27. Juli 2016

MeMadeMittwoch am 27. Juli 2016 - Ich packe meinen Koffer...

...nicht. Denn dieses Jahr fahren wir nicht mehr in Urlaub. Außer vielleicht noch an Weihnachten nach Bremen. Aber der übliche Jahresurlaub im September/Oktober muss dieses Jahr leider ausfallen. Ich habe in der Zeit beruflich zu viele Termine. Und völlig gestresst in Urlaub fahren und wissen, dass es danach gleich wieder so weiter geht muss irendwie auch nicht sein.

Aber  w e n n  ich denn in Sommerurlaub fahren würde, dann wäre ganz bestimmt meine neue Halbanna dabei. Obenrum Anna untenrum Burda. Wie nenne ich das bloß? Bunna? Arda?

What so ever, here we are:



 Für jene, die mir auf Instagram folgen, ist das Kleid ein Alter Hut. Aber ich wollte sowieso noch mal ausführlich erklären, wie ich es gemacht habe. Wichtig ist das ja nur für's Rockteil.

Ich hatte diese traumhafte Viscose von Les Coupons des St. Pierre aus Paris. 3m für 15 Euro. Deal! Als ich den Stoff gekauft hatte, hatte ich Null Plan, was daraus werden könnte. Aber das Muster - 3 parallel verlaufende Ornament-Musterstreifen - war zu interessant, um es liegen zu lassen.

Als dann meine große Schwester aus einem Ornament-Druck ein Maxi-Kleid (mit langen Ärmeln) näht, kam mir plötzlich die zündende Idee. Call me copy-cat! Aber schnell war klar: Der 7-Bahnen-Rock von Anna geht leider gar nicht, das Muster hätte hinten und vorne nicht gepasst - selbst, wenn ich den Fadenlauf ignoriert hätte.

Es war klar: Was gerades muss her. Aber nur gerade und dann kräuseln? Da hatte ich Angst, dass das um die Taille zu stark aufträgt. Ich entschloss mich, den Rockteil von Modell 106 aus Burda 6/2016 zu verwenden und die Taillennaht seitlich jeweils an das Anna-Oberteil anzupassen.



Das Rockteil hat eine Kellerfalte und insgesamt 4 Quetschfalten. Beim Rumtüfteln war dann schnell klar, dass der mittlere Musterstreifen dann völlig in der Falte verschwindet. Damit das Muster im Oberteil dann nicht einfach ins Leere läuft war der ursprüngliche Plan, das Oberteil quer zum Fadenlauf zuzuschneiden, sodass der Streifen von rechts nach links über die Schulter verläuft.

Tja, und dann war ich etwas zu großzügig bei der Saumzugabe und es blieb mir nichts anderes übrig, als das Oberteil doch normal zuzuschneiden. Fuck.

Ich habe dann einen halben Nachmittag rumexperimentiert. Der mittlere Musterstreifen musste an das Oberteil anschließen. Seitlich habe ich zwischen den Musterstreifen eine Falte gelegt und  m u s s t e eine zweit im äußeren Musterstreifen legen. Die Falten ragen jetzt sogar über die Seitennaht hinaus aber dafür finde ich das Ergebnis jetzt einfach nur perfekt!



Hinten habe ich die Rockbahnen einfach so genäht, wie die Falten eingezeichnet waren und auch das passt unheimlich gut. Die hintere Mitte zieht noch ein bisschen nach unten. Da könnte werde sollte ich den RV noch mal raustrennen und das Oberteil entsprechend zur Seitennaht verlaufend kürzen.


Ziemlich begeistert bin ich von meinem Pattern Matching im Rücken. Sorgfältig zuschneiden ist hier einfach das A und O. Eingenäht war der Reißverschluss dann wirklich im ersten Anlauf - sogar ohne Obertransportfuß!

Lustigerweise fiel mir beim ersten Tragen ein, dass ich mit 19 im Sommer der Freiheit - jener Zeit zwischen Abiturprüfung und dem Beginn meines Aupair-Jahres in Paris - ein schwarzgrundiges T-Shirt mit ähnlichem Ornamentdruck kombiniert mit schwarzem Maxi-Rock wirklich bis zum Auseinanderfallen getragen hab. Ich bin sehr verliebt in dieses Kleid und hoffe, dass der Sommer noch viele Gelegenheiten zum Tragen bietet.

Auch ohne Urlaubspläne bin ich also mit diesem Outfit heute beim MeMadeMittwoch dabei.

Liebe Grüße - und einen schönen Urlaub an alle, die noch wegfahren!
Julia :)

20. Juli 2016

MeMadeMittwoch am 20. Juli 2016

Es ist Mittwoch. Und nicht nur das - es ist sogar ein ziemlich heißer Mittwoch. Das perfekte Wetter, um euch im Zuge des MeMadeMittwoch-Schaulaufens den neuesten Zuwachs in meinem Kleiderschrank zu zeigen.

Anna Nr. 3 alias das "Stella-Kleid" 



Genäht wurde dieser stoffgewordene Traum letzten Samstag in bester Gesellschaft in Stellas Küche. Ach was war das für ein schöner Tag! <3

Partners in crime...

Nach dem ich auf dem Blogger-Treffen in Stuttgart vorsichtig bei Stella vorgefühlt hatte, schlug ich dem Captain vor, wir könnten im Juli mal wieder seine Freundin K in Ravensburg besuchen. Und da Stella quasi um die Ecke wohnt, konnte ich mich am Samstag absetzen, um mich einem ganzen Tag dem gemeinsamen Nähen und intensiven Gesprächen hinzugeben. Hach jaaa... :)

Lustigerweise waren wir fast als Doppeltes Lottchen gekleidet: Stella blau-weiß geringelt mit blauer Jeans, ich rot-weiß geringelt mit roter Hose. Nicht nur in dieser Hinsicht ein "perfect match". Schade, dass wir soweit auseinader wohnen. Aber uns bleibt ja immer noch Paris...äh...Würzburg! :)



Äh, ach ja, das Kleid. Es handelt sich dabei - surprise, surprise - um ein Anna-Dress von By Hand London. Es ist das dritte seiner Art, hier und hier hatte ich schon mal über den Schnitt und Maxi-Kleider im allgemeinen geschrieben.

Der Stoff ist eine ganz traumhafte Viscose, die ich im Osterurlaub im Bremer K*rstadt erlegt habe. Sie fühlt sich auf der Haut bei den aktuellen Temperaturen einfach nur herrlich an und ließ sich ganz wunderbar verarbeiten.

Überhaupt habe ich im vergangenen Jahr sehr viel reine Viscose in den unterschiedlichsten Qualitäten - von ganz weich und labberig bis richtiggehend fest wie beim Jump Suit - verarbeitet und hatte keines der Probleme, die Nahtzugabe in ihrem Artikel letzten Sommer schilderte. Viscose dehnt oder hängt sich nicht mehr aus als andere Materialien. Ich denke, dass das eher mit der Webart zusammenhängt. Und die kann ganz unterschiedlich sein. Das per se auf das Material zurückzuführen halte ich für ungerechtfertig. Beim Stella-Kleid habe ich zum Beispiel keine einzige Ausschnittkante oder Rockbahn mit einr Stütznaht gesichert. Eingelaufen ist mir übrigens auch noch nix! Und dass sich Schnitteile nach dem Zuschnitt bei Bewegung verziehen, kennt man auch von anderen Stoffzusammensetzungen. Ich ziehe einfach alles wieder passend unter das Schnittmusterteil, bevor ich meine Markierungen auf die Rückseite übertrage und nähe alles einfach zusammen, wie es zusammengehört. So zieht sich alles von selbst in die richtige Form.

Also: Don't shun viscoce - embrace it!

Mein Stella-Kleid steckt auf jeden Fall voller Erinnerungen an einen tollen Tag und wir allein deshalb schon allergernst getragen. Geht es euch bei euren Nähkränzchen-Stücken nicht genauso?

7. Juli 2016

Da war doch was....

...fröhliches Rätselraten bei mir auf dem Blog, beim vorletzten MeMadeMittwoch. Und die Auflösung bin ich euch noch schuldig...für all die, die nicht gegoogelt haben! :)




"Hello again my beauties! Is it happening?"

So begrüßt Freddie Mercury das Publikum auf der Live at Wembley '86 Platte. Ich weiß nicht, wie oft ich die in meinem Leben schon gehört habe, denn mein kleiner Bruder (knappe 9 Jahre jünger) ließ sich noch in den Windeln vom Queen-Fantum der großen Schwestern  anstecken. Was dazu führte, dass er das Konzert, das wir als Video-Kassette hatten, fast täglich laufen ließ und dazu auf der Couch Konzert nachspielte. Aber ich plappere besser mal nicht aus, wie er mit aufgemaltem Schnurrbart mit Mamas Kajal und allem drum und dran... äh, ja. Ich hab' nichts gesagt... ;)

Vor gut einem Monat war ich ja auf dem einzigen Deutschland-Konzert von Queen & Adam Lambert in diesem Sommer. Anfangs noch strahlender Sonnenschein, gingen kurz vor der Vorband die Schleusen auf...und sie sollten sich bis wir wieder unser Auto erreicht hatten, nicht wieder schließen...


Ich war ja glücklicherweise vorbereitet und hatte meine wasserdichte Regenjacke mit. Mit Kapuze. Das konnte man von meinen beiden Begleitern nicht behaupten. Aber mal ehrlich: Ein Regenjäckchen für's Rennrad? Ohne Kapuze? Amateure...



 Während ich 2006 bei der Tour mit Paul Rogers noch fest davon überzeugt war, dass ich mir das garantiert nicht live antun werde, sah das bei Lambert schon anders aus. Zumal mein kleiner Bruder letztes Jahr sehr begeistert war.


Und was soll ich sagen: N a t ü r l i c h  ist er nicht Freddie - aber ein würdiger Ersatz. Sehr würdig. Während Freddie auf der Bühne eher den Macho gab, der er im richtigen Leben eher nicht war, spielt Lambert die Diva. Dass er vor seinem zweiten Platz bei American Idol als Musical Darsteller gearbeitet hat, war sicherlich auch nicht gerade von Nachteil.


 Mit gigantischem Thron während 'Killer Queen' und krassen Outfits. Sehr cool! Und auch stimmlich passt es einfach gut. Es ist anders, aber wirklich richtig gut!


Zwischendurch gab es natürlich auch immer mal wieder Einspieler von Freddie oder Aufnahmen aus vergangenen Tagen, die im Hintergrund zu 'These are the days' liefen. Er fehlte aber war doch da. Oder um es mit Lamberts Worten zu sagen: "We all love Freddie. I love Freddie. And tonight let's celebrate Frieddie!".

Dr. Brian May während  'Under Pressure', dem Duett mit David Bowie. Gleich zwei, die fehlten.

Ein grandsioser Abend. Vom Regen und der Kälte spürst du nichts. Und dann stehst du da und kannst zum allerersten Mal mit Tausenden um dich herum selbst zu Radio Gaga mitklatschen. Nicht irgendein Klatschen, sondern DAS Klatschen:



via GIPHY

Hier auch noch mal sehr eindrucksvoll zu sehen.  Gänsehautfeeling pur.  Genauso wie One Vision* zum Konzertbeginn und We are the champions und God save the Queen auf Brian Mays Red Special zum Abschluss. Immer. Rituale sind wichtig.

Nicht die britischen Kronjuwelen und auch kein Hermelinmantel - aber trotzdem sehr standesgemäß!

So, jetzt wisst ihr, was ich so höre. :) Nicht immer und ausschließlich - aber immer wieder. Und dann in heavy rotation. Nicht zwingend für alle rational nachvollziehbar. Aber so ist das nunmal mit der Liebe...


*One Vision ist aber sowieso seit immer und ewig (also seit 1992) und für alle Zeiten, seit ich es das erste Mal gehört habe (damals in der schwächeren Single-Version auf der Greatest Hits II) mein Lieblingslied. Besonders in der 'Extended Version' und am besten wenn man mit einem gut motorisierten Fahrzeug mit satter Soundanlage von der Landstraße auf die Autobahn fährt. Also nicht, dass ihr jetzt denkt, ich hätte das mit 19 mit Papas Auto so gemacht...