris. 3m für 15 Euro. Deal! Als ich den Stoff gekauft hatte, hatte ich Null Plan, was daraus werden könnte. Aber das Muster - 3 parallel verlaufende Ornament-Musterstreifen - war zu interessant, um es liegen zu lassen.

Als dann meine große Schwester aus einem Ornament-Druck ein Maxi-Kleid (mit langen Ärmeln) näht, kam mir plötzlich die zündende Idee. Call me copy-cat! Aber schnell war klar: Der 7-Bahnen-Rock von Anna geht leider gar nicht, das Muster hätte hinten und vorne nicht gepasst - selbst, wenn ich den Fadenlauf ignoriert hätte.

Es war klar: Was gerades muss her. Aber nur gerade und dann kräuseln? Da hatte ich Angst, dass das um die Taille zu stark aufträgt. Ich entschloss mich, den Rockteil von Modell 106 aus Burda 6/2016 zu verwenden und die Taillennaht seitlich jeweils an das Anna-Oberteil anzupassen.



Das Rockteil hat eine Kellerfalte und insgesamt 4 Quetschfalten. Beim Rumtüfteln war dann schnell klar, dass der mittlere Musterstreifen dann völlig in der Falte verschwindet. Damit das Muster im Oberteil dann nicht einfach ins Leere läuft war der ursprüngliche Plan, das Oberteil quer zum Fadenlauf zuzuschneiden, sodass der Streifen von rechts nach links über die Schulter verläuft.

Tja, und dann war ich etwas zu großzügig bei der Saumzugabe und es blieb mir nichts anderes übrig, als das Oberteil doch normal zuzuschneiden. Fuck.

Ich habe dann einen halben Nachmittag rumexperimentiert. Der mittlere Musterstreifen musste an das Oberteil anschließen. Seitlich habe ich zwischen den Musterstreifen eine Falte gelegt und  m u s s t e eine zweit im äußeren Musterstreifen legen. Die Falten ragen jetzt sogar über die Seitennaht hinaus aber dafür finde ich das Ergebnis jetzt einfach nur perfekt!



Hinten habe ich die Rockbahnen einfach so genäht, wie die Falten eingezeichnet waren und auch das passt unheimlich gut. Die hintere Mitte zieht noch ein bisschen nach unten. Da könnte werde sollte ich den RV noch mal raustrennen und das Oberteil entsprechend zur Seitennaht verlaufend kürzen.


Ziemlich begeistert bin ich von meinem Pattern Matching im Rücken. Sorgfältig zuschneiden ist hier einfach das A und O. Eingenäht war der Reißverschluss dann wirklich im ersten Anlauf - sogar ohne Obertransportfuß!

Lustigerweise fiel mir beim ersten Tragen ein, dass ich mit 19 im Sommer der Freiheit - jener Zeit zwischen Abiturprüfung und dem Beginn meines Aupair-Jahres in Paris - ein schwarzgrundiges T-Shirt mit ähnlichem Ornamentdruck kombiniert mit schwarzem Maxi-Rock wirklich bis zum Auseinanderfallen getragen hab. Ich bin sehr verliebt in dieses Kleid und hoffe, dass der Sommer noch viele Gelegenheiten zum Tragen bietet.

Auch ohne Urlaubspläne bin ich also mit diesem Outfit heute beim MeMadeMittwoch dabei.

Liebe Grüße - und einen schönen Urlaub an alle, die noch wegfahren!
Julia :)

20. Juli 2016

MeMadeMittwoch am 20. Juli 2016

Es ist Mittwoch. Und nicht nur das - es ist sogar ein ziemlich heißer Mittwoch. Das perfekte Wetter, um euch im Zuge des MeMadeMittwoch-Schaulaufens den neuesten Zuwachs in meinem Kleiderschrank zu zeigen.

Anna Nr. 3 alias das "Stella-Kleid" 



Genäht wurde dieser stoffgewordene Traum letzten Samstag in bester Gesellschaft in Stellas Küche. Ach was war das für ein schöner Tag! <3

Partners in crime...

Nach dem ich auf dem Blogger-Treffen in Stuttgart vorsichtig bei Stella vorgefühlt hatte, schlug ich dem Captain vor, wir könnten im Juli mal wieder seine Freundin K in Ravensburg besuchen. Und da Stella quasi um die Ecke wohnt, konnte ich mich am Samstag absetzen, um mich einem ganzen Tag dem gemeinsamen Nähen und intensiven Gesprächen hinzugeben. Hach jaaa... :)

Lustigerweise waren wir fast als Doppeltes Lottchen gekleidet: Stella blau-weiß geringelt mit blauer Jeans, ich rot-weiß geringelt mit roter Hose. Nicht nur in dieser Hinsicht ein "perfect match". Schade, dass wir soweit auseinader wohnen. Aber uns bleibt ja immer noch Paris...äh...Würzburg! :)



Äh, ach ja, das Kleid. Es handelt sich dabei - surprise, surprise - um ein Anna-Dress von By Hand London. Es ist das dritte seiner Art, hier und hier hatte ich schon mal über den Schnitt und Maxi-Kleider im allgemeinen geschrieben.

Der Stoff ist eine ganz traumhafte Viscose, die ich im Osterurlaub im Bremer K*rstadt erlegt habe. Sie fühlt sich auf der Haut bei den aktuellen Temperaturen einfach nur herrlich an und ließ sich ganz wunderbar verarbeiten.

Überhaupt habe ich im vergangenen Jahr sehr viel reine Viscose in den unterschiedlichsten Qualitäten - von ganz weich und labberig bis richtiggehend fest wie beim Jump Suit - verarbeitet und hatte keines der Probleme, die Nahtzugabe in ihrem Artikel letzten Sommer schilderte. Viscose dehnt oder hängt sich nicht mehr aus als andere Materialien. Ich denke, dass das eher mit der Webart zusammenhängt. Und die kann ganz unterschiedlich sein. Das per se auf das Material zurückzuführen halte ich für ungerechtfertig. Beim Stella-Kleid habe ich zum Beispiel keine einzige Ausschnittkante oder Rockbahn mit einr Stütznaht gesichert. Eingelaufen ist mir übrigens auch noch nix! Und dass sich Schnitteile nach dem Zuschnitt bei Bewegung verziehen, kennt man auch von anderen Stoffzusammensetzungen. Ich ziehe einfach alles wieder passend unter das Schnittmusterteil, bevor ich meine Markierungen auf die Rückseite übertrage und nähe alles einfach zusammen, wie es zusammengehört. So zieht sich alles von selbst in die richtige Form.

Also: Don't shun viscoce - embrace it!

Mein Stella-Kleid steckt auf jeden Fall voller Erinnerungen an einen tollen Tag und wir allein deshalb schon allergernst getragen. Geht es euch bei euren Nähkränzchen-Stücken nicht genauso?

7. Juli 2016

Da war doch was....

...fröhliches Rätselraten bei mir auf dem Blog, beim vorletzten MeMadeMittwoch. Und die Auflösung bin ich euch noch schuldig...für all die, die nicht gegoogelt haben! :)




"Hello again my beauties! Is it happening?"

So begrüßt Freddie Mercury das Publikum auf der Live at Wembley '86 Platte. Ich weiß nicht, wie oft ich die in meinem Leben schon gehört habe, denn mein kleiner Bruder (knappe 9 Jahre jünger) ließ sich noch in den Windeln vom Queen-Fantum der großen Schwestern  anstecken. Was dazu führte, dass er das Konzert, das wir als Video-Kassette hatten, fast täglich laufen ließ und dazu auf der Couch Konzert nachspielte. Aber ich plappere besser mal nicht aus, wie er mit aufgemaltem Schnurrbart mit Mamas Kajal und allem drum und dran... äh, ja. Ich hab' nichts gesagt... ;)

Vor gut einem Monat war ich ja auf dem einzigen Deutschland-Konzert von Queen & Adam Lambert in diesem Sommer. Anfangs noch strahlender Sonnenschein, gingen kurz vor der Vorband die Schleusen auf...und sie sollten sich bis wir wieder unser Auto erreicht hatten, nicht wieder schließen...


Ich war ja glücklicherweise vorbereitet und hatte meine wasserdichte Regenjacke mit. Mit Kapuze. Das konnte man von meinen beiden Begleitern nicht behaupten. Aber mal ehrlich: Ein Regenjäckchen für's Rennrad? Ohne Kapuze? Amateure...



 Während ich 2006 bei der Tour mit Paul Rogers noch fest davon überzeugt war, dass ich mir das garantiert nicht live antun werde, sah das bei Lambert schon anders aus. Zumal mein kleiner Bruder letztes Jahr sehr begeistert war.


Und was soll ich sagen: N a t ü r l i c h  ist er nicht Freddie - aber ein würdiger Ersatz. Sehr würdig. Während Freddie auf der Bühne eher den Macho gab, der er im richtigen Leben eher nicht war, spielt Lambert die Diva. Dass er vor seinem zweiten Platz bei American Idol als Musical Darsteller gearbeitet hat, war sicherlich auch nicht gerade von Nachteil.


 Mit gigantischem Thron während 'Killer Queen' und krassen Outfits. Sehr cool! Und auch stimmlich passt es einfach gut. Es ist anders, aber wirklich richtig gut!


Zwischendurch gab es natürlich auch immer mal wieder Einspieler von Freddie oder Aufnahmen aus vergangenen Tagen, die im Hintergrund zu 'These are the days' liefen. Er fehlte aber war doch da. Oder um es mit Lamberts Worten zu sagen: "We all love Freddie. I love Freddie. And tonight let's celebrate Frieddie!".

Dr. Brian May während  'Under Pressure', dem Duett mit David Bowie. Gleich zwei, die fehlten.

Ein grandsioser Abend. Vom Regen und der Kälte spürst du nichts. Und dann stehst du da und kannst zum allerersten Mal mit Tausenden um dich herum selbst zu Radio Gaga mitklatschen. Nicht irgendein Klatschen, sondern DAS Klatschen:



via GIPHY

Hier auch noch mal sehr eindrucksvoll zu sehen.  Gänsehautfeeling pur.  Genauso wie One Vision* zum Konzertbeginn und We are the champions und God save the Queen auf Brian Mays Red Special zum Abschluss. Immer. Rituale sind wichtig.

Nicht die britischen Kronjuwelen und auch kein Hermelinmantel - aber trotzdem sehr standesgemäß!

So, jetzt wisst ihr, was ich so höre. :) Nicht immer und ausschließlich - aber immer wieder. Und dann in heavy rotation. Nicht zwingend für alle rational nachvollziehbar. Aber so ist das nunmal mit der Liebe...


*One Vision ist aber sowieso seit immer und ewig (also seit 1992) und für alle Zeiten, seit ich es das erste Mal gehört habe (damals in der schwächeren Single-Version auf der Greatest Hits II) mein Lieblingslied. Besonders in der 'Extended Version' und am besten wenn man mit einem gut motorisierten Fahrzeug mit satter Soundanlage von der Landstraße auf die Autobahn fährt. Also nicht, dass ihr jetzt denkt, ich hätte das mit 19 mit Papas Auto so gemacht... 

28. Juni 2016

Sommerrock Sew Along - Finale

Ich habe einen Sommerock genäht. Den Schnitt-Krimi habt ihr hier ja hautnah miterleben können. Und was soll ich sagen? Naja.

Aber seht selbst:


Sieht so ein glückliches Mädchen aus? Eher nicht, oder?!

Dieser Rock ist extrem tagesformabhängig. An Tagen, in denen ich mich attraktiv fühle, kann ich den Rock durchaus tragen und finde mich und ihn schön. Der Captain sagt, er mache 'nen schlanken Fuß und ihm gefällt er. An anderen Tagen (so wie sie in den letzten Tagen sind), wo ich mich grundsätzlich einfach nur fett und hochgradig hässlich finde - und nein, das ist  k e i n  Fishing for Compliments also bitte, geht gar nicht erst drauf ein! - geht der Rock einfach gar nicht.

Mir gefallen enge Jersey-Shirts dazu nicht. Überhaupt, bin ich etwas unschlüssig, was die Kombinationspartner angeht. Wahrscheinlich sind flache Schuhe dazu eher ein No-Go, weil es den 'bäuerlichen' Touch noch ein bisschen unterstreicht. Vielleicht sollte ich eine Alma-Bluse von Sewaholic dazu testen. Die ist figurbetont und -umspielend zugleich. Und sieht 'angezogener' aus, als ein einfaches T-Shirt. Die eine, die ich habe, passt aber farblich nicht. Aber die nächste steht in den Startlöchern...

Zur gerade fehlenden Tragefreude kommen dann auch noch ein paar Nähfehler dazu. Ich hatte mich anhand der 'finished measurements' für Größe 12 entschieden. Am Bund können aber locker noch 2-3 cm weg. Auf dem Foto sieht man's nicht, aber an der oberen Bundkante steht er noch ziemlich ab. Klar, ist ja auch kein Formbund...!

Und bei den Knopflöchern habe ich gepfuscht. Knopflöcher gehen mir dank Simflex-Maßeinteiler und meiner Brother Innovis 20LE, die gute Knopflöcher näht, eigentlich ganz leicht von der Hand. Diesmal musste ich tatsächlich 2 Knopflöcher wieder auftrennen: Eins habe ich an der falschen Markierung begonnen, das zweite kam mit dem Bund in die Quere und wurde schief. -.- Beim zweiten Anlauf wurde es nicht viel besser. Gehört also zur Kategorie 'Ich lass' das jetzt so'. Der Stoff verzieh das Auftrennen nicht  wirklich. Nicht schön, aber selten...




Wirklich schön sind die stoffbezogenen Knöpfe vom Nähkontor. Da war ich ja wirklich baff! Montag ging mein Stoff in die Post und Mittwoch machten sich meine Knöpfchen schon wieder auf die Reise! \0/

Mal sehen, ob der Rock und ich noch Freunde werden. Aber mal ehrlich: Es gibt einfach Sommer-Kleidungsstücke, die mir so viel besser stehen. Anna zum Beispiel:

Anna performt. Immer.


Oder Hosen. Gerade in the making:

Wir testen schon mal die Kombipartner...ganz wichtig!


Aber jetzt genug rumgenölt. Ich freue mich natürlich mit all den anderen Mit-Näherinnen, die sich den Sommerrock ihrer Träume genäht haben. Wollt ihr auch mal gucken? Hier geht's lang zum großen Final-Defilee! 

Vielen Dank für all die lieben Kommentare und Ratschläge - ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut! :)

22. Juni 2016

MMM am 22. Juni 2016: Sommerlicher Lieblingslook

Renfrew N°1 mit Chinos

Hello again my beauties - is it happening?*

Heute bin ich schon wieder beim MeMadeMittwoch dabei. Wie ungewohnt! Aber der Captain hat neulich gleich mehrere Outfits hintereinander geknipst und so habe ich ein bisschen was in der Pipeline.

Im Frühling/Sommer ist das heutige Outfit so ziemlich mein absoluter Lieblingslook: Chino und T-Shirt. Bevorzugt mit 3/4-Arm, das passt dann auch, wenn die sommerlichen Temperaturen auf sich warten lassen.

Die Hose ist eine Chino aus Burda Style 4/2012. Das hier ist die dritte Version und ich denke, ich habe die Anpassungen inzwischen ganz gut im Griff. Das einzige, was mich jetzt noch stört ist, dass der Bund oben am Rücken immer noch absteht. Aber da weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie ich das korrigieren könnte... Den Bund hatte ich in der hinteren Mitte schon 2 cm tiefer gesetzt. Hm.

Was an dem Schnitt ganz cool ist, sind die eckigen Hüftpassentaschen. Dadurch kann man nämlich auch an der Seitennaht noch was wegnehmen und passt trotzdem noch mit der Hand rein.

Burda N°134, 4/2012


Hinten habe ich außerdem Paspeltaschen gearbeit. Die mag ich irgendwie am liebsten und so viele, wie ich inzwischen genäht habe, sind sie definitiv kein Angstgegner mehr.

Das absolute Novum an diesem Outfit ist aber das Shirt. Ich habe ja bislang immer vollmundig behauptet, dass ich keine T-Shirts nähe und mir die problemlos kaufen kann. Da hatte ich wohl meine große Liebe zu Ringelshirts vergessen, die sich im Geschäft nicht immer so einfach finden lassen. Hinzu kommt außerdem, dass mir Kaufshirts soooo gut ja auch nicht passen: Das, was um die Taille schön eng sitzt, ist meistens an den Schultern zu schmal.

Irgendwann zog dann also mal das Renfrew-Schnittmuster von Sewaholic ein. Und lag und lag. Was mich abschreckte, war die Stoffempfehlung: 'stable knit fabrics'. Ich mag aber mehr die dünnen Viskose-Jerseys. Inzwischen habe ich drei Shirts nach dem Schnitt genäht. Alle sehr dehnbar und eher weich und einer war sogar richtig flutschig. "Slinky" würde man im Englischen dazu wohl sagen. Und er funktioniert tatsächlich mit allen Materialien!

Auf dem Bild oben sehr ihr meine erste Version. Ich habe ganze 2 Nummern kleiner zugeschnitten als es die Maßtabelle vorsah. In der Taille ist hier noch ordentlich Spiel. Bei den nachfolgenden Versionen habe ich insgesamt noch mal 4 cm aus der Taille rausgenommen und jetzt passt der Schnitt für meinen Geschmack sehr gut. Nur das Patternmatching an den Ärmeln will einfach nicht gelingen...

Renfrew N°2

Das Halsbündchen habe ich auf Laurens Empfehlung  hin 2,5 cm gekürzt. Bei der Version oben hätte sogar noch 0,5-1 cm weggekonnt. Dieser Jersey war wirklich ultra dünn und flutschig.

Hier ist das Bündchen perfekt:

Renfrew N°2

 Da ich seltenst Hüfthosen trage, kann ich oft auch auf den Bund verzichten. Stattdessen habe ich nur die untere Kante versäubert, umgebügelt und festgenäht.

Seiten- und Ärmelnähte habe ich mit er Overlock zusammen getackert. Für meine Nähmaschine habe ich mir zu Weihnachten den Obertransportfuß gewünscht. Das funktioniert tatsächlich ganz gut. Nichts leihert. Allerdings: Beim zweiten Absteppen des Halsausschnittbünchens mit der Zwillingsnadel haut das nicht so hin, vor allem dann, wenn ich die Nahtzugabe bereits mit er Ovi abgeschnitten und versäubert habe. Der Fuß liegt einfach nicht gleichmäßig auf allen Stofflagen auf. Besser klappt es a) generell mit dem Zickzackstich und b) wenn die Zugabe noch nicht zurück geschnitten ist. Die doppelte Stofflage unter dem Fuß ist dann einfach breiter und der Obertransport hat tatsächlich was zu greifen.  Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine... Gerade Nähte an den (Ärmel-) Säumen funktionieren aber auch ohne Leiern mit der Zwillingsnadel. Aber ehrlich gesagt, finde ich den Zickzackstich fast noch schöner. Versprüht irgendwie frühen 80er-Jahre-Charme. ;)

Und so ein T-Shirt ist in 2 Stunden genäht. Instant gratification, wenn man so will. Zu einem schnellen Erfolgserlebnis sagt wohl keine Nein. :)

Habt einen tollen Mittwoch! Mittwoch = Bergfesttag! :)


*Und wer mir sagen kann, woher dieses Zitat stammt - also ohne Google! - der kriegt 'ne Tüte Gummibärchen! :D Und sehr guten Musikgeschmack attestiert! Aber nachdem vor zwei Wochen auch keine auf meine "Vom Winde verweht"-Referenzen reagiert hat, scheine ich - was Zitate angeht - wohl ein bisschen freaky zu sein... ;)

20. Juni 2016

Sommerrock Sew-Along, Teil 3: Details

Yeah, ich habe nicht aufgegeben - und es hat sich gelohnt!

Im letzten Post zum MeMadeMittwoch erwähnte ich bereits, dass meine Überlegungen dahin tendierten, einen Zinnia-Skirt von Colette zu nähen. Version 1 mit Kräusel statt Falten. Nachdem ich erst mal ein bisschen zittern musste, ob die vorhandenen 1,80 m Stoff ausreichen (gefordert waren 2 m), war am Donnerstagabend klar: Das passt. Den Bund musste ich stückeln, sodass er in der hinteren Mitte eine Naht hat. (Den Bund hatte ich aber auch verbreitert, damit die fertige Breite 6 cm beträgt.) Aber davon abgesehen hätte ich alle Teile zuschneiden können.

Hätte. Ich möchte keine aufgesetzten Taschen und auch auf Taschen in der Seitennaht habe ich diesmal verzichtet. Taschen sind für mich bei Röcken oder Kleidern einfach kein Muss. Bei Hosen und Jacken sieht das ganz anders aus!

Und das ist der aktuelle Stand:



Es fehlen nur noch Knopflöcher und Knöpfe.  Da ich keine passenden in der richtigen Größe in meinem Fundus hatte, lasse ich mir über das Nähkontor Knöpfe mit dem Stoff beziehen. Ich mag stoffbezogene Knöpfe einfach total gerne, finde die Sets zum Selberbeziehen aber alle ziemlich schrottig. Ich weiß jetzt nur nicht, ob die Knöpfe bis zum Finale hier eintreffen. Drückt mir doch mal die Daumen!

Der Rock gefällt mir so schon sehr. Bei einer nächsten Version würde ich aber wohl die Knopfleiste verbreitern. 1,5 cm finde ich etwas schmal. Außerdem bin ich am Überlegen, ob ich noch kleine Gürtelschnallen anbringe.

So viel also zu den Details. Was man gar nicht sieht: Bei der rechten - also oben liegenden - Knopfleiste habe ich zwei Nähte sehr schmal nebeneinander gesteppt. Das gefällt mit optisch unheimlich gut! 

Mehr Sommerröcke und im Gegensatz zu mir viele Taschen gibt's beim dritten Teil des Sommer-Rock-Sew-Alongs auf dem MeMadeMittwoch-Blog. Da muss ich auch  noch stöbern gehen...

15. Juni 2016

MeMadeMittwoch am 15. Juni 2016 - Das Zufallskleid

Heute zeige ich euch eines meiner beiden neuen Kleider:

Das Zufallskleid



Alles daran hat seinen Weg eher zufällig zu mir gefunden.

Angefangen beim Schnitt: Erinnert ihr euch noch an dieses Kleid? (Also das rote etwas weiter unten.) Eigentlich wollte ich ja noch eine graue Version nähen. Habe ich auch. Aber der Schnitt sah keine 'richtigen' Ärmel vor, die Schultern waren außerdem gut und gerne 1,5 cm zu schmal und so produzierte ich beim zweiten Anlauf mehr so ein Teil für die Tonne. Ich musste auch so viel am Schnitt ändern und so richtig begeistert war ich von der Simplicity-Passform nicht. Aber das gewickelte Oberteil gefiel mir wahnsinnig gut. Auf der russichen Burda-Seite - nicht dass ich Russisch könnte, aber zu den genähten Modellen der User finde ich auch so - stolperte ich irgendwann ganz zufällig über diesen Schnitt: N°112 aus 11/2007. Burda passt bei mir immer oder zumindest nur mit geringfügigen Änderungen, die aber dann auch konsistent bei allen Modellen gelten. Und so habe ich die Ausgabe beim Dealer meines Vertrauens geordert.

Auch die Stoffe kamen eher ungeplant zu mir. Der royalblaue Baumwollsatin stammt aus einer Bestellung bei TST Stoffen. (Die, die immer die abgefahren bedruckten Stoffe in der Knip/Fashion Style anbieten). Ich hatte einen Stoff mit ausgfallenem Blumenwiesen-Druck bestellt. Der Stoff war teuer und ein Musterrapport reichte für ein Kleid nicht aus, also plante ich unifarbenes Colorblocking dazu. Blöd nur, dass mein Druck ein Jersey war und keine Webware...wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil!! (Jersey heißt auch auf holländisch Jersey - ich hab halt einfach nicht hingesehen.) Also hatte ich einen Meter Baumwollsatin, mit dem ich erst mal nichts anzufangen wusste.

Der Musterstoff stammt - mal wieder - vom Tauschtisch der AnNÄHerung Süd. Irgendwann am Sonntagmittag schaute ich noch mal drüber und ich dachte bei einem Meter eigentlich an ein schönes Taschenfutter. Wie ich im Nachhinein feststellte, handelt es sich um einen Kaffe Fassett Druck. Der edlen Spenderin ein großes Dankeschön! :)

Und eines schönen Nachts konnte ich nicht schlafen und beschloss, den Stoffschrank aufzuräumen. Und beim Umsortieren lagen die Stoffe plötzlich nebeneinander und ich hatte eine Eingebung...

Die rote Paspel war eine spontane Idee, die ich hatte, also ich zum Anprobieren des Oberteils einen roten Reißverschluss einheftete. Ganz zufällig gegriffen. Das Zufallskleid trägt seinen Namen zurecht.

Der Kaffe Fassett Druck liegt nur 110 cm breit, sodass das ursprüngliche Rockteil nicht machbar war. Also schnitt ich den Stoff waagerecht in der Mitte durch, teilte eine der beiden Hälfte nochmal senkrecht in zwei Hälften und hatte so eine breite Stoffbahn, die ich einkräuseln konnte. Die Länge reichte für mein Wohlgefühl nicht aus, also setzte ich unten noch einen breiten Streifen vom Baumwollsatin an.



Der Schnitt ist ursprünglich tiefer ausgeschnitten. Typisch Burda halt. Ich schnitt die angeschnittenen Belege ab, erhöhte den Ausschnitt uns zeichnete neue Belege an. Auch für hinten, denn der hintere Ausschnitt war genauso tief wie der vordere. Davon abgesehen passte der Schnitt auf Anhieb. So mag ich das!

Beim ersten Anziehen erschrak ich zwar ein bisschen, weil es doch sehr folklorig aussah. Aber kombiniert mit auffälliger Kette und roten Schuhen finde ich es ganz toll. (Noch toller wäre es, wenn die Kette rot wäre, aber die hat eine ziemlich lange Lieferzeit und ist noch nicht mal auf die Reise gegangen...aber bestellt ist sie natürlich...)

Und da ich langsam klug werde und Schnitte mehrfach nähe, entstand gleich danach noch eine klassische Version in Blau mit weißen Tupfen... Diesmal mit dem richtigen Rockteil.

Ganz dekorativ mit weißem Faden an Schulter. Und ich lerne es wohl nie, dass mir dunkler Lippenstift und harte Lippenkonturen nicht stehen... seufz!

Die Ärmelchen sind übrigens nur kleine 'cap sleeves', bei dem der untere Teil des Armausschnitts mit einem Besatz verstürzt wird. Geht viel flotter zu nähen als eingesetzte Ärmel, sodass ich für ein Kleid nur einen Samstag brauche. Auf ein Futter habe ich bei beiden verzichtet.

Der Schnitt ist übrigens ein Langgrößen-Schnitt. Allerdings habe ich auch schon Kurzgrößen problemlos vernäht. Das hängt wahrscheinlich immer auch vom Schnitt ab. Durch das breite Taillenband und fehlende Abnäher verzeiht dieses Modell wahrscheinlich sowieso so einiges.

Beim aktuell herrschenden Wetter konnte ich die Kleider noch nicht allzu oft ausführen. Weshalb ich das ganze mit einer kleinen Stippvisite beim MeMadeMittwoch kompensieren muss.

Derweil grüble ich weiter über mein Sommerrock-Problem nach: Heute Morgen habe ich den ursprünglich als erstes geplanten Rock noch mal angezogen, hab das Taillenband noch mal enger gesteckt - und fand es gut! WTF?! Muss ich mich da selbst verstehen? Mal sehen. Zinnia von Colette in Version 1 könnte auch eine Option sein. Aber da muss ich erst noch mal die Schnittteile ausmessen. Es bleibt hier also spannend...also zumindest für mich! ;)