9. März 2016

Stuttgart Sew Along

Am 16. April ist Nähbloggerinnen-Treffen in Stuttgart. Und da wir dieses Jahr noch keinen Urlaub gebucht hatten wie letztes Jahr, habe ich ganz spontan zugesagt. Und gleich als nächstes stellte ich mir die Frage: Was. Nähst. Du. Dir. Dafür ?!?!?

Nähnerds, Nähnerdettes, Nähenthusiastinnen oder wie auch immer  wir uns bezeichnen wollen   scheinen alle gleich zu ticken und so gibt es einen kleinen Stuttgart-Sew-Along. Wie schön! :)

Ursprünglich dachte ich daran, den gut gehüteten Goldfisch-Stoff von der AnNÄHerung Süd zu einer Schluppenbluse zu verarbeiten und ein blaues Truffle-Dress von Colette zu nähen. Da wir aber nur wenige Tage später zum Paris-Trip aufbrechen, dachte ich mir, dass ein Parka vielleicht eine gute Sache wäre. Überhaupt bin ich jeden Tag in der kalten Jahreszeit froh, wenn ich mir einen Wintermantel genäht habe, warum also nicht endlich mal auch Frühlingsjacken und Trenchcoats?


Einen navy-blauen Köper hatte ich im gut sortierten Stofflager für just dieses Ansinnen sogar schon hier liegen. Jetzt bin ich allerdings unschlüssig, da er wirklich schon sehr fest ist. Zu fest für einen Parka? Wird der im Laufe des Tragens noch weicher? Alternativ habe ich noch ein etwas helleren und leichteren Stoff mit ganz dezenter Musterung.




Als ich mich letztlich für einen Schnitt entschieden hatte, wollte ich gerne noch einen Kontraststoff dazu. Da hat sich sicherlich der aktuell laufende Prada-Sew-Along auf dem MeMadeMittwoch-Blog und die Inspirationsuche dazu in meinem limbischen System festgesetzt.  Allzu verspielt soll es aber nicht sein, ich bin ja auch keine große Freundin von Kinderjerseys an Erwachsenen. Auf Stoffe.de wurde ich recht schnell fündig. Der Stoff heißt "Blue Hotel" und wenn das Assoziationen an Chris Isaak weckt, dann ist das nicht das Schlechteste! Mal ehrlich: Der Video-Clip zu "Wicked Game" ist doch einer der tollsten überhaupt! Und so Neunziger. Ich liebe die Neunziger. Also die frühen Neunziger bis circa 1995. Aber ist das nicht so mit allen 'schlimmen' Zeiten, die man irgendwann mal erlebt hat - irgendwann werden sie nostalgisch zur besten Zeit des Lebens verklärt. "Ach ja, damals..." Aber der Sommer '95 war wirklich toll!!

Kaum kommt die Sprache zurück, verliere ich mich schon wieder im Schwafeln. I go to extremes. Noch so 'n gern gehörtes Stück vom Billy.

Anyways, welcher Schnitt soll's denn werden? Ein Medley (haha - Wortwitz! Ich bin heute sooooo lustig! :D) aus Burda 102 und 103 aus der August-Ausgabe 2015.

Quelle: www.burdastyle.de

Quelle: www.burdastyle.de


Mit Tunnelzug, Reißverschluss und Blende aber ohne Gummizug an den Handgelenken. Das fühlt sich immer so nach Kinderjacke an, finde ich. Dafür die Blenden an den Ärmelsäumen.  Bei den Taschen bin ich noch unentschlossen, da muss ich erst mal genauer schauen, wo der Tunnelzug sitzt.

Der Schnitt ist ausgestellt mit Raglanärmeln und Kellerfalte im Rücken - das sollte nicht allzu passformsensibel sein. Da ich einen leichten Parka möchte (siehe Problem oben), verzichte ich diesmal auf ein Futter und spendiere ihm ein Hongkong-Finish. Das darf dann durchaus bunt ausfallen:


Was mir am Schnitt gar nicht gefällt ist die fehlende Blende und die "offene" Verarbeitung unter dem Reißverschluss . Da muss ich mal schauen, wie ich das Problem löse. 

Mal sehen, wer sich noch alles zum Mini-Sew-Along einfindet. Husch, husch rüber zu Muriel...

1. März 2016

Projekt Brot und Butter: Eigentlich Teil 3...

...eigentlich, denn den zweiten Termin habe ich geschwänzt und schäme mich auch bisschen. Dabei war ich ganz fleißig, habe mich brav an den Plan gehalten und hatte schon einiges vorzuweisen. Aber zur Zeit habe ich einfach keine Lust zu bloggen. Keine Lust auf Fotos. Gepaart mit einer Prise Selbstablehnung (Selbsthass wäre krass übertrieben, ich kann mich zur Zeit nur nicht selbst so arg leiden.) Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nur über ein begrenztes Maß an Kommunikationskapazitäten verfüge und wenn das anderweitig schon aufgebraucht wurde, dann ist irgendwann einfach nix mehr übrig. Zum Kommentieren bei anderen und so. Was mir sehr leid tut - aber das war schon immer so. Ich war schon immer so. Wenn's mir nicht gut geht, dann verstumme ich. Damit habe ich meine Mutter schon früher in Kinder- und Jugendtagen in den Wahnsinn getrieben.

Aber das gute ist: Es geht auch wieder vorbei.

Zurück zum Projekt "Brot und Butter", dass Siebenhundertsachen ins Leben gerufen und ganz viele andere damit angesteckt hat.

Was habe ich denn von den hier skizzierten Projekten bislang realisiert:

Ein ungebügelter schwarzer Faltenrock, "Faye" aus der 60s-Vintage Burda




Ein noch ungebügelterer grauer ausgestellter Rock aus der Burda 9/2012 (Die Ausgabe mit dem Schwanenkleid, wenn ich mich recht entsinne.)




Der Rock ist Mist. Nicht nur ist der Stoff total kacke, es fehlt einfach der Bund, da er nur mit Futter gedoppelt wird. Ich hätte es eigentlich wissen sollen, dass das den Tragekomfort nicht gerade erhöht...





Eine schwarze Schluppenbluse aus einer ganz leichten, herrlich fließenden Viskose.




Das vermeintlich perfekt passende Blusenschnittmuster erwies sich bei einem dünneren Stoff als dem des ersten Modells leider als gar nicht so toll passend. Und bei genauerer Betrachtung zeigten sich die gleichen Schrägzüge zur Seite auch schon am ersten Modell, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt:








Oberhalb des Busens war  zu viel Stoff. Sobald ich dieses Zuviel als Abnäher zum Armloch hin wegsteckte, waren auch die Schrägzüge unterhalb des Busens weg. Also habe ich diesen Abnäher auf das Schnittmuster übertragen und anschließend in die Seitennaht rotiert, wodurch der bestehende Abnäher vertieft wurde. Das Armloch musste dann vom Originalschnitt wieder übertragen werden und unten dann die entsprechende Länge wieder zugegeben. Da das eine Änderung ist, die ich in letzter Zeit häufiger machen musste, gibt's dazu demnächst wahrscheinlich einen ausführlicheren Post.

Jetzt müsste der Schnitt eigentlich gut passen, allerdings haben sich ein paar andere Projekte davor geschoben...

So zum Beispiel mein diesjähriges Geburtstagskleid nach einem Simplicity-Schnitt aus Meine Nähmode:




Dazu auch demnächst ausführlicher mehr, wenn ich den Schnitt noch mal in grau genäht und hoffentlich perfektioniert habe. Die Schultern waren zu schmal und passen beim nächsten Modell hoffentlich besser.

Neben dem grauen und dem schwarzen Rock ist aus einem Stoffrest auch ein schwarz-weißer Rock  entstanden. Er war das Faye-Probemodell und gefällt mir eigentlich sogar besser als der schwarze.



'Faye' finde/fand ich mit enger Strickjacke oder Schluppenbluse an mir - ehrlich gesagt -  etwas trutschig. Aber ich habe einen kleinen Mini-Urlaub über meinen Geburtstag genutzt, um endlich das perfekte Blazer-Schnittmuster auf mich anzupassen. Dachte ich. Nach ein paar Mal tragen stelle ich fest: Pustekuchen, da muss ich noch mal ran. Der Brustabnäher passt nicht richtig und die Mehrweite über dem Busen ist auch noch nicht weg:




Da ich den Blazer aber überall - auch an der Schulterbreite ! - enger nähen musste, werde ich ihn einfach noch mal eine Nummer kleiner in 40 testen. Die Ärmel finde ich nämlich so auch noch zu weit.

Was ich wirklich kurios fand: Die Taille saß bei mir 2 cm zu tief. Ich weiß nicht, ob mir das bei Burda einfach noch nie aufgefallen ist, aber bislang hatte ich das noch nie. Dadurch musste ich aber auch im Rücken am das Hohlkreuz weniger wegnehmen. Ich  beobachte das mal....

Blazernähen ist jetzt vielleicht nicht für alle Brot und Butter, aber da ich eigentlich am liebsten und ständig Blazer träge - gerne auch als Jackenersatz im Frühjahr oder Herbst - habe ich da einen großen Bedarf. Der Grundstein ist damit gelegt.

Eigentlich wären jetzt ja erst mal eine schwarze Hose und eine weiße Bluse dran. Aber da schiebt sich erst noch ein graues Kleid dazwischen. Ich bin halt einfach eine Herznäherin!

Oh, von den Strickplänen konnte ich ja auch ein paar Sachen fertig stellen:




Der schwarze Low-Budget-Pullover ist fertig. Den Saum und den Halsausschnitt muss ich noch mal neu abketten. Dem hatte ich einen elastischen, abgenähten Bind-off spendiert was sich ziemlich blöd einrollt. Größe M finde ich auch echt zu weit, beim nächsten Mal dann wieder in S...


Wenn man den Cardi auch gescheit zurechtzuppelt, dann sind da auch keine Falten über der Brust *seufz*

Und MarlOn ist auch fertig! Unter den Armen etwas weit bzw. der Raglan geht zu tief aber ich liebe die Farbgebung! Gestrickt aus Drops Alpaca mit 4,5er Nadeln. Hellgrau und Blau waren jeweils zwei Restknäuel vorangegangener Pullover. Von Rot und Anthrazit ist jetzt noch gut 1-1,5 Knäuel übrig. (Mhh...vielleicht ein Westknit'scher Doodler?!) Auf jeden Fall passt er zu ziemlich viel in meinem Kleiderschrank. Die unterschiedlich farbigen Knöpfe waren aus meinem Fundus...Hier trage ich den Cardi mit einer grauen Odeeh-Hose (gähn!), die Captain Riesling gerne als "lustige Opa-Hose" bezeichnet. Und dazu die neuen Lieblingsschuhe.




Und jetzt bin ich gespannt, wie es bei den anderen Brot-und-Butter-Näherinnen lief - und natürlich, ob ich mich disziplinieren kann, bis zum letzten Treffen Ende März doch noch was von meiner Liste abzuarbeiten. Wobei: Ich habe fuchsia-farbenen Stoff gekauft. Vielleicht ein pinker Trenchcoat...


...to be continued...